Beiträge von oecher

    Fortsetzung:

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    Original geschrieben von gummibaum
    Warum finden denn die USA unkonsequenterweise das Handeln der Israelis gegen die Palestinaenser ohne wenn und aber völlig ok, geht es da nicht auch um Diamanten und wohlhabende US Bürger.


    Na, ob da auch Diamanten eine Rolle spielen, weiß ich nicht - es geht m.E. mehr um eine tiefe Verwurzelung der Juden/Israelis in den USA.

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    Original geschrieben von gummibaum
    Ich bin auch kein USA Hasser. Vielleicht nicht unbedingt ein Bush Fan.


    lol
    Bush wird es auch bei mir schwer haben, mich als Fan zu gewinnen.

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    Original geschrieben von autares
    Vielleicht rechtfertigen die USA das Handeln Israels in gewisser Weise, es bleibt aber weiterhin zu bedenken, dass wohl auch nur die USA Israel beeinflussen koennen. Es haette ohne diesen Einfluss bereits ein gegenteiliges Szenario geben koennen....die Medaille hat immer 2 Seiten!


    Jep. Die Amerikaner haben ihren Einfluß aber aus Sicht aller anderen Länder mehr als ein Mal nicht ausreichend eingesetzt...



    In der Hoffnung, dass meinen ganzen Text überhaupt jemand liest, hier noch Links:


    [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-232943,00.html]US-Experte für Außenpolitik: "Die Deutschen sind die Kapitäne der Logik"[/URL]: Ein, wie ich finde, sehr interessantes Interview auch vor dem Hintergrund der aktuellen Problematik, das den Deutschen etwas schmeichelt, find ich... Beinhaltet vielleicht auch einen Grund des guten Ansehens Deutschlands.


    Als Nachtrag zum Bündnisgebiet der Nato und ihrem Einsatzradius:

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    [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-234557,00.html]Nato in der Krise[/URL]
    Zunächst mit Erfolg: Nach dem Anschlag auf New York und Washington vom 11. September einigten sich die Mitgliedsstaaten gar auf den Bündnisfall nach Artikel 5 der Charta, sprich der Terrorakt wurde als Angriff auf die Nato gewertet. Von uneingeschränkter Solidarität sprach damals Bundeskanzler Gerhard Schröder. Passé! Die Nato hatte mit dem Krieg gegen Afghanistan nahezu nichts zu tun, Amerikaner und Briten führten den Feldzug. Immerhin erklärte Bundesverteidigungsminister Peter Struck kurz vor seiner Kabul-Reise am Montag, er wolle Afghanistans Präsidenten Hamid Karsai fragen, ob er Einwände hat, wenn in Kabul die Nato-Flagge weht".


    P.S. Morgen werd ich nicht so viel schreiben können... :rolleyes:

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    Original geschrieben von autares
    Es tut mir leid, aber selbst in diesem Forum gibt es inzwischen nun genug Argumente, die widerlegen, dass es nur ums Oel geht. Genauso wenig handelt es sich um einen persoenlichen Rachefeldzug des Sohnes....wieso Bush Sen. gestoppt hat weiss wohl nur er selbst bzw. seine Berater.
    Es ist allgemein bekannt, dass vor allem geoploitische Gruende gegen einen Marsch bis in die Hauptstadt gesprochen haben.


    m.W. wollte die amerikanische Regierung einen "Marsch in die Hauptstadt". War es nicht so, dass die UNO (unter welcher Initiative?) die amerikanischen Truppen zurückbeordert hat, als sie merkten, dass sie schon mitten im Irak sind? :confused: Das Mandat sah ja nur die Befreiung Kuwaits vor.
    Die persönlichen Motive schätze ich nicht als irrelevant ein. So weit ich weiß, berät auch Bush Senior seinen Sohn politisch - es wäre seltsam, wenn ein Mensch das alles ausblenden könnte.

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    Original geschrieben von autares
    Aber ich bin schon gespannt, was passiert, wenn Deutschland mal direkt betroffen sein wird, und ob dann die Leute hier immer noch mit so einer locker-laessigen "hey, das ist doch nicht fair"-Art argumentieren werden...


    Äh... mich meinst Du damit nicht, oder? :confused:

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    Original geschrieben von gummibaum
    Das Traurige daran ist, daß es 100%ig um rein wirtschaftliche Interessen geht und alle möglichen fandenscheinige Gründe aus dem Hut gezaubert werden um diese zu befriedigen. Denn wenn man weiß woher Mr. Bush kommt oder anders gesagt , wer ihn durch Unsummen an Spendengeldern an die Macht gebracht hat , weiß man auch warum er so handelt. :rolleyes:


    Es geht mit Sicherheit nicht um rein wirtschaftliche Interessen. Es geht inzwischen um unglaublich viel, um alles mögliche und von allen möglichen Seiten - das ist m.E. ganz schwierig, da eine brauchbare Struktur reinzubekommen.

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    Original geschrieben von autares
    Dass die USA einen Nachfolger bestimmen wuerden ist eine These, und selbst wenn, wuerde Dir das schaden?


    Nicht unmittelbar... Aber die langfristigen Folgen kann ich nicht beurteilen, aber mir scheinen da Risiken vorhanden zu sein, die sich auf mich auswirken würden... :rolleyes:

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    Original geschrieben von autares
    Was ist ueberhaupt so schlimm daran, dass es den USA nur um wirtschaftliche Interessen geht? Was?


    Abgesehen von einer moralischen Verwerflichkeit bringt es das das Problem mit sich, dass sich ein solches Land zunehmend dem Protest aller anderen Nationen aussetzt - es geht um das Völkerrecht. Und wenn die anderen Nationen meinen, sie müssten aus Abhängigkeit zu dieser Nation stehen, dann wird sich das Volk auflehnen - m.E. eine große Gefahr im Nahen Osten.

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    Original geschrieben von autares
    Die USA wuerden kein Land angreifen, in dem sie nicht eine Ungerechtigkeit vermuten wuerden?


    Na ja... :rolleyes:
    Das subjektive Vermuten einer Ungerechtigkeit... - Ob das Kriege rechtfertigen sollte? Ich weiß nicht, ob das ernst gemeint war...

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    Original geschrieben von autares
    Der Gebrauch von Spendengeldern ist das amerikanische System. es hat Vor- und Nachteile, ebenso wie das deutsche System....und ach ja, noch entscheiden immer noch die US-Buerger, wer an die Macht kommt, und nicht die Spendengeber (diesen engstirnigen Gedanken kannst Du also streichen)


    Also einen gewissen Einfluss kann man da ja schon unterstellen, oder nicht? Wird ja auch hier in Deutschland gemacht, bei weit geringeren Summen...
    btw: Gerichte haben die letzte US-Präsidentenwahl entschieden ;)

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    Original geschrieben von autares
    Nur was machst Du, wenn der Sicherheitsrat entschiedungsunfaehig ist...siehe NATO?! Die USA besitzen ebenso ein Veto-recht wie die vier anderen. Dennoch steht es jedem Mitglied frei, entsprechende Massnahmen auch ausserhalb der Entscheidung des rats vornehmen zu koennen.


    Ja und nein. Natürlich kann jedes Land Maßnahmen ergreifen, aber: Die Vereinigten Staaten sind Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und haben sich somit verpflichtet, Waffengewalt nur noch im "gemeinsamen Interesse" anzuwenden. Nur der Sicherheitsrat hat die Befugnis über dieses Interesse zu entscheiden. Nach UN-Charta ist es definitiv nicht legitim den Sicherheitsrat aus welchen Gründen auch immer zu ignorieren.

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    Original geschrieben von autares
    Afghanistan liegt ausserhalb des NATO-Gebiets, somit haetten die USA keine NATO-Unterstuetzung anfordern koennen. Aber Kosovo ist ein tolles Beispiel! Wer wurde da gerufen? Die Amis, die sollen das mal richten?! Wieso konnte Europa das nicht alleine regeln?


    Hm? Kosovo ist Nato-Gebiet?! Was soll denn das? :confused: Für den Kosovo-Einsatz war ein "Out-of-area"-Beschluß des Bundestags nötig. Das wäre für Afghanistan genauso gewesen.
    Dass Europa mit Ex-Jugoslawien seine Probleme hatte, spricht in der Tat nicht für die Europäer. - So wie Du das darstellst, war das aber auch nicht. Als die Amerikaner eine stärkere Initiative übernommen haben, entwickelte sich die Sache aus meiner Sicht besser, aber die Behauptung, die Europäer hätten sich darum nicht gekümmert, ist ja wohl haltlos.

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    Original geschrieben von autares
    Sorry, aber ein staendiges "Ja, die Inspektoren duerfen kommen" und am Tag darauf ein "Nein, jetzt doch nicht" hat schon eine provozierende Wirkung...irgendwann ist auch mal genug!


    Du beziehst Dich auf die Anschläge vom 11. September, stellst dann fest: "Bush hat nicht provoziert und angegriffen...." und stellst damit wiederholt einen Zusammenhang mit einem Irak-Feldzug her. Der existiert im Rückblick auf den 11. September garantiert nicht - von den angeblichen Beweisen von Kontakten Attas zum irakischen Geheimdienst ist nichts übrig geblieben!

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    Original geschrieben von autares
    Also, ich denke mal, man kann Bush nach den Angriffen kein uebereifriges Handeln vorwerfen.


    Das mache ich auch nicht. - Wobei es einige Momente gedauert hat, bis ihn wahrscheinlich v.a. Powell davon überzeugt hat, nichts zu überstürzen und multilateral zu handeln. Letztlich ziemlich überzeugend.

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    Original geschrieben von autares
    Ebenso jetzt mit dem Irak. Was soll man tun gegen Terrorismus? es gibt nunmal kaum andere erste Wege, ausser erstmal zwilichtige Regierungen zu beseitigen? Unter dem Deckmantel des Staates ist so einiges moeglich, das hat auch die Geschichte gezeigt.


    Da hast Du aber viel vor, wenn Du alle zwielichtigen Regierungen beseitigen willst... :rolleyes:
    Es ist aus meiner Sicht absolut unrealistisch zu glauben, wir beseitigen so viele feindlich gesonnene Regime wie möglich, das dient unserer Sicherheit. Die Attentäter des 11. September haben sich u.a. in Deutschland vorbereitet - ist das denn schon wieder vergessen? Jeder einigermaßen entschlossene Mensch kann heute jeder Regierung der Welt unheimliches Kopfzerbrechen bereiten. Da bringt es doch nichts gegen den Irak Krieg zu führen.


    Ich kann das nicht beurteilen, aber ein Kommilitone meinte einmal zu mir, der Aufwand für Chemiewaffen, mit denen man Trinkwasser verseuchen oder U-Bahn-Schächte vergiften kann, ist für jemand, der etwas Ehrgeiz in dieser Richtung entwickelt gering.
    Was ist die Folgerung der US-Regierung?
    Mehr Sicherheit durch mehr Kontrollen, Sicherung betroffener Bereiche, ... und offenbar auch bekämpfen feindlicher Staaten.
    Meine Ansicht ist, dass (auch) die Wahrscheinlichkeit verringert werden muss, dass Menschen terroristische Anschläge verüben wollen. Warum haben denn Deutsche - trotz ihrer Geschichte - weltweit ein sehr hohes Ansehen (180 von 191 Staaten haben in geheimer Abstimmung die Bundesrepublik in den Sicherheitsrat gewählt)? Die Frage ist nicht trivial, aber sicherlich gehört dazu, dass Deutschland zu keiner Zeit seine nationalen Interessen auch nur annähernd so verfolgt, wie es die USA zur Zeit tun.

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    Original geschrieben von autares
    Es ist immer die Frage, was es fuer Alternativen gibt...und die scheinen im Moment der gesamten Weltbevoelkerung zu fehlen....


    m.E. sind der Terrorismus und der Irak eigentlich zwei verschiedene Probleme, deren Verknüpfung durch einen Krieg eher zunehmen würde.

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    Original geschrieben von gummibaum
    Außerdem ist Afghanistan ein Land mit einem sehr hohem Anteil an Mohnfelder, für die es auch Kunden gibt......


    :confused: Also, wenn das das Interesse der USA gewesen ist, dann haben die aber irgendwas falsch gemacht. Entweder sie wollten den Drogenhandel eindämmen, dann ist das bisher überhaupt nicht gelungen (- genau das Gegenteil), oder sie wollten mit verdienen, was auch nicht gelungen ist - aber das wäre dann auch ein Wechsel der amerikanischen Politik gewesen ;)

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    Original geschrieben von autares
    Hussein besitzt/wird in naechster Zeit das Wissen zum Bau von chemischen etc. Waffen besitzen. Ich denke mal, man muss kein Hellseher sein, dass er es auch gerne etwaigen Terroristen zum Schlag gegen die USA zur Verfuegung stellen wuerde.


    Das ist aber eine gewagte These! :rolleyes: Hussein hat schon lange Chemiewaffen - es werden nur immer weniger... Er hat sie in der Vergangenheit nicht weitergeleitet, obwohl der Hass auf die USA ja zumindest seit 1991 vorhanden ist.

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    Original geschrieben von autares
    Was willst Du sonst tun? Es muss irgendwann einen Umsturz geben. Wie lange sollen wir uns noch auf der Nase herumtanzen lassen.


    Na ja, das ist durchaus eine Interpretationsfrage. Es gibt weltweit keinen Staat, der auch nur annähernd so stark kontrolliert wird wie der Irak. Der Irak ist militärisch am Ende. Natürlich hätte er gerne eine Atombombe mit einem entsprechenden Trägersystem, natürlich möchte er daher nicht alle vorhandenen Unterlagen abgeben und natürlich möchte er auch noch seine leistungsfähigsten Waffen (B- und C-) behalten.
    Vielleicht tanzt er deshalb der UNO auf der Nase herum, nur muss das der Sicherheitsrat entscheiden - die USA sind dazu von den Vereinten Nationen nicht legitimiert worden. Der Sicherheitsrat blockiert aber seit Jahrzehnten fast jede Resolution gegen Israel. Warum? - Weil die USA dies für richtig halten. In diesem Sicherheitsrat haben aber auch andere Länder Veto-Recht und die Macht zu entscheiden, ob sich die UNO auf der Nase herumtanzen lässt und was das dann für Konsequenzen hat.

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    Original geschrieben von autares
    Ich spreche nicht von einem Einschreiten. Du meintest, die alleinige Praesenz von Amerikanern wuerde zu einem erweiterten Anti-Amerikanismus fuehren. Dieses wollte ich am Beispiel Deutschlands zeigen, dass dies nicht der Fall sein muss, wenn den Leuten gezeigt wird, dass die Amis eben nicht die Kreuzritter der neuen Welt sind...


    Ah... Sorry - hängt trotzdem damit zusammen :)
    1. Die Amerikaner haben zum einen jede Legitimation gehabt gegen Deutschland vorzugehen (hatte ich schon geschrieben), schließlich hat Deutschland ja sogar den USA den Krieg erklärt. Das ist m.E. ein ganz wesentlicher Punkt, es kann heute und es konnte auch damals niemand den USA vorwerfen gegen Deutschland vorzugehen.
    2. Außerdem haben sich die Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg angestrengt: Die Soldaten haben sich anständig verhalten - vergleiche die Zeitzeugen-Berichte mit denen der Russen und überlege, was das für Konsequenzen hatte - und die Regierung hat massive Aufbauhilfe geleistet. Zudem haben die Amerikaner einen weitestgehend fairen Kriegsverbrecherprozess durchsetzen können.
    Es gibt hier also keine wichtigen Gründe für Ablehnung durch die Bevölkerung.


    Jetzt gilt folgendes:
    1. Die Legitimation ist äußerst umstritten.
    2. Es gibt offenbar noch keine gesicherten Pläne, wie es nach Kriegsende weitergehen soll.
    Die USA bekämpfen derzeit den Terrorismus mit m.E. sehr fragwürdigen Methoden - erinnert sei an die Inhaftierung mutmaßlicher al Kaida-Kämpfer auf Kuba ohne jede Rechte. Ich bezweifele, dass es dem Irak wie Deutschland ergehen könnte. (Da gibt es auch noch andere Gründe, v.a. ein großer Kulturunterschied.) Noch ein Beispiel: Warum wollten die USA nicht die NATO beim Afghanistan-Feldzug dabei haben? - Weil beim Kosovo-Einsatz jedes einzelne militärische Ziel von dem internationalen Stab zeitaufwändig genehmigt werden musste. Die Konsequenz: Man bombardiert unter anderem eine Hochzeitsgesellschaft...


    So macht man sich keine Freunde!

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    Original geschrieben von autares
    Bush hat das Problem, dass er sich in einer Situation wiederfindet, die es so bisher nur ein Mal in der Geschichte gegeben hat.


    Ja, da ist schon was dran. Aber Bushs Außenpolitik war davor schon ne Katastrophe - das wurde ja eher besser seither.

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    Original geschrieben von autares
    Ich wiederhole mich: Stell Dir vor, Du bist Bundeskanzler und ploetzlich werden mehrere Flugzeuge in ein vollbesetztes Olympiastadion, das Brandenburger Tor und die Frankfurter Innenstadt gesteuert. Die Anzahl der Toten belaeuft sich auf 5000 Menschen....was machst Du?
    Versuchst Du Dein Land mit patriotischen Saetzen zu ermutigen und zu beruhigen, oder sagst Du, dass man mal ruhig bleiben soll, man werde erstmal mit den Verantwortlichen reden?!
    Ich wiederhole mich: Bush hat nicht provoziert und angegriffen....


    Aber der Irak doch auch nicht!? :confused:


    Das ist die große Gefahr, die ich seit dem 11. September sehe: Dass die amerikanische Regierung mehr oder weniger wild um sich schlägt. Das hat mit Terrorismusbekämpfung nicht das geringste zu tun - m.E. ganz im Gegenteil.


    P.S.: Ich bin mir darüber bewusst, dass bei einem derartigen Attentat auf Deutschland manches anders gelaufen wäre. Der Kurs wäre m.E. dennoch nicht der der USA von heute. (Dazu fehlen ja alleine die militärischen Möglichkeiten.)



    Jochen:
    Ja, alle internationalen Institutionen haben momentan wenig Bedeutung. Das liegt m.E. daran, dass die USA im vergangenen Jahr unilateral auf einen Irak-Krieg zugesteuert haben und die deutsche Regierung zwar spät, dennoch als erste einigermaßen einflussreiche weltweit, klar dagegen Stellung bezogen hat. Die britische Regierung konnte immerhin erreichen, dass die USA eine UN-Unterstützung anstrebten, seit Deutschland auch noch im Sicherheitsrat sitzt, hat die US-Regierung in allen wichtigen Institutionen einen einflussreichen Gegenspieler. Außerdem sind beide Regierungen sehr festgefahren in ihrer Position - eigentlich kein Spielraum für einen Kompromiss. (Muss man auch Schröder vorwerfen.)
    In der EU ist eine gemeinsame Position durch die enge Bindung der Briten an die Amerikaner sehr schwierig (und auch wieder die starre Position Deutschlands) und seit dem Brief der acht Regierungschefs fast unmöglich. Spanien und Italien wollten damit m.E. v.a. den europäischen Einfluss Deutschlands und Frankreichs schmälern, evtl. auch die deutsch-französische Achse zerstören, da sich Frankreich zum damaligen Zeitpunkt öffentlich noch nicht wirklich festgelegt hatte.
    Wenn ich ehrlich bin, dann mache ich mir etwas Sorgen, ob die EU nicht inzwischen zu groß geworden ist; jedenfalls scheinen die Vorstellungen bei grundlegenden Problemstellungen weit auseinander zu gehen und einige Länder auch bei solchen Fragen sich gegenüber anderen profilieren wollen.

    Re: Singen, sabbeln, Superstar oder: Mach's mit, mach's nach, mach's besser!


    Zitat

    [I]Original geschrieben von
    Mir persönlich gefällt Alexander am besten, es macht echt Spaß ihm bei seinen Auftritten zuzusehen, "Mack the Knife" war genial performt (IMHO besser als das, was Juliette in der Show brachte) und letzten Samstag "Maniac" und besonders "Relight my Fire" ließen einen echt in Disco-Stimmung kommen :top:


    Speziell "Maniac" hat auch mir optisch gut gefallen, allerdings weiß ich nicht, ob es ganz fair ist, das mit Juliettes Auftritt zu vergleichen - sie singt doch ne Nummer anspruchsvoller und ich könnte mir vorstellen, dass es da schwieriger ist Tanzeinlagen zu bringen, ohne dass die Stimme beeinflusst wird. Aber, da ich auf dem Niveau nicht singen kann... - keine Ahnung. :rolleyes:

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    Original geschrieben von autares
    Durch die Bekaempfung und Absetzung einer Regierung, die Terroristen unterstuetzt, ist ein erster Schritt getan worden (Afghanistan). Was willst Du sonst tun? Freiwillig abdanken wird er (Hussein) nicht, ein Wirtschaftsembargo bringt nichts.


    Die Verbindungen von Hussein zu al Kaida sind ja alles andere als nachgewiesen. Auch Powell hat m.W. nur Kontakte im Nord-Irak nachzuweisen versucht - dort hat aber Hussein keine Kontrolle. Hussein unterstützt die palästinensischen Befreiungs-/Terrororganisationen, die jedoch eindeutig gegen Israel gerichtet sind - und, so leid mir jeder Einzelfall tut, in der momentanen Situation fällt es mir schwer, diese Organisationen zu verurteilen. Die EU und die Bundesregierung sind übrigens nach israelischer Lesart auch Unterstützer des palästinensischen Terrors. Auch wenn es wahrscheinlich manchen Einzelfall gibt, bei dem man den Palästinensern genauer auf die Finger schauen sollte, so bin ich felsenfest davon überzeugt, dass die Sharon-Regierung einen viel größeren Anteil hat.

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    Original geschrieben von autares
    Es bleibt Dir entweder die Moeglichkeit, still beizugeben und zu hoffen, dass die Personen sich freiwillig aendern, oder aber Du setzt einen Kopf ueber denen an und zeigst ihnen nach dem Umsturz, dass sie es auch besser / anders haben koennen.


    Es ist mit heutigem Völkerrecht äußerst fragwürdig einen Umsturz zu rechtfertigen. Solange man es nicht mit Völkermord zu tun hat, ist das m.E. nicht legitim. Ruanda war das eindeutig - selbst da hat man nichts gemacht; ok, man kann sich ändern und Fehler einsehen, aber im Irak gibt es keinen Völkermord. Den Völkermord kann man eher der UN anhängen, deren Embargo auf unglaublich viele Medikamente (deren Inhaltsstoffe auch zur Herstellung von chemischen Waffen dienen könnten) inzwischen mehrere hunderttausende Kinder hat sterben lassen - dazu gibt es von der UN bestätigte Zahlen.

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    Original geschrieben von autares
    Deutschland war auch einmal ein besetztes Land, ist hier Fundamentalismus entstanden?


    :confused: Äh... Der Nationalsozialismus war praktisch Fundamentalismus als Staatsform. Schlimmer konnte es hier doch gar nicht mehr kommen!? Es gab genügend Gründe gegen Deutschland vorzugehen: Völkermord und offensichtliche Selbstverteidigung anderer Völker. Der Vergleich zum Irak hinkt doch arg, find ich. :rolleyes:


    Nochmal: Krieg als Mittel des Regimwechsels halte ich für völlig verfehlt.

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    Original geschrieben von autares
    Es ist doch so, man merkt es auch hier bei einigen Leuten, die USA koennen sowieso machen, was sie wollen, wo der Hass erstmal da ist, da bleibt er auch. Auch wenn die Amis keinen Krieg anfangen, werden hier die Leute schreien "haha, siehste, die dummen Amis, die kriegen diesmal nichts das, was sie wollen".


    Aha! :) Das seh ich ähnlich. Aber woran liegt das? Ich glaube, dass die Ursachen eben in einer absolut verfehlten Außenpolitik der Bush-Regierung liegt. Vergleich das mal mit Clinton, da lief auch nicht alles so, wie ich mir das gewünscht hätte - aber es tut mir leid, bei Bush ist wirklich ganz ganz wenig, was ich da für außenpolitisch sinnvoll halte. Nur mit einer abgewogenen Politik kann man international Vertrauen gewinnen; nicht wenn man sich um andere Interessen einen Dreck schert und das dann im Prinzip auch noch offen ausspricht.

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    Original geschrieben von autares
    Rumsfeld hat seine Auesserungen schon relativiert, hat das hier jemand angemerkt? Nein, der sture Blick des Menschen ist sein groesstes Problem...


    Du kannst Dir sicher sein, dass ich sowas wahrnehme. ;)
    Seine Provokation hat doch funktioniert, oder? Dann kann er doch den Rückzug antreten. Wer glaubt, Rumsfeld sei so naiv und würde rein zufällig seine Bemerkungen abgeben und das sei alles nicht so gemeint, der täuscht sich m.E. gewaltig. Bei Bush sieht das anders aus: Sein "Kreuzzug" beispielsweise, der ist ihm vermutlich rausgerutscht...

    Noch zwei Links zu dem Thema:


    sueddeutsche.de schreibt in den letzten Absätzen ("Verschärfter Zwang statt Krieg", "Beweisführung würde umgekehrt") über die UN-Resolution 1441, den Konsequenzen und Perspektiven.


    Noch (wesentlich) interessanter finde ich die internationale Presseschau von [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-234457,00.html]Spiegel Online[/URL]. Es fällt auf, dass die russische Zeitung Iswestija die Vision eines europäischen Imperiums mit Russland befürwortet und die italienische Zeitung La Republica Washington in dem Zusammenhang als nervös einstuft. Auch andere Ansichten sind sehr interessant, in Teilen m.E. eher fragwürdig... Trotzdem: m.E. auf jeden Fall lesenswert!