Kurz vor, während und seit meines/unseres Wechsels von Nokia/Microsoft zu Apple/Apple haben wir einige Geräte genutzt bzw. nutzen diese:
12 iOS Geräte (ich davon 6)
1 Mac
1 MacBook Pro
2 Netzwerkprodukte
2 Apple TV
1 Apple Watch
und schon länger (auch in der Nokia-Zeit) 10 diverse iPods in diversen Ausführungen.
Genügend also, um auch als 'Späteinsteiger' eine gewisse Wasserstandsmeldung abgeben zu können.
Dazu meine Kernaussagen:
A) Apple ist kein Innovator und adaptiert viel von Mitbewerber - das aber oftmals wesentlich durchdachter (das habe ich heute Abend erst wieder mit dem Pencil erleben dürfen), ich würde das Unternehmen Optimizer nennen.
B) Apple hat ein sehr gutes Ökosystem - aber auch hier läuft nicht alles perfekt und immer reibungslos (gerade was die iCloud oder geräteübergreifenden Dienste betrifft)
C) Apple liefert sehr gute Betriebssysteme - aber auch hier gibt es Bugs, Denkpausen und fehlende Konvergenzen (in der letzten Zeit ein gestiegenes Handlungsfeld)
D) Apple liefert hochqualitative Produkte - gleichwohl gibt es auch hier mangelbehaftete Geräte (ich hatte von der obigen Zusammenstellung 3x iOS-Geräte-Tausch; 1x Mac-Zubehör-Tausch; 2x Rückrufe und 2x kleinere Mängel, die mir zu blöd waren, diese aufgrund des Aufwands zu reklamieren)
E) Apple hat in Bezug auf Bestellabwicklungen Benchmark-Charakter - aber auch hier kann man einiges verbessern (UPS My Choice oder Wahl des Logistiker gehen beispielsweise nicht).
F) Der Service von Apple ist sehr gut - allerdings kauft man ihn mit AppleCare-Produkten; gefühlt hat sich dieser zuletzt etwas verschlechtert, bleibt aber selbst auf dem gesunkenen Niveau für andere die Benchmark
G) 'The wisdom behind smile is called cash' - Apple ist nicht mehr bei 1984
H) Cook tut Apple sehr gut; ein ergänzender Antreiber in Jobs-Marnier täte ihm aber auch gut.
Zusammengefasst:
Apple ist sehr gut - aber nicht frei von Fehlern.
Deshalb gehen mir reflexartige Fanboy-Sprüche oft auf die Nerven, wenn Kritisches bemerkt wird. Diese ist an vielen Stellen gerechtfertigt. Und Apple hat auch diverse Hausaufgaben abzuarbeiten. Die Reaktionen auf Kritik sind immer ähnlich. Der Artikel ist schlecht, jemand will nur Auflage machen, braucht man nicht, bei mir geht es etc.
Mag sein, dass jemand mit Fotos bei 2.000 Bildern gut zurecht kommt; das muss bei 51.000 Bildern aber nicht mehr so sein. Und der eine nutzt Exchange und der andere hat drei Accounts darauf und regt sich, dass man am iPhone niemals eine Kalenderfarbe ändern kann, ohne dass sich dies auf den Mac und auf das Account des anderen auswirkt, weil man bei dem Teil keinen nachrichtlichen Kalender einrichten kann. Und und und.
Auch muss man sehen, dass der Markt sich verändert hat. Apple ist das neue Nokia, rufen einige. Wenn ich mir die jüngsten Entwicklungen bei Microsoft ansehe, dann sieht man, wie sich die innovativen Abstände verringern. Etwa Surface Pro / iPad Pro. Andererseits hat jeder seine Zielgruppe. Dass Apple aber gesetzt über alle Dinge erhaben bleibt und auf Dauer bleiben wird, hat eher etwas mit Verzerrung zu tun. Apple hat einen großen Abstand. Aber er wird kleiner. In dem Kontext spielen Marktanteile eben schon eine Rolle. Und beobachtet man die Entwicklungen bei den Richtungswechslern (MS etwa) aber auch gerade bei den Newcomern (Huawei / ZTE / etc.), dann muss man schon sagen, dass Apple weiter Abstand einbüßen wird, erhöht es nicht wieder das Tempo.
Für meine Bedürfnisse hat sich der Apple Umstieg gelohnt. Einfacher, durchdachter und weniger Überlegungen, wie man das plötzlich auftretende Problem XY löst, was mit der eigentlichen beabsichtigten Aufgabe nichts zu tun hat. Aber es ist halt nicht 100% immer so.
Dennoch werde ich dann und wann kritische Beiträge in diesen Thread einbringen. Nicht, um bei Hardcore-Fanboys krampfartige Zuckungen auszulösen, sondern um bei all der Lobhudelei für ein ausgewogeneres Meinungsbild zu sorgen und in dem Kontext eine Diskussion anzuregen.