Es sind keine Durchhalteparolen.
Ich denke nur, dass einige das Grundvertrauen haben, dass Deutschland in der Lage ist, die aktuelle Situation am Ende des Tages souverän zu lösen. Und andere, denen dieses Grundvertrauen aus den verschiedensten Gründen abhanden gekommen ist.
Alle Generation vor uns haben andere Krisen oder Aufgaben meistern müssen (1. Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, 2. Weltkrieg, Wiederaufbau, kalter Krieg, Ölkrise, Wiedervereinigung, Aufbau Ost und und und). Und alle Krisen haben wir überwunden und sind aus den meisten gestärkt herausgekommen. Und trotz dieser ganzen Krisen unserer Geschichte sind wir eines der stärksten Länder dieser Welt und Tonangeber in Europa geworden.
Deswegen glaube ich nicht an ein Ende der Republik. Sondern daran, dass wir auch diese Krise souverän überwinden.
Manchmal stelle ich mir die Frage, über welche Krise wir hier eigentlich sprechen?
Ist es die Flüchtlingskrise oder eine Angstkrise der deutschen Gesellschaft?
Was sind die Ursachen dieser Angst? Wie kann man diese Angst reduzieren?
Das sind aus meiner Sicht doch die Herausforderungen und nicht die Flüchtlinge.
Angst war noch nie ein guter Ratgeber.
Voriges Jahr habe ich das Buch 'Gesellschaft der Angst' von Heinz Bude gelesen.
http://www.amazon.de/Gesellsch…-Heinz-Bude/dp/3868542841
Hierzu eine Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung mit Heinz Bude:
[youtube]mYo8dnG4dog[/youtube]
Ich bin bei Euch, dass man nicht Asylberechtigte abschieben muss und sogar schnell abschieben muss (mal von Sondersituationen abgesehen). Hierzu wurden im Eiltempo Gesetzesanpassungen vorgenommen.
Nicht dabei bin ich, Menschen in Not nicht zu helfen.
Und wenn es andere Staaten nicht schaffen (Griechenland und andere sind an der Stelle einfach überfordert), dann meine ich, dass wir als (ich sage das bewusst) das 'Machtzentrum' Europas diese Aufgabe im Sinne eines großen Bruders übernehmen müssen, und zwar solange, bis andere Staaten in der Lage sind, mitmachen zu können. Darüber diskutiert man derzeit intensiv.
Und wenn Polen, Ungarn und andere Staaten nicht wollen, dann muss man Ihnen kurzfristig die EU-Töpfe und Fördermittel sperren. Und zwar solange, bis dort die Einsicht wächst, dass zu einer Wertegemeinschaft nicht nur das Nehmen, sondern auch (in Bezug auf die Stärke) das Geben gehört.