Beiträge von derAL

    Und wie würdest Du einen mit 'handanlegenden Sonderkommandos' ausgestatteten Staat nennen, in dem Bürger mit anderen Meinungen rausgeworfen/entfernt und Unternehmen (wohl gegen ihren Willen und gegen das Recht auf Privateigentum) zerschlagen werden würden?


    Rechtsstaat?


    (1) Jeder Arbeitsplatz, der nichts wert ist (da mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist), sollte von Menschen auch nicht mehr anvisiert werden müssen (im Frühsommer kaufen sich ja auch die wenigsten wärmende Handschuhe). Deshalb plädiere ich für die Förderung von Qualifikation durch die Gesellschaft und bei den Arbeitssuchenden für eine höhere Motivation zur Qualifizierung, so dass diese (im Sinne des Subsidiaritätsprinzips) besser darauf vorbereitet werden, besser bezahlte Jobs ausführen zu können.


    (2) Und wie sollen diese aussehen? Wie würdest es Du machen?


    (3) Ist es nicht! Es beschreibt nur den wahrgenommenen aktuellen Zustand.


    (4) Vielleicht, weil wir keine unterentwickelten Primaten mehr sind, sondern moderne Menschen, die versuchen, Konflikte im Dialog zu lösen, auch wenn es bedauerlicherweise nicht immer gelingt?


    (1) gehe ich absolut mit.


    (2) wir kennen doch noch gar nicht die endgültigen Lösungsansätze; weshalb sich dann darüber bereits im Vorfeld echauffieren?


    (3) das ist immer so eine recht einfache Forderungen, weil es gut klingt. Aber: Sogenannte Reiche zahlen doch jetzt schon die meisten Abgaben; das wird immer gerne ausgeblendet. Sollen sie dann auch 75 EUR von 100 EUR Abgaben zahlen, wie noch vor einiger Zeit in Frankreich? Was hat es dort gebracht? Nichts. Es brachte nicht die erhofften Einnahmen. Sie wurde in 2015 wieder aufgegeben. Vom Sozialisten François Hollande höchstpersönlich. Immerhin war die Reichensteuer das Hauptsymbol für seinen (ersten) linken Wahlkampf.


    (4) gehe ich von der Sache mit, auch wenn ich den Mindestlohn persönlich als 'Demotivationsentgelt' ablehne.

    Es sind keine Durchhalteparolen.


    Ich denke nur, dass einige das Grundvertrauen haben, dass Deutschland in der Lage ist, die aktuelle Situation am Ende des Tages souverän zu lösen. Und andere, denen dieses Grundvertrauen aus den verschiedensten Gründen abhanden gekommen ist.


    Alle Generation vor uns haben andere Krisen oder Aufgaben meistern müssen (1. Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, 2. Weltkrieg, Wiederaufbau, kalter Krieg, Ölkrise, Wiedervereinigung, Aufbau Ost und und und). Und alle Krisen haben wir überwunden und sind aus den meisten gestärkt herausgekommen. Und trotz dieser ganzen Krisen unserer Geschichte sind wir eines der stärksten Länder dieser Welt und Tonangeber in Europa geworden.


    Deswegen glaube ich nicht an ein Ende der Republik. Sondern daran, dass wir auch diese Krise souverän überwinden.


    Manchmal stelle ich mir die Frage, über welche Krise wir hier eigentlich sprechen?
    Ist es die Flüchtlingskrise oder eine Angstkrise der deutschen Gesellschaft?
    Was sind die Ursachen dieser Angst? Wie kann man diese Angst reduzieren?
    Das sind aus meiner Sicht doch die Herausforderungen und nicht die Flüchtlinge.


    Angst war noch nie ein guter Ratgeber.


    Voriges Jahr habe ich das Buch 'Gesellschaft der Angst' von Heinz Bude gelesen.


    http://www.amazon.de/Gesellsch…-Heinz-Bude/dp/3868542841


    Hierzu eine Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung mit Heinz Bude:


    [youtube]mYo8dnG4dog[/youtube]


    Ich bin bei Euch, dass man nicht Asylberechtigte abschieben muss und sogar schnell abschieben muss (mal von Sondersituationen abgesehen). Hierzu wurden im Eiltempo Gesetzesanpassungen vorgenommen.


    Nicht dabei bin ich, Menschen in Not nicht zu helfen.
    Und wenn es andere Staaten nicht schaffen (Griechenland und andere sind an der Stelle einfach überfordert), dann meine ich, dass wir als (ich sage das bewusst) das 'Machtzentrum' Europas diese Aufgabe im Sinne eines großen Bruders übernehmen müssen, und zwar solange, bis andere Staaten in der Lage sind, mitmachen zu können. Darüber diskutiert man derzeit intensiv.


    Und wenn Polen, Ungarn und andere Staaten nicht wollen, dann muss man Ihnen kurzfristig die EU-Töpfe und Fördermittel sperren. Und zwar solange, bis dort die Einsicht wächst, dass zu einer Wertegemeinschaft nicht nur das Nehmen, sondern auch (in Bezug auf die Stärke) das Geben gehört.

    Da fehlt mir das Verständnis. Einerseits wollt Ihr nicht finanziell durch Flüchtlinge belastet werden, andererseits beklagt Ihr Euch, weshalb diese nicht den Mindestlohn erhalten sollen, wenn sie doch -das sagt Ihr selbst- anfängliche Barrieren haben, im regulären Arbeitsmarkt Fuß zu fassen (Sprache etc.; einige Flüchtlinge können dagegen durchaus dort Fuß fassen)?


    Es hat den Eindruck, dass Ihr alles schlecht findet, egal in welche Richtung Lösungen sondiert werden.


    Auch überrascht es, wie viele gestandene Menschen und Männer plötzlich Angst haben und sich in ihrer Angst vor dem Fremden gegenseitig hochschaukeln.


    Yoda sagte schon zu Luke Skywalker:


    Furcht erzeugt Wut, Wut erzeugt Hass und Hass führt zu unendlichem Leid.


    Oder so ähnlich.


    Das Gegenteil von Angst ist Mut.


    Seit doch endlich mal mutig und geht optimistisch in die Zukunft!
    Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern!

    Naja, wenn der Eigentümer sich selbst die Miete bezahlt, sämtliche Renovierungskosten und Aufwandspositionen gegenrechnet und daraus dann den 'echten' Ertragswert ableitet, dann bin ich mal auf die tatsächliche Rendite vor Steuern gespannt. :p

    Frank, ich sprach vom EIGENHEIM als Kapitalanlage. Und gerade hier agiert man in der Regel nicht aus der Perspektive des Kapitalanlegers.


    Deine grundsätzliche Ertragswert-Argumentation teile ich gerne, wenngleich ich eine derartige Anlageform nicht nur eindimensional (nur Ertragsseite), sondern zweidimensional bewerte (Chance UND Risiko). Und die Standortrisiken sind nun mal hoch.


    Zu Deinem Ertragswert-Argument bei Kapitalanlagen kann ich folgendes aus meinem Umfeld beobachten: Flüchtlingsheime als Kapitalanlage ist für viele äusserst interessant. Es ist fast schon das Top-Thema angesichts des niedrigen Zinsumfeldes.


    Auch eine geordnete und vielschichtigere bundesweite Verteilung halte ich für notwendig. Eine 500-Mann-Unterbringung in einem 60-Personen-Dorf dagegen für unklug. Das befördert nur die Ressentiments. Der einzige, der sich an der Stelle wohl freuen wird, ist der Tante-Emma-Laden des Ortes.

    Jeder Immobilienbesitzer hat (ganz frei von Emotionen) ein Standortrisiko.


    Deswegen ist sie als Kapitalanlage oder als Vorsorgemodell nicht unbedingt immer die beste Wahl, auch wenn das von vielen Seiten einem eingeredet wird. Teilweise wird das Eigenheim (meiner Meinung nach auch zu Recht) in der Vermögensallokation/Asset Allocation bewusst ausgeklammert, weil hier der Kapitalanlagencharakter eindeutig fehlt.


    Gerade in ländlichen Gebieten droht (ganz unabhängig vom gegenwärtigen Flüchtlingsthema) mittel- bis langfristig vermehrt der Zuwachs von Strukturschwäche. Eine Bahnhof wird aufgegeben, das Krankenhaus schliesst oder die Schule wird aufgegeben. Und schon fällt auch hier der Wert der Immobilie.


    Eine Wiederbesiedelung kann a la longue auch eine Chance beinhalten.


    Unabhängig davon:


    Interview der Bild mit Joschka Fischer:


    http://www.t-online.de/nachric…el-verdient-respekt-.html


    Das ganze Interview hier (sofern Ihr einen Bildplus-Zugang habt):


    http://www.bild.de/bild-plus/p…schutz-43132882.bild.html