Beiträge von derAL

    schmidt3: Deine Argumente sind schon manchmal zum Schmunzeln, besonders, wenn da gewisse Inkongruenzen zum Vorschein treten. Jetzt erklärst Du meinen hypothetischen Gedankengang 'wie wäre es gewesen, wenn sich Westdeutschland gegen eine Wiedervereinigung ausgesprochen hätte' für einen Nonsens und kommst mir dabei ausgerechnet mit der Gebots-Präambel des Grundgesetzes um die Ecke, während Du seit Tagen das Recht auf Asyl, welches ebenfalls im Grundgesetz (allerdings nicht als 'Gebot', was man als 'soll das Ziel bleiben' definieren konnte, sondern als eindeutiges Grundrecht/Menschenrecht definiert ist) fest verankert ist, nicht anerkennen magst. Seit Tagen reden wir vom Recht auf Asyl, das klar geregelt ist (inklusive der Abschiebung bei Ablehnung nach Prüfung), und vom Recht davon, dass ein jeder Asylantrag geprüft wird und man sich bis zur entgültigen Entscheidung erst einmal in Deutschland mit Einschränkungen aufhalten und sich in die Obhut des deutschen Staates begeben darf. Das Grundgesetz ist kein Papier, wo man sich die einzelnen Passagen nach Gutdünken aussuchen darf. Entweder man akzeptiert unsere vorbildliche Verfassung in Gänze oder gar nicht.

    Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Und jetzt möchtest Du mir tatsächlich erklären, dass das Wachstum in Griechenland oder in anderen Staaten, welche ich oben benannt habe, tatsächlich in den letzten Jahren höher war? Auch nach all den Rettungsmilliarden, die wir in den letzten Jahren über EU, ESFS, ESM, IWF, EZB investieren mussten, damit die Staaten unter der Schuldenlast (welches das 'angebliche' Wirtschaftswachstum künstlich finanziert hat) nicht zusammenbrechen?

    Applied: Nachdem keine Antwort mehr auf 'andere wuchsen in den 2000er Jahren unter dem Bilanzstrich bzw. am Ende des Tages stärker als Deutschland' kam, was ich widerlegt habe, nehme ich an, dass keine weiteren Argumente folgen werden.

    Zitat

    Original geschrieben von Applied
    Das lag nicht nur am globalen Trend.
    Deutschland war deutlich (!) stärker betroffen als alle anderen EU-Länder!


    Auch wenn ich mich wiederhole:


    In der Retrospektive zeigt sich, dass davon etliche andere EU-Staaten deshalb nach offiziellen Zahlen damals weniger stark betroffen waren, weil sie einen großen Teil des damaligen Wirtschaftswachstums über einen exorbitanten Anstieg der Verschuldung finanziert haben, sei es durch die unmittelbare Staatsverschuldung oder durch einen deutlichen Schuldenanstieg der privaten Haushalte (bedingt durch die niedrigeren Zinsen in Relation zum Zinsniveau vor der gemeinsamen Geldpolitik); beides wirkte als indirekte Stärkung der jeweiligen Binnenkonjunktur. Zudem gab es überproportionale Lohnsteigerungen, welche dem (geringeren) Produktivitätszuwachs in keiner Weise würdig waren; die Folge: Die Lohnstückkosten stiegen im Vergleich zu Deutschland. Diese Staaten haben in den letzten 10-15 Jahren deutlich über ihre Verhältnisse gelebt. Das definierst Du jetzt als höheres Wachstum unter dem Bilanzstrich?


    Seit Ausbruch der Euroschuldenkrise kam dies in bemerkenswerter Weise zum Vorschein.


    Griechenland
    Portugal
    Spanien
    Irland
    Italien


    Und jetzt möchtest Du mir tatsächlich erklären, dass das Wachstum in Griechenland oder in anderen Staaten, welche ich oben benannt habe, tatsächlich in den letzten Jahren höher war? Auch nach all den Rettungsmilliarden, die wir in den letzten Jahren über EU, ESFS, ESM, IWF, EZB investieren mussten, damit die Staaten unter der Schuldenlast (welches das 'angebliche' Wirtschaftswachstum künstlich finanziert hat) nicht zusammenbrechen?


    Im übrigen bewegt sich Frankreich nach wie vor in einer Abwärtsspirale.


    Nun frage ich Dich erneut; tatsächlich unter dem Bilanzstrich wirtschaftlich stärker gewachsen?


    Meiner Meinung nach sind da nur die Schulden gewachsen ...


    Aber ich höre mir gerne Deine weiteren Argumente hierzu an.

    Zitat

    Original geschrieben von jochenb
    Ach ja, das mit den Diskotheken wird bestimmt auch noch lustig ..


    Diese Überlegung steht im Kontext der geforderten akuten Humanität natürlich an vorderster Stelle.

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Das ist ein ganz, ganz schwaches Argument. Die BRD hat damals mitnichten 16 Mio. DDR-Bürger auf ihrem Territorium unterbringen müssen.


    Mir ging es vor allem um die finanziellen Anstrengungen, die wir damit leisten mussten. Die neue finanzielle Dimension ist wesentlich geringer, auch wenn die Rahmenbedingungen der kulturellen und sprachlichen Barrieren zunächst schwieriger sind. Aber man wächst bekanntlich mit seinen Herausforderungen.


    Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Genau, da wollen die Flüchtlinge ja auch alle hin.


    Was veranlasst dich zu dieser von nichts gestützten Spekulation? Alle, wirklich alle Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache!


    Ich betrachte diese als 'Angstzahlen'.


    Am Ende des Tages (Asylanträge geprüft, negative führen zur Abschiebung, Flüchtlinge kehren nach dem Ende des Krieges wieder zurück in ihr Land) erachte ich dies als realistischer. Es ist eine persönliche Einschätzung, die keinen Anspruch auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder auf valide Daten erhebt.

    Zitat

    Original geschrieben von mr2000
    Edit : Die geflüchteten Ossi´s haben die Fläche übrigens auch noch mitgebracht.


    Die nun immer dünner besiedelt und eine immer schlechter werdende Infrastruktur bis hin zur infrastrukturellen Unterversorgung zur Folge haben werden. In dem Kontext ist eine Erhöhung der Besiedlungsdaten in manchen Regionen doch durchaus wünschenswert.


    Schau Dir doch mal die jeweilige Bevölkerungsdichte im Vergleich an:


    Zitat

    Original geschrieben von jochenb
    Mich würde wirklich mal interessieren, wann es den Flüchtlingsbefürwortern genug sein wird.


    Wir haben mit der Wiedervereinigung 16 Mio. DDR-Bürger in die Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Unser Land hat demnach Erfahrung mit großen Zahlen.


    Ich schätze; am Ende des Tages sprechen wir von 2-3,5 Mio..


    Aktuell hat Deutschland 81,2 Mio. Einwohner, noch:



    Grafik ist von 2010, deshalb hier 81,5 Mio.

    Zitat

    Original geschrieben von Applied
    ..


    Vor 10 (bis 12) Jahren galt Deutschland ökonomisch als der "kranke Mann Europas". Nach einer (realen) Rezession 2003 und minimalem Wachstum in den beiden Folgejahren waren 2005 über 5 Millionen Menschen arbeitslos.


    Die Rezession war unmittelbare Folge eines internationalen Konjunktureinbruchs, insbesondere nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center (im Sinne eines exogenen Schocks für die Weltwirtschaft) und den politischen Folgen (Afghanistan/Irak/Öl-Verknappung/politische wie konjunkturelle Unsicherheiten, welche die Kapitalmärkte stark beeinflussten).


    Ob Deutschland tatsächlich der kranke Mann Europas war, darf man in der Retrospektive stark anzweifeln.


    Die anderen Staaten Europas finanzierten ihr Wachstum durch eine exorbitante Verschuldung der öffentlichen wie privaten Haushalte im Zuge der für damalige Verhältnisse günstigen gesamteuropäischen Zinsen (vorher war das jeweils nationale Zinsniveau bzw. der Credit Spread zu deutschen Staatsanleihen wesentlich höher). Zudem kommt, dass diese Staaten sich kräftige Schlücke aus der Lohnpulle gönnten, während Deutschland (auch bedingt durch die Agenda 2010) Lohnzurückhaltung übte. Dies führte zu einer Verschiebung der europäischen Lohnstückkosten zu Gunsten Deutschlands und machte Deutschland sukzessive wettbewerbsfähiger aus der Perspektive eines globalen Investors.


    Dieses schuldenfinanzierte Wachstum der damals 'nicht kranken Männer' (die aufgrund der Schuldenexplosion heute als damals dann doch als krank definiert werden können) wird nun durch mehrheitlich von durch den ehemals 'kranken Mann Deutschland' finanzierte Schuldenpakete versucht, irgendwie zu heilen. Ausgang offen.


    Wir driften jedoch zu stark vom Grundthema ab und sollten an der Stelle ggfs. einen neuen Thread aufmachen und dort diese Thematik weiter diskutieren. Hier sollten wir unseren Fokus wieder auf das eigentlichen Thema 'Flüchtlinge' ausrichten.

    Zitat

    Original geschrieben von jochenb
    ..


    Ich halte mal dagegen und behaupte es geht nur denen besser, die auch in der DDR nichts hatten.


    Das war doch die Mehrheit.


    Das waren doch die, die bei den großen Demonstrationen 'Wir sind das Volk' geschrieen haben und am ungarischen Grenzzaum rüttelten, weil sie in das Vorzeigeland (West-)Deutschland wollten und jubelten, als sie Hans-Dietrich Genscher am Balkon sahen? Und als die Mauer fiel, sie Westdeutschland betreten konnten?


    Haben die Westdeutschen gesagt, 'die wollen wir nicht, die sind rückständig und nehmen uns unsere Jobs und Wohnraum' weg? Wir haben gesagt, 'wir schaffen das' und haben angefangen.


    War das weltfremd? Oder mutig, die Herausforderung anzunehmen? Wir in Westdeutschland hätten auch mobilisieren, demonstrieren und 'Nein' sagen können. Haben wir nicht. Es wurde durchgezogen.
    Ich könnte jetzt auch behaupten, hätte Westdeutschland 'Nein' gesagt, hätten die ehemaligen Westdeutschen auch höhere Realeinkommen, keine Rentenprobleme oder solch hohe Sozialausgaben, Länderausgleiche etc..


    Traurig ist, dass diejenigen, die mehrheitlich an unserem Westzaun rüttelten, heute anderen, die an den gesamtdeutschen (symbolischen) Zaun rütteln, mit Kälte, Fremdenhass, Missgunst und vorauseilenden Neid begegnen.

    Zitat

    Original geschrieben von mr2000
    Zu einem Teil gehe ich ja bei Deinen Ansichten mit, aber jetzt wird es doch ein wenig weltfremd.


    Dann geht doch mal bitte raus in die fremde Welt, unterhalte Dich mit echten Menschen, erkundige Dich, was man über Dein Land denkt und wie man es sieht. Du wirst überrascht sein.