Kapital erhält oder hält man, wenn man die Renditevorstellung daraus erfüllt.
Das war mMn auch der wesentliche Grund, weshalb es nach der ersten Top-Ausbildung bis Q1/Q2 2013 kräftig herunter ging.
Erst als die Forderungen nach besseren Rückflüssen dank Einhorn, Icahn & Co. laut wurden, sorgten unmittelbar daraus entstandene Aktien-Rückkaufprogramme und höhere Ausschüttungen für eine Trendwende.
Aktionäre wollen eine höhere direkte Ertragsbeteiligung aus ordentlichen Erträgen.
Klassische Anleger wollen ihre Anteile ja grundsätzlich halten. Mit Deiner 'Dann-verkauft-halt,-wenn-es-Euch-nicht-passt'-Politik würdest Du sie nur zum großen Ausstieg bewegen und würdest Apple einerseits wie auch die Anteilseigner (steuerlich bedingt andererseits) schädigen. Ein heftiger Kursabsturz wäre die Folge.
Eine gute Aktie aus Investoren-Sicht soll bei geringen Volatilitäten nachhaltig steigen, dabei stille Reserven generieren und eine attraktive Ertragsbeteiligung über die Ausschüttung von ordentlichen Erträge generieren. Nur dann ist das Unternehmen für langfristige Investoren attraktiv. Das ist auch der Teil der Investoren, der für Apple äusserst wertvoll ist. Apple hat aber gerade diese Investorengruppe vergessen.
Daraus entstanden:
- heiße Luft an der Börse
- das Schüren Apples von überzogenen Erwartungen (höher-schneller-weiter)
- eine hohe spekulative Masse an der Börse; viele spekulative Anleger
- Anstieg von Barreserven, die wenig unternehmerisch genutzt werden
- dadurch Verwässerung der Gesamtrendite, die in Folge
- rückläufige Renditen auslöst
- da die Rendite aus Produktabsätzen immer weniger auf die Gesamtrendite durchschlägt
- dadurch stieg die Bewertung an der Börse, die anzeigt, ob eine Aktie unter-, fair oder überwertet ist. Die Aktie entwickelte sich immer mehr in die überbewertete Zone
- Investoren wurden unsicher und zweifeln, verkauften ihre Positionen und nahmen Gewinne mit, obwohl sie das eigentlich nicht wollten, aber im Zweifel zur Absicherung des Gewinns müssen.
- zusätzlich: keine Nutzung von Fremdkapital, um die Eigenkapitalrentabilität weiter zu optimieren durch einen Leverage-Effekt
Kurzum: Alles keine guten Entwicklungen, die Value-Investoren mögen. Klassischere bzw. bessere Investoren gibt es jedoch nicht. Das war keine gute CEO-Leistung. Im Gegenteil.
Und das kritisierte die Wallstreet, bis Apple darauf nach langem Zögern zähneknirschend reagierte.
Klassische Investoren wollen keine heiße Luft. Sie wollen Stabilität und nachhaltiges Wachstum. Apple belieferte sie nicht anständig, obwohl es im Eigeninteresse Apples liegen sollte.
Und dieses Problem gingen Icahn & Co. in Q1/Q2 2013 an und arbeiten gerade daran weiter.
Apple kann aktuell noch mehr Gutes tun, auch wenn ein Anfang in 2013 gemacht wurde.
Ziel: Apple soll ein solider Value-Titel werden und für konservative Investoren DIE Alternative.
Darum kümmert sich Icahn & Co., während einige hier ihn/sie verteufeln. Er agiert als Anwalt der Value-Investoren und liefert seinen Beitrag, dass obige Fehlentwicklungen korrigiert werden. Und wie der Anwalt halt auch, profitiert er persönlich sehr gut davon, wenn er den 'Prozess' gewinnt. Das ist Teil des Deals. Deshalb habe ich auch auf Adam Smith verwiesen. Es geht nicht darum, was er davon persönlich hat oder ob er es unmittelbar nur für andere macht, um Gemeinwohl zu stiften. Es geht darum, was er mit seiner Maßnahmen für alle erreicht, wenn er sich durchsetzt. Auch wenn er zunächst im Eigeninteressen handelt (wie jeder andere auch), wirken diese Maßnahmen positiv auf andere Entwicklungen; exemplarisch habe ich die bessere Allokation von Risikokapital erwähnt, die damit einhergehen würde, da Investoren mit guten Erträgen und stillen Reserven eher bereit sind, ihr Portfolio mit zusätzlichen Risiken oder Portfolioergänzungen zu garnieren. Andere nehmen die Gewinne/Ausschüttungen, um neue Sachen zu versuchen bzw. neben dem Apple-Engagement im Sinne der Portfoliobildung/Risikostreuung in andere Dinge zusätzlich zu investieren, z. B. in ein Start-Up zu setzen etc.. Dadurch profitieren gerade auch die neuen Crazy Ones/Steve Jobs, die neuen Märkte/Emerging Markets, die Forschung, Entwicklungsländer usw.. Die Liste ist vermutlich noch deutlich länger. Es hat demnach gesamtwirtschafliche Effekte und einen gesamtvolkswirtschaftlichen Nutzen. Was ist also schlecht daran?
Apple würde dabei ebenso ungemein profitieren, wenn es Icahns & Co. zentrale Forderung (stärke Beteiligung der Investorenseite) weiter angeht.
Der Mehrwert für Apple würde darin liegen, dass es nicht nur ein fucking volatiler Techwert ist, der auf Grund einer rückläufigen Rentabilität von Jahr zu Jahr unattraktiver wird, sondern ein solider Value-Titel, den selbst konservative Investoren auf der Speisekarte stehen haben, weil der nicht nur aus heißer Luft des spekulativen Geldes besteht, sondern aus verlässlicher Nachhaltigkeit. Daneben bessert sich die Bewertung, alle Aktionäre freuen sich über Kursgewinne und Apple entledigt sich damit auch der Zweifel über seinen zukünftigen Erfolg, der immer mehr in seiner Gesamtheit gerade auch in Anlehnung an den intensiven Wettbewerb mit Unwohlsein betrachtet wird (natürlich nicht von den Blindliebenden, die Unantastbarkeit mit dem Leben vom VERGANGENEN Erfolg verwechseln; es geht ja um den ZUKÜNFTIGEN ERFOLG am stark gewachsenen Gesamtmarkt, an dessen Wachstum Apple in den letzten Jahren nur wenig partizipieren konnte (da Marktanteile rückläufig) und dieser Markt nun in die Sättigungsphase eingemündete ; Apple lebt dennoch von seinem Nimbus, obwohl das gerade passiert und kratzt sein Denkmal dadurch ziemlich scharf an).
That's it.
Hier geht es nicht um das Gute oder Schlechte.
Hier geht es um den Gesamtnutzen; den für Apple und den für die Anderen.