Ja, aber das ist es doch, was ich meine.
Wer sich nicht fortbilden möchte, muss es halt auch akzeptieren, dass seine beruflichen und damit auch die Einkommensmöglichkeiten deutlich begrenzt sind. Und das definiert jeder selbst, der seine eigene Grenze festlegt, was er bereit ist, IN SICH ZU INVESTIEREN. Denn der Ertrag (EINKOMMEN) entsteht aus der direkten Folge dieser Investition in die EIGENE ZUKUNFT.
Wenn jetzt jemand sagt, eine befriedigende Ausbildung reicht, dann ist der Ertrag daraus eben sehr niedrig.
Es geht ja nicht um das komplette Studium bis hin zum Master. Bei der Aus- und Fortbildung kann man auch abgestuft und sukzessive seine Einkommensgrößen verbessern.
Aber von nichts kommt halt auch nichts.
Zu den Kosten: Eine Weiterbildung nahezu jedweder Art oder ein nebenberufliches Studium kann man steuerlich geltend machen (nennt sich Werbungskosten; warum?; weil es Investitionen/Aufwände/Kosten sind, um sich nach einer erfolgten Höherqualifizierung für bessere und entsprechende höhere Einkommens-Perspektiven bewerben zu können; der Sinn steckt schon im Begriff; der Name ist gewissermaßen Programm), der Staat beteiligt sich quasi daran. Und Vollzeitjob und ein Studium sind keine 'Tortur'. Habe ich auch gemacht. Klar war das eine große Anstrengung; wenig Freizeit, am Wochenende lernen, am Abend und am Wochenende Vorlesungen besuchen etc., während andere in die Disco fuhren oder ins Kino gingen. Aber am Ende hat sich die ZUKUNFTSINVESTITION GELOHNT. Man kann darauf aufbauen.
Wer das aber nicht bereit ist zu tun, der verdient halt auch weniger.
All jene, die das gemacht haben, haben kein Verständnis dafür, wenn andere immer nach noch mehr Hilfe und noch mehr Hilfe verlangen, während man selbst diese (so genannte) 'Tortur' erfolgreich mit vielen Entbehrungen durchgezogen hat. Und jetzt soll der Mindestlohn überall erhöht werden? Weshalb? Damit entwertet man auch die Löhne derer, die diese 'Tortur' jahrelang durchgezogen haben, weil der Spread zwischen künstlichen Bewertungen einfacher Arbeiten (die der Markt eben geringschätzt und entgegen dieser Marktbewertung nun künstlich über den Mindestlohn überbewertet werden sollen, obwohl im Sinne des Marktes -z. B. auf Grund eines Überangebots an Arbeitskräften- nicht gerechtfertigt) und der Marktbewertung anspruchsvoller Arbeiten reduziert wird.
Wie gesagt, keiner muss fünf oder sechs Jahre lang studieren. Aber selbst eine Zusatzausbildung, ein Fachwirt oder eine ergänzende Qualifizierung wie die Aneignung von Sprachkenntnissen kann das Einkommensniveau verbessern.
Und dies bei Geringverdienern anstelle des dämlichen Mindestlohns (der ja aus der Misere nicht nachhaltig hinausführt, denn nach x Jahren Inflation muss man diesen wieder anheben ...; er wird also immer in Frage gestellt werden) zu fördern, damit eine Fortbildung trotz schmalen Budgets möglich ist, ist tausend Mal aus Sicht des darin enthaltenen Anreizes einer besseren Zukunft sinnvoller, als das Problem, das ja ein Bildungsproblem und damit kein eigentliches Jobproblem ist, dauerhaft zu vernebeln. Der Bürger hat auch eine EIGENVERANTWORTUNG. Nicht alles muss die Gemeinschaft übernehmen, nur weil viele nicht die Verantwortung für sich selbst übernehmen (in der Freizeit interessanterweise aber oftmals schon). Die Allgemeinheit hilft Härtefällen, aber nicht einer wenig leistungsbereiten Masse. Das ist nicht Sinn des Selbsthilfeprinzips. Sinn ist die Anschubfinanzierung, damit sich jemand selbst wieder aus dem Loch ziehen kann. Wenn dieser aber lieber im Loch sitzen bleiben möchte und nur darauf bedacht ist, die Anschubfinanzierung in eine regelmäßige Unterstützungszahlung umzuwandeln, mit der man auch noch 'gut leben kann', habe ich dafür kein Verständnis. Denn dann arbeitet die Gemeinschaft auch noch kostenlos für andere, die das als selbstverständlich und auch noch ohne Gegenleistung betrachten.
Noch zur Mittelmäßigkeit der Fortbildungsleistung: Was mittelmäßig ist, kann nicht prächtig entlohnt werden. Die Motivation ist, gute Leistungen zu erzielen. Denn was gut ist, wird auch gut entlohnt.
Zu Gut kommt man durch Ausgangslage, Schweiß und Fleiß. Und diese drei Begriffe lassen sich kombinieren. Wer eine schlechtere Ausgangslage hat, muss mehr Fleiß aufwenden.