Beiträge von derAL

    Wir reden hier doch vom langfristigen Vermögensaufbau, oder etwa nicht?


    Die Eingangsorientierungsfrage lautete, 'Wieviel spart Ihr'.
    Dann ging es um das sinnvolle Wie.


    Und da geht es um die Struktur und um eine adäquate Vorgehensweise.


    Der 'Mangel an Zinsen und Anlagealternativen' ist aktuell gegeben, weil die Notenbanken die Märkte mit der Liquidität aus der Gelddruckmaschine geflutet haben und das wohl noch weiter tun werden. Diese Liquidität floss in verschiedene Märkte. Daraus bilden sich gerade neue Blasen. Wie auch vor einiger Zeit bei Apple.


    Daraus aber Schlüsse für einen langfristigen Vermögensaufbau zu ziehen, ist ziemlich irreführend.
    Hier ist der Weg das Ziel.


    Der Beginn eines Vermögensaufbaus bis hin zur Zielerreichung 'Vermögen geschaffen' kennzeichnet oft einen langen Zeitraum. Woher weisst Du denn, dass in den nächsten 10-25 Jahren die Zinsen niedrig bleiben werden? Die Aktien weiter steigen werden? Von den Medien? Ich meine, den starken Kursrutsch von Apple von 540 auf 300 EUR und den kräftigen Anstieg von Nokia von 1,37 auf knapp 6,00 EUR hast Du ja auch nicht gesehen. Die Medien im übrigen auch nicht. War das denn Medienkompetenz?


    Am besten ist es, bei Anlagen den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Denn das, was man in den Medien und angeblichen Fachzeitschriften tagtäglich lesen kann, ist nichts weiter als ein großes Blah-Blah-Blah. Es führt dazu, dass man den Anlagewald vor lauter Bäumen nicht sieht. Und das, was man dort lesen kann, lenkt die Blicke vor allem auf Dinge, die längst ausgelutscht sind.


    Warum haben denn vorherige Generationen Vermögen geschaffen? Weil sie gar keine Zeit dafür hatten, sich jeden Tag dem Blah-Blah hinzuwenden. Sie haben hart gearbeitet und haben ihr Geld gespart, weil sie Vorsorge betrieben haben und dafür nicht alles verjubelt. Heute macht das scheinbar keiner mehr. Alle schwätzen. Blah-Blah-Blah. Machen auf Großkapitalisten, leben in Wirklichkeit jedoch in 10stöckigen Wohnblocks und machen im heimischen Club mit Outlet- oder noch besser mit Urlaubs-Designer-Plagiate-Souvenirs auf dicke Mütze. Dabei leben sie häufig nur von Opas Erbschaft (der von Vermögensanlagen paradoxerweise oftmals wenig verstand), Mamas Zuwendungen, vom üppigen Monatscashflow, der deshalb so üppig ist, weil sie sich das Sparen, die Absicherung und/oder das Vorsorgebetreiben für das JETZT zu LASTEN der Zukunft einsparen. Dafür gönnen sie sich mehrmals in der Woche im Szene-Café oder in den Neo-Biedermeier-Bioläden am Prenzlauer Berg den 5 EUR teuren Ristretto vom ausgekackten Wildkatzenkaffee und den natürlichen Ziegenkäse von der Ziege, die den ganzen Tag verrückte Kreistanzklänge anhören muss (das arme Vieh) usw.


    Sparen ist ein Weg. Er beginnt mit dem ersten Schritt.


    Sparen ist Konsumverzicht, Ausgabenkontrolle und harte Arbeit. Und mit der Klugheit verbunden, nicht alles zu glauben, was das große Blah-Blah-Blah jeden Tag von sich gibt.


    Mein Riester ist mickrig in der Rendite. Es hätten in den letzten fünf Jahren auch mehr sein können als 8% durchschnittliche Wertentwicklung, eine jährliche Zulage bzw. Steuererstattung. Meine Lebensversicherung hat auch nur eine Restlaufzeitrendite von 3,46%. Wie scheisse. Und Fonds, mein Gott - dass kann doch jeder Depp besser.


    Aber es scheint wohl immer besser, lieber Gründe dafür zu suchen, weshalb sich Anlage X, Y und Z nicht lohnen. Dann ist es einfacher, nichts zu tun als sich Gedanken zu machen, in welcher Kombination und in welchem Verhältnis diverse Anlagen am besten miteinander wirken, einen soliden und nachhaltigen Vermögensaufbau zu unterstützen.


    Wer so denkt und die Sachen derart angeht, wird niemals ein nachhaltiges Vermögen schaffen.
    Dessen Zukunft wird tragisch enden.


    Die Leute lesen sich alle Specs bald erscheinender Mobiltelefone durch, schauen sich etliche Unboxings und Tutorials an und diskutieren beherzt über Menüfunktionen und nebenbei über das letzte Promi-Dinner mit dem roseweinsenfgeschwängertem Rinderfilet an Honig-Seeteufelfäden mit Goldplättchensalbeimousse. Wenn sie das bei Anlagen auch so machen würden, dann ...

    Ich hab mir zur CS5.5-Zeit Video-Lernbücher von Galileo gekauft. Die waren nicht schlecht. Und die VHS-Kurse, die ich da besucht habe, waren auch nicht schlecht. Besser, als ich das gedacht habe. Hab dort einmal einen Ganztages-Lightroom-Kurs und einen zweitägigen Photo-Shop-Kurs besucht. Zusammen haben die rund 250 Euro gekostet. Die Dozenten waren beide welche, die auch beruflich damit zu tun hatten. Vorteil in der Creative Cloud sehe ich vor allem in der Update-Versorgung. Die video2brain-Kurse sind zumindest preislich interessant. Danke. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Ich habe 1996 Apple-Aktien gekauft..:-) DAS war ein Teil meiner Altersvorsorge (unbewusst)..:-)


    Danke, Stephen Elop. :top: :D :cool:


    Ich habe ab Mitte 2012 mit vollem Bewusstsein mehrere Tranchen Hebelprodukte auf Nokia gekauft. DAS ERGEBNIS ist nun ein Teil meiner Altersvorsorge ... :rolleyes:


    Mein Güte Timba69, wie wäre es an der Stelle mal mit etwas wirklich Verwertbaren für diejenigen, die sich für einen durchdachten Vermögensaufbau interessieren und nicht nur für geklopfte Sprüche?


    Dein Posting bringt ihnen doch rein gar nichts, oder?

    So, wie der nach Dein Worten 'wahnsinnig zugelegt' hat, kann er auch 'wahnsinnig abstürzen'.


    Nachdem Du Sicherheit präferenzierst, damit keine geeignete Anlage für Dich.


    Allerdings wäre jetzt noch interessant, wie Du eigentlich Sicherheit definierst?


    Der klassische Sparer, der 0,5% Zinsen bekommt und davon die Inflationsrate abzieht (das nennt man dann Realzins), macht bei


    - der offiziellen Inflationsrate (um 0,7%) jährlich -0,2% Verlust
    - bei der historischen/statistischen/langfristigen Inflationsrate (2,7 bis 3,5%) jährlich -2,2 bis -3,0% Verlust
    - bei der gefühlten Inflationsrate ( _,_%) jährlich -_,_% Verlust?


    Kommen wir nochmals zur Frage zurück:


    Stellt das Deine definierte Sicherheit dar, bei den aktuellen negativen Realzinsen jährlich je nach Betrachtungsweise nur -0,2 bis -3,0% Verlust zu machen?


    Zwar schon ein älterer Beitrag, aber dennoch sehenswert: http://www.youtube.com/watch?f…er_embedded&v=Y-TVvSAq1ME



    Man muss einfach sehen, welchen Zweck der Fonds hat. Wir reden dort von Zukunftsvorsorge.


    Verlustvermeidung steht im Vordergrund. Auch hängt die Aktienquote oftmals vom Alter ab.
    Man kann jedoch auch Konzepte wählen, wo man selbst Entscheidungen treffen, sprich umschichten, kann. Und das kann polli. Ich bei Bedarf auch.


    Das sollte schon klar sein. Möchte ich einen schnell auf Trends reagierenden Fonds, dann sollte man das ausserhalb der Vorsorge tun.


    Grundsätzlich sollte man folgenden Gedanken haben:


    1. Es gibt keine schlechte Anlage (ich spreche dabei nicht vom Grauen Markt oder von Schwindler-, Nepper- und Bauernfängerprodukten, sondern vom gewöhnlichen Anlageuniversum renommierter und seriöser Gesellschaften)
    2. Es gibt nur (leider zu oft) eine schlechte Produktauswahl für die individuelle und vorgegebene Anlegerpräferenz.

    polli


    Meiner Meinung nach sehr gut.


    Ich riester ebenso über ein Fondsanlagekonzept. Dabei überspare ich ihn sogar kräftig. Weshalb?


    > Für alle Einzahlungen ohne Riester-Förderung gilt: sofern der Vertrag mindestens zwölf Jahre Laufzeit aufweist und eine Auszahlung nach dem 62. Geburtstag erfolgt, sind 50 % des Wertzuwachses steuerfrei (sogenannte 12/62-Regelung). Die restlichen 50 % des Wertzuwachses unterliegen der Einkommensteuer mit dem persönlichen Steuersatz. Und der dürfte im Rentenalter niedriger sein, als im Erwerbsleben. Bei Nichteinhaltung der 12 / 62-Regelung erfolgt eine volle Versteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz.

    Zumindest dachte ich, dass die Botschaft des ersten Teils verständlich genug war.
    Der zweite Teil zu den ETF's sollte nur zeigen, dass es da durchaus auch kritische Aspekte gibt.


    Also hier nochmals zusammengefasst:


    A) Die Risiken und Nebenwirkungen (der Beipackzettel)
    - grundsätzlich muss man bereit sein, auch Verluste in Kauf zu nehmen.
    - wer das nicht will oder das finanziell nicht aushalten kann, hört an der Stelle sofort auf, zu lesen.
    - langfristig können (müssen aber nicht; sind Erfahrungswerte, die Zukunft kennt keiner) zwischen 6-8% vor Steuern herauskommen; es wird aber immer wieder auch mal kräftige Rücksetzer geben, die Euch deutlich ins Minus führen können (auch -40 bis -60% vom letzten Höchststand aus betrachtet kann in einer ausgeprägten Schwächephase passieren).
    - es kann auch häufig passieren, dass die Verlustphase länger andauert; gegebenenfalls einige Jahre.
    - wer jetzt einen Schreck bekommt, hört an dieser Stelle verdammt nochmal und endlich auf, zu lesen.


    So, jetzt aber (für jene, die dennoch weiterlesen wollen):


    B) Die Kernbotschaften, wie man es auch machen kann
    - lege einen Fondssparplan in einem breiten ausgewogenen Aktienfonds oder einem guten Mischfonds an (z. B. primär Aktien weltweit/sekundär Renten weltweit; alternativ ETF; siehe hierzu jedoch meine Anmerkungen des vorangegangenen Beitrags), z. B. 100 EUR
    - daneben spare 50 EUR auf ein Tagesgeldkonto; ein Startgeld für günstige Gelegenheiten wäre daneben nicht schlecht.
    - du sparst und sparst und sparst regelmäßig jeden Monat
    - sollten die Kurse einmal stark fallen, nimmst Du Teile Deines 'günstige Gelegenheiten'-Geldes und kaufst Dir zusätzlich neben dem Fondssparplan weitere Anteile des Fonds, um Deinen Einstiegspreis aller Anteile im Durchschnitt zu drücken.
    - ist der Markt extrem überhitzt, verkaufe auch mal einen Block Fondsanteile zu Gunsten Deines Tagesgeldkontos
    - irgendwann gibt es wieder eine günstige Gelegenheit, die Anteile billiger zurückzukaufen.


    War das jetzt verständlicher? ;)

    Ein Sparplan in ETF's oder in einem breiten Aktienfonds macht unter den Cost-Average-Effekt durchaus Sinn. Cost-Average bedeutet in dem Zusammenhang, dass man bei unterschiedlichen regelmäßigen Einkaufspreisen einen Durchschnittseinkaufspreis erzielst und damit Schwankungsspitzen starker Kursschwankungen glättet/ausgleicht (sinkt der Kurs, bekommst man mehr Anteile / steigt der Kurs, entsprechend weniger).


    Man kann es auch so machen:


    A) einen Teil fließt in den regelmäßigen Fondssparplan, der andere Teil auf ein Tagesgeldkonto
    B) gibt es eine besonders marktschwache Phase, die Kurse bekommen einen heftigen Rücksetzer oder die Kurse fallen auf breiter Front, weil der Markt wieder in die Weltuntergangs-Krisenromantik verfällt (der Weltuntergang bleibt meistens rückwirkend betrachtet dann doch wieder aus ;)), dann sukzessive Geld vom Tagesgeldkonto für schrittweise Sonderinvestition zu extra-günstigen Preisen nutzen, die dann den Durchschnittseinkaufspreis weiter bzw. besonders drücken.


    Die B-Variante ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass die Aktienmärkte (meiner Meinung nach überwiegend auch marktliquiditätsbedingt) sehr stark in den letzten Jahren gelaufen sind. Blasenbildung oder keine Blasenbildung, das ist die Frage aller Fragen und der Mittelpunkt der Diskussionen zwischen den Bullen und Bären. Solange der Trend läuft, läuft er, aber man sollte zumindest auf der Hut sein, wenn es Anzeichen gibt, dass der Trend nachlässt. Spannend wird es, wenn die Notenbanken tatsächlich dem Markt Liquidität entziehen. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit. Die EZB wird eher weiter fluten und die Fed fährt ihre Anleihekäufe nur leicht zurück. Die Liquidität muss irgendwo hin. Und deshalb nährt der Umstand durchaus die Hausse.


    ETF's bieten Investoren durchaus Vorteile. Der Teufel steckt aber im Detail- ETF's haben auch eine Kehrseite der Medaille:


    1. Es gibt welche, die den Index komplett nachbilden und sehr transparent sind (physisch replizierende/den Index relativ exakt nachbilden).
    2. Es gibt aber auch welche, die mit Derivaten und Wertpapierleihegeschäften (auch anderer Aktien/Indizes) einen Index abbilden und eben nicht transparent sind (synthetische)


    Die zweite Variante würde ich in keinem Fall nehmen.
    Je undurchsichtiger etwas ist, desto mehr Risiken stecken im Kern darin.
    Synthetische ETF's; google es mal.


    ETF's sind stark in Mode, weil man dem Fondsmanager im allgemeinen Volksmund nicht viel zutraut (manchmal aber auch zu unrecht; eine Zeitgeistsache eben, Fondsmanager-Bashing ist gerade 'in'). Bei voll abbildenden ETF's (passiv gemanaged) ist der Vorteil auch darin zu sehen, dass der Fonds weniger Liquidität halten muss und einen Aktie auch dann noch voll abbilden kann, wo der aktiv gemanagte Fonds an der Maximalgewichtungsregel eines Einzeltitels am Fondsvolumen scheitert.


    Mein Kritikpunkt bei ETF's liegt in der fehlenden Downside Protection. Der Sinn eines Fonds liegt ja in der Risikostreuung. Fällt ein Index um 20% und der Fonds nur um 12%, dann hat es der aktive Fondsmanager eigentlich ganz gut gemacht, weil er weniger verloren hat als der Index; er hat den Weg nach unten im Vergleich zum Markt begrenzt. Ein voll abbildender ETF geht in dem Fall eben auch um 20% herunter. Befürworter merken an der Stelle jedoch an, dass ein großer Index per se schon eine Risikostreuung aufgrund der Einzeltitelstreuung inne hat. Jedoch liegt es am Index. Manche Indizes haben stärker gewichtete Schwerpunktbranchen.


    Befürworter eines ETF argumentieren, dass der aktive Fondsmanager eh meistens schlechter als der Markt ist (das ist er schon konstruktionsbedingt; Stichwort Liquiditätshaltung, die er nicht exakt wie beim Index investieren kann). Kritiker von ETF's kritisieren die fehlende Absicherung bzw. die fehlende aktive Fondsmanagerleistung beim Weg nach unten.


    Deswegen halte ich ETF's nur für erfahrende Anleger geeignet.


    Ein breit angelegter Fonds mit einer ausgewogenen Strategie halte ich gerade für Neulinge/Börseneinsteiger für anfänglich sinnvoller.


    Letztlich ist es am Anfang nicht so kriegsentscheidend, ob ein Fonds 6 oder 8% Rendite abwirft (ich sehe schon das Aufheulen der Kritiker meines plumpen Arguments kommen; mathematisch ist es natürlich ein Unterschied). Für mich wäre es am Anfang (zumindest) entscheidend, zum einigermaßen richtigen Zeitpunkt am richtigen Markt investiert zu sein. Ab das Fonds A oder B oder C ist, ist zunächst zweitrangig. Im zweiten Blick würde ich dann weitere Vergleiche tätigen (Kosten, Risikomaße wie z. B. das Sharpe Ratio - also, wie viel Risiko ist der Manager für die Erzielung einer Überrendite zum risikolosen Zins eingegangen etc.)

    Meiner Meinung nach sollte man jedoch berücksichtigen, dass Statistiken oftmals keine guten Ratgeber sind.


    In der Sparquote der Haushalte sind doch alle Haushalte repräsentativ enthalten, oder?


    Wenn das so ist, dann sind dort auch die in Armut lebenden Menschen/Haushalte enthalten, die nicht in der Lage sind, etwas zu sparen. Die dürften dann die Quote relativ nach unten drücken.





    Würde man diese folglich herausrechnen, müsste sich eine wesentlich höhere Sparquote bei denen ergeben, die auch sparen können. Oder sehe ich das falsch?