Beiträge von derAL

    Solidargemeinschaft, dass ich nicht lache.


    Deshalb sind wahrscheinlich dort auch die Lohnstückkosten/Löhne selbst zu dem Zeitpunkt weiter kräftig gestiegen, als wir (uns nach wie vor in Lohnzurückhaltung übten und gleichzeitig) schon die ersten Hilfszusagen genehmigten. Und aus solidarischen Gründen gab es in Zypern wenige Tage vor der Aussetzung des Zahlungsverkehrs/Geldverkehrs gewisse 'Vermögensumschichtungen über die Landesgrenzen hinaus' (, die Zypern nicht unterbunden hat). Und die Volumensveränderungen im Target2-System sind vermutlich auch der Solidarität geschuldet. Und die Banken, deren Unterstützung einigen Staaten (Griechenland/Irland etc.) soviel Kraftanstrengungen gekostet hat, dass sie selbst als Eurokrisenstaat von der Eurogruppe unterstützt werden mußten, haben gar gegen ihre alten Unterstützer gewettet.


    Die Solidargemeinschaft existiert solange, solange Deutschland unter dem Strich der Nettozahler ist. Glaubst Du etwa allen Ernstes daran, dass uns die Griechen, Italiener und die Zyprioten finanzieren würden, hätten wir eine Staatsschuldenkrise?

    Ich bin kein Gegner der Einlagensicherung, Frank.


    Ich stelle aber die Frage in den Raum, weshalb ein regional engagiertes Institut, das ein klassisches Brot- und Butter-Geschäft macht und eine konservative Vermögensanlage im Eigengeschäft betreibt, einen Teil seiner Risikovorsorge (und dazu zählt für mich indirekt auch die Einlage/die Dotation in eine Institutsgruppen-Sicherungseinrichtung) plötzlich (und/oder zusätzlich) einem größeren Topf zur Verfügung stellen soll, der dann prall gefüllt jene Löcher stopfen soll, die vor allem durch das hochrisikofreudige Verhalten europäischer Banken entstanden sind.


    Weshalb soll etwa eine Raiffeisenbank mit einer Bilanzsumme von 0,6 Mrd. EUR und 5 Filialen im Umkreis von 5 Km eine Commerzbank oder eine italienische Unicredit stützen?
    Weshalb soll eine Sparkasse, welche in einem Landkreis mit einer Bilanzsumme von 5 Mrd. EUR und 40 Filialen tätig ist, eine Bank of Cyprus indirekt über den europäischen Einlagensicherungsfonds stützen?

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Gut, dann bist du aber anscheinend auch kein Fan überhaupt irgendwelcher Einlagensicherungssysteme.


    Ich bin vor allem ein Befürworter solider Einlagensicherungssysteme.


    Allerdings dann nicht, wenn 'nachträglich' schlechte Institute daran angeschlossen werden, um relativ schnell vom Topf profitieren zu können. Und genau an der Stelle liegt das Problem.


    Der erste Artikel mag zwar etwas polemisch sein, allerdings sind die Aussagen dort nicht grundsätzlich falsch. Gegen eine europäische Bankaufsicht habe ich nichts, ganz im Gegenteil. Das finde ich sogar sehr gut. Allerdings bin ich gerade in der aktuellen Krisenphase entschieden gegen einen 'gemeinsamen europäischen Einlagensicherungsfonds'. Europa möchte nur an die prall gefüllten deutschen Sicherungstöpfe, insbesonderer derer, die in der Krise von ihrem soliden und konservativen Kurs profitiert haben.


    Der Start eines gemeinsamen Topfes kann ich nur gutheißen für eine Zeit nach der Krise, wenn alle Banken wieder kerngesund sind und die Krise vorüber.


    Wenn wir bei der Polemik sind: Wieviel hat Herr Weidmann eigentlich noch in der EZB zu sagen? Welchen Einfluß hat die Deutsche Bundesbank noch, nachdem (Issing,) Weber und Stark Geschichte sind? Ist die Geldpolitik auf dem richtigen Kurs, indem wir nur noch Liquidität fluten, Staatsanleihen von Problemländern kaufen (damit eine indirekte EZB-Staatsfinanzierung betreiben) und europäische Banken wohl bald auch noch 'alte Fahrräder' gegen EZB-Geld hinterlegen können (das war jetzt sehr polemisch)? Damit lösen wir keine Krise. Wir verzögern sie nur und machen sie nur noch schlimmer.

    Stichwort 'Nationale Einlagensicherungssysteme?'


    Mal angenommen, wir hätten die geplante Einrichtung bereits seit ein paar Jahren.


    Dann hätten regional tätige konservative Institute (mit vielen anderen) für zypriotische Banken einspringen müssen. Wieso sollten sie das? Damit risikofreudige Investoren den Credit-Spread aus schlechteren Bonitäten in guten Zeiten verdienen können und wenn es dann brennt, dann sollen Banken, die weniger oder kaum risikofreudig unterwegs sind, die schlagend werden Risiken gerade für diese Investoren übernehmen?


    Wer Risiken wegen der zu vereinnahmenden Risikopräme aus Gewinnmaximierungsstreben heraus eingeht, muß sie auch alleine tragen können, wenn sie schlagend werden.
    Denn dafür bekommt der Investor ja die Risikoprämie. Eine Risikoprämie zum 'Nulltarif' darf es deshalb nicht geben.

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Na endlich.


    An der Stelle Zustimmung ....


    jedoch: ... wäre da nicht deren Forderung nach der europäischen Bankenhaftung.


    Die Perspektive kann ich nachvollziehen: Prüfen strenger, decken schneller auf, finden was, Bank XY in Folge unterfinanziert, Drama geht wieder in Europa um. Dann zu klären: wer zahlt die Zeche, um die (systemisch als wichtig definierte) Bank 'zu retten'? Da kommt die europäische Bankenhaftung ganz gelegen.


    EZB will sie unbedingt. Könnte deshalb den Druck in den nächsten Wochen/Monaten erhöhen, um für eine europäische Haftung zu 'werben', damit sie durchgewunken wird. Ist sicherlich auch bereit, sich hierfür auch mehr Unsicherheit an den Märkten zu gönnen.


    Findest Du das auch gut, autares? Und wenn, weshalb?

    Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    BVG in Berlin - Cross-Border-Leasing mit JP Morgan. Allein der 'Prospekt' für diese Nummer umfaßt knapp 1.000 Seiten (!). Nur verstanden hat den niemand ..., und kein Geld für eine Prüfung ... wollten sie auch nicht ausgeben - jetzt hat die BVG 150 Mio. EUR Rückstellungen gebildet. Wer zahlt die Zeche ...


    Wer ein Produkt nicht versteht, sollte es auch nicht handeln.
    Das ist eine feine Sache für den Diskussion 'Managerhaftung'/'Haftung des Aufsichtsrats'.


    Das bedeutet aber nicht, dass das Produkt keine Daseinsberechtigung hat oder isoliert betrachtet schlecht ist.


    Ein Toilettenreiniger ist vermutlich eine gute Sache.
    Wenn ich ihn aber trinke, vermutlich für mich nicht mehr gut (blödes Beispiel :D).


    Edit: :D ha ha ha, gerade bemerkt, dass das ja ein Uraltbeitrag war :gpaul:

    Zitat

    Original geschrieben von shelter
    Alternativ zu dieser ganzen Diskussion können wir doch mal Zypern, Griechenland und Co. um Spenden bitten... ;)


    Soli erhöhen für die Flutopfer?


    Wir finanzieren über Steuern und Bürgschaften Eurokrisenländer, haften für eine indirekte Staatsfinanzierung der EZB durch deren intransparentes Staatsanleiheankaufsprogramm (OMT) und haben darüber hinaus etliche versteckte Risiken z. B. im Target2-System. Gleichzeitig diskutieren wir über einen europäischen Haftungsverbund für alle Banken (welche die EZB gerne sehen möchte, weil diese bald die europäische Bankenaufsicht übernimmt), der zur Folge hätte, dass im Grunde jedes kleinere regionale Institut (z. B. die kleine Raiffeisenbank vor Ort) für eine spanische Bank geradestehen muss, wenn diese sich (im Gegensatz zum langweiligen und wenig riskanten Brot und Butter-Geschäft der Raiffeisenbank) durch hochspekulative Geschäfte verzockt hat und deshalb massiv unterrefinanziert ist. Da kommen die prallgefüllten Einlagensicherungssysteme einiger deutschen Institutsgruppen, die seit Jahrzehnten stockkonservativ unterwegs sind, äußerst gelegen.


    Man könnte es auch platter formulieren: Alle Risiken und Schulden Europas sollen verallgemeinert werden. Der Haken: Deutschland ist der größte Finanzierer dieser Schulden- und Risikoübernahme-Pläne. Und woher bekommt unser Staat unter anderem seine Mittel? Über unsere Steuern.


    Seit Jahren springen jährlich etliche Milliardengarantien zur Lösung der Euroschuldenkrise über die Landesgrenzen. Wegen systemischen Risiken und 'Ansteckungsgefahren', wird argumentiert. Dennoch sind in vielen Eurokrisenländern insbesondere in den letzten Jahren - auch noch während der Krisenzuspitzung (wie z. B. in Italien)- immer noch massiv die Lohnstückkosten gestiegen (bedeutet, die Löhne sind kräftig gestiegen) - während Deutschland sich in den letzten 10 Jahren in Lohnzurückhaltung übte und aufgrund dessen die Reallöhne (aber auch die Lohnstückkosten im europäischen Vergleich) gesunken sind. Und der nächste Kandidat zeigt sich am Horizont: Frankreich.


    Die 13-15 Milliarden für die Flutopfer sollen also über einen (Zusatz-)Soli finanziert werden? Hallo?
    Diese Argumentation ist für mich nicht vermittelbar.

    WinFuture vom 13.06.2013: '[URL=http://winfuture.de/news,76496.html]iOS 7: Gründe für das unfertige Aussehen der Optik[/URL]'


    Nicht, dass wieder einige meinen, dass ich nur motze: für meinen Teil hat iOS einen erheblichen Fortschritt gemacht. Insbesondere wegen und durch die neuen Funktionen stellt es neben Windows Phone und BlackBerry für mich zum ersten Mal eine adäquate Alternative dar, allerdings vom Ranking her gesehen (immer noch) auf Platz 3. Aber immerhin, vorher war es auf Platz 5 (nach Symbian Belle und Android). ;)