Die Onvista Bank und der durchschnittliche Kontostand
Da die Onvista Bank ja hier desöfteren wg diverser Neukundenaktionen auftaucht, gebe ich 'mal meine "Erkenntnisse" hinsichtlich des gewöhnungsbedürftigem Verständnisses dieser Bank, was ein "durchschnittlicher monatlicher Kontostand" ist, zum Besten.
Der "durchschnittliche monatliche Kontostand" ist bei der Onvista Bank von Interesse, da basierend auf diesem jeweils die Anzahl der FreeBuys (=kostenfreie Wertpapierkäufe) für den folgenden Monat festgelegt wird. Ich hatte in der Vergangenheit mehrfach den Eindruck, dass die Onvista Bank diesen "durchschnittlichen monatlichen Kontostand" bei mir zu niedrig ausgerechnet hätte, habe dies auch in Mailanfragen - erfolglos - versucht zu klären. Mir wurde stets erklärt, es würde die Summe aller täglichen Kontostände berechnet und diese durch 30 geteilt. Diese "komplexe Berechnungsmethode" konnte ich mit Hilfe eines Taschenrechners nachvollziehen, doch kam ich stets zu einem anderen Resultat als die Onvista Bank. Jetzt habe ich die Lösung für den systematischen Unterschied gefunden, der sich - erstaunlicherweise - stets zu Ungunsten des Kunden auswirkt.
Entscheidend ist die Definition des "täglichen Kontostandes". Naiv wie ich als unwissender Banklaie bin, dachte ich, der tägliche Kontostand sei das, was die Onvista Bank in ihren Kontoauszügen bzw. auf ihrer Webseite unter "Cash Buchungen" anzeigt. Dort stehen die Valuta-Daten der Buchungen und die jeweils gebuchten Summen, so dass man einen Kontostand pro Tag ermitteln kann.
Nun, die Onvista Bank sieht dies anders. Es gibt zwei Definitionen des "täglichen Kontostandes". Eine Definition entspricht der meinigen und wird von der Bank auch zugrunde gelegt, wenn beispielsweise Überziehungszinsen festgelegt werden, doch diese Definition wird ergänzt durch eine sehr spezielle Definition, die sich die Onvista Bank für die Berechnung der FreeBuys ausgedacht hat. Der dort verwendete tägliche Kontostand wird nicht auf der Basis des valutarischen Kontostandes ermittelt, sondern auf der Basis eines von der Onvista Bank festgelegten "Buchungstages", ab dem ein Zahlungseingang/-ausgang "gewertet" wird. Überweist man z.B. auf das Onvista Bank Konto, so geht dieser Betrag stets einen Banktag später in die Berechnung des durchschnittlichen Kontostandes ein, als er valutarisch gebucht wird (was durchaus bei Fr/Mo drei Tage ausmachen kann). Auch wenn man einen Wertpapierkauf tätigt, kommt es zu Unterschieden. Valutarisch wirkt sich ein solcher Kauf erst zwei (in speziellen Fällen auch drei) Banktage später auf den Kontostand aus, für die Berechnung des durchschnittlichen Kontostandes wird dies generell auf einen Banktag verkürzt. Erhält man Erträge aus Wertpapieren (Zinsen, Dividenden) oder werden Wertpapiere getilgt (Endfälligkeit von Zertifikaten,Anleihen), so wird dies bei der Onvista zwar valutarisch korrekt verbucht, doch für den durchschnittlichen Kontostand wird es stets erst einen Banktag später berücksichtigt.
In der Summe führen diese unterschiedlichen Definitionen des "täglichen Kontostands" dazu, dass die Onvista Bank stets einen niedrigeren Wert ausweist und sich dadurch FreeBuys spart. Wer in der Zukunft bei der Onvista Bank FreeBuys generieren will, um eine bestimmte Tradingaktivität möglichst kostengünstig abwickeln zu können, sollte diese Tricks der Onvista Bank kennen.