Ich bin genauso alt wie ihr, auch Jahrgang 66, deswegen fühle ich mich auch angesprochen.
Zunächst möchte ich sagen, daß man auf so ein Posting verschieden reagieren kann, und das haben viele hier vorbildlich gemacht: nämlich trösten und Hoffnung machen. Ich bin so frei und bemühe mich um Analyse.
Dies stellt nur meine Meinung dar und ist überhaupt nicht mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit hierhergesetzt,
@holledauer: kannst auch gerne hier an dieser Stelle aufhören zu lesen.
Mir scheint, daß Frauen folgendermaßen gestrickt sind (jaja, nicht pauschalisieren, jaja, wenn das so einfach wäre, jaja...):
"seelisch", auch "biologisch" sucht eine Frau den Beschützer und Ernährer für ihre zukünftigen oder gar schon vorhandenen Kinder und den verläßlichen Freund fürs Leben.
"sexuell" (auf wen sie fliegt = Schmetterlinge im Bauch) wirken da andere Typen: Abenteurer, Geheimnis, was weiß ich, jemand, der wie ihr Vater aussieht, oder das Gegenteil davon, also ganz unabhängig von den Charakteristika, die die "seelische" Anziehung ausmachen.
Die Ideologie der "romantischen Liebe", d.h. ein Thema das Literatur und Kunst, Musik und Lyrik, neuerdings auch Film und Video durchzieht seit Menschengedenken, entsteht aus der tiefen Sehnsucht der Menschheit diesen Gegensatz zu überwinden und in einem Menschen vereinigt zu sehen. Dumm ist nur, daß die Realität bewußt/unbewußt mit dem romantischen Ideal verglichen wird.
Meistens läuft es heutzutage doch so:
a) sexuelle Anziehung
b) geiler Sex
c) b) immerhaben will: Beziehung
d) a) läßt zwangsläufig nach, Übergang in
e1) Trennung oder
e2) langandauernde Beziehung, weil man sich einfach zu sehr aneinander gewöhnt hat, Kinder da sind o.ä. oder
e3) in echte Liebesbeziehung, die auf echter Zuneigung und Respekt beruht
Letzteres ist wohl recht selten.
Manchmal läuft es anders:
2 Menschen erkennen sich als echte Freunde und Partner und suchen ganz natürlich des anderen Nähe oder geraten sonstwie in eine Beziehung:
jaja, ich glaube, daß das die Variante "Otto Normalverbraucher" ist: man findet sich sympathisch, sehnt sich nach Nähe und einer Beziehung und - schwupps - steckt man drin, ohne daß eine primäre rein sexuelle Anziehung geilgemacht hätte. Und ich glaube schon, daß es schwer ist, auf die Dauer auf letzteres zu verzichten. Zu einer längeren Partnerschaft gehört nun einmal Sex in von beiden Seiten einigermaßen übereinstimmend gleichen Maße.
Das Problem bei uns "alten Knochen" ist nämlich, daß die Wahrscheinlichkeit groß ist, schon mal alle möglichen Gefühlsvarianten erlebt zu haben. Man merkt wohl, daß ich aus Erfahrung spreche. Ich habe schon erlebt:
a) rein sexuelle Anziehung, obwohl die Frau mich als Mensch nach wenigen Stunden wahnsinnig macht, trotzdem erfüllend sexuelle Beziehung
b) erotische Anziehung bis zum Wahnsinn, ohne daß man mich rangelassen hätte
c) menschliche Faszination, ohne besondere erotische Anziehung, längste Beziehung, letztlich aber am Sex gescheitert
d) primäre erotische Anziehung, danach längere Beziehung, während der sich herausstellte, daß es sich um einen völlig anderen Menschen als zunächst vermutet handelte, scheitern der Bez.
e) totales Verliebtsein in eine Frau, die absolut nichts von mir wissen will (in der Extremform: heiraten wollen, Kinder haben wollen usw.): 1x
Was ich leider noch nie erlebt habe: zusammenkommen mit einer Frau, die in die ich total verliebt war/bin. Alles andere war auch schön, aber eben nicht ganz... Man sieht, ich bin auch ein Opfer des RLS ("Romantische Liebe" - Syndrom). Kennt ihr das: Frau sieht Liebesfilm und heult: so war das bei uns früher auch/nie/nur kurz/seitgesternnichtmehr. Ist mir selber aber auch schon passiert.
Mein Fazit: Deine Freundin ist noch nicht so weit, den höheren Wert eurer Beziehung schätzen zu können, und das kann mit der Zeit anders werden, also Geduld. Immerhin will sie nicht unter falschen Voraussetzungen eine Beziehung mit dir eingehen.
Aber wenn ihr zunächst nur brieflichen Umgang miteinander gehabt habt, dann ist doch klar, daß jeder beteiligte total projiziert und Dinge in dem anderen sieht, die da sein können, oder auch nicht, d.h. die Erwartungshaltung ist sehr hoch.
Das ist das blöde an solchen "geplanten" Treffen, man ist nicht spontan, sondern erwartet irgendwas. Wenn man dahockt und auf "Schmetterlinge" wartet, kommen die eh nicht, und sie hat auf sie gewartet, weil sie sie in ihrer vorhergehenden Beziehung vermißt hat: klarer Fall.
Mit Logik kommt man leider im Umgang mit der Psyche anderer kaum weiter: aber mein Rat wäre auch: Geduld und nochmal von vorne.
Ich wünsche dir, daß sie nicht wirklich konsequent allen Kontakt zu dir abbricht. Deine Aufgabe ist, sie nicht unter Druck zu setzen, wenn du das fertigbringst.
Naja,
weiß nicht, obs was hilft
CUdj.