Also, ich will dann hier doch mal gesammelt auf ein paar Punkte eingehen. Ist hier und da vielleicht ein wenig OT, aber möglicherweise sind einige Hintergründe für den Einen oder Anderen interessant. Außerdem soll sich mein Studium auch mal lohnen und auf TV hab ich gerade keine Lust ![]()
Warum wirken Träume manchmal so real?
Da muss ich mal ganz kurz ausholen... Warum haben wir ein Bewusstsein, schließlich kommen fast alle Organismen bestens ohne ein höherentwickeltes Bewusstsein aus? Es gibt dazu eine (für mich sehr gut nachvollziehbare Theorie). Höhere kognitive Hirnfunktionen befähigen uns evolutionsbiologisch betrachet zu einer ganz wichtigen Fähigkeit: Gedankenexperimente. Wir sind in der Lage Möglichkeiten in Gedanken auszuprobieren und aufgrund von Erfahrung die Beste zu wählen. Learning by thinking statt learning by doing
Ohne diese Fähigkeit, kann man/Tier zum gleichen Ergebnis kommen, aber nicht ohne jede Möglichkeit tatsächlich auszuprobieren und dann aufgrund der Erfahrung aus den Tests die Beste zu wählen. Solche "Gedankenexperimente" führen aber zu einem Problem. Die Vorgänge die im Gehirn ablaufen sind erstmal nämlich grundsätzlich die gleichen, ob man an etwas denkt oder ob man etwas wahrnimmt. Es findet also in dem Moment keine Unterscheidung zwischen Gedanke und Wahrnehmung statt.
Zurück zum Anfang: Besagte Theorie geht also nun davon aus, dass das Bewusstsein nichts anderes ist als eine zusätzliche Ebene zur Ausführung von Gedankenexperimenten die unser Gehirn dann eben befähigt zu unterscheiden. Da nun während des Träumens unser Bewusstsein weitestgehend abgeschaltet ist, findet im Traum keine Trennung statt, der Traum erscheint vollkommen real, es kommt zu körperlichen Reaktionen, als würden uns die Dinge im Traum wirklich passieren. Die Panik die man spürt ist echt.
D-Love: "aber ganz ausschließen möchte ich nicht, dass wir unterbewusst ein vielfaches mehr an Informationen aufnehmen und verarbeiten können, als wir das überhaupt in Form von sehen, hören, riechen und fühlen wahrnehmen können. Vielleicht ist das, was wir im Alltag manchmal als Intiution oder Vorahnung wahrnehmen, in Wirklichkeit ein genauso leistungsfähiger und starker Sinn wie Augen, Ohren, Nase etc. ist und wir um etwas zu wissen oder zu kennen manche Dinge gar nicht gesehen oder gehört haben müssen."
Ja und nein. Wir nehmen unterbewusst mehr Informationen auf als uns bewusst wird bzw. wir bewusst verarbeiten. Das heisst aber nicht, dass wir im Unterbewusstsein Dingen sehen können die wir gar nicht sehen können
Denn auch im Unterbewusstsein kommen nur Informationen an, die wir auch sehen, hören etc (im Sinne von mit den Sinnesorganen aufnehmen können). Der gesamte Prozess von Rezeption durch unsere Sinnesorgane bis zur bewussten Wahrnehmung durchläuft diverse Filterinstanzen. Angefangen mit einer physikalischen bzw. physiolgischen Limitierung unserer Sinnesorgane (Licht wird eben nur in bestimmten Wellenlängebereichen vom Auge als Reiz ausgenommen). Bestimmte Reize können wir gar nicht wahrnehmen, im Gegensatz zu bestimmten Tieren (zB elektrische Impulse). Die auf dieser Ebene gefilterten Informationen erreiche naturgemäß unser Gehirn nie, weder bewusst noch unterbewusst. Aber auch die von den Sinnen aufgenommen Informationen werden noch weiter gefiltert. Wenn und alles was wir sehen bewusst werden würde, bräuchten wir Hirne wie Planeten
So kann es sein, dass Informationen unterbewusst verarbeitet und aufgenommen werden, die uns vorerst nie bewusst werden, dann aber in einer entsprechenden Situation "herausgekramt" werden und uns plötzlich wie aus dem Nichts ins Bewusstsein dringen. Das erzeugt dann das vielleicht das Gefühl der Intuition oder der plötzlichen nicht nachvollziehbaren Eingebung.
Man muss sich definitiv von dem Gedanken trennen, unsere Sinnenorgane wären dazu da uns eine vollständiges oder auch nur teilweise korrektes Abbild unserer Umwelt zu geben. Unsere Sinnesorgane haben erstmal nur einen Zweck, dass überleben des Individuums und der Art zu sichern. Dafür benötigen wir einen Großteil der Informationen die unsere Sinnesorgane aufnehmen könn(t)en schlichtweg nicht, vor allem nicht bewusst. Da wird dann ständig unterbewusst unwichtiges ausgefiltert.
Bewusstsein wie wir es kennen ist ja evolutionär gesehen relativ jung, da haben die unterbesussten Hinrfunktionen die älteren Rechte und sind "der Herr im Haus"
und so wird dann auch vieles was unser Bewusstsein beschäftigt vom Unterbweusstsein diktiert. Schöne Untersuchung dazu: Entscheidungen werden im Unterbewusstein getroffen und es gibt eine messbare Verzögerung bis das Gefühl willentlich zu Handeln uns bewusst wird. So wird uns also das Gefühl der Willensentscheidung vom Unterbewusstsein suggeriert, da sit die Sache längst gelaufen.
Das ist jetzt alles mehr oder weniger aus dem Gedächtnis geschrieben, stark vereinfacht und hier und da sicherlich unexakt und lückenhaft, also liebe anwesenenden Psychologen, Ärzte und sonstige Fachgebiete, lasst Milde walten ![]()
Schöne Träume