Re: Unionsparteien möchten Studiengebühren einführen und Bafög abschaffen
Die Gebühren für ausländische Studenten finde ich in Ordnung, schließlich sind sie weithin üblich und ich persönlich sehe es nicht unbedingt ein, indirekt dafür aufkommen zu müssen, dass ein X aus Land Y hier studieren möchte. In GB zB sind hohe Gebühren für Außereuropäer üblich. Als Europäer wurden mir dort die Gebühren auf Antrag erlassen. Über Förderungsmöglichkeiten und Stipendien kann man ja reden, niemandem sollen Chancen verbaut werden und schließlich ist nicht jeder Kind einer wohlhabenden asiatischen Familie, die Ihre Kinder zur Ausbildung nach Europa schickt.
Die Gebühren für ein Zweitstudium (wenn man bereits einen Abschluss hat) finde ich auch OK. Über die Höhe kann man streiten, aber wer unbedingt eine zweite Ausbildung braucht, soll seinen Teil ruhig dazu beitragen.
Ebenson muss IMHO eine Lösung für/gegen extreme Langzeitstudenten her. Das müssten nicht unbedingt Studiengebühren sein. Regelmäßige und vor allem vernünftige Leistungskontrollen tun es sicherlich auch.
Bei Studiengebühren in der genannten Höhe bereits für das Erststudium habe ich die Befürchtung, dass durch die genannten Maßnahmen studieren wieder zu einem Privileg für Kinder aus reichem Hause wird. Die Höhe der Gebühren ist einfach unrealistisch hoch. Wobei der Semsterbeitrag mit Pflich-Semesterticket hier und da ja auch schon ganz schön heftig ist. Trotzdem können viele Studenten das vermutlich nicht aufbringen ohne das Studium zu vernachlässigen.
Außerdem (und hier sehe ich gewisse parallelen zu Hartz IV) müssen dann erstmal die Rahmenbedinungen stimmen. Mir wäre es an meiner deutschen Uni und mit meinem Schwerpunkt nicht möglich gewesen die Regelstudienzeit einzuhalten. Ich weiß nicht, ob sowas ein Einzelfall ist, aber ich wurde nach dem Grundstudium ausgelacht als ich in bestimmte Seminare wollte ("kommen Sie in einem Jahr wieder, wir haben noch 10t-Semester auf der Warteliste"). Ich hätte natürlich einen anderen Schwerpunkt wählen können, aber das kann wohl kaum Sinn der Sache sein.
Die Abschaffung des Bafögs zugunsten eines Kredits sehe ich aus den gleichen Gründen sehr kritisch (insbesondere, wenn dann noch solche Studiengebühren dazu kommen). Ich habe als Bafög-Empfänger meine ersten ein-zwei Berufsjahre mit Sparen für die Rückzahlung verbracht. Jetzt kann ich dann so langsam was für mich ansparen, Altervorsorge und evtl. eine Immobilie. Mein Rückzahlung war noch nicht einmal besonders hoch, mit einer neuen Regelung ist man ja bis 40 mit der Rückzahlung befasst und kriegt dann schon Probleme mit langfrisitgen Krediten für ein Häuschen.