Zitat
Original geschrieben von -=GTH=-
Für den DS 
Kannst du haben, bin eben fertig geworden. 
Für Bilder musst du allerdings den Newsbereich von http://www.playasia.com abgrasen.
Nintendo DS - Ein kleiner Testbericht
Nach langem Ringen ist es mir gelungen, Anfang dieser Woche doch noch ein Exemplar der begehrten Nintondo DS Handhelds zu bekommen.
Nachdem die US-Version des Gerätes leider nicht, oder nur zu unverschämten Preisen zu bekommen war, musste ich auf die Japanische Version des DS ausweichen.
Zugleich bekam ich eines der letzten Exemplare von Mario 64 DS (US), das inzwischen ebenfalls kaum noch zu bekommen ist.
Wenn der Postmann zweimal klingelt
Dank Kurierlieferung war es mir möglich, den DS bereits am Montag, ganze vier Tage nach Japanrelease in die Arme zu schließen. Negativer Nebeneffekt, sind knapp 30€ Versandkosten und eine Zollrechnung, die ich wohl in zwei Wochen in die Arme schließen darf. 
Der Inhalt
Die verblüffend kleine Packung (etwa drei DVD-Hülle übereinander gestapelt) enthält:
1x Nintendo DS
1x Ersatzstylus
1x Thumbstrap
1x Netzteil
1x Anleitung
1x Papierstück mit kryptischen Zeichen, besser bekannt als japanische Schrift 
Ein Importeur hat´s schwör
Jedenfalls trifft das auf den Importeur eines japanischen DS zu, denn die Anleitung des DS hat außer einigen Bildern keine Hinweise für Europäer übrig, wie man mit einem DS am besten umgeht. Auch mit dem Netzteil wird der durchschnittliche Europäer nicht besonders froh.
Abhilfe schafft entweder ein Spannungswandler, oder ein Ladekabel des europäischen GBA SP.
(Kreative Köpfe sollen angeblich auch einen Vorschlaghammer und das japanische Netzteil, sowie eine deutsche Steckdose ausprobiert haben, anscheinend jedoch nicht sehr erfolgreich ;))
Das erste Mal
Beim ersten Einschalten des DS erscheint zunächst das DS-Logo auf dem Hauptschirm, ein japanisches Buchstabengewirr auf dem Touchscreen, welches einen Gesundheitshinweis darstellen soll, der fortan nach jedem Einschalten Nerven kostet und erst nach einem beherzten Druck auf den Touchscreen verschwindet.
Als nächstes fordert das Gerät auf, einen Nickname einzugeben, eigentlich kein Problem, wenn es nicht in japanischen Schriftzeichen geschehen sollte.
Das ist jedoch genau die erste Hürde, die es zu nehmen gilt. Zwar lässt sich die Sprache auf Deutsch umstellen, leider muß die Ersteinstellung in der Ursprungssprache durchgeführt werden. Glück für Besteller des US DS, Pech für mich.
Einen Schweißausbruch später, hat man nun Farbe, Geburtstag, Nickname, Zeit und Datum eingestellt.
Es folgt die Suche nach der Sprachumstellung, die man mehr oder weniger schnell im Grundmenü finden sollte. Schließlich möchte man doch wissen, was der kleine Liebling erzählt.
Hat man das erledigt, schaltet das System aus und wartet, bis man es erneut einschaltet.
Die Bedienelemente
Für ein Handheld von größter Bedeutung ist die gute Bedienbarkeit.
Hier soll der DS neue Wege gehen. Neben Steuerkreuz, vier Feuertasten und zwei Schultertasten, soll zukünftig auch ein Touchscreen zur Verfügung stehen.
Die herkömlichen Bedienelemente sind von gewohnt guter Qualität. Auch die Lage wurde gut gewählt. Letztendlich wurden diese Steuerelemente 1:1 vom GBA übernommen, lediglich die Feuertasten sind geringfügig geschrumpft, während das Steuerkreuz gewachsen ist. Außerdem sind die Tasten nicht mehr im Gerät versenkt, was dem Spielkomfort sehr zugute kommt.
Das Kernstück des DS bildet jedoch ein Touchscreen, eine neuartige Eingabemöglichkeit, die auf dem Konsolenmarkt bisher ignoriert wurde.
Die Eingabe erfolgt entweder über den Stylus, oder über ein Thumbstrap, welches sich ebenfalls im Lieferumfang befindet.
Die Eingabemöglichkeiten über das sehr empfindlich und genau reagierende Touchscreen, sind von der Software abhängig. So soll etwa bei Mario 64 DS ein Analogstick durch den Einsatz von Thumbstrap und Touchscreen ersetzt werden.
Was zunächst sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, ist jedoch schnell erlernt und funktioniert, als hätte man nie anders gesteuert. Die Eingabe ist allerdings dennoch unpräziser, da man letztendlich keine Rückmeldung des Sticks erhält, wenn man nicht auf dem unteren Display kontrolliert, in welchem Bereich des Kreises, der den Analogstick grafisch darstellt, man gerade steuert.
Puzzlespiele eignen sich dagegen besonders für die Steuerung via Stylus.
So kann man nun ein Feld direkt antippen, während früher eine Auswahl mittels Cursor nötig war.
Doch auch Actionspiele können eine sinnvolle Steuerung mittels Touchscreen unterstützen.
So soll etwa Samus aus Metroid Prime das Ziel über die Touchscreensteuerung anvisieren, während ein Minispiel aus Mario 64 DS erfordert, dass man mit einer Schleuder Gegner vom Himmel schießt. Dies erledigt man, indem man am Band der Schleuder zieht und damit direkt die Schußrichtung bestimmt.
Die Displays
Einen weiteren Kernpunkt, jedoch auch ein Sorgenkind des DS stellen die Displays dar.
Bereits in den ersten Verkaufstagen mehrten sich die Beschwerden über fehlerhafte Displays.
Insbesondere defekte Pixel, sowie defekte Touchscreens gaben Grund für Beschwerden..
Glücklicherweise blieb mein Exemplar hiervor verschont, jedoch ist beim Kauf Vorsicht geboten, schließlich ist beim Selbstimport ein möglicher defekt nur bei seriösen Anbietern zu beheben.
Deutlich verbessert wurde die Hintergrundbeleuchtung, die nun die Displays gleichmäßig ausleuchtet und nicht mehr nur indirekt aus einer Richtung anstrahlt.
Deutlich sichtbar ist die für das obere Display höhere Auflösung und kräftigere Farbgebung, worauf natürlich Wert gelegt wurde, da das Geschehen sich auf dem oberen Display abspielt.
Die Nutzung der Displays ist abhängig von der Software.
Während einige Spiele das Display als Karte und Analogstick (Mario 64 DS) oder Lenkrad (Ridge Racer) mißbrauchen, setzen einige Minispiele auf die gesamte Höhe der beiden Displays als hohes Display (etwa das Schleuderminispiel aus Mario 64 DS) oder nutzen es für Puzzleeinlagen (Spiderman 64).
Besonders diese Spiele machen auf dem DS großen Spaß. Unbedingt sollten die Softwarehersteller jedoch darauf verzichten, Touchscreensteuerung um jeden Preis einzubauen.
Hauptgerät und Verarbeitung
Zusätzlich zu den genannten Elementen verfügt der DS über ein eingebautes Mikrofon, das in einigen Spielen Sprachkommandos oder wenigstens Geräusche registrieren soll, etwa das Ausblasen einer Kerze (Feel the Magic).
Gegenüber vom DS-Moduleinschub befindet sich ein Einschub für GBA-Module, welcher möglichst gefüllt sein sollte, um Staubeinwirkungen zu vermeiden.
(Achtung: Es werden nur GBA-Spiele unterstützt. GB + GBC müssen leider draußen bleiben)
Das Gerät liegt gut in der Hand, auch wenn es schon aufgrund der beiden Displays überraschend groß und schwer ist. Die Breite entspricht etwa der von zwei GBA SPs.
Außerdem ist der DS etwas dicker als es der SP war.
An der Geräterückseite befindet sich ein Styluseinschub, der jedoch etwas schwer zu finden ist.
Während der GBA SP noch komplett silbern war, ist beim DS lediglich die Oberseite eingefärbt, während die Unterseite schwarz geblieben ist.
Das liegt wohl daran, dass die Farbe des DS relativ kratzempfindlich ist. So wurde mein Gerät bereits mit einem kleinen Kratzer angeliefert, der zum Glück nicht sehr auffällt.
Außerdem erkannte mein Exemplar die DS-Spielkarte erst nach dem zweiten Einlegen.
Spielkomfort und Bedienbarkeit
Bei einer Größe, wie der des DS kann man daran zweifeln, ob das Gerät überhaupt noch gut zu bedienen ist. Jedoch wurde bei der Formgebung offenbar genau an den Spieler gedacht. Selbst nach 3-4 Stunden am Gerät kommen keine Ermüdingserscheinungen auf. Die Tasten liegen genau an der richtigen Stelle, die Touchscreensteuerung funktioniert meist intuitiv und ist gut machbar. Lediglich Spieler mit kleinen Händen müssen vermutlich bei Spielen wie Metroid Prime bei der Thumbstrapsteuerung improvisieren, da hier die gesamte Displaybreite genutzt wird. Unter Umständen ist es hier sogar nötig, dass der Spieler das Gerät absetzt, um an das entfernte Ende des Screens zu gelangen.
Für Puzzlefreaks scheint der DS die Erleuchtung zu sein, denn die Stylussteuerung eignet sich für dieses Genre sehr gut, wie man bereits bei den Minispielen aus Mario 64 DS bemerkt.
Grafik und Sound
Wer GBA & Co gewohnt ist, erwartet zwar einiges von einem Handheld, jedoch nicht unbedingt ein Grafikerlebnis der besonderen Art. Mit dem DS kann man zwar sicher keine PSP schlagen, wer aber ein wenig an Nintendo-Only-Spielen interessiert ist, bekommt sehr ordentliche Grafik für sein Geld. Mario 64 DS bietet z.B. deutlich besser Grafik, als das Spiel zu N64-Zeiten bieten konnte. Zudem wurde die Sichtweite deutlich erhöht.
Die Gegner und Hauptfiguren erscheinen perfekt animiert und "pixelfrei". Die Umgebung kann hier nicht ganz mithalten. Drückt Mario seine Nase an einem Baum flach, sind die Treppeneffekte deutlich zu erkennen. Dies wiederholt sich nicht in der gesamten Umgebung, fällt jedoch immer wieder negativ auf.
Es gibt was auf die Ohren! Und zwar nicht nur, wenn man keinen DS kaufen will ;), sondern auch, wenn man ihn gekauft hat. Zwei Lautsprecher, links und rechts vom oberen Display sorgen für Ohrenschmaus. Stereo kennen wir aber schon, wird vielleicht der eine oder andere sagen. Grundsätzlich ja, jedoch bietet der DS auch virtuellen Surroundsound, der tatsächlich funktioniert. Fast könnte man meinen, selbst auf Pilze zu springen, wenn dieser Schnurrbart und die geschmacklose Kleidung nicht wären. So bleibt wenigstens ein sehr gutes Hörerlebnis.
Akkuleistung und Ladezeit
Nach einer Ladezeit von etwa 4 Stunden ist der Akku voll geladen und einsatzbereit.
Mit Unterbrechungen hält der Akku nach Herstellerangaben etwa 9-10 Stunden, was sich mit meinen Beobachtungen deckt. Leuchtet die Batteriestatusanzeige rot, bleibt noch etwa eine halbe bis eine Stunde Spielzeit, jedoch dennoch ein schlechter Zeitpunkt, den letzten Endgegner in Angriff zu nehmen.
Software und Preise
Die Software reicht von Pokemon bis Ridge Racer, von Zookeeper bis Spiderman. Wer hier nicht fündig wird, mag keine Spiele.
Es ist wirklich für jede Altersgruppe etwas dabei, Mario 64 DS (eine aufgebohrte Version von Mario 64) bietet zum Beispiel definitiv für jeden etwas.
Spiele Kosten etwa 30-35€ was wohl einen Deutschlandpreis von unter 50€ ergeben wird.
Meine beiden neuesten Errungenschaften kosten sogar nur je 22€, was bei einer neuen Konsole sicherlich als Schnäppchen zu bezeichnen ist.
Einige interessante Titel wären
Zookeeper
Tendo Dokuta (eine Arztsimulation, bei der man selbst operieren muß)
Mario 64 DS
Feel the Magic XX-XY
Ridge Racer
Mario 64 DS
und Mario 64 DS

Fazit
Für den Preis von etwa 150€ erhält man viel Spielspaß und eine wertige gute Konsole, die zwar grafisch keine neuen Standards setzt, jedoch auch ohne Wundergrafik überzeugen kann, denn schon allein die Touchscreensteuerung ist einen Blick und einen Versuch wert.Die bereits erhältlichen titel lassen auf einiges hoffen.
Auf die zunächst geplanten Haltbarkeitstests (Sturz aus 5, 15, 20m; Colabehandlung und Vorschlaghammer) müsst ihr leider verzichten 
Gruß
Chris