Zitat
Original geschrieben von MarkusMeissner
...und daher auch kein Mitleid für sinkende Gewinne dieser Unternehmen angebracht.
Ich glaube wir reden ein bißchen aneinander vorbei. Ich habe a) kein Mitleid mit den Unternehmen, denen allesamt klar ist und war, daß die Gesprächspreise und die damit verbundenen Umsätze in nächster Zeit eher sinken als steigen werden (sagte auch Gröger auf der letzten PK), b) freu ich mich als Kunde, daß mit simyo Druck auf den gesamten Markt ausgeübt wird und c) versuchte ich nur zu erklären, warum es in Deutschland solange brauchte, bis der Discount-Preis da war.
Den Vergleich mit den anderen Länder muß man etwas differenzierter sehen. Einerseits telefoniert die italienische Hausfrau auch zu Preisen, die durchaus teurer sind als zum Teil in Österreich, mehr als mancher Geschäftskunde in Deutschland, andererseits sind viele Geschäftskunden in Deutschland eher bereit viel mehr zu bezahlen als ein italienischer Geschäftsmann. Und solange die deutschen Anbieter bei ihren Heavy Usern die Preise mit den hohen Margen durchsetzen konnten, haben sie sich natürlich zurückgehalten der breiten Massen günstigere Tarife anzubieten.
Simyo könnte diesen Mechanismus durchbrechen. Das "könnte" resultiert aus folgenden Überlegungen:
- Simyo ist immer noch zu teuer als daß die DEUTSCHE Hausfrau über bestimmte Situationen hinaus zum Handy greift. Hier kann das Angebot durch günstigere Signalpreise ausgekontert werden. Jemand, der bisher kaum mit dem Handy telefoniert wird durch simyo nicht zum Vieltelefonierer. Alles was im zweistelligen cent-Bereich liegt wird von Wenigtelefonierern als teuer empfunden
- Simyo als Zweit oder Dritthandy ist für heavy-user natürlich super attraktiv seine, allerdings vor allem für Gespräche in Fremdnetze. Ergo wird simyo in diesem Segment SEHR geringe Margen erzielen
- Es wird sich zeigen, ob wirklich so viele heavy-user sich simyo zulegen und auch nutzen werden. Der Eindruck in Telefon-Foren mag da täuschen, hier gibts zwar auch Heavy-User, aber halt auch überwiegend solche, die gleichzeit handyfreaks und Schnäppchen-Jäger sind. Die umsatzstarken Business-Kunden sind jedoch vertraglich gebunden und werden die Verwendung einer Prepaidkarte als zweithandy eher als unproffesionel empfinden
- wenn überhaupt, so werden es am ehesten die heavy-Uservon eplus sein, die sich symyo zulegen, haben sie doch den Vorteil mit simyo überall hin einigermaßen günstig telefonieren zu können und unter der alten Nummer trotzdem erreichbar zu sein, ohne nun ständig mit zwei handys rumlaufen zu müssen. Folglich wird eplus selbst durch simyo überproportional viel Umsatz verlieren. Aber da haben sie ja nicht viel zu verlieren...;)
Folglich prophezeie ich: die anderen Anbieter werden die Preise nur behutsam nach unter korrigieren bzw. dieses in Verbindung mit Mindestumsätzen tun. Sie werden Abwanderung von heavy-user damit in Grenzen halten. Simyo wird beeindruckende Kundenzugewinne verbuchen, die Umsatz und Gewinn entwicklung bei Eplus insgesamt aber demgegüber vegleichsweise schwach sein. Herr Bergheim rettet sich über das Geschäftsjahr und eplus ist durch die hohe Kundenzahl eine attraktive durch den niedrigen Umsatz und den niedrigen Aktienkurs aber auch günstige Option, für einen Global Player auf dem deutschen Markt aktiv zu werden.
Und das ist wohlgemerkt die für eplus positive Variante! Die andere ist: Der erwartete Preiskrieg bricht tatsächlich aus. Dann wäre der Kundenzugewinn bei simyo nur sehr kurzfristig. Die Kennzahlen gingen bei allen runter, im Unterschied zu eplus aber von einem höheren Ausgangsniveau, von dem sie aufgrund der Trägheit des Marktes noch mind 1-2 Jahre profitieren würden. Da auch im hochpreisigen Segment alle mit den Preisen runter gehen würden, hätte die Marke eplus und womöglich auch das Unternehmen kaum noch eine Berechtigung...