Zitat
Original geschrieben von Zeus
Das verstehe ich nicht. Das Problem ist wohl eher das viele D-Netz Kunden nicht wissen das es bei E-Plus billiger wäre. Sie müssten mehr vergleichende Werbung machen um es auch jenen deutlich zu machen die sich nicht die Mühe machen selbst Tarife zu vergleichen.
Mmmh, meines Erachtens fährt eplus genau diese Strategie: Sie konkurrieren überwiegend über den Preis und das ist unternehmensstrategisch betrachtet genau falsch. eplus hat sich mehr oder weniger bereits in die Rolle des Billiganbieter begeben. Es gibt kaum einen Grund, warum jemand dem die Höhe seiner Rechnung nicht ganz so wichtig ist, zu eplus gehen sollte. Im Gegenteil genau der jenige der seine Kosten so niedrig wie irgendmöglich halten will geht zu eplus. Beispiel: so wie eplus derzeit seine t&m-Pakete subventioniert (den Tarif an sich mit den "Sparguthaben", nicht nur handys!) ist das telefonieren innerhalb dieser Pakete definitiv am günstigten im Vergleich zur Konkurrenz. Und man bekommt Kunden, die - dank Kost-Check - genau diese Pakete abtelefonieren. Und genau dann sie sie unrentabel.
Sicher dem Kunden, der günstig telefonieren will, kann das egal sein. Auf einem Markt mit nur vier Anbietern, die über eigene Netze verfügen, darf man sich aber eigenlich nicht dauerhaft in die Rolle eines Billiganbieter drängen lassen, sonst wird bald jemand einen für die KPN-Aktionäre interessanten Preis für das Netz zahlen...
Zum eigentlichen Thema: Es liegt wohl schon im Titel angelegt, daß in diesem thread einiges durcheinander geht. M.E. muß man trennen zwischen dem Image, das die vier Unternehmen in der Öffentlichkeit haben, den Marketingstrategien, also dem was sie anstreben und welche Zielgruppen sie ansprechen, und der persönlichen Meinung über die Unternehmen.
Hierzu in Kürze meine Einschätzungen:
1. Image
t-mobile: traditionell, zuverlässig, teuer, langweilig
vodafone: modern, zuverlässig, teuer, profitorientiert,
e-plus: preiswert, brauchbar, langweilig, jung
o-2: trendig, chaotisch, innovativ, eigenwillig
2. Strategie
t-mobile: seriös, preisWERT aber eben nicht billig, gute Technik aber kein Firlefanz, Zielgruppe: gut situierte Durchschnittsprivatkunden und traditionell orientierte Geschäftsleute
vodafone: "Leader"-Anspruch bezüglich Technik einschließlich Handys, extremes Geräte-Branding soll dies offenbar unterstreichen; Zielgrupppe tendenziell junge aber eher nicht akademische, gut verdienende Privatkunden und möglichst High-Potential-Geschäftskunden
e-plus: sympathisch, einfach und günstig. Zielgruppe preisbewußte kommunikationsaktive Privatkunden und unkonventionelle Geschäftskunden, denen der Preis nicht egal ist
o2: extravagant, positioniert sich als clevere und innovative, aber nur bedingt preiswerte Alternative, Zielgruppe: junge akademisch geprägte Privatkunden mit High-Income-Potential, experimentierfreudige Geschäftskunden mit dem Hauch zum Besonderen.
3. Persönliche Wahrnehmung
t-mobile: Strategie geht nur bedingt auf, weil durch das seriöse, aber eben auch langweilige Image tendenziell zu viele Wenig-Nutzer gewonnen wurden und werden. Image spricht mich nicht an, Produkte und Tarife für meine Geschmack zu gewöhnlich und nach wie vor zu teuer.
vodafone: wirkt auf mich schon wie der eigentliche Markführer, zumal hier im Unterschied zu t-mobile die Dynamik des Wachstums auch anhält, Technologieführerschaft durch die Umts-Kampagne imagemäßig gut unterstrichen, wenngleich objektiv betrachtet fast ohne Grundlage (umts bei t-mobile nur geringfügig nachhinkend im Aufbau) und im Hinblick auf - deshalb - gewonnene Kunden noch wenig erfolgriche. Image des gesamten vodafone-Konzerns sehr durch die Orientierung auf Profitmaximierung geprägt, was auf mich eher abstoßend wirkt. Auch hier ist bezogen auf Deutschland der Erfolg nur relativ, wenn man auf den Durchschnittsumsatz schaut.
e-plus: trifft seine Zielgruppen im Grunde zu genau, hat mit der Marketing-Katastrophe bzgl. i-mode versäumt, sich nicht nur als preiswerte sondern auch als innovative Alternative zu positionieren. Wird das Schlechte-Netz-Image nicht los, was m.E. daran liegt, daß mit "High-Quality-Netz" geworben wurde, als es das wahrlich noch nicht war. Auf mich als jemand, der sich beruflich auch mit der Analyse von Unternehmenstrategien beschäftigt, wirkt das "Muddling-Through", das eplus strategisch in den letzten Jahren betrieben hat, nicht gerade anziehend.
o2: der Erfolg von o2 ist unübersehbar, höchster Durchschnittsumsatz im Markt, kontinuierliches Wachstum ohne Kundengewinnung um jeden Preis, Beschäftigunsaufbau. Ich bin gerne Kunde bei erfolgreichen Unternehmen, das muß ich zugeben. Abgesehen davon, war und ist Genion Duo der Tarif der für mich (bzw. uns) am besten paßte und einzigartig (sowohl bezüglich Duo als auch bzgl. Genion) im Markt. Und natürlich spricht mich auch auch das Blau (;)) und das Clever-Image von o2 an und in meinem akademischen Umfeld ist o2 verhältnismäßig stark verbreitet. Bekannte Problem bezüglich o2 im Hinblick auf Gebahren bei Rechnungsfehlern und Problemen sind natürlich bedauerlich, nur merkwürdigerweise waren weder ich noch Bekannte, die auch bei o2 sind, davon betroffen. Ebenso bedauerlich finde ich zum Teil das Vorgehen bei Leistungsänderungen, sei es nun ungeschickt oder tricky, in letzter Zeit, nur denke ich daß vergleichbare Sachen bei allen Netzanbieter mehr oder weniger problematisch mal vorkommen. Wenngleich ich persönlich weder bezüglich Netz noch des Services Probleme größerer Art hatte, scheint hier - so jedenfalls mein Eindruck durch regelmäßiges Studium dieses und anderer Foren - bei o2 ein gewisser Handlungsbedarf zu bestehen, bin aber guter Dinge, daß beides sich in den nächsten zwei Jahren bei anhaltendem Wachstum verbessern wird. Indiz dafür sind die massiven Stellenausschreibungen von o2 in beiden Bereichen in den letzten Monaten.
Sorry wenn ich o2 ausführlicher gewürdigt habe: es ging im Schlußteil um meine Wahrnehmung und ich bin halt Kunde bei denen.