ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von oleR
Naja, o2 positioniert sich aber als Festnetzersatz. Das sagt schon die uralt-Werbekampagne mit dem "festnetzgünstig telefonieren".
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Im Vergleich zu den damals geltenden DTAG-Preisen war Genion ins Festnetz auf Augenhöhe:
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Gerade auch in Kombination mit surf@home sehe ich dieses Kundensegment aber als verschwindend schmal an. Ich zumindest kenne schon bei DSL keinen, der einen Zeittarif gebucht hat. Zu den Preisen von o2 erst recht nicht.
In der nächste Woche startenden Kampagne positioniert sich genion als "mobile Alternative zum Festnetz". Alternativ kann Ersatz heißen, kann aber auch einfach nur alternative Nutzung bedeuten. Jeder so wie's für ihn paßt..
In der Tat war Genion Mitte der Neunziger mal als Festnetzersatz konzipiert und mit dem netten Trickfilmmännchen auch so beworben worden. Zunächst war ja auch die Grundgebühr höher als bei einem Standardmobifunkvertrag. Allein der Erfolg blieb recht begrenzt. Denn die Leute wollte handys. Ein Festnetz hatten sie ja schon. Außerdem wurde Mitte der Neunziger die Bedeutung des Internets noch unterschätzt und die Preisentwicklung im Festnetz nicht vorhergesehen. Spätestens seit Viag o2 ist, wurde die Option Festnetzersatz nur noch an dritter Stelle in den Produktbeschreibungen erwähnt. Die Kampagen (Mobile Option und später dann 2in1) zielten auf günstige abgehende Gespräche sowohl ins Festnetz als auch in alle Handy-Netze. Die Festnetznummer wurde seit 2002 (da legst die nieda) nicht mehr offensiv (also in Kampagnen, gleichwohl natürlich als wichtiges Verkaufsargument) beworben. Das ist übrigens auch in der neuen Kampagne so. Gleichwohl wird der Angriff aufs Festnetz natürlich wieder forciert, eben weil es die Konkurrenz auch tut (was o2 übrigens weniger bedauert als viele annehmen, Stichwort: Penetrations-Effekt: Beispiel: Die "Sags einfach mit MMS"-Kampagne steigerte den MMS-Umsatz bei o2 stärker als bei t-mobile) und weil langfristig die Festnetzsubstitution natürlich eine wichtige Umsatzquelle der Netzbetreiber ist.
Die Preise fürs Internet werden (abgesehen von sicherlich noch in Kürze folgenden Preismodifikationen) wahrscheinlich erst dann deutlich attraktiver, wenn die Geschwindigkeit so sein wird, daß DSL-Substitution auch unter diesem Aspekt für eine deutlich höhere Zahl von Kunden attraktiv wird. Selbst wenn sie surf@home zum gleichen Preis wie DSL anbieten würden, würden die Leute doch nicht wechseln, weil sie DSL schon haben (der gleiche Effekt wie Ende der Neunziger beim Festnetztelefonieersatz) und den Komfort gewohnt sind. Also versuchen sowohl o2 als auch vodafone lieber einen recht hohen Preis von weniger Kunden zu erzielen, wobei sie auf unterschiedliche Nischen zielen: vodafone auf Kunden in DSL-freien Zonen (sonst würde der hohe Fixpreis und der alternative Zugang über GPRS keinen Sinne machen ), o2 aufgrund der Etablierung des Genion-Produktes auf Kunden, die sowie schon keinen Festnetzanschluß haben, nur gelegetlich surfen würden und für die sich nur fürs Surfen ein Festnetzanschluß gerade nicht, surf@home aber gerade noch rechnet
Aber wir bleiben off topic...