Zitat
Original geschrieben von l.t.
Wie kann das denn sein? Ich dachte, dass diese Minutenpakete viel lukrativer für o2 ist, denn dann haben sie immer mehr oder weniger gleichmäßige Einnahmen, auch wenn die Kunde weniger telefonieren (mit ein Grund, warum ich nie Minutenpakete buchen würde).
Wie kommt der plötzliche Sinneswandel?
Daß die Minuten-Pakete für o2 bzw. für die Netzanbieter generell lukrativer sind, stimmt so nicht. Wer ein Minuten-Paket voll allschöpft und auch nicht mehr telefoniert, macht weniger Umsatz als zum Beispiel bei gleichem Telefonieaufkommen und einem durchschnittlichem Mix von Fest/Handy/Prime/Free-time-gesprächen mit einem Select mit mobile-option
Kluge Paket-Nutzer neigen aber dazu, ihrer Durchschnittsumsatz nach oben zu begrenzen. Das kann nicht unbedingt im Interesse eine Unternehmens sein und insbesonder o2 hat als Netzbetreiber mit höchsten Durchschnittschumsatz das Problem zu niedrigiger Durschnittsumsätze am wenigsten.
Insofern sehe ich den Sinneswandel nicht. o2 war nun wahrlich nie der Vorreiter bei den Paket-Tarifen. Sie sind da zum einen einem vom Markt (insbesondere von t-mobile) vorgegebenen Trend gefolgt und zum anderen brauchten sie einen einigermaßen attraktiven Tarif, der umts-fähig war.
Daß es bei o2 keine Kostenkontrolle gibt, ist meines Erachtens auch kein Zufall: Sie wollen eben gerade nicht jene Kunden, die genau diese 100 Minuten günstig abtelefonieren. Eben genau deshalb haben sie das After-Work-Pack angeboten, um Kunden zu gewinnen, die wissen: also die 100 Minuten telefonier ich auf jeden Fall, eher deutlich mehr, durch After Work-Pack lohnt sich das für mich aber allemal... Für o2 aber auch! Zumindest solange es nicht überhand nimmt, daß die aktive-Verträge NUR wegen After-Work und Uploop etc. gewählt wurden. Genau das ist jetzt wohl eingetreten, war aber sicherlich einkalkuliert.
Es war aber nie die Rede davon, daß o2 voll auf Paket-Tarife setzt. Wenn es gelingt auf dem Markt durch Optionen hochgetriebe Grundgebühren durchzusetzten ist das für den Netzbetreiben allemal lukrativer, weil man dann Kunden gewinnt, die viel telefonieren, weil sich die Optionen sonst nicht lohnen. Die Kundenbefragung die letztens auf der o2-webpage lief, zeigte bei genauen Hinsehen deutlich, daß o2 hier ganz offensiv eine Doppelstrategie fährt: mit Paketen den Durschnittsumsatz nach unten absichern, mit Optionen nach oben offen halten.
Daß Genion aber das Zugpferd bleibt wurde eigentlich auf jeder Pressekonferenz bestätigt. Das Produkt surf@home belegt dies ebenfalls. Daß sich der Schwerpunkt der Werbung mal verschiebt ist ganz normal. Im übrigen wurde Genion auch letzten Frühsommer (Franz im Helikopter) recht intensiv beworben und auch parrallel zu der Verres-Active-Kampagne gab es verschiedene Formen des can-do-spots in dem vor allem die Innovativität von Genion betont wurde. Daß im Weihnachtsgeschäft vor allem mit Active geworben wurde, liegt vor allem daran, daß im Weihnachtsgeschäft auch ein hoher Teil wirklicher Neukunden (also junge Menschen, die ihren ersten Vertrag abschließen) gewonnen wird. Diese mit 3x100 für o2 quasi kostenlose sms für vom Markt allgemein gerade positiv bewertete Mindestumsatzpakete gewinnen, ist sicherlich lukrativ. Interessant war ja auch, daß in dem ersten Kundenmagazin nach dem erfolgreichen Winterquartal die Vorteile der homezone erläutert wurden...
o2 wird sicherlich beide Wege weiter verfolgen und vielleicht sich zu gegebener Zeit auch um Kombinationen bemühen: Minutenpakete für Genion sind durchaus denkbar und haben mit der umts-problematik überhaupt nichts zu tun. Nur umgekehrt wirds schwieriger, also aktive Tarif mit homezone, weil sie die aktive-Tarife nunmal als umts-Tarife vermarktet haben. Denke auch, daß sie das weitertun werden und nach dem Sommer, wenn der umts-Ausbau fortgeschritten ist, ähnlich wie vodafone (ist ja in vielem gerade Vorbild und Nachahmer von o2 gleichermaßen;)) umts-multimedia-minuten-Kombi-Pakete anbieten werden und im Weihnachtsgeschäft dann eben wieder verstärkt das bewerben.