Beiträge von Charlie_D

    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Wenn ich aber ich im Thread lese, dass man vermutet "der Richter habe aus dem Bauch heraus geurteilt", dann fällt mir die Kinnlade runter. Denn dann wäre der Angeklagte freizusprechen gewesen aus Mangel an Beweisen. Ich glaube kaum, dass zwei Gerichte UNABHÄNGIG voneinander aus dem Bauch heraus urteilen. Nein, das gibt es im Rechtsstaat Deutschland nicht. Dass Fehler geschehen sind, will ich nicht ausschliessen, aber aus dem Bauch heraus urteilen? Verurteilt da nicht eher jemand das Gericht "aus dem Bauch heraus"?


    Wieso soll sowas im "Rechtsstaat Deutschland" nicht vorkommen? Im Gegenteil, hinterfrage einmal ein paar andere Urteile. Sowas kommt leider nur allzu oft vor.
    Und nein, nach dem Kenntnisstand, den man nach intensiver Recherche zu dem Fall hat, kann man IMHO nicht zu einem Schuldspruch, zumindest nicht zu einem eindeutigen, kommen. Und dann gilt nachwievor im Zweifel für den Angeklagten.


    Gruesse Charlie

    Zugegeben, ich habe mich mit dem Fall wirklich recht genau befasst. Soweit es halt einem Aussenstehenden möglich ist. Interessiert mich halt.


    Deswegen bin ich ja so erschreckt über das Urteil.


    Aber, ohne Dir nahetreten zu wollen, lies dich mal ein bisschen in ein paar Medienwirksame oder unklare Fälle und Urteile ein. Dein Grundvertrauen zum System verlierst Du da sehr, sehr schnell.


    Leider, und jetzt pauschalisiere ich mal ;), haben die meisten Leute ein hohes "Grundvertrauen" und hinterfragen zu wenig. Is zwar recht unbequem, aber da kommen teils recht böse und/oder Interessante Sachen zu Tage...


    Charlie

    Zitat

    Original geschrieben von Rabb
    Daher würde ich mir nicht anmaßen, einem Gericht Inkompetenz und Befangenheit vorzuwerfen.


    Aber was ich auch schon längere Zeit gemerkt habe: Mit Autofahrern zu streiten hat keinen Sinn, ist jetzt nicht persönlich gemeint, sondern zieht sich quer durch alle Schichten.


    Ok, dann erkläre mir bitte, wie es möglich ist, dass ein Gericht aufgrund sich mehrfach widersprechender Zeugenaussagen, sich mehrfach widersprechender Gutachteraussagen, und einer derart unklarer Beweislage zu einem Schuldspruch kommen kann. Ich zumindest kann mir das nur damit erklären, dass der Richter Salopp gesprochen, "aus dem Bauch raus" geurteilt hat.
    Und das kann wohl nicht richtig sein.


    Bei jedem dieser, ich drücke das jetzt mal bewusst polemisch aus, Kinderschänderurteile wird doch immer ganz explizit darauf hingewiesen, dass das milde Urteil zustande kam, weil man alle Faktoren und Beweise möglichst neutral bewerten muss, und das die FAKTEN eben keine höhere Strafe hergegeben haben.


    Es ist genau diese Neutralität, die ich hier eindeutlig vermisse.


    BTW: Auch wenn Du mich damit persönlich vielleicht nicht ansprichst, finde ich es einen sehr gewagten Spruch, Autofahrern generell die Sinnfreiheit in einem Fall wie diesem zu abzusprechen.


    Gruesse


    Charlie

    Du hast schon recht - Das Gericht ist zu dieser Ansicht gelangt. Aber die Fakten die vorliegen (zumindest nach dem, was man als gut informierter Beobachter weiss) reichen einfach nicht für eine Verurteilung aus. Das ist das Problem. Der objektive Beobachter des Geschehens muss (wie gesagt, nach derzeitigem Stand) von einer möglichkeit aussgehen, dass "Turbo Rolf" derjenige welche war.


    Es kommen aber so viele andere Möglichkeiten in betracht, dass hier eine Verurteilung nie und nimmer objektiv möglich sein kann.


    Das waere ja das gleiche, als wenn Du z.B. neben einer Bank stehst, die gerade ausgeraubt wird, und nur deswegen, weil zur Flucht ein Auto benutz worden ist, Du verurteilt werden kannst.
    Hier wird jeder aufschreien: Geht ja gar nicht. Wir leben in einem Rechtsstaat.


    Aber in diesem Fall gehts um eine Mutter und kleine Kinder. Und um das derzeit sehr populäre Thema Raser (was die genaue definition von diesem Wort auch immer ist).


    Fassen wir mal zusammen: Der Fahrer fährt einen sehr schnellen Wagen (1. Minuspunkt), er war evtl. am Tatort (2. Minuspunkt), er hat evtl. die Frau bedrängt (3. Minuspunkt), er ist quasi von Berufswegen schon ein böser Raser (4. Minuspunkt) usw., So könnt ich beliebig lange weitermachen.


    Dass bei diesem Unglück aber zweifellos mehrere Faktoren den Ausschlag gaben, oder dass es evtl. ganz andere Möglichkeiten gegeben haben könnte, das wird komplett unter den Teppich gekehrt.


    Jetzt konstruiere ich mal ein anderes Szenario:
    Der Benzfahrer ist (zugegeben, nicht korrekt) mit hoher Geschwindigkeit aufgelaufen, die Frau hat ihn durchgelassen, ist wieder auf die linke Spur, dort von Ihrem Kind abgelenkt worden und hat das Steuer verrissen. Was man von Zeugenaussagen usw. weiss, waere dies ein durchaus mögliches Szenario.


    Der Punkt ist: ES WEISS EINFACH KEINER WIES WIRKLICH WAR!
    Wieso hängt man dann einen evtl. Unschuldigen ohne wirkliche Beweise an der höchsten Raa auf?


    Charlie

    Zitat

    Original geschrieben von Luzy
    Ob dieser Fahrer allerdings der Angeklagte war (oder sein Chef oder ...), das ist m.E. tatsächlich noch nicht geklärt.


    Ganz genau das ist es, was ich meine. Schnellfahren ist so oder so böse und völlig unkorrekt. Sei es moralisch oder umwelttechnisch. Völlig indiskutabel. Die Meute möchte einen Schuldigen. Da kein anderer greifbar ist, nimmt man den, ders vielleicht gewesen sein könnte. Die Meute hat was sie will. Alles wird gut.


    Eine Art der Rechtssprechung, die, hoffentlich nicht nur bei mir, unbehagen auslöst...


    Charlie

    Namd!


    Ich finde es geht hier doch primär nicht darum, wer an diesem UNFALL die Schuld hat (es war ein Unfall - ein Unglück, dass keiner der beiden gewollt hat, und an dem BEIDE Parteien Schuld haben...) es geht IMHO einfach um die Tatsache, dass der Rechtsstaat hier grandios versagt. Es ist weder die Schuld schon "Turbo Rolf" bewiesen, noch seine Unschuld. Es gibt ganz erhebliche Zweifel in den Aussagen einiger Zeugen. Die Gutachter wiedersprechen sich zum grossen Teil selbst. BB007 hat recht. Wir haben per Gesetz keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Also muss JEDER Autofahrer damit rechnen, dass es Leute gibt, die diese Geschwindigkeit auch fahren. Da ich selbst ein kleines Kind habe, halte ich die möglichkeit, dass die Frau von Ihrem Kind abgelenkt wurde für mehr als nur vielleicht möglich.


    Aber wie gesagt, es geht IMHO eigentlich gar nicht um Schuld oder Nichtschuld, es geht darum, dass für die befriedigung des öffentlichen Volkszornes, des wütenden Mobs wenn man so will, einer der höchsten Grundsätze unseres Rechtssystems, nämlich " In dubio pro reo - Im Zweifel für den Angeklagten" ausgehebelt wird.


    Und das finde ich, gelinde gesagt, bedenklich...


    Charlie

    Tja, Metze hat wohl leider recht. Du wirst zwar, so wie es sich von Deinen Erzählungen her darstellt, den Fall mit wehenden Fahnen gewinnen, aber das Du da nochmal arbeiten wirst oder auch das wenns wirklich hart auf hart kommt, und Deine Kollegen sitzen dem Chef und dem Richter Auge in Auge gegenüber, die für Dich und gegen den Aussagen, halte ich für mehr als unwahrscheinlich.


    Ich bin auch mal in so 'ne Betriebsratsgeschichte reingeschliddert (war nur irgend ein beisitzer, dann gabs ein paar Krankheitsfälle und ein paar Unfälle und schwups war ich richtiges Mitglied ohne es zu wollen...).
    Zuerst sagt immer jeder: Klar, Kollege, wir stehen hinter Dir. Das entscheidende ist allerdings das "hinter Dir". Im Ernstfall hällt keiner die Rübe hin...


    Grüße


    Charlie


    P.S.: Wenn Du beim Anwalt warst, schreib doch mal was der gesagt hat. Ich bin ja nicht Neugierig, aber wissen muss ich alles :D

    Namd!


    Also, erstmal muss eine Fristlose Kündigung einen wichtigen Grund beinhalten, ansonsten ist sie wirkungslos. Und das mit einem Privatgesprächsverbot ist auch nicht so einfach. Wenn das im Arbeitsvertrag so drinsteht, gilt es erstmal. Auch wichtige Gründe, etc. (musste telefonieren, da sonst mein Hund geplatzt wäre, weil er ja raus muss...) sind da irrelevant, und hebeln ein Verbot nicht aus!


    Aber: Es gibt immer noch das schöne Wort gewohnheitsrecht.


    Hat ein Arbeitgeber trotz schriftlichem Verbot den privaten Telefon- und/oder Internetverkehr über einen längeren Zeitraum hinweg(mehrere Monate reichen meist schon) GEDULDET, kann er sich nicht auf die Verbotsklausel berufen und muss dem Mitarbeiter zur Kenntnis bringen, dass er dieses Verhalten nicht mehr duldet, und der Mitarbeiter ab sofort Schritte zu erwarten hat, wenn er es trotzdem tut.
    Dazu gibts mehrere Präzidenzfälle. Einfach mal bei Arbeitsgericht oder, wie alle hier schreiben, noch besser beim FACHANWALT nachfragen...


    Grüße


    Charlie


    Namd!


    Stimmt, Teilepreise sind richtig unverschämt. Mir ist letztens ein Fensterhebermotor verreckt, der hat dann lächerliche 800.--€ gekostet:eek: (wohlgemerkt, nur der Motor, einbau oder so war da nicht mit bei...) und so gehts weiter. Richtig derbe halt.
    Kleiner Kundendienst (jedes Jahr) kostet so ca. 2000.--€ (da wird dann aber auch nur Öl gewechselt, abgeschmiert, etc. Bei Mercedes nennt man sowas Pflegedienst und kostet mich ca. 250-300.--€), ein grosser Kundendienst, der is dann mit Zahnriemenwechsel, Ventileinstellung, etc., also im Endeffekt ein richtiger Kundendienst kommt locker auf knappe 4000.--€, sind dann noch Bremsen, Kupplung oder irgend welche Verschleißteile fällig knackt man sehr schnell die 5000-6000er Marke. Alles mehr als krank.


    Ich mit meinem kleinen Achtzylinder kann mich aber noch glücklich schätzen. Nimmt mann z.B. einen F40, da kommen alle 2 Jahre Tauschturbos rein, da dauert dann der Kundendienst schnell mal mehrere Wochen und kostet mal schnell 20000.--€.


    Das mit den Versicherungen ist so ne Sache. Viele scheuen sich wirklich das Ding sogar Haftpflicht zu versichern. Kasko bekommste in der Regel nur, wenn Du ein guter Kunde bei der Versicherung bist, und Beiträge jenseits der 10000.--€ im Jahr abdrückst.
    Ich für meinen Teil hab das Ding nur Haftpflicht-Versichert, das kostet mich ca. 1000.--€ im Jahr bei 30%, also das hält sich sogar noch relativ im Rahmen. Steuer bei 3,2liter Hubraum ohne Kat liegt bei runden 800.--€ im Jahr.


    Benzinverbrauch schwankt enorm. Ich bin mal auf der Autobahn hinter meinem Bruder im Autotransporter (ca. 80-100 km/h) hergefahren, da kommt das DIng auf knapp weniger als 10 Liter. Bei Highspeed-Lowlevel, auf der Rennstrecke oder so kommt man aber auch gefährlich nahe an die 30er Marke...


    Man sollte allerdings auch immer dran denken, dass das mit der kleinste Ferrari, und somit auch der billigste, ist. Guckt man da mal zu den 12-Zylindern oder den aktuellen Modellen, kann man da noch einiges mehr rechnen.


    Grüße


    Charlie

    Zitat

    Original geschrieben von toyboy
    ahh nee, das sieht eher nach ner Menge Spass aus :D


    findest Du nicht, das ein Ferrari zur Einschulung etwas übertrieben ist ? *scnr* :D


    Namd!


    Jau, macht wirklich *RICHTIG* Spass das Gerät. :D
    Allerdings tun dafür auch Kundendienste oder Werkstattbesuche *RICHTIG* weh :rolleyes:


    Aber mein Junior ist noch kränker als ich... Der is erst 5 (auf dem Foto müsste er 3 oder 4 sein) aber dreht bei allem was Ferrari ist total weg! Letztens hab ich eine Ferrari Haustüre gesehen (in Originalem Rosso-Corsa Lack, mit einem ca. 30cm grossen Ferrari-Wappen aus Glas drin, echt ein irres Stück!!). Seid dem nervt der Zwerg mich (und vor allem auch meine Frau:D) permanent, dass wir so ne Türe brauchen...


    Wenn der so weitermacht...na dann gut Nacht ;)


    Charlie