ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Ob du das auch noch denken würdest, wenn du immer die 50h Woche hast, wenn deine Freundin die 30h Woche hat und umgekehrt? Gegen vorübergehende, kurze Mehrarbeit sagt ja keiner was, wenn es sich im Rahmen von einzelnen Projekten oder Geschäftstätigkeiten eine Ausnahmesituation bleibt, aber eine generell Flexibilisierung der Arbeitszeit, die einseitig vom Arbeitgeber geregelt würde, ist definitiv abzulehnen, ebenso wie eine Erhöhung der faktischen Wochenarbeitszeit.
Hm, wo ist das Problem?
Meine Frau z.B. arbeitet 28 Stunden die Woche, ich im Schnitt zwischen 60 und 80. Zugegeben, ich bin zwar Selbstständig, habe aber so gesehen genauso meinen Arbeitgeber, der mir meine Arbeitszeit diktiert, nämlich meine Kunden. Da mein Unternehmen sehr Dienstleistungslastig ist, müssen wir uns eben an unseren Kunden orientieren, nicht die an uns! Und, das geht vielen Unternehmen so, da geht es nicht um mehr oder weniger verdienen, da geht es darum, überhaupt was zu verdienen, weil wenn ich diesen Mehrwert meinen Kunden nicht biete...einer meiner Mitwettbewerber tut das mit freuden!
Mir gehts da im Endeffekt wie jedem Angestellten, mit dem Unterschied, verweigert ein normaler Angestellter permanente Mehrarbeit, wird er "schlimstenfalls" Arbeitslos. Verfahre ich hingegen larifari mit meinen Kunden und meine Firma geht den Bach runter, sind einige Leute Arbeitslos und ich bin ein Sozialfall.
Was ich damit sagen will ist, dass ich die Diskussion, ob 35, 40 oder 50 Stunden Woche absolut lächerlich finde! Es gibt ganz, ganz wenige Jobs, wo man bereits nach 7 oder 8 Tagesstunden so erledigt ist, dass man danach unbedingt Erholung bräuchte. Klar, niemand kann 10 Stunden am Stück kreativ sein, aber es gibt doch in den meisten Jobs Routinearbeiten, die auch Zeit in Anspruch nehmen, und bei denen man nicht im Vollbesitz seiner Geistigen Kräfte sein muss.
Für mich ist es in sehr vielen Fällen eher eine Sachen des wollen als des könnens!
Gruesse
Charlie