Zitat
Original geschrieben von T-bold47
die Politik von Kohl nach dem Regierungswechsel 1982 erinnern. Er hat den Aufschwund damals fast "herbeigeredet". Die Maßnahmen waren überhaupt nicht so einschneidend, es hat sich aber durch die Politik die Stimmung in der Bevölkerung verändert. Alle haben an einen Aufschwung geglaubt und entsprechend saß das Geld wieder lockerer. Damit wurde die Wirtschaft belebt und der Aufschwung kam.
Eine gute Rede ist oftmals effektiver als ein gutes Gesetz (Frei nach Ludwig Erhard)
Namd !
So ist es. Bin selber Selbstständig, und momentan wartet die gesamte Wirtschaft bis nach den Wahlen. Was sich da zwar veraenderns soll weiss auch keiner so wirklich, aber abwarten tun se alle. Ich glaube auch (obwohl ich nicht unbedingt mit den Thesen der CDU/CSU korreliere) dass ein Wechsel der Wirtschaft insgesammt einiges bringen wuerde, eben genau wegen dieser Abwartehaltung.
Aber zum Thema Steuern:
Steuersenkungen muessen auch irgendwie finanziert werden.
Nehmen wir mal an: Mein Nachwuchs wohnt noch bei mir zuhause, hat aber schon ein eigenes Einkommen. Ich "besteure" ihn also mit z.B. 150€ pro Monat. Dieses Geld nehm ich her, um die Raten für die Hütte zu zahlen.
Veringere ich nun den "Steuersatz" auf z.B. nur noch 100€ im Monat, muss ich die fehlenden 50€ irgendwoher anders auftreiben. Sollte ich Rücklagen haben, muss ich die dafuer nehmen, hab ich noch ein weiteres Kind, dass mehr verdient, evtl. diesen "Steuersatz" erhoehen. Fehlt ueberall die Kohle, muss ich neue "Staatsschulden" machen. So einfach ist das.
Also muss man irgendwie den weg des kleinsten Übels gehen.
Genau wie die letzte(n) Mineralölsteuererhöhungen. Was bringt es mir, wenn ich zwar 30€ mehr verdiene, weil die Lohnsteuer gesunken ist, ich aber gleichzeitig 200€ mehr fuers Heizöl zahle ? Oder fürs Benzin ??
Was IMHO her muesste waeren keine Senkungen sondern eine Vereinfachung des Steuerrechts und die Schlupflöcher fuer die richtig grossen Unternehmen (wie hier schon mal angesprochen, z.b: der Verlustvortrag im Ausland...)
Auch muesste man sich intensiever mit den Arbeitslosen befassen. Einfach nur A-losen Geld zu zahlen ist zwar schoen und bequem, langt aber nicht !
Wenn man die Leute, die Arbeit suchen, aktiv unterstuetzt, z.B. mit GEZIELTEN Weiterbildungsmassnahmen (es bringt wirklich niemandem was, den 59 jaehrigen Schreiner, dessen Firma insolvent geworden ist, zum DV-Kaufmann umzuschulen...)oder aehnlichem, wird man sehr bald merken, dass sich das auch äusserst positiv auf die Finanzen auswirken wuerde...
Gruesse
Charlie