ZitatOriginal geschrieben von Nightstalker
b) fast überall sowieso schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung besteht.
Das ist genau der springenden Punkt.
Der Grundtenor der Kritiker lautet: Wer braucht denn ein Tempo-Limit, es sind ja nur ganz wenige, die rasen, und es ist ja sowieso alles zu, daß man gar nicht rasen kann, wenn man denn wollte. Davon ganz zu schweigen, daß es ja sowieso kaum eine Stelle ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gibt.
Aber dann stellt sich doch die Frage: Wenn dem so ist, was spricht dann gegen das Tempo-Limit? Die wenigen Raser und die wenigen, die mal eine freie Autobahn erwischen?
Die Vorteil eines Tempo-Limits (Quelle u.a. Wikipedia):
ZitatAlles anzeigenMit einem allgemeinen Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen sind bei einem Befolgungsgrad von 80 % nachfolgende Minderungen der Pkw-Abgasemissionen zu erwarten:
[...]
Komponente: CO2
absolut (Pkw): -2200 kt/a
Pkw im BAB-Netz: -9%
Pkw im Gesamtnetz: -3%
Straßenverkehr (gesamt): -2%
Gesamtemission (alle Verursacher): -0,3%
Quelle: Umweltbundesamt
Diese Zahlen nur mal so als Grundlage... ich denke, das ist nicht wenig Einsparung, was da möglich wäre.
Hinzu kommen die geringere Lärmbelastung, weniger extreme Beanspruchung der Straßen, (hoffentlich) flüssigeres Fahren ohne unnötige Staubildung z.B. überflüssiges Abbremsen, weniger Unfallopfer (laut Wikipedia war die Schätzung für 130km/h vor gut 20 Jahren 20% weniger Tote!) und nicht zuletzt evtl. in der Tat die Hinwendung zu Farhzeugen, die nicht auf pure Leistung, sondern auf die Effizienz im Verkehr der Gegenwart konzipiert sind.
Ich finde, das sind gute Argumente FÜR ein Tempo-Limit, und bin - als nicht mehr ganz so bekennender Genosse - äußerst positiv überrascht darüber, daß auf dem Parteitag solch ein Beschluß zustande kam. Im Übrigen geschah dies GEGEN den Willen der Parteiführung, insofern ist die These, daß man hier von anderen Problemen der Partei ablenken will, äußerst gewagt.