Dieser Nokia Communicator 9500 ist wirklich das allerletzte!
Ich habe wirklich noch nie ein so mangelhaftes, instabiles Gerät erlebt!
Neben den von mir beschriebenen Bugs sind auch jede Menge anderer Bugs bekannt.
Nachdem Nokia auch wieder einmal mehr außer Stande ist in zumutbarer Weise Abhilfe zu schaffen, möchte ich Euch auf folgendes hinweisen:
Eine Sache gilt nach § 434 BGB erst dann als geleistet, wenn sie bei Gefahrenübergang frei von Sachmängeln war. Vorliegend war der Communicator durch die Softwarebugs offensichtlich nicht frei von Sachmängeln. Demnach ist der Verkäufer so gestellt, als habe er noch gar nicht vertragsgemäß geleistet.
Ihr müßt Euch also diese wochenlange Garantieabwicklung überhaupt nicht antun, sondern könnt gleich beim Verkäufer (nicht beim Hersteller) auf den Tisch hauen und wegen der m.E. erfüllten Voraussetzungen des § 323 IV BGB entweder komplett vom Kaufvertrag (und ggf. vom Mobilfunkvertrag) nach § 437 II Hs.1 BGB zurücktreten, nach § 437 II Hs.2 BGB den Kaufpreis mindern, nach § 437 I BGB eine Reparatur, ein neues Gerät oder aber ein vergleichbares anderes Gerät verlangen und darüberhinaus nach § 437 III BGB Schadensersatz verlangen u.a. wegen vergeblicher Aufwendungen (ggf. Porto, Fahrkosten zum Händler etc.), statt der Leistung (z.B. Mehrpreis für den Kauf bei einem anderen Händler, evtl. Schäden druch den Ausfall). Welches dieser Rechte Ihr dabei ausübt ist grundsätzlich allein Euch überlassen.
Man sollte sich diese Unverschämtheit von Nokia nicht gefallen lassen, denn erfahrungsgemäß werden noch einige Quartale ins Land gehen, bis das Ding einwandfrei läuft.
Wie angedeutet ist der Verkäufer hier womöglich wegen Sorgfaltspflichtverletzungen zum Schadensersatz verpflichtet ist.
Inbesondere im Fall der Netzbetreiber ist davon auszugehen, daß die Geräte ausgiebig getestet wurden und diese sehr wohl Kenntnis über den desolaten Zustand der Software hatten.
Ich bin es sowas von satt; man kann heutzutage kein neu erschienenes Handy mehr ohne massive Mängel kaufen.
