Es wurde gern und oft behauptet das Russland die Sanktionen nicht anficht. Sie würden einfach weiterhin ihr Gas über Indien und die Türkei nach Europa verkaufen. Außerdem wäre China ein guter und großer Abnehmer. Bloomberg hat sich nun genauer mit dieser Frage beschäftigt. Deren Antwort sieht deutlich anders aus.
Zwar wurde die türkische Pipeline 2022 höher ausgelastet als zuvor, das wiegt aber die Einbußen nicht ansatzweise auf. Für Pipeline-Gas hat Russland keine alternativen Kunden, da das Pipeline-Netz hauptsächlich gen Westeuropa ausgerichtet ist. Da hat Putin aber auch irgendwie geschlafen, wenn er sich mit seinen Lieferungen so von Europa abhängig gemacht hat. Ein Ausbau Richtung Asien ist zwar geplant, aber da sind riesige Strecken zu überbrücken, was somit noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, dauern wird. Und China als Kunde sitzt bei Preisverhandlungen an einem sehr langen Hebel, da sie auf die Importe nicht zwingend angewiesen sind.
Auch der europäische Einkauf von Flüssiggas aus Russland hat zugenommen, aber auch diese sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da fehlt hier wie da die Infrastruktur um eine Alternative darzustellen.
Deren Fazit: Man hat für 90 Milliarden Kubikmeter Pipelinegas, was etwa der europäischen Abnahmemenge entspricht, keine Kunden.