Nachdem ich den Thread komplett gelesen habe, und mir anschließend auch den Beitrag angesehen habe, auch noch ein Kommentar von mir.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mich als Student eines medienorientierten Faches näher mit solchen und derartigen Dingen beschäftigen muss, aber ich fand das ganze weder besonders außergewöhnlich, noch besonders erschreckend.
Dass sowas speziell fürs Fernsehen inszeniert wird, reißt mich nun kaum vom Hocker. Der Punkt ist eben nur, dass dies in diesem Falle seitens MB/AutoBild mehr schlecht als recht passiert ist. In so einer Situation vergisst man schonmal die installierten Mikrofone
Auch hat man sich nicht unbedingt sehr rühmlich herausgeredet, dennoch wäre das prinzipiell kein Grund für mich, an dem System zu zweifeln. Ganz abgesehen davon, dass MB noch nie meine Marke war und es auch nicht werden wird. Die Leute hatten einfach nur das Pech, im Gegensatz zu sicher vielen anderen, bei ihrer Inszenierung erwischt zu werden, natürlich besonders aufgrund der Tatsache, dass sie das auch nicht sonderlich gut gemacht haben.
Dennoch erschüttert mich das Ganze eigentlich kaum. Journalismus, PR, Medienpräsentationen... tja das läuft in vielen Fällen einfach so und tat dies auch in der Vergangenheit. Da ändert dieser Fall wohl kaum etwas daran. Filmemacher werden die Jungs von MB also nicht so schnell werden.
Die Konzentration der Berichterstattung, egal von welcher Seite, auf ganz bestimmte Schlüsselszenen tut dann schnell ihr Übriges. Die einen bekommen einen Skandal präsentiert, die anderen eben Gründe dafür, warum sie das ganze schnell abhaken und vergessen sollen.
Interessanter Fall, bei dem ich mich fast etwas wundere, warum er nicht auch Thema einer Vorlesung gewesen ist
aber ansonsten... so ist das Leben.
Die meisten (natürlich nicht alle) MB-Fahrer, die ich so im Alltag erleben "darf", hätten ohnehin kaum ein Problem mit dieser Technik, da sie auch im richtigen Leben kaum über die Testgeschwindigkeiten hinauskommen 
Die Idee an sich ist allerdings sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, jedenfalls marketingtechnisch gesehen. Man darf nicht vergessen, dass "Sicherheit" vorallem ein Verkaufsargument ist. Viel mehr, als ein besseres Gewissen, scheint mir diese Technik nun auch nicht wirklich zu bringen. Zum Beispiel frage ich mich, als technisch interessierter Mensch, inwiefern der "korrekte Bremsdruck", welcher ja von MB so verkaufswirksam immer wieder genannt wird und einfach von einem Computer berechnet wird, seinen Nutzen in der Praxis findet, wo doch so viele Faktoren aufeinandertreffen (Fahrbahnbeschaffenheit, Art der Bereifung, etc.), dass er tatsächlich einen spürbaren Nutzen bringt. Immerhin: Wenn ich, in einem Wagen der mit ABS ausgestattet ist, ein Hindernis erkenne und ordentlich auf die Bremse latsche, statt nur zaghaft zu bremsen, dann habe ich ja eigentlich schon alles richtig gemacht. Doch solche Systeme, die auch bei zaghaftem Pedaltreten die Bremse ordentlich wirken lassen, gibt es schon seit langem, und zwar nicht nur bei MB. Alles was hier gemacht wurde ist im Endeffekt nichts anderes als Marketingarbeit.
Meines Erachtens sind solche Systeme vor allem eines: Werbewirksam! Einen praktischen Nutzen möchte ich dem natürlich nicht absprechen, jedoch kommt dieser, wie so oft, erst an zweiter Stelle.
Fazit: Schlechte Vorführung, mittelmäßiges und IMHO auch nicht unbedingt bahnbrechendes System, top Vermarktung 