Man beschwert sich, dass die Städte veröden.
Ich war nach längerer Zeit mal wieder in so einer Stadt, was ich sonst vermeide, weil wegen massiver Brückenarbeiten der Weg in die Stadt nun etwa drei mal so viel Zeit beansprucht und die Bahn wegen Sanierung auch gerade nicht fährt, der Bus aber im gleichen Stau steht wie ich mit dem Auto. Das Parkhaus wollte für 1,5 Stunden 4,40 Euro, das Kaufhaus gibt es nicht mehr, die meisten Läden sind austauschbare Filialen größerer Ketten, Ärzte und die Gaststätten sind der einzige Grund, dort noch hinzugehen, wenn man die kulturellen Sehenswürdigkeiten als Einheimischer alle schon kennt
Letzten Samstag war ich im Einkaufspark auf der grünen Wiese. Dort kann man sogar samstags stauarm hinfahren, kostenlos parken, die Kinder betreuen lassen oder sie spielen an Indoor-Rutschen oder bei schönem Wetter auf einem großen Spielplatz. Es gibt diverse Gastronomie, viele Toiletten, einige Fachmärkte und zwei Möbelhäuser und genau die selben Läden, wie in der Innenstadt. Draußen war ein kleiner Rummel mit Autoscooter und Bratwurstbude, Kräppelchen und Glühwein. Ein Kino und eine Spielbank gibt es dort auch, daran habe ich aber kein Interesse.
Sagt mir einen Grund, weshalb ich die Innenstadthändler wieder mal durch meinen Besuch unterstützen sollte. Und was mir so ein Deutschlandticket bringen würde, wenn es für den Weg zur Arbeit außerhalb der Stadt nicht taugt.