Nebelfelsen
Der Professoren-Titel steht eigentlich nur den sogenannten "ordentlichen Professoren" zu, die an einer Hochschule unterrichten.
Eine übliche Tour, diesen Titel privatwirtschaftlich zu nutzen, ist es, als Professor einer Uni Inhabern, Teilhaber oä einer Praxis zu werden - somit kann diese Praxis mit dem Titel arbeiten.
Viele Krankenhäuser sind an die Unis angeschlossen (Uni-Kliniken eben), daher kommt es durchaus vor, daß unterrichtende Professoren in Krankenhäusern arbeiten.
Der andere Punkt sind pensionierte Professoren. Früher konnte man als emeritierter Professor (sprich im Ruhestand) seinen Titel weiter tragen, seit bereits relativ langer Zeit ist dies nicht mehr möglich. Mein Schweigervater ist Professor in Karlsruhe, geht nächstes Jahr in Pension. Er ist meines Wissens nach einer aus der letzten Riege, die ihren Titel im Ruhestand weiterführen dürfen.
Noch etwas: Ein Habilitant (also jemand, der Prof werden will) ist ja zwangsläufig promoviert, trägt also den Titel eines Dr. irgendwas - ohne Promotion ist es nicht möglich, sich zu habilitieren. Wenn diese Person jetzt seine Habil eingereicht hat und geprüft wurde, hat er die Lehrbefährigung für die Uni, aber noch keinen Professorentitel, da er ja nicht aktiv unterrichtet. Solange tragen diese Leute den Titel "Privatdozent". Und da es öfters mal vorkommt, das habilitierte Leutchen in ihrem Fach nie einen Professorenstuhl bekommen, bleibt der Titel des Privatdozenten bis ans Lebensende - was ja auch nicht unbedingt schlecht ist.
Was ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe: Og Schwiegervater muß immer wieder gegenüber der DFG zB im offiziellen Schriftverkehr seine Titel komplett angeben. Dann steht da Professor Dr. Rer Nat Dr h.c. ...
Ich frage mich, warum da nicht ein Titel reicht - irgendwie nervig, oder?
Und gerade diese hc-docs (unter uns Altlateinern auch humoris causa übersetzt) sagen doch wirklich nichts über die Person - sogar Fischer bekam einen :flop:
Luposen