Mitgebrachter Remington-Rasierer aus den USA: kleiner Test gefällig?
Wie versprochen, kann ich einen der 3 neuen Remington TCT-Rasierer nun nach wenigen Tagen Nutzung genauer beschreiben und - um es kurz zu machen - auch empfehlen.
Mein aus den USA mitgebrachter R9200 (das in der Ausstattung mittlere Modell) kostete $79,90, besitzt die Philips-typische 3-Rotoren-Form (nur eben mit 2 Klingenreihen pro Scherrotor) und kam natürlich mit amerikanischem Ladekabel. Insbesondere Letzteres war zunächst ein kleines Problem, da in Deutschland Adapter scheinbar nur "andersherum" erhältlich sind. Ich wagte auf Anraten eines Elektrofachgeschäfts das Experiment, einen Adapter zu benutzen, der in südeuropäische Steckdosen passt (also geringfügig schmalere zwei Metallstifte besitzt und dennoch auch für unsere normalen Steckdosen vorgesehen ist), und der amerikanische Stecker aufnehmen kann. Kurz und gut: ich hatte damit Erfolg; ich musste allerdings mit einer Säge die Plastikumrandung um die "amerikanische Seite" entfernen, da der Remington-Stecker zu breit für diesen Adapter war. Zugelassen ist dieser Adapter übrigens absolut, man sollte ihn - so "aufgebohrt" - allerdings nicht für große Verbraucher >1000 W benutzen, da die schmaleren Stifte weniger für hohe Ströme vorgesehen sind als die Schuko-typischen breiten. Laut Spezifikation benötigt das Laden aber max. 7 W.
Nun zum Gerät selbst:
Dier ersten Rasuren waren erwartungsgemäß noch nicht einwandfrei im Qualitätsergebnis, aber dafür extrem hautschonend, so dass ich dieses System für empfindliche Haut sehr empfehlen kann. Das Gerät ist relativ laut, was aber angesichts der hohen Drehzahl auch nicht verwundert. Als gewöhnungsbedürftig empfinde ich den recht großen Abstand zwischen den Rotoren, der das Rasieren über große Flächen wie die Wangen zwar leicht und schnell, das Abfahren des Kinns aber zu einer langwierigen Sache macht: man benutzt quasi nur ein Drittel jedes Rotors, die Mitte dieses Rotoren-Dreiecks fährt ungenutzt über die Haut. Die Federung der Rotoren ist im Vergleich mit den "Philips-Vorgängern" sehr hart, was aber den Vorteil hat, dass man fester auf die Haut drücken darf und auch sollte. Hautirritationen wegen zu starkem Druck konnte ich bisher nicht feststellen; der Rasierer ist im Gegenteil sehr schonend, aber gründlich. Ich empfehle dennoch immer eine Pre-Shave-Lotion oder einen -Stick, das garantiert ein optimales Rasurergebnis.
Als Zusatzfeature hat der R9200 eine Ladekapazitätsanzeige in 20%-Schritten, auf die auch wirklich Verlass ist. Fürs Auge haben die Designer auch etwas getan: Der Ladevorgang erinnert mit seiner Light-Show an die "Disco-Funktion" eines T68. Inwieweit die LED zum anstehenden Rotoraustausch funktioniert und ob sie zuverlässig ist, kann ich noch nicht sagen.
Bei der Ergonomie des R9200 haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Kein bisheriger Philips-Rasierer lag so gut und sicher in der Hand und hatte diese sehr angenehme Größe, die rein optisch ein wenig überdimensioniert wirkt. Eine haptische Besonderheit ist der abnehmbare Rotorblock als Ganzes: dieser Klick beim Abziehen des gesamten Oberteils ist einfach geschickt, sicher und extremely sophisticated.
Nach der Entnahme des 3-Rotoren-Sets aus jener abgezogenen Einheit stellt man fest, wie bullig und stabil man Rasierer auch bauen kann. Da sind die wackligen Philips-Konstruktionen (die übrigens nach meinen Erfahrungen schnell ausleiern) zum Aufstecken eine ganz müde Nummer.
Mein Urteil lautet: Go and get one before the Americans buy them all.
Gruß vom Schwob 
P.S. Dies war mein erster und vermutlich letzter verfasster Test in diesem Handyforum, das dürfen andere machen
- aber sobald die Rasierer so klein wie Handies sind, werde ich vielleicht doch noch mal schwach... 