Ich bin ja noch nicht soo lange aus der Schule raus, deshalb möchte ich auch gern etwas dazu schreiben. Vorweg: ich bin christlich erzogen worden und glaube, dass da oben irgendetwas ist, was man gemeinhin als Gott bezeichnet. Im Alltag hat Religion für mich eine untergeordnete Bedeutung, gute Gottesdienste haben für mich aber etwas sehr entspannendes und erleichterndes.
Es kommt ganz darauf an, wie Religion, insbesondere Schöpfungslehre den Schülern vermittelt wird.
In meiner Schulzeit wurde in der Grundschule bis zum Gymnasium (Ich war auf eine privaten katholischen Schule in Trägerschaft eines Ordens) bis einschließlich Klasse 9 katholische Religion sehr unreflektiert vermittelt - das mag auch an der Art der Schule gelegen haben. Das hat mich zunehmendem Alter ziemlich genervt. Umso mehr hat es mich gefreut, dass man sich in der Oberstufe dann doch kritischer mit Religion umging und auch mal Sachen hinterfragen konnte. Am Schluss sollte eigentlich jeder Schüler in der Lage sein, sich seine Meinung über Religion zu bilden. Allerdings hätte der Unterricht von Anfang an deutlich kritischer ausfallen müssen. Das fand und finde ich sehr ärgerlich, das speziell an dieser Schule Abweichungen von der Linie nicht geduldet werden bzw. mit schlechten Noten bestraft werden.
Nun kommt es darauf an, wie die Schöpfungslehre vermittelt wird. Wenn natürlich ein bekennender Anhänger der selbigen sein eigenes Lehrbuch benutzt, dann ist das Mist - auch in Klasse 13 (und da sitzen noch sehr, sehr viele "Erwachsene", die leicht zu manipulieren sind)! Sowas sollte man einem Lehrer eigentlich nicht durchgehen lassen - da hast Du völlig Recht. Wenn jetzt allerdings Schöpfungslehre mit all ihren Erkenntnissen, aber auch Fehlern kritisch behandelt wird, dann habe ich kein Problem damit. Denn das erzielt den gewünschten Effekt, für den man zur Schule geht: Man lernt dazu und ist auch in religiösen Fragen fürs Leben gewappnet.
Dass gar Religion gar nicht unterrichtet werden soll, halte ich für falsch, definitiv. Leider wird in den Elternhäusern kaum noch ein Bezug zu Religion hergestellt, dann sollte es wenigstens in der Schule passieren. Denn ich denke sehr wohl, dass Religion bei dem ein oder anderen einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Ich halte es für genauso falsch, Religion völlig unreflektiert zu vermitteln; es sollte durchaus auch mal eine wissenschaftliche Herangehensweise geben. Aber Heranwachsende ohne einen solchen Unterricht in die Welt zu entlassen halte ich für zu riskant. Man ist in dieser Richtung dann völlig ungebildet, wenn man weder im Elternhaus noch im Freundeskreis noch in der Schule mit dieser Thematik zu tun hatte. Solche naiven Leute sind die besten Kandidaten, die irgendeiner extremistischen Organisation (ganz gleich welcher Ausrichtung) zur Rettung der Welt aufsitzen.
Schöne Grüße!
Georg
EDIT: blackfox und Chevygnon, full ACK!