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Original geschrieben von frank_aus_wedau
Ähhm ... habe ich was verpasst und evtl. meine eigenen Postings in diesem Thread nicht gelesen? :confused:
In diesem Thread steht auch nichts zu...
Es ist sicherlich sinnvoll, nicht erstattete Leistungen für Krankentransporte einzufordern und da kann sicherlich bei entsprechender Sturheit auch mal eine Dienstaufsichtsbeschwerde Sinn machen, aber so langsam finde ich Deine Reaktionen insgesamt ein wenig überzogen. Wenn Du für jede Kleinigkeit ein Fass aufmachst, erzeugst Du letztlich auch damit einen entsprechenden Overhead und das ist auch nicht gerade kostensparend.
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Das ist nicht richtig. Als Grund für den Ärztemangel auf dem Land wird offizell u.a. genannt, dass es gerade auf dem Land zu wenig Leute wie mich gibt und sich Ärzte lieber in Städten/Stadtteilen niederlassen, in denen der Anteil privat Versicherter möglichst hoch ist.
Doch es ist richtig. Die zunehmende Bürokratie und immer mehr Leute mit immer höheren Regressforderungen usw. sind mit ein Grund dafür, dass sich heute immer weniger Ärzte niederlassen möchten.
Davon sind dann auch die Ärzte auf dem Land betroffen, denn die Ärzte, die sich dennoch niederlassen, schauen sich in der Regel nach einer lukrativen Möglichkeit um, allein schon um das finanzielle Risiko in der ersten Zeit einzugrenzen.
Hinzu kommt, da hast Du schon Recht, natürlich das schlechtere Verteilungsverhältnis PKV/GKV. Das ist aber hausgemacht, denn würden bei der GKV alle Leistungen angemessen (bzw. überhaupt einmal) bezahlt und nicht nach Durchschnittswert abgerechnet (noch dazu erst im Nachhinein mit Regressforderungen, die einen jungen gerade erst niedergelassenen Arzt auch mal schnell die Existenz kosten können), hätten wir das Problem in dieser Größenordnung auch gar nicht.
Ich gebe Dir auch Recht, dass v.a. in der PKV das Risiko der Übertherapie besteht. Einerseits zum Leidwesen der Versicherung, andererseits aber auch unter dem Gesichtspunkt, dass Dir unnötige, teils invasive Untersuchungen zugemutet werden, die nicht unbedingt angebracht sind. Wenn man das kritisch hinterfragt wird man aber sehr schnell Ärzte finden, die eben nicht so agieren und zu denen man dann auch besser Vertrauen fassen kann.
Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ein Arzt, der zu einem Hausbesuch gerufen wird, und diesen ablehnt oder auf später verschieben muss, mit seiner Approbation spielt. Wenn er es sich wg. Notfällen (oder unethischer betrachtet vielleicht auch wg. eines vollen Wartezimmers und der Notwendigkeit, Patienten bei der Stange zu halten (allein schon wg. evtl. noch nicht abbezahlter Praxis, zu zahlender Regresse, Personalkosten, ...) und nicht mit zu langen Wartezeiten zu vergrätzen) nicht machen lässt, einen Hausbesuch dazwischen zu schieben, wird er u.U. eher auf Nummer sicher gehen wollen und empfiehlt das Krankenhaus.
Das ist übrigens auch eines der Probleme für den Landärztemangel, denn nachts um halb 4 klingelt dann beim Doktor Müller das Telefon für Kopfschmerzen o.ä. und nicht bei der zentralen Notarztpraxis oder beim Rettungsdienst, wie in der Stadt so oft...
Im Zweifelsfall sollte man zunächst einmal mit dem Pflegedienst ein ernstes Wort sprechen. Im Zweifelsfall kann aber auch das nach hinten losgehen und beim nächsten Mal werden Symptome nicht dem Arzt berichtet - dieser wird erst dann gerufen, wenn es schon aus therapeutischer Sicht recht spät ist.
Letztlich kann man aber eine Lösung und einen Schuldigen in so einer Situation meiner Meinung nach über ein Internetforum nicht ermitteln. Die genauen (Verdachts)diagnosen sind nicht genannt (und gerade hier finde ich es entscheidend, ob wir über eine Hemiparese oder über eine unspezifische AZ-Verschlechterung sprechen), Begleitumstände auf allen Seiten ebenso nicht, man weiß nicht, wie der Pflegedienst überlicher Weise agiert und wie verantwortungsvoll der Arzt ist. Letztlich kennt er den Patienten und haftet ab dem Moment, in dem er zum Hausbesuch gerufen wird. Man wird ihm zugestehen müssen, dass er versuchen muss Schaden vom Patienten abzuwenden. Kann das nicht durch einen sofortigen Hausbesuch geschehen wäre es letztlich sein Problem, wenn er erst später vorbei kommt. Insofern kann bei vorbekanntem Patienten eine Einweisung sinnvoll sein als adequates Mittel zur weiteren Abklärung. Auch hier wieder müssen natürlich die Symptome Berücksichtigung finden, denn wenn diese schon deutlich machen, dass eine weitere Untersuchung vor Ort beim Hausbesuch ohne bestimmte Apparte nur bedingt zielführend ist, kann das auch schon Grund genug sein. Letztlich finde ich eine übereilte Einweisung immer noch besser, als Patienten, die mit einem Hebungsinfarkt und Einweisung vom Kardiologen zu Fuß in die Notaufnahme kommen, weil sich beim Kardiologen niemand dafür zuständig gefühlt hat, einen Krankenwagen zu rufen und den alten Patienten über den Ernst seiner Erkrankung aufzuklären (alles schon erlebt).