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Original geschrieben von ra-ma
Nein.
Es geht um den Platz im Zug. Also was kostet ein Quadratmeter, auf den ich während der Fahrt x Passagiere setzen/stellen kann. Und das ist ein sehr guter Vergleichswert, einer der aussagekräftigsten überhaupt, weil ich eine direkte Beziehung zwischen der Anzahl der beförderbaren Personen und den Kosten habe.
Der Transrapid kann auch nicht in einem 2-Minuten-Takt fahren, weil aus technischen Gründen immer nur ein Zug auf einem bestimmten Gleisabschnitt fahren kann. Das hat was mit der Schwebetechnik zu tun. Will man kürzere Zugfolgen, braucht man mehr "Unterwerke", die die Teilabschnitte versorgen. Eine Zugfolgezeit kleiner 7,5 Minuten ist kaum finanzierbar wg. der erfordelichen Anzahl von Unterwerken.
Hmm. Wenn das Rechnen so funktioniert und ich als Politiker nur 50.000 EUR pro Quadratmeter Nutzfläche bewilligt bekommen würde, dann würd ich einfach beim Hersteller anrufen und sagen, die sollen den Zug günstiger machen und das dann bei den Schienensystemen aufschlagen.
Mal im Ernst: Wenn ein Zug 250.000 EUR kostet, dann bekommt man 2 für 380.000 EUR und 10 für 1,8 Mio. Denn so viel besondere Technik ist auch nicht drann. Normale Züge sind ja auch nur soviel billiger, weil die häufiger gebaut werden und die Produktionsanlagen sich schon refinanziert haben.
OK, wenns halt nicht in 2 Minuten geht dann halt alle 10 Minuten. Dennoch bin ich der Meinung, dass man die tatsächlichen Kosten aller Faktoren nehmen muss. Also Grundstück und ggf. unterschiedlicher Platzbedarf bei TR und ICE, Umweltaspekte, Sicherheit, Kosten pro Kilometer Strecke für das Gleis und die technische Infrastruktur. Kosten für evtl. neu oder umzubauende Bahnhöfe, Kosten für die Waggons. Außerdem gilt auch zu berücksichtigen ob und in wie weit die Vorteile des Transrapid Sinn machen und ggf. die Frequentierung verbessern. Wenn ich z.B. einen Transrapid von FJS nach München Hbf baue, der 0,5 min schneller ist als ein günstiger Schnellzug aber wesentlich teurer, dann bringt das sicher nichts, denn die Geschäftsleute sind auf den Transport von a nach b angewiesen und der ist gleich schnell und im Schnellzug fast genauso komfortabel wie im Transrapid. Mit ein wenig mehr Ruckelei wird man allerdings schon leben müssen. Und ich glaube kaum, dass die Milch der Kühe zwischen Airport und Zentrum besser schmeckt wenn statt einem lauten Zug eine etwas leisere Magnetschwebebahn gebaut wird. Im Ruhrgebiet hingegen macht das schon eher Sinn. Allein schon durch die häufigen Stopps wird es für Leute, die während der Fahrt am Notebook arbeiten möchte zur Tortur, sowohl in den Nahverkerszügen als auch im IC und ICE. Außerdem hat die Bahn es ja überwiegend immer noch nicht geschaft, Nah- und Fernverkehr sowie Cargo auf unterschiedliche Streckennetze zu verlagern um so mehr Pünktlichkeit und Komfort durch schnellere Fahrtzeiten zu gewährleisten. Es ist schon traurig, wenn man im ICE nach Berlin fast 30 Minuten auf dem Abstellgleis steht, bevor es weitergeht, nur weil bei der Logistik wieder was durcheinander geraten ist. Und so lange die Bahn das nicht hinbekommt werden die Leute lieber eine Alternative nutzen wollen, die komplett unabhängig ist. Und wenn man so eine Investition dann nachhaltig plant und auch eine stärkere Auslastung durch extrem schnelle Fernverkehrsverbindungen vorsieht, dann ist das auch kein Verlustgeschäft. Ander sieht es natürlich aus, wenn man aus Prestigegründen Düsseldorf mit Kamen-Nord verbinden möchte, damit man eine Strecke quer durchs Ruhrgebiet hat und damit prahlen kann. Aber das ist ja jetzt erstmal vom Tisch seitdem der Initator jetzt erstmal Superminister geworden ist. Da kann er jede Menge anderen Unfug anstellen und kann beim Transrapid später immer noch genug Mist bauen...