Re: Möchtegern Radrennfahrer auf der Straße
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Original geschrieben von Antwort
Warum müssen eigentlich immer diese möchtegern Radrennfaher mitten auf der Starße fahren, obwohl direkt nebenan ein Radweg ist, wo weit und breit kein anderer drauf ist.
Bei uns hier in der Gegend (Niederrhein) sind die Radwege soger sehr gut gepflegt.
Also, warum müssen diese immer auf der Straße fahren, egal ob alleine oder in einer Gruppe.
Den einzigen Grund, den ich sehe, ist es andere Verkehrsteilnehmer (wie mich mit dem Auto) zu behindern.
Ich krieg immer einen Hals ...wenn ich die wieder mitten vor mir auf der Straße habe :flop:
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Ich fahre selbst Rennrad und meide Radwege dann, wenn Sie eine halbwegs glatte Oberfläche (Aspalt o.ä.) haben, fahre dann aber selbstverständlich rechts am Straßenrand und nicht in der Mitte (es sei denn ein Autofahrer hupt laut, dann halte ich es für sicherer, mittig zu fahren, damit er mich nicht von der Straße drängelt, man weiß ja nie...).
Das Problem ist oft nicht die Pflege der Radwege als vielmehr das Material. Hier im Ruhrgebiet gibt es sehr viele Strecken, wo einzelne Betonsteine mit ca. 15x8 cm verbaut sind. Fahr mal mit hohem Reifendruck darüber, Deine Handgelenke werden das nicht lange mitmachen, das restliche Material hält das auch nicht lange aus. Habe es schonmal mit einem ganz normalen Tourenrad erlebt, das von den Vibrationen nach einem halben Tag überwiegend auf solchen Radwegen die Halterung des Scheinwerfers (aus Metall) durchgebrochen ist!!
Dazu kommt noch die Art und Weise, wie Straßenübergänge an Einmündungen, Abzweigungen und Kreuzungen gelöst sind. Wenn man dann als Radfahrer über 8 oder mehr Bordsteinkannten fahren muss, die nur unzureichend abgeflacht sind und im schlechstesten Fall noch bei jedem Teilstück an einer Fußgängerampel warten muss und so über 5 Minuten an solch einer Ampel verbringt, dann ist das nicht sehr erfreulich und im Winter auch recht unangenehm.
Es gibt sicher auch geeignete Radwege, die ich dann auch benutze. In Deutschland aber leider oft nur dann, wenn ein Teil von der Straße abgezweigt und mit Markierungen zum Radweg umfunktioniert wurde. Ich finde es ja sehr lobenswert, wenn Politiker Radwege bauen lassen, aber warum nimmt man dann nicht Holland oder andere Länger zum Vorbild. Dort sind die Radwege zwar auch in den Gehsteig integriert, liegen aber oft trotzdem auf Straßenniveau und sind Bordsteinkanntenfrei. So sollte es sein.
Ein anderes Problem ist beim schnellen Radfahren die Sicherheit. In dichter bebauten Gegenden haben Radwege nur in wenigen Städten eine ausreichend hohe Akzeptanz. Wenn man nicht gerade in Münster oder in vergleichbaren Städten lebt, ist es schwierig, sich sicher auf Radwegen zu bewegen, wenn nicht nur auf spielende Kinder sondern auch auf Erwachsene in allen Altersgruppen acht gegeben werden muss, die plötzlich auf den Radweg "springen" oder dort ein Pläuschchen halten. Ganz zu schweigen von sich plötzlich öffnenen Autotüren bei daneben liegendem Parkstreifen oder aus Einfahrten herausschießenden Autos, die erst an der Straße halt machen und auf den Verkehr achten.
Dennoch sollten Radfahrer sich auf Straßen so weit rechts halten, dass Autos problemlos vorbei können. Nebeneinander oder mittig fahren ist nicht OK.
Hupende Autofahrer allerdings auch nicht. Viele Autofahrer wissen zudem nicht, dass ein blaues Schild, auf dem Fußgänger und Radfahreruntereinander und nicht nebeneinander abgebildet sind, die Radfahrer nicht zur Benutzung der so ausgewiesenen Strecke verpflichtet.
BTW: sind eigentlich Radwege rechtlich binden auf denen a) nur ein weißer Aufdruck des Radwegeschildes zu sehen ist oder b) gar keine Kennzeichnung über die farbige Hervorhebungs des Radweges hinaus stattgefunden hat. Wie sieht es vom Gesetz her aus, wenn auf das blaue, genormte Schild komplett verzichtet wurde in den beiden o.g. Fällen?