ZitatOriginal geschrieben von Andreas Böhm
Ich habe zu meiner Grundschul- und Gymnasiumzeit nie zuhause gefrühstückt, weil meine Eltern berufstätig waren und ich auch selber keinen Wert drauf gelegt habe.
Naja, ob Grundschul- oder Gymnasiumszeit ist aber ein Unterschied. Wenn Achtjährige in die Schule kommen, weder gefrühstückt haben noch irgendetwas (also nichtmal Geld, um sich etwas zu kaufen o.ä.) von den Eltern mitkriegen, dann ist das eine Form von Verwahrlosung, von der viele Lehrer berichten können. Manche Kinder berichten auch, daß ihre Eltern noch schlafen wenn sie in die Schule gehen (und zwar nicht, weil sie gerade von der Nachtschicht heimkommen) usw. und das sind die Beispiele, die ich meine und die häufen sich.
Wenn die Kinder schon keine Aufmerksamkeit und keinen Stellenwert bei diesen Dingen erfahren, wer hilft dann bei den Hausaufgaben? Wen interessiert es überhaupt, ob die 12jährigen abends um 22h in der Großstadt noch um die Häuser ziehen und mit wem sie herumhängen? Elternabend? Neulich saß ich abends in einem Berliner Internetcafe und neben mir saß ein kleines Mädchen (ich schätze es auf 10), welches per Messenger chattete - wissen die Eltern das? Interessiert es sie überhaupt?
Das sind alles Dinge, die aus meiner Sicht sehr wohl mit der Verrohung zusammenhängen. Nicht an allen Dingen ist immer nur der Staat oder andere finstere Mächte schuld, einiges läuft auch im privaten und zwischenmenschlichen Bereich und was Kinder betrifft ist nunmal das Elternhaus eine prägende Veranstaltung, noch vor allen staatlichen Interventionsmöglichkeiten.