Zitat
Original geschrieben von Braindead
Hatte vor 4 Jahren schonmal einen Frontalunfall bei ca. 60 km/h und konnte mich abstützen beim Aufprall. Kam damals ohne irgendwelche Verletzungen davon obwohl ich keinen Gurt angelegt hatte.
Da hast du aber Bärenkräfte entwickelt, musstest du doch in diesem Moment ein Gewicht von mehreren Tonnen halten. Kurz gesagt: ungesichert einen Frontalaufprall gegen ein stehendes Hindernis mit 60km/h ohne Verletzungen zu überleben, ist Zufall und Glück oder die Schilderung stimmt so nicht. Folgende Rechnung: 50km/h, Körper von 50kg --> bis zu 40 G --> 2000kg. Oder Getränkedosen fliegen plötzlich mit 15 Kilo durch die Gegend und das Kleinkind aus dem Fond düst mit 400kg gegen die Frontscheibe. Das ist einfache Physik und kein Scheinargument irgendwelcher Gurtfreaks. Die internationale Klassifikation für Halswirbelsäulen-Schleudertraumata geht davon aus, daß lediglich bis rund 8km/h keine Verletzungen zu erwarten sind und ab Aufprallgeschwindigkeiten von > 80km/h der Tod zu erwarten ist - und da ist vom Gurt oder anderen Aufprallverletzungen noch nichtmal die Rede, es geht lediglich ums Schleudertrauma. 
Ich glaube nicht, daß wir ernsthaft diskutieren müssen, daß die geschilderten Fälle die Ausnahme sind und die Gurtpflicht eine sinnvolle und mit vielen Statistiken und Fakten untermauerte Einrichtung ist, oder? Dem liegen schon physikalische Grunderkenntnisse zugrunde, die man nicht seriös bezweifeln kann - ob der einzelne darauf pfeift, ist nochmal eine andere Sache, aber ich denke nicht, daß man jetzt hier quasi den Gurt zum Sicherheitsrisiko deklarieren muß.
Wenn jemand meint, das Risiko sei für ihn tragbar und/oder er habe lange genug hohe Krankenkassenbeiträge eingezahlt um sich jetzt endlich auch mal einen längeren Krankenhausurlaub inkl. Reha usw. von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen, dann ist das die Entscheidung eines erwachsenen Menschen (die er allerdings nur für sich treffen kann, bitteschön nicht für seine Kinder) - aber deswegen gibts an der Effektivität des Gurtanlegens und der tausendfach höheren Lebensrettungsquote ggü. der zusätzliche Verletzungen verursachenden trotzdem überhaupt nichts zu deuten.