Zitat
Original geschrieben von VFBler
Ich möchte Euch mal sehen wenn ihr in „Perl“ wohnt und euch jeden Tag sogenannte Stalin-Orgel-Raketen (Katjuschas) um die Ohren pfeifen und diese aus der Region „Schengen“ abgefeuert werden.
Ja, das fände ich wohl ziemlich doof und gemein. Ich fände es auch irgendwie blöd, wenn man mir einen Zaun vor die Nase baut, ich nicht studieren darf, meine Angehörigen nicht mehr ins Land dürfen weil sie einen Stichtag verpasst haben. Ich fände es doof, wenn meine Freundin in Tel Aviv Limbach bei einem Selbstmordattentat getötet werden würde, ich fände es auch nicht schön, wenn ich einer Ausgangssperre unterliegen würde, ich würde mich ärgern, wenn die Lehrer immer wegschauen, wenn man mich verhaut, aber wenn ich mal jemanden haue, dann kriege ich gleich einen Eintrag. Irgendwie ungerecht fände ich auch, wenn ich mich bei Klaus bedanken sollte, weil er mir ein Buch zurückgibt, was er mir vor vielen Jahren weggenommen hat und gleichzeitig stibitzt er hinter meinem Rücken gleich ein neues und alle zeigen nur auf mich, weil ich so undankbar bin. Usw. usf. 
Man, diese einfachen Wahrheiten funktionieren vielleicht bei der Berliner Zeitung (übrigens: das ist ein Kommentar, kein redaktioneller Artikel), aber doch nicht in einer so komplexen Situation wie der im Nahen Osten. Da spielen so viele Dinge mittlerweile eine Rolle, daß vermutlich nichtmal mehr die Kriegsparteien so richtig durchblicken. Daß man jede Situation beliebig interpretieren kann, liegt doch auf der Hand. Für Israel ist es eine selbstverteidigende Maßnahme, Beirut und den Libanon zu bombardieren und für die Hisbollah ist der Beschuss und die Entführung ein Mittel um ihrerseits Maßnahmen durchzusetzen und wie man es auch dreht und wendet: global ist keiner unschuldig und keiner mehr Agressor oder mehr Opfer als der jeweils andere, auch wenn die Rollen in konkreten Situationen immer wechseln.