Ich bin und werde bewußt nicht zu den Demos gehen, da ich finde, daß die Asten ein ernstes Thema über das man seriös diskutieren können muß, wie immer absolut polemisch und ideologisiert aufgreifen und damit jeder Diskussion entziehen!
Es gibt ja nun Sachzwänge wie eben einen knappen Haushalt etc. und natürlich will keiner, daß bei ihm, sondern immer bei anderen gespart wird und diesen Sachzwängen ohne jegliche seriöse Gegenvorschläge etc. zu begegnen finde ich eben wie fast alles was die Asten (und dafür zahle ich auch Geld!) machen, reichlich daneben.
Das Thema Studiengebühren ist ein rotes Tuch für viele, dabei zeigen Untersuchungen, daß in Deutschland trotz Bafög und Co immer weniger Abiturienten aus unteren Schichten studieren, also kann das jetztige System in doppelter Hinsicht als mindestens Teilgescheitert erklärt werden. Denn nicht nur die soziale Gerechtigkeit wird nicht erreicht, sondern auch die Qualität der Lehre nimmt wegen den leeren Kassen ab (warum sind denn Hörsääle überfüllt?). Nun ist es im Prinzip richtig, Studiengebühren zu verlangen, denn warum um alles in der Welt sollte Bildung auf hohem Niveau zur Erreichung eines höheren persönlichen Lebensstandards per se und immer kostenlos sein?? Nur muss eine soziale Gerechtigkeit bei der Erhebung von Studiengebühren herreschen und das ist machbar:
Ich war Waldorfschüler und meine Eltern haben für meinen Besuch dieser Privatschule jede Menge Kohle abgedrückt, weil ihnen Bildung wichtig ist und sie eben gut verdienen undihr Geld lieber für Bildung als für nen Mercedes ausgeben. Und das Schulgeld orientiert sich am Einkommen: geringes Einkommen --> geringes Schulgeld!
Ähnlich sozial verträglich ist es an den ach so schrecklichen Privatuniversitäten: An der ersten deutschen Privatuni in Witten (die übrigens auch eine Anthro-Uni ist, aber das ist ein anderes Thema) gibt es saftige Studiengebühren, damit wird die Qualität der Lehre hochgehalten und die Studenten sind Kunden und nicht störende Kostenverursacher. Die Studiengebühren können in Form einer Ratenzahlung vor oder nach dem Studium beglichen werden, sind also für jeden zu bezahlen, denn ein Studium verhilft in der Regel zu einem höheren Einkommen und wieso sollte das die Reinemachefrau von nebenan bezahlen müssen?
Also, schwierig ist es in meinen Augen, wenn sozial und finanziell Schwächere ausgegrenzt werden würden, aber ich persönlich wäre absolut bereit, Studiengebühren zu zahlen, wenn die Zahlungsbedingungen fair für alle sind und ich weiß, wofür ich das Geld ausgebe, nämlich als Investition in meine persönliche Zukunft. Aber dieses Anspruchsdenken daß Bildung an sich immer zu jedem Zeitpunkt und für jeden unbegrenzt zur Verfügung stehen muß, das führt zu den überfüllten Hörsäälen etc. die dann zu verlängerter Studienzeit führen usw. (ganz davon abgesehen daß man nicht in FFM studieren muß sondern auch nach Greifswald gehen könnte, aber das will dann ja keiner...)