Beiträge von Printus

    Also wenn Mietwagen dann nur einen mit Chauffeur! Dann kannste aber auch gleich einen individuellen Guide dazu nehmen, der euch exklusiv herumführt... :D


    Im Ernst: ein Auto ist in Berlin ein Klotz am Bein. Mit Bus, U- und S-Bahn seid ihr bestens mobil. Man schaut nicht auf Fahrpläne, sondern die nächste Bahn kommt nach max. 10 Minuten. Also kein Grund irgendwo zu hetzen, der nächste Zug kommt sogleich.


    Was du dir aber unbedingt gleich besorgen solltest sind Stadtplan und Netzpläne für U- und S-Bahn. Man findet sie auf der Homepage der BVG oder sie liegen in BVG-Verkaufsstellen, Touristenbüros und Bahnhöfen aus.


    Sightseeing und Shopping: kommt natürlich sehr auf die Interessen an.


    Um die absolut typischen Highlights zu sehen würde ich Brandenburger Tor und Reichstag in einem Aufwasch machen, die liegen nahe beieinander und man hat die bekanntesten Attraktionen gesehen. Wenn ihr mit Chauffeur vom Hotel Adlon aus startet ist es eh vis-à-vis... :-)
    Auf das Dach des Reichstages, Besuch der Kuppel über dem Bundestag, ist interessant, kostet aber Zeit und deswegen würde ich das eher nicht machen.


    Dann vielleicht eher zum Alex und rauf auf den Fernsehturm. Auch der ist ein Wahrzeichen der Stadt, von überall sichtbar und somit einer der prägenden Eindrücke in Berlin. Man hat eine tolle Rundumsicht und kann später sagen, dass man schon dort oben war. :)


    Vielleicht noch an der Gedächtniskirche vorbei schauen, zum Shoppen könntet ihr ins KaDeWe gehen, vor allem im 6. Stockwerk bei den Fressalien gibt's interessante Sachen.


    Ein kleiner Geheimtipp ist eine Rundfahrt mit den Bussen der Linie 100 und 200. Das sind eigentlich normale Linienbusverbindungen, aufgrund ihrer Fahrtstrecken aber auch perfekte Sightseeing-Touren. Kämpft um einen Platz in der ersten Reihe der oberen Busetage! :-) Aber aufpassen, dass ihr euch oben nicht den Kopf anschlagt, die Decke hängt sehr niedrig.

    Zitat

    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Habe in der Uni mit einigen Leuten gesprochen die zu dem Zeitpunkt im Tunnel und teilweise sogar an dem Aufgang zur Rampe waren. Die sind immer noch schwerst traumatisiert.


    Ich kenne einen leitenden Psychologen aus einem Critical Incident Stress Management (CISM)-Team, der am Samstagabend zur Einsatzkräfte-Betreuung eingesetzt war. Er berichtet dasselbe von Sanitätern, die er betreut hat.


    Viele von denen sind nicht tagtäglich im Rettungsdienst unterwegs und entsprechend "nahkampferfahren", sondern Ehrenamtliche , die sich in ihrer Freizeit engagieren. Die haben zwar eine Sanitäter-Ausbildung und die Einheiten gehören offiziell zum Katastrophenschutz, aber wirklich vorbereitet auf eine echte Katastrophe sind die Leute naturgemäß nicht. Das kann man ihnen nicht vorwerfen, die machen einen guten Job wenn es gilt Erschöpfte und Betrunkene zu betüddeln, umgeknickte Füße oder Leute, die in Glasscherben gelatscht sind, zu versorgen. Aber wenn es wirklich dicke kommt sind die weder fachlich noch mental vorbereitet. Wie sollen sie darauf auch vorbereitet sein, das geht gar nicht und ist deswegen kein Fehler.


    Anstatt in einem Sanitätszelt harmlosere Verletzungen zu versorgen standen manche von ihnen plötzlich - unter eigener Bedrohung - mitten im Hexenkessel und hatten mehrere Reanimationen "am Hals". Man kann sich deren Panik und Überforderung, gepaart mit der Sorge um die eigene Sicherheit, ausmalen... Viele Details, die nicht in die Öffentlichkeit gehören, aber sehr deutlich machen wie sehr und warum auch diese Leute schwerst traumatisiert sind.


    In besonderen Einsatzlagen kommt es immer mal vor, dass Einsatzkräfte unter dem Eindruck des Ereignisses stehen und betreut werden. Meistens kann man die Leute auch erkennbar schnell "runterholen" und hat den Eindruck, die werden klar kommen. In Duisburg zeigte sich aber sofort, dass da einige schwerst traumatisiert sind, die nicht in Kürze zur Tagesordnung übergehen werden...

    Das Problem mit den Handyvideos ist nicht, dass man reihenweise Fälschungen unterstellt. Die Sache ist nur, dass die Fakten schnell erklärt sind und es, solange keine objektiven Untersuchungsergebnisse vorliegen, nicht mehr viel zu berichten gibt.


    Dementsprechend besteht die Berichterstattung inzwischen zu 95% aus Youtube-Videos, rezitierten Forenbeiträgen und Augenzeugenberichten, deren sachlicher Informationsgehalt nahe 0 ist, die Quellen sind nicht klar, aber es werden Emotionen geschürt.


    Mit anderen Worten: nur noch ein minimaler Teil der Meldungen ist sachliche Information. Der größte Teil besteht, selbst in angeblich seriösen Medien, aus ungeprüften und emotionalisierenden Berichten ohne Nachrichtenwert und ohne, dass die Sachlichkeit der Darstellung überprüfbar ist, oder anders: es geht dabei sogar bewusst um "emotionale Unsachlichkeit" weil das die meisten Gaffer anlockt.


    Sowas würde ich bei RTL explosiv oder der BILD durchgehen lassen weil ich weiß, dass die nach diesem Schema vorgehen. Aber von der Tagesschau oder dem Heute-Journal erwarte ich sachliche Informationen, durchaus auch über emotionale Folgen des Geschehenen.
    Aber man hat inzwischen das Gefühl, dass auch diese Nachrichtenanbieter nicht mehr aus der Sicht des neutralen Beobachters berichten, sondern sich als Einpeitscher inszenieren um ihrerseits Emotionen hervorzurufen.

    ThirdEye


    Natürlich kann man es vergleichen. Für die Hinterbliebenen, deren Kinder, Männer, Frauen plötzlich nicht mehr wieder kommen ist es absolut egal ob es ein Terroranschlag oder die Loveparade war. Trauer, Wut und Entsetzen sind immer gleich schlimm.


    Handyvideos irgendwelcher unbekannter Leute im Netz sind völlig subjektive Dokumente, die nur irgendeinen Tumult zeigen aber rein gar nichts zur Aufklärung der Ursache beitragen. Es ist reine Stimmungsmache. Würde man das auch so darstellen mag auch ein seriöser Journalist kurz einen Eindruck aus solchen Filmchen zeigen. Aber inzwischen nutzen selbst vermeintlich gute Nachrichtenmacher sowas anstatt sich fundierte Quellen zu suchen, wo Leute tatsächlich etwas wissen.


    Kaum ein Sender, der jetzt nicht irgendwelche Einträge aus irgendwelchen unbekannten Foren zeigt - und es wird unterlegt mit dem Kommentar, dass ja vor der Veranstaltung gewarnt wurde. Es ist so, also würde jemand irgendein Posting aus diesem Thread nehmen und das in der Tagesschau als Wahrhheit verkaufen. In Wirklichkeit ist es nur eine subjektive Meinung eines unbekannten Forenteilnehmers. Das ist kein qualitativ guter Journalismus.


    Man sieht den Verfall z. B. auch in der Berichterstattung um Dominik Brunner, der im letzten Jahr in München von Jugendlichen getötet wurde. In allen Medien wurde nicht neutral über den Fall berichtet, sondern es wurde emotional Stimmung gemacht: der Held mit dem Heiligenschein, der wehrlosen Kindern hilft und dabei von brutalen Jugendlichen ermordert wird. Jetzt stellt sich im Prozess heraus, dass er zuerst angegriffen hat und sofort schwenkt die Medienmaschinerie um: jetzt stilisiert man den Skandal, dass offenbar das Opfer ein Täter sei.
    Nachdem man sich im letzten Jahr mit der Heiligenschein-Berichterstattung sehr weit aus dem Fenster gelehnt hatte und der Held jetzt ein paar Kratzer abbekommt, stehen natürlich auch alle Heiligenschein-Berichterstatter dumm dar. Klar, dass man sich jetzt empören muss, die Staatsanwaltschaft habe nicht genügend Infos darüber gegeben, weil wenn man das nicht tun würde steht man ja selber als wenig neutraler Stimmungsmacher da... In Wirklichkeit ist es absolut richtig, dass die Staatsanwälte den Medien nicht vor ProzeßbeginnDinge auf die Nase binden.


    In Duisburg läuft es ähnlich. Da haben sich diverse Verantwortliche skandalös falsch verhalten. Die Presse lauert seit Tagen darauf, wen sie jetzt als "Symbolverantwortlichen" schlachten kann. Der OB wäre ein Kandidat, oder der Loveparade-Chef, wobei der sich noch etwas besser verkauft... Auch da zeigt sich doch wieder, dass man nicht abwartet was die Untersuchungen ergeben und erkennt, dass nicht ein Einzelner schuld ist, sondern eine Verstrickung von Stadt, Veranstalter, politischen Interessen, Missmanagement. Aber man will halt einen Schuldigen haben, den man in den Medien schlachten kann. Mit seriöser Berichterstattung hat das überhaupt nichts zu tun. Bei BILD und RTL wär' es ja nicht unerwartet, aber die Öffentlich-Rechtlichen mischen auch munter mit.

    Mir ist nicht klar welchen Zusammenhang du siehst. In Spanien sind Jugendliche über die Gleise gelaufen, wohin sie nicht gehörten... was hat das mit einer Massenpanik bei der Loveparade zu tun?


    Nach meinem Empfinden wird die ganze Geschichte langsam immer bizarrer und lächerlicher. Ausgerechnet im unserem pingeligen Bürokratenland macht eine Stadtverwaltung was sie will, Warnungen von Fachbehörden werden ignoriert und Kritiker politisch kaltgestellt. Angeblich sind alle wichtigen Entscheidungen über den Tisch des Oberbürgermeisters gelaufen, aber er kann sich jetzt nicht mehr dran erinnern. Es ist ja auch total glaubwürdig, dass er jetzt gar nicht in die Planungen involviert gewesen sein will. Ja klar, da findet in der Stadt das größte Event ihrer Geschichte statt und der OB ist nicht in die Planung eingebunden... Die letztendliche Genehmigung wird am Tag der Veranstaltung morgens um 9 Uhr geschrieben - eine Farce, da hätte sich die längst angelaufene Maschinerie doch gar nicht mehr stoppen lassen, waren zehn tausende Fans längst unterwegs.
    Verhältnisse, die keiner Bananenrepublik nachstehen.


    Zwischendrin ein ortsansässiger Panikforscher, der seine Inkompetenz nicht besser hätte beweisen können als durch ein kapitales Scheitern der von ihm begleiteten Veranstaltung.


    Dann die hochnotpeinliche und dermaßen unprofessionelle Pressekonferenz, und als wär's nicht schon schlimm genug wird kleinlich und unerträglich über die Verantwortung palavert.


    Die Medien hypen die Geschichte, es gibt Sondersendungen und Brennpunkte für 20 Tote und 500 Verletzte. Nicht, dass das nicht schlimm wäre. Aber mit denen haben 99,99999% aller Deutschen genauso wenig zu tun wie mit den 30 Verkehrstoten, die zwischenzeitlich in Deutschland verunglückt sind und wo 5000 Tote jedes Jahr nicht etwa zu einer Diskussion um ein Tempolimit führen. 20 Tote sind verdammt wenig wenn tatsächlich 1,5 Millionen Menschen vor Ort waren und das Sicherheitskonzept der Veranstaltung desaströs war.
    In Bagdad und Kabul werden jeden Tag doppelt so viele Menschen in die Luft gesprengt wie bei der Loveparade starben, aber keinen interessiert es.
    Wildfremde Menschen, die oft gar nicht mal vor Ort waren, geschweige denn Opfer der Loveparade kannten, heulen als wäre ihre eigene Oma gestorben. Offenbar geht die Massenhysterie weiter...


    Überhaupt die Medien: seit 3 Tagen wird die Sau durchs Dorf getrieben, die Menschen springen ja auch prima drauf an. Selbst seriöse Sendungen wie die Tagesschau oder das heute-journal sind sich nicht zu schade Youtube-Videos zu zeigen - also im Klartext Filme aus ungeprüften Quellen, ein Sündenfall für jeden ernstzunehmenden Journalisten. Peinlich...

    Ich kann den Text von Eva Herman zum Teil nachvollziehen.


    Sie übertreibt es zwar und manche Aussage ist daneben, genauso wie in ihrem Kommentar zu Bischof Mixa. Die Aktion bei Kerner gegen sie war ganz und gar nicht OK, sich daraufhin jetzt mit ultrakonserativen Rundumschlägen zu äußern aber auch nicht gerade sinnvoll.


    Aber in einem hat sie Recht: das Bild artiger Jugendlicher, die bei der Loveparade ein Fest der Liebe, Freude und Musik feiern, passt wirklich nicht. Es ist nicht die jugendliche Form des Musikantenstadls: der eine will cooler sein als der andere, Alkohol und Drogen dürften bei der Loveparade in Massen konsumiert werden und über Geschmack kann man bekanntlich nicht streiten, aber das ohrenbetäubende Techno-Gehämmere ist eher Gehirnwäsche als melodische Musik.


    Natürlich sollte man solche Meinungen nicht mit dem Unglück verquicken und so tun, als wären die Probleme dieser Veranstaltung an sich nun die Ursache für das Unglück. So ist es nämlich definitiv nicht; dahinter steht Unvermögen, Geldgier und Geltungsdrang bei den Ausrichtern.

    Wenn ich auf Samsung Apps klicke erscheinen die Reiter "Empfohlen - Top - Kathegorie".


    Darunter kommt dann bei den Empfohlenen die Auswahl zwischen "Hot" und "Neu", darunter ein Streifen mit Werbung ("nom" und "Everland"), darunter der Schriftzug "2 Update(s) verfügbar" und dann kommt eine Liste irgendwelcher Spiele-Apps.


    Ich kann unten auf der Seite über das Menü mit den drei Punkten meine Downloads anwählen, sehe dann eine Liste der Apps, die ich installiert habe oder hatte (teilweise Doppelt- und dreifach-Einträge weil Sachen zwischenzeitlich deinstalliert waren) - aber da kann ich nirgendwo "Update" anklicken.


    Ansonsten raffe ich nicht was ihr meint, kann das vielleicht jemand in ganz simpel und Schritt für Schritt beschreiben? Ich finde nämlich nicht, was ihr schreibt...

    Coltan


    Genau so läuft's aber doch. In diesem Bürokratenland sind so viele Wasserköpfe zuständig - oder nicht zuständig und dennoch am Mitlabern - dass am Ende nicht mehr zweifelsfrei zu klären ist, wer den eigentlichen Fehler verursacht hat. Schuld sind immer "die anderen", die entweder den Mangel hervorgerufen oder einen selber durch angeblich falsche Infos zu Fehlentscheidungen verleitet haben - die man mit korrekten Infos natürlich nie gemacht hätte.


    Man nennt das Verantwortungsdiffusion, und die funktioniert hierzulande ganz perfekt. Die aktuellen Diskussionen (auch hier im Thread) zeigen ja nur zu gut, dass nicht mal eindeutig klar ist wer eigentlich wem etwas zu sagen hatte, wer die Veranstaltung genehmigen, verbieten, mitreden darf.


    Und ab einem gewissen Punkt sehe ich das sogar fast schon ein. Wenn du verantwortlich wärst und irgendein Heinz aus dem Ordnungsamt rechnet dir vor, dass den Tunnel pro Stunde x Menschen passieren können, dann kannst du das nur glauben oder nicht glauben. Du hast aber keinerlei Möglichkeit es zu hinterfragen. Es könnten genauso nur halb oder doppelt so viele Menschen hindurch passen. Wer kann das schon realistisch messen?


    Mal ganz abgesehen davon, dass sich aufgeheizte, vielleicht auch betrunkene und unter Drogen stehende Rückkehrer anders benehmen als nüchterne neue Festivalbesucher, Raver anders als Kirchentagsbesucher etc.


    Entscheidungen über solche Veranstaltungen beruhen doch zu 80% auf rein politischen Motiven und werden von Leuten getroffen, die einen Posten bei der zuständigen Behörde haben. Wenn derjenige ein Vollidiot ist oder sich nur an Vorgaben orientieren kann, die er gar nicht hinterfragen kann (z. B. wieviele Leute durch den Tunnel passen), kommt sonstwas dabei heraus.
    "Entscheider" reißen immer den Bagger auf, auch wenn sie den Mund zu halten hätten, und "Zuarbeiter" sichern sich immer ab um selber nicht verantwortlich zu sein. Liegt am allgemeinen Klima in diesem Land...


    Ansonsten reißt jeder die Klappe auf wenn es etwas zu entscheiden gilt oder eine Kamera da ist, wenn's aber schief geht ist keiner verantwortlich und jeder verweist auf den anderen. Die Pressekonferenz und das Krisenmanagement heute waren da perfekte Anschauungsobjekte.

    Zitat

    Original geschrieben von r2d277
    in der regel sind das die obersten, die bei dir im display angezeigt werden.


    In welchem Display? :confused:


    Wenn ich im Menü "Samsung Apps" wähle - also das Icon mit der kleinen 2 - erscheint eine Seite mit App-Angeboten. Ich kann dann unten im Menü meine Downloads anzeigen lassen, aber ich sehe keine Möglichkeit, diese upzudaten.


    BTW, da sind Apps, die ich mehrmals installiert hatte (aus irgendeinem Grund zwischenzeitlich mal deinstalliert) doppelt und dreifach aufgelistet. Warum? Es würde doch reichen, solche Programme einmal anzuzeigen... Nervt mich, es reicht wenn der letzte Download angezeigt wird.

    Ich sehe 2 Kernprobleme:


    1) Derartige Großveranstaltungen sind letztlich immer unbeherrschbar. Die Angaben über die Teilnehmerzahlen weichen bei Großveranstaltungen jedes Mal extrem voneinander ab. Hier war das auch der Fall: der eine redet von 100.000 Teilnehmern, der andere sagt "geplant waren 500.000 Teilnehmer", wieder andere schwadronieren von 1 - 1,5 Millionen Ravern. Gezählt hat das keiner, kann auch keiner, dadurch hantiert man immer - auch bei der Planung - mit Fehlerquoten von mehreren hunderttausend Besuchern...


    Selbst wenn man die Zahlen realistisch einschätzen könnte: derartige Menschenmengen sind immer unkontrollierbar und somit nicht planbar. Sobald irgendwo jemand durchdreht, sei es im Rahmen einer Massenpanik oder weil es zu einer Schlägerei kommt, weil irgendwo ein Unglück passiert, was auch immer - das ist schlicht nicht beherrschbar.
    In diesem Fall mangelte es wohl an ausreichenden Pufferzonen und weil es mit dem Tunnelzugang ein besonders heikles Nadelöhr gab. Aber auch wenn das besser strukturiert gewesen wäre: wenn jetzt Zahlen über die Kapazität des Tunnels genannt werden frage ich mich, wer die eigentlich ausgerechnet hat, auf welcher Grundlage und wie realistisch sowas ist. Am Ende sind es doch nur Hochrechnungen, die auf Annahmen beruhen, die sich irgendein Hanswurst aufgrund persönlicher Ansicht und Schätzung ausdenkt...


    Bei der Loveparade kommt - anders als beim Kirchentag mit frommen und disziplinierten Gutmenschen - noch dazu, dass durch Musik, Alkohol und Drogen aufgeputschte Leute unterwegs sind...


    Man hätte neben dem Tunnel noch 20 weitere Zugänge zum Gelände schaffen können - es hätte wahrscheinlich dennoch das gleiche Szenarium gegeben weil das Problem bleibt: Zu viele Menschen konzentrieren sich auf einer Stelle und die Unplanbarkeit solcher Menschenmassen bleibt selbst bei den tollsten Modellrechnungen bestehen.



    2) Politik und Medien...


    Im Vorfeld will keiner der Spielverderber sein. Einer Stadt bringt die Veranstaltung eine riesige Aufmerksamkeit, womöglich Geld, sei es direkt oder indirekt indem man eine große Werbeaktion damit verbindet. "Love"parade steht für Liebe, Frieden, junge Leute, Musik, Spaß... welcher Bürgermeister stellt sich dann hin und lehnt sowas ab? Jeder will dabei sein und ist dafür.
    Spielverderber, die sagen "zu groß, zu teuer, zu laut, zu gefährlich, Drogen, Müll, Alk...." werden mundtot gemacht. Manche, weil sie als Berufs-Bedenkenträger sowieso immer dagegen und nicht ernst zu nehmen sind, andere, weil man sich die Aktion nicht kaputt machen lassen will und "naja, es wird schon gut gehen.".


    Jetzt ist es tatsächlich schief gegangen und prompt ist natürlich keiner Schuld. Es sind immer die anderen, die den Fehler gemacht haben und jetzt bekommen umgekehrt die Bedenkenträger Oberwasser: auf einmal hat natürlich jeder gewarnt und gewusst, wie heikel alles war, dass die Planungen ja üüüüüberhaupt nie klappen konnten. Prompt tauchen auch in allen Medien diejenigen auf, die schon vorher wussten, dass es zur Katastrophe kommen wird...


    Die Medien schlachten beides aus. Jedem mit normalem Menschenverstand ist eigentlich klar, egal ob Loveparade oder die Hadsch nach Mekka, zu viele Leute an einem Ort, Panik, dann ist die Katastrophe da. Meistens passiert ja nichts, wenn aber doch ist das einfach nicht aufzuhalten bei derartigen Massenansammlungen von Menschen. Dennoch wird es sensationell aufgebauscht, selbst die ARD und der WDR, eigentlich seriöse Medienanstalten, mischen mit.


    Genauso springen jetzt diverse Politikernasen aus der Bundes- und Landesregierung auf den PR-Zug auf. Ich weiß nicht, wieso die jetzt dort in der Szenerie erscheinen und mitreden...


    Ich persönlich bedauere den Tod der Menschen und die Verletzten, aber mich überrascht das alles nicht. Es ist der Preis, den man zahlt wenn man derartige Veranstaltungen abhält. Genauso wie Verkehrstote zum Straßenverkehr gehören - auch da bekommen wir Raser und Betrunkene oder unsichere Leute nicht gänzlich eliminiert.


    Das klingt zynisch, es ist aber einfach so. Es ist "normal" dass Menschen tödlich verunglücken wenn sie mit Geschwindigkeiten, für die der Mensch nicht ausgelegt ist, Auto fahren; und genauso normal ist, dass in riesigen Menschenansammlungen unplanbare Paniken entstehen können.


    Dass es hier im Tunnel war verschleiert doch, dass es auch an jeder anderen Stelle (vor einer Bühne etc.) hätte passieren können. Und die Medien machen eine Sensation draus, damit hingeschaut wird.