Beiträge von Printus

    Re: neues Samsung Netbook hat Kratzer- Garantie/ Widerrufsfrage


    Zitat

    Original geschrieben von august123
    Natürlich habe ich gleich den Händler und Samsung kontaktiert. Ergebnis beim Händler: ich solle es über Samsung regeln.


    Nö. Du hast einen Kaufvertrag mit dem Händler, nicht mit Samsung. Deswegen ist dir gegenüber der Händler - und nicht der Hersteller! - in der Pflicht. Lasse dich hier also nicht abwimmeln! Händler machen das gerne um sich nicht kümmern zu müssen - das Ergebnis kannst du in dem Thread nachlesen, in dem es hier vor ein paar Tagen um einen defekten Fernseher ging...


    Innerhalb der ersten 2 Jahre nach Übergabe der Ware geht man davon aus, dass der Fehler bereits vorhanden (oder zumindest durch unzureichende Qualität der Hardware "angelegt") war. Sollte der Händler anderer Meinung sein und ein Eigenverschulden vermuten, muss er dir das beweisen, denn in den ersten 6 Monaten liegt die Beweislast bei ihm.


    Bei Kratzern auf dem Display könnte man das Eigenverschulden natürlich erstmal unterstellen, leichter als bei einem defekten Mainboard etc. Auf diese Argumentationsstrategie des Händlers würde ich mich aber gar nicht erst einlassen bzw. wenn er das unterstellt muss er es beweisen. Deine Aussage ist, dass der Fehler von Anfang an vorhanden war. Damit steht deine Einlassung dazu im Raum und jetzt kommt er - mit dem nicht zu führenden "Beweis", also nur einer Unterstellung, dass du das Gerät selbst verkratzt hättest. Unterstellungen reichen aber nicht wenn man die Beweislast trägt. :)


    Dass du das Gerät bereits eingeschaltet und teilweise konfiguriert hast sehe ich nicht als Problem: der Kratzer ist nicht so auffällig, dass er sofort ins Auge springt. Dir ist somit nicht anzukreiden, dass du den Mangel nicht sofort beim Auspacken bemerkt hast. Als privater Käufer bist du, anders als ein gewerblicher Kunde, auch nicht verpflichtet die Ware SOFORT eingehend auf Mängel zu überprüfen.


    Lass' dich vom Händler also nicht abwimmeln und bestehe dort auf dein Recht. Lass' Samsung aus dem Spiel, die sind dir gegenüber in keiner rechtlichen Verpflichtung.


    Lies' dir ansonsten deine Rechte im Rahmen der Gewährleistung durch und dann kannst du ja im Rahmen der Mängelrechte überlegen, was du erreichen willst. Bei einem gerade neu bezogenen Gerät würde ich mich nicht auf Reparatur etc. einlassen sondern gleich ein neues Gerät einfordern. Oder, wenn du mit dem Schaden leben kannst weil es sooooo schlimm nicht ist, forderst du zumindest einen Abschlag auf den Kaufpreis, wobei man sich über die Höhe einigen müsste.


    Letzteres dürfte für den Händler allerdings in seinen Abläufen nicht so ganz leicht umzusetzen sein weil er bei seinen Zulieferern auch nicht "einfach so" einen Preisnachlass einfordern kann. Das soll aber nicht dein Problem sein - und bei einem neuen Gerät und Reklamation des alten hat er dieses Problem ja eh nicht.


    Ich würde den Mangel nicht gleich hinnehmen weil es etwas Mühe bedeutet sein Recht einzufordern. Du zahlst den vollen Preis für ein tadelloses Gerät, also hast du auch Anspruch auf eine entsprechende Ware.


    Ansonsten hast du mit Samsung einen guten Griff getan, das sind gute Geräte. Samsung verbaut im Gegensatz zu diversen anderen Herstellern meistens Tripple-A-Komponenten aus hauptsächlich eigener Produktion. Die Haltbarkeit der Geräte ist entsprechend... :top:

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    Original geschrieben von holden
    Etwas naiv die Begründung. Oder weißt Du sicher, daß nicht einige der Linken Wulff gewählt haben?


    Natürlich WEISS ich es nicht, die Wahl war ja geheim. Aber die Anzahl der Enthaltungen passt recht gut zur Anzahl der Wahlmänner und -frauen der Linken. Die Geschlossenheit scheint da offenbar doch größer gewesen zu sein als im ersten Wahlgang bei schwarz-gelb.


    Man kann das jetzt aufzudröseln versuchen oder es lassen. Es war von Anfang an klar, dass die Stimmenmehrheit für Wulff sein würde. Dass es 3 Wahlgänge bedurfte und Gauck eine theoretische Chance gehabt hätte, fällt auf, am Ende kam es dann aber doch so, wie man es erwarten musste.


    Die Weichen hätten vorher anders gestellt werden müssen (Abstimmung zwischen rot-grün und den Linken) dann hätten sie einen CDU-Kandidaten aushebeln können. Aber so, wie es lief, hatte der rot-grüne Bewerber keine Chance. Dass es mehrerer Wahlgänge bedurfte kann man als Makel sehen, letztlich kam aber das sowieso vorhersehbare Ergebnis heraus.

    Mal schauen wohin es sich entwickelt. Ich kaufe bestimmte Sachen nach wie vor nicht online, zumindest nicht vollständig. Bei Bekleidung, Schuhen, Lebensmitteln ... will ich die Ware sehen, fühlen, an-/ausprobieren, testen... bevor ich kaufe.


    Insofern wird der Onlinehandel mich so schnell nicht aus den Supermärkten vertreiben.

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    Original geschrieben von Jimmythebob
    Das ist natürlich das, was Gysi und Co. nicht müde werden zu behaupten


    Es ist aber logisch schlüssig und deswegen kann man das nicht einfach so wegwischen wie du es machst.


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    Original geschrieben von Jimmythebob
    Nochmal, eine Wahl, bei der es lediglich 2 Kandiaten gibt (ich lasse den Nazi jetzt mal außen vor), endet immer in einem Kompromiss!


    Nö. In einer freien Wahl hatten alle die Möglichkeit für den einen, den anderen oder mit Enthaltung zu stimmen.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Dieser war auch konservativ und sogar Mitglied im CDU-Vorstand. Trotzdem hat die SPD bei seiner Wiederwahl auf einen Gegenkandidaten verzichtet


    Ein unsinniger Vergleich. Damals war es so, aber jetzt waren die Verhältnisse andere.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Absolutes Kindergartengehabe. Mehr fällt mir dazu nicht ein.


    Das merkt man. Sachliche Argumente kann man diskutieren, Meinungen nicht.


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    Original geschrieben von Jimmythebob
    Wenn es bei der Zahl der Abweichler wie im ersten Wahlgang geblieben wäre, hätte Gauck mit den Stimmen der Linken gewählt werden können. Eine Enthaltung ist damit eine Stimme für Wulff gewesen


    Zu diesem Zeitpunkt hat die Linke sich nicht enthalten. Sie hatten in den beiden ersten Wahlgängen eine eigene Kandidatin am Start und haben für diese votiert.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Auch als Linken-Politiker muss man Verantwortung übernehmen, davor hat sich die Linke gestern versucht zu drücken, und dass obwohl ihr doch angeblich so sehr an einem Politikwechsel gelegen ist


    Welchen Politikwechsel hätte es denn deiner Meinung nach gegeben? Es ist doch reine Spekulation, was passiert wäre. Selbst wenn Gauck neuer BP geworden wäre - dann würden die Wellen jetzt zwar noch höher geschlagen, aber ob die Regierung gekippt wäre oder nicht steht in den Sternen. Und wenn sie gekippt wäre: wie Neuwahlen ausgehen würden und ob es zugunsten der Linken laufen würde - das ist alles so schwammig und hypothetisch, dass es kaum reicht um daran sein Abstimmungsverhalten in der Bundesversammlung auszurichten.


    Beim Thema Verantwortung könnte man auch mal darüber nachdenken wieso fast 50 Abweichler von schwarz-gelb die Bundeskanzlerin in eine sehr unangenehme Lage brachten. Anstatt auf den Linken rumzukloppen ist das ein wesentlich interessanteres Thema, denn da geht es um die Regierungskoalition und ihren Zustand.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Nein, ein Bundespräsident ist eben kein Politiker


    Du solltest deine staatsrechtlichen Kenntnisse dringend auffrischen.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Die Bürger hätten Gauck gerne als Präsidenten gehabt, das haben alle Umfragen ergeben. Dass er Positionen vertritt, die "vielen Bürgern nicht liegen", kann also nicht so ganz der Wahrheit entsprechen.


    Den meisten Bürgern ist einfach der Mann sympathisch, er hat Charisma. Außerdem spricht sein Lebenslauf eine klare Sprache. Vor allem aber ist es jemand, der anders redet als der ganze uniforme Berliner Politikerhaufen - und er ist überparteilich, kein Parteisoldat seit er aus dem Kindergarten gekommen ist.
    Dass er darüber hinaus teilweise sehr konserative Positionen vertritt wissen viele einfach nicht, es hätte sie aber auch nicht gestört weil jemand nicht zwangsläufig in allen Positionen deckungsgleiche Meinungen haben muss um ihn für ein bestimmtes Amt passend zu finden.

    Ich kann Raedan.de empfehlen. Die Gin Fizz fasst sich unglaublich gut an, man mag das Ding gar nicht mehr aus der Hand legen... :p


    Der Schneider ist hier auch Forenkollege und ich habe dort immer Taschen in bester Qualität bekommen.


    Zitat

    Original geschrieben von haidiho
    hat jemand erfahrung mit der suncase?


    Bei der Qualität einer Tasche bin ich sehr pingelig - und zumindest das, was man da auf den Bildern sieht, überzeugt mich nicht wirklich. Die Prägung z. B. sieht nicht gerade nach guter Verarbeitung aus und mich würde auch stören, dass das Handy nicht wenigstens ein kleines Stück in der Tasche verschwindet, sondern oben bündig abschließt (oder in der Realität dann, wenn man Pech hat, heraussteht...)


    In richtig guter Verarbeitungsqualität gibt es diese Art Taschen von Bugatti. Die Taschen dieses Herstellers sind immer sehr gut verarbeitet und die mit dem Band zum Rausziehen ist qualitativ erste Sahne, ich habe sie bei einem anderen Handy im Einsatz und bin sehr zufrieden.


    Aufpassen musst du allerdings wegen der Maße. Zuletzt gab es leider keine speziell ans Wave angepasste Version, sondern nur eine Standardgröße - und ausgerechnet die war für das Wave nicht so ganz perfekt. Aber vielleicht gibt es inzwischen ja ein perfekt sitzendes Modell.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Man muss eben Kompromisse eingehen, dazu ist die Linke leider nicht im Stande. Hinterher wird das ganze dann noch als glorreiche Tat dargestellt.


    Das ist aber eine mehr als abenteuerliche Argumentation.


    Gauck vertritt stark bürgerlich-konserative Positionen und hätte daher inhaltlich perfekt als CDU/CSU-Kandidat plaziert werden können. Blöd, dass die CDU nicht auf diese Idee gekommen ist!
    Dass er dann von der SPD aufgeboten wurde war zum Teil auch so gemeint, Druck gegen die CDU und die Kanzlerin aufzubauen: obwohl Gauck unzweifelhaft ein honoriger Mensch ist (den auch ich gerne als Bundespräsident gesehen hätte) wollte man die Kanzlerin mit ihren seichten Kandidaten in die Enge treiben - was ja auch gut funktioniert hat: die SPD hatte so nämlich die wesentlich charismatischere Persönlichkeit am Start...


    Bzgl. der Linken mag es irgendwo noch einen vereinzelten, zurückgebliebenen SED-Kader geben, der tatsächlich wegen alter DDR-Geschichten gegen Gauck war. Dass man dieses aber in den MEdien zum alleinigen Grund hochstilisiert ist einfach falsch. Allein schon die Anzahl an jungen Linken-Abgeordneten, die noch in den Windeln lagen als die DDR sich auflöste (das ist 20 Jahre her!) lässt eine negative Betroffenheit durch Herrn Gauck als Stasi-Aufklärer absurd erscheinen.


    Gauck vertritt in grundlegenden Fragen, Kernthemen der Linken, diametral gegensätzliche Ansichten: er spricht im Bezug auf den Afghanisthan-Krieg und im Bezug auf die Sozialsysteme im Deutschland über genau das Gegenteil dessen, was die Linke vertritt. Dass er damit nicht mehr der Wunschkandidat der Linken ist, liegt auf der Hand. Das muss man auch mal so zur Kenntnis nehmen und nicht permanent ignorieren nur weil man sich eine andere Wahrnehmung zurechtgelegt hat und nicht bereit ist sein falsches Bild zu korrigieren.


    Obendrein gab es seitens der SPD den ganzen Monat über, bis gestern vor dem 3. Wahlgang, keine Anstalten sich mit den Linken über einen Kandidaten - auch die Personalie Gauck - zu verständigen. Unter den Umständen konnte man nicht erwarten, dass die Linken sich dennoch zu Steigbügelhaltern der SPD-Rochaden machen. Keine Partei hätte sich in dieser Situation anders verhalten als die Linken, niemand würde sich zum Stimmvieh einer anderen Partei machen, wenn keine Kommunikation da ist und der Kandidat um 180° unterschiedliche Positionen vertritt.


    Die Linken haben Wulff damit NICHT ins Amt gehievt, sondern sie haben sich im 3. Wahlgang enthalten. Das ist konsequent wenn sich zu diesem Zeitpunkt nur noch 2 Kandidaten anboten, denen man beiden nicht zustimmt. Obendrein wäre Gauck zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr BP geworden, denn die Stimmenmehrheit von schwarz-gelb hätte selbst bei geschlossener Gauck-Wahl aller Linken obsiegt.


    Ich bin ein Gauck-Fan gewesen und bedauere, dass er das Rennen nicht gemacht hat. Wulff wird das Amt schnörkellos ausfüllen, fraglich ist nur, ob er auch unbequem und mehr als ein Grußonkel sein wird.


    Ich verstehe aber die Linken und finde, dass sie objektiv nicht anders handeln konnten. Ganz unabhängig vom politischen Standort, hier konnten sie nicht anders abstimmen weil man ihnen jedwede andere Verhaltensweise um so mehr hätte ankreiden können.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Davon ab ist ein BP auch kein Politiker, was Herr Gauck über Hartz IV denkt spielt also überhaupt keine praktische Rolle.


    Was ist er denn, ein Bulettenbrater? :confused: Natürlich ist das ein Politiker! Und da der BP eine moralische Authorität sein soll spielt es sehr wohl eine riesengroße Rolle, wie er zu gesellschaftspolitischen Themen der Gegenwart steht. Obendrein repräsentiert er als Staatsoberhaupt alle Bürger; wenn er dann Positionen vertritt, die vielen Bürgern nicht liegen, ist das natürlich relevant.

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    Original geschrieben von bernbayer
    "Alle in einen Sack" so darf mann es auch nicht sehen. Sollen wir dann die Demokratie abschaffen, weil alle Parteien nichts taugen und uns wieder einen Monarchen zulegen? Das kann es sicher auch nicht sein. Da könnte man schon eher manchmal alle Medien und Journalisten in einen Sack stecken, die fast immer nur kritisieren, die haben es eben leichter, sie müssen ja nicht handeln. Politiker sind auch nur Menschen mit Fehlern und Schwächen.


    Aber Politiker dürfen sich das Heft des Handelns auch nicht aus der Hand nehmen lassen. Wenn zwischen der Bundestagswahl und der NRW-Wahl über ein halbes Jahr faktischer Stillstand war weil man fürchtete, schlechte Wahlergebnisse einzufahren wenn man Dinge anpackt, spricht das nicht gerade für die Qualität, Rückgrat und Gestaltungswillen der politischen Klasse in Berlin.


    Wenn es nur noch um Umfragewerte und Macht geht können wir einpacken.


    Ich erwarte von verantwortlichen Politikern, dass die nicht nur auf's eigene Image und die Versorgung schielen, sondern in der Zeit, für die sie gewählt wurden, ihren Job erledigen. So wird es auch von JEDEM Arbeitnehmer erwartet. Ich kann mich auch nicht hinsetzen und warten bis mein Arbeitgeber ein Umfeld schafft, das mir persönlich gut gefällt...


    Dass Journalisten es auch übertreiben, stimmt aber ebenso. Aus jedem alberne Anlass wird eine riesiger Hype gemacht... Wenn Tagesschau, Tagesthemen, heute-journal usw., also eigentlich seriöse Produkte im öffentlich-rechtlichen TV, Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft bei der Fussball-WM zum Aufmacher der Sendung erheben und ihren Teil zum Medienrummel beitragen frage ich mich schon, ob das noch angemessen ist. Als ob es keine ernstzunehmenden Themen mehr gäbe... Wenn die WM das Hauptthema der Sportschau ist und man beispielsweise das Finale gebührend in den Nachrichtensendungen beleuchtet, wäre das ja OK. Aber was da zuletzt los war lässt einen schon zweifeln wo die Prioritäten liegen, nach Meinung angeblich seriöser Journalisten.

    Wer sollte Merkel denn vom Thron stürzen? Sie ist für weitere 3 Jahre im Amt und das wäre nur dann zu ändern wenn sie selber hinschmeißt. Das aber würde nicht zu ihrer bisherigen Vita passen. Sie mag zwar zögerlich und moderierend daher kommen, keinen offensichtlich dominierenden Führungsstil haben, aber dennoch hat sie bisher alle Ziele mit Beharrlichkeit verfolgt und erreicht. Ich sehe nicht warum sie gehen sollte... Das Gerede von schnellen Neuwahlen ist heiße Luft weil es dafür keine Fakten gibt.


    Die Linken hatten das Problem, dass sie Gauck wegen seiner Haltung zum Afghanisthan-Krieg und zu sozialen Themen nicht wählen wollten. Obendrein gab es im Vorfeld der gestrigen Wahl wohl zu keinem Zeitpunkt einen Kontakt seitens der SPD, wo man sich auf eine gemeinsame Wahlstrategie oder einen Kandidaten geeinigt hätte. Erst vor dem 3. Wahlgang gestern wurde geredet - und da wollten sich die Linken nicht zum billigen Mehrheitsbeschaffer machen.


    Dass sie damit nach allgemeiner Lesart eine riesige Chance verpasst haben der schwarz-gelben Koalition eins auszuwischen und obendrein ein Signal bzgl. ihrer Vergangenheit zu setzen, stimmt auch. Aber ganz so einfach, dass es nur Chaoten wären, kann man das nicht hinstellen, denn die Begründungen für das Wahlverhalten sind durchaus plausibel. Andere Parteien würden auch keinen Kandidaten mitwählen, der in seiner Haltung zu Kriegen und bei Kernthema der eigenen Klientel (soziale Ungleichheit) andere Positionen vertritt.
    Gauck ist der CDU hier sogar näher als der SPD und den Grünen. Die haben ihn nicht nur, aber auch deswegen aufgestellt weil sie der Kanzlerin damit schaden wollten, aber nicht nur, weil das ein toller Mann ist.


    Bzgl. NRW: Ich weiß nicht wieso das immer verdreht wird. Hannelore Kraft braucht bei einer Minderheitenregierung für jedes Projekt die Zustimmung einzelner Abgeordneter aus anderen Parteien. Das können CDU-, FDP- und Linken-Parlamentarier sein. Ich finde nicht, dass man daraus eine "Zusammenarbeit"mit den Linken machen kann.
    Obendrein wird sie nicht so doof sein, den Ypsilanti-Fehler zu wiederholen und nach der Wahl mit jemandem zu regieren, der vor der Wahl als regierungsunfähig bezeichnet worden ist. Es gibt keine Koalition und keine offizielle Zusammenarnbeit. Mehrheiten können auch als anderen Lagern kommen und Kraft ist keineswegs speziell auf die Linken angewiesen. Man sollte also auch hier bei den Fakten bleiben.

    Wenn ich mir aber andererseits ansehe wie viele Leute vor der letzten Wahl nicht kapiert haben was sie sich mit schwarz-gelb antun und FDP gewählt haben... Jetzt müssen wir alle die Suppe auslöffeln, dabei war für jeden politisch Interessierten vorher eindeutig klar, was dabei rauskommen würde. Ich sollte die alten Threats nochmal herauskramen, wo ich genau vorausgesagt habe, was passieren wird.


    Ohne eine gewisse Mindestpunktzahl im PISA-Test sollte kein Bürger überhaupt wählen dürfen, wenn wir wirklich verantwortlich handeln würden ;)


    Wenn die Leute den Bundespräsidenten dann genauso intelligent wählen würden wäre plötzlich Stefan Raab (oder eine vergleichbare Flachpfeife) Bundespräsident weil er den ESC nach ein paar Jährchen langweilig findet und meint, dass eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl ein lustiger Gag wäre...

    Zitat

    Original geschrieben von wrywindfall
    Immerhin müßte sich der/die Kandidat/in allgemein vorstellen und um Stimmen werben. Dann hätten wir womöglich einen wirklichen Repräsentanten und keine Parteischranze.


    Man will halt vermeiden, dass es einen Wahlkampf gibt, bei dem jemand allzu populistisch redet um gewählt zu werden. Die Bundesversammlung ist sicher nicht ideal und spiegelte insbesondere dieses Mal nicht Volkes Wille, aber der Grundgedanke ist ja auch nicht zu verachten: der Bundespräsident soll als Staatsoberhaupt und oberster Verfassungshüter vor allem moralische Kraft haben und sich nicht als populistischer Wahlkämpfer einführen. Sonst wählen bildungsferne Schichten denjenigen zum Bundespräsidenten, der den größten Käse in der Bildzeitung oder dem Privatfernsehen verzapft. Nicht unbedingt das beste Aushängeschild, ein solcherart gewähltes Staatsoberhaupt.