Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von autares
    http://www.n-tv.de/ratgeber/an…s-Geld-article883797.html


    Aber das ist doch sowieso alles gefälscht. Diskussion zu Ende :rolleyes:


    Nicht gefälscht, aber da wird eine Sichtweise darzustellen versucht, die Menschen so nicht empfinden. Der DIW ist obendrein keine Diskussionsgrundlage weil da jede Neutralität fehlt.


    Der eine Punkt ist, dass die Lebensumstände heute völlig anders sind als 1960 und deswegen bringt es wenig, wenn man da überhaupt irgendwelche Vergleiche zieht.


    "Im Schnitt müssten sie für den gleichen Warenkorb nur ein Drittel so lange arbeiten wie im Jahr 1960."


    Es interessiert keinen wie lange er für etwas arbeiten muss, sondern wie der Lohn zur Finanzierung des Lebensunterhalts passt. Und offensichtlich passt es immer weniger... daran ändert der DIW nichts wenn er die Sache in einem Licht darstellt, das für den Verbraucher nicht relevant ist. Mich interessiert wie mein Lohn zu meinen Kosten passt, wieviel Geld weg ist wenn ich voll tanke ist entscheidend - nicht, wie viele Minuten ich für eine Tankfüllung im Vergleich zu früher arbeiten muss.

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    Original geschrieben von 1233321918
    Thema Inflation: Macht euch doch mal die Mühe und recherchiert, wie lange ein Durchschnittsverdiener in den letzten 5 Jahrzehnten für bestimmte Waren arbeiten musste.


    Das führt zu nichts, wir haben es hier doch seitenlang durchgekaspert. Es nützt mir wenig wenn ich Durchschnittswerte sehe, während meine Lebensrealität und die Wahrnehmung vieler Menschen anderes ist.


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    Original geschrieben von 1233321918
    Thema Politik: "Die" Politiker sind genauso fähig oder unfähig wie andere Berufsgruppen. Es gibt gute Politiker und es gibt schlechte Politiker. Manchmal müssen in einer Demokratie auch gute Politiker schlechte Politik machen, das ist leider so. Aber letztendlich leben wir doch in der besten Staatsform, die ich mir vorstellen kann.


    Mein Anspruch an "gute Politik" ist gemäß dem Amtseid, seine "Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe)." (Art. 56 Satz 2 GG)


    Findest du, dass das der Fall ist wenn Schulen verlottern, soziale Projekte wegen Geldmangels eingestampft werden, man sich durch Nichtstun zur nächsten Wahl hangelt anstatt auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen?
    Nach der Bankenrettung passierte NICHTS um um die Finanzmärkte zu regulieren und das Ergebnis zeigt sich jetzt. Wenn wieder nichts passiert kommt die nächste Krise, die wir nicht mehr bewältigen.


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    Original geschrieben von 1233321918
    Also ich möchte jedenfalls mit niemandem meiner Vorfahren tauschen, ich bin der Meinung, es ging uns materiell in Deutschland noch nie so gut wie heute.


    Nicht mit denen, die vor 70 Jahren gelebt haben, aber durchaus mit denen, die vor 40 Jahren lebten.


    Wenn man sich die Wahlbeteiligungen anschaut kann man bei einigen Menschen reine Unlust unterstellen, bei vielen aber eher Frust und Aussichtslosigkeit. Selbst viele Stammwähler verweigern ihren Parteien in der letzten Zeit die Gefolgschaft. Die SPD hat das erlebt als sie mit den Hartz-Gesetzen gegen die eigene Klientel regiert hat, die CDU wurde zuletzt in NRW abgestraft - und das nicht weil Rüttgers einen total schlechten Job gemacht hat, sondern als Denkzettel für die Bundesregierung in Berlin.

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    Original geschrieben von autares
    Sorry, aber das must du mir jetzt bitte mal erklären: Wo schädigt es die Volkswirtschaft, wenn ich einen Kredit aufnehme?


    Wenn du einen Kredit aufnimmst weil du fremdes Geld brauchst um eine dringende Investition zu finanzieren, ist das OK.


    Wenn du ihn aber aufnimmst weil du mehr "verdienst" wenn du dein Vermögen auf der Bank liegen lässt, dadurch hohe Zinsen erwirtschaftest anstatt Anschaffungen mit deinen vorhandenen Mitteln zu finanzieren, ist das volkswirtschaftlich ein Problem. Du nimmst mit den erwirtschafteten Zinsgewinnen mehr Geld ein als du selber an Zinsen zahlst. Zu wessen Lasten geht das, wer kommt für die Differenz auf? Diejenigen, die Geld aufnehmen MÜSSEN weil sie auf fremdes Kapital angewiesen sind, die den Kredit nicht als "Sparoption" wählen können weil es preiswerter ist als sein Vermögen einzusetzen.

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    Original geschrieben von Jimmythebob
    Hast du den Artikel überhaupt gelesen?? Da steht, dass die VW-Bank 70% aller Autokredite finanziert. Dass 70% aller Autokäufer einen Kredit in Anspruch nehmen steht dort nicht!


    Das wird sich aber annähernd zusammenfügen. Es geht auch nicht um ein paar % mehr oder weniger, sondern die allgemeine Entwicklung dahinter. Eine weitere Quelle: klick.


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    Original geschrieben von Jimmythebob
    Es hat nämlich oftmals auch steuerliche Gründe, warum man sich für ein bestimmtes Finanzierungsmodell entscheidet. Das hat mit Geld haben oder nicht haben nichts zu tun. Ich kenne viele Leute die genug verdienen, es aber trotzdem nicht einsehen mal eben 50.000€ oder mehr für einen Neuwagen auf den Tisch zu legen.


    Und genau da versagt die Verantwortung derjenigen: wenn ich das Geld habe, den Wagen aber dennoch über eine Firma abschreibe oder mein Privatvermögen auf der Bank weiter vermehre, weil der Autokredit preiswert ist, schädigt das volkswirtschaftlich alle: den Steuerzahler, der die Abschreibung bezahlt oder im anderen Fall die Kreditnehmer, die keine andere Wahl haben als Geld für eine Investition aufnehmen zu müssen.
    Das ist eben genau jene Gier von Leuten, die eigentlich genug haben aber dennoch zusätzliche Vorteile mitnehmen wollen, die gesellschaftliche Verantwortung vermissen lässt.


    autares: ich jammere nicht, ich beobachte und interpretiere. Und ich vertrete die Meinung, dass "fördern und fordern" nicht nur für's Prekariat gelten darf, sondern ich fordere von den gesellschaftlichen Eliten, dass sie ihrer Verantwortung ebenfalls gerecht werden. IMHO ist das flächendeckend immer weniger der Fall - und nochmal, ich darf das kritisieren ohne es persönlich ändern zu können / zu wollen, denn ich habe einen anderen Job und bringe da meine Leistung. Dasselbe darf ich auch von anderen erwarten, erst Recht wenn ich sie bezahle.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Quelle?


    Meine 80% waren geschätzt, wobei ich da ganz gut gelegen habe, es sind 70%: klick


    Das zeigt doch: 2/3 aller Autofahrer sind nicht mehr in der Lage, sich ein adäquates Auto zu kaufen ohne dafür Geld leihen zu müssen. Und selbst dabei müssen sie den alten Wagen als Eigenkapital einbringen und meistens den Restwert des finanzierten Autos am Ende der Kreditlaufzeit einkalkulieren, damit die Raten der Finanzierung auf einem bezahlbaren Niveau liegen.


    Würden die Hersteller den Leuten über ihre Autobanken keine möglichst preiswerten Kredite geben, könnten sämtliche Hersteller morgen dicht machen weil sie kaum noch ein Auto verkaufen könnten. Die Menschen haben das Geld nicht mehr, um sich ein neues Auto zu kaufen.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    :confused: Jemand der Behauptungen aufstellt, muss diese beweisen können. Nicht umgekehrt!


    Wir müssen uns jetzt nicht mit Sandschäufelchen bewerfen, aber die Aussagen, auf die ich mich bezog, wurden von anderen behauptet (dass der Golf heute dasselbe kostet wie seinerzeit ein Mercedes und das ja ganz normal sei etc.).

    Wenn eine einzelne Partei oder ein einzelner Politiker ausschert und "Blut, Schweiß und Tränen" verkündet, wird derjenige natürlich nicht gewählt. Es müsste flächendeckend ehrliche Politik gemacht werden.


    Das Pauschalargument "wenn es dich stört, ändere es" in allen Ehren. Aber es kann nicht jeder Einzelne die ganze Welt retten und ich habe auch die Erwartung, dass andere auf ihrem Posten genauso ordentliche Arbeit leisten, wie es von mir auch verlangt wird.


    Ich kann nicht in jedem Gewerk, mit dem ich irgendwann mal konfrontiert bin, alles besser machen wollen, sondern muss mich auch darauf verlassen, dass Profis in dem Metier einen ordentlichen Job abliefern.


    Den Politiker zahle ich über meine Steuern letztlich genauso wie einen Handwerker - und ich erwarte von beiden, dass sie für mein teures Geld auch solide Ergebnisse bringen.


    Wenn wir das auf der Schiene "Wenn's dir nicht passt mach' es selbst" abarbeiten würden könnten wir einpacken. Das ist ein Totschlagsargument, das in der Sache nicht weiter führt und nur offenbart wenn man keine Sachargumente entgegenzusetzen vermag.

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    Original geschrieben von Jimmythebob
    Das sagst du einfach daher. Führe doch mal auf, was früher ein Golf gekostet hast, wie hoch die Inflation und Lohnentwicklung in den Jahren war, usw. Beachte auch, das der Golf nicht mehr das Einsteigermodell von VW ist. Ohne Quellen sind deine Aussagen nichts wert.


    Haben andere schon getan. Nebenbei geht die Argumentation nicht, dass der heutige Golf auch viel mehr bietet als der damalige. Schließlich entwickelt sich alles weiter und NATÜRLICH ist eine neue Technik-Generation besser ausgestattet als die Vorgänger-Versionen.


    Werden wirklich weiterhin Autos verkauft wie vor einigen Jahren? De facto gingen vor 20 Jahren 80% der Bürger mit einem Bündel Geldscheine ins Autohaus und bezahlten ihr neues Auto in bar. Damit war es dann ihr Eigentum. Heute sind wahrscheinlich 80% aller Autos finanziert und gehören nicht demjenigen, der sie fährt.
    Es gibt in Deutschland z. B. nicht EINEN EINZIGEN Maybach, der demjenigen gehört, der ihn benutzt. Sämtliche Wagen werden über irgendeine Firma finanziert und der Nutznießer zahlt aus eigener Tasche nichts dafür.


    Das gesamtwirtschaftliche Gefüge funktioniert nicht wenn die Lohnentwicklung nicht in dem Maße steigt wie sich die Lebenshaltungskosten entwickeln. Dass sich auch die Lebensumstände und Ansprüche ändern ist sicher richtig, nur kann sich der Einzelne nicht von dieser Entwicklung abkoppeln. Die Lebenshaltungskosten verändern sich nicht nur anhand von Preisentwicklungen, sondern auch durch sich verändernde Lebensumstände.


    Wenn z. B. durch das Internet vermehrt Fernbeziehungen entstehen oder heute eine andere berufliche Flexibilität erforderlich ist, resultieren daraus erhöhte Reiseaktivitäten, die nun mal Geld kosten und finanziert werden müssen. Sowas bildet die Statistik aber nicht ab und du kannst jetzt mit dem billiger gewordenen PC-Beispiel kommen, nur spiegelt das eben nicht die wahre Veränderung der Einnahmen und Ausgaben beim Bürger.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Das sind doch alles hohle Phrasen. Mach doch mal konkrete Vorschläge, was "die Eliten" deiner Meinung nach tun sollen.


    Dann mach' du erstmal konkrete Aussagen, warum es Phrasen sind. Solange du mich nicht mit Fakten widerlegst kannst du schlecht von mir erwarten, dass ich meine Aussage belegen soll.
    Ganz mal davon ab, dass ich nicht die Arbeit der Politik, der Wirtschaft, der Banken erledigen muss. Ich sehe an den Umständen im Land und in der Welt, dass sie riesigen Mist bauen und den Karren an die Wand fahren - und ich erwarte, dass sie das ändern. Als Bürger erwarte ich von diesen Kreisen eine solide Arbeit, so wie ich sie auch vom Metzger erwarte wenn ich teures Geld für die Wurst bezahle. Der sagt mir dann aber auch nicht, dass ich erstmal selber schlachten soll bevor ich kritisieren darf, wenn die Wurst nicht schmeckt. Das zu verändern ist sein Job, nicht meiner.

    Ja, aber bleibt dennoch auf dem Boden. Ob ein bestelltes Handy einen Tag früher oder später kommt ist etwas anderes als ob man auf ein Organ wartet. Teilweise mutet die Ungeduld hier schon albern an.


    Ich will das Ding auch schnell haben, aber wie hier manche durchdrehen nur weil das Gerät einen Tag früher oder später kommt, das ist schon nicht mehr normal.


    Also beendet jetzt dieses Theater und diskutiert über das Handy - oder lasst es, denn außer THWS kann eh keiner etwas sagen, der das Gerät nicht in Händen hat.

    1233321918, du zeigst doch an dem Beispiel perfekt auf, was schief geht - und kommst dennoch zu den falschen Schlüssen: heute kostet ein Untere-Mittelklasse-Golf das, was früher eine Mercedes-S-Klasse kostete. Die Löhne haben sich in derselben Zeit aber nicht genauso entwickelt. Wer sich früher den Benz leisten konnte, kann heute also nur noch Golf fahren. Wo soll das enden? In 10 Jahren fährt derselbe Mensch dann Dacia Logan und in 15 Jahren kann er sich gar kein Auto mehr leisten... der Bürger wird aber als Steuerzahler Millionen für Opel zahlen (egal ob mit oder ohne Deal mit GM oder weil er die arbeitslos werdende Belegschaft dürchfüttern muss), zahlt also, wenn man so will, am Ende sogar für ein Auto, was er gar nicht hat.


    autares, ich habe nicht gesagt, dass ich in ein paar Tagen mit Bürgerkrieg rechne. Meine Aussage war, dass ich langfristig soziale Unruhen erwarte wenn die Mehrheit der Bürger nicht mehr zufrieden und zukunftssicher leben kann und sich der Frust ausweitet. Den hat nämlich inzwischen nicht mehr nur eine sich benachteiligt fühlende Unterschicht, der man teilweise Eigenversagen unterstellen könnte. Inzwischen haben auch viele aus der bürgerlichen Mittelschicht Existenzsorgen und Zukunftsängste.


    Was die Lösungen angeht reicht mir der dann immer gerne bemühte, stereotype Spruch "dann geht doch in die Politik und ändert es" nicht. Meiner Meinung nach ist die Gesamtsituation eine Folge des gesellschaftlichen Versagens von Eliten. Es ist immer schön, den einzelnen Bürger an seine Beteiligungsmöglichkeit zu erinnern. Das entlastet die Entscheidungsträger und Verantwortlichen aber nicht, ihren Job ordentlich zu machen.


    Die FDP redet komplett am Thema vorbei, hat immer noch nicht verstanden, dass ihre politischen Konzepte uns überhaupt erst in das Schlamassel geführt haben. Die CDU lässt sich von den Gelben wie ein Tanzbär am Nasenring herumführen. Die Bundeskanzlerin sitzt da und führt nicht.
    Banker verzocken Geld und verteilen es zu ihren Gunsten und zugunsten von Investoren um, ohne Verantwortung und Schamgefühl.
    Unternehmer sourcen out und ersetzen unvermeidbare Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen mit Zeitarbeitern. Auch der viel gelobte Mittelstand macht da oft mit - manche aus Gewinnstreben, andere aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, weil auch gute Unternehmer unter Preisdruck manchmal nicht mehr anders können als die Probleme auf Mitarbeiter abzuwälzen.
    Somit sehe ich ein zunehmendes Versagen in Politik, Wirtschaft und im Finanzsektor. Es wird nicht mehr zugunsten eines allgemeinen Wohlstands gearbeitet, sondern nur noch egoistisch zugunsten des eigenen Vorteils. Aussitzen um die nächste Wahl zu gewinnen, zocken um hohe Boni zu verdienen, outsorcen um keine Mitarbeiter verantworten und zahlen zu müssen.


    Mir reicht es an der Stelle nicht, zur Eigenbeteiligung aufgefordert zu werden, sondern ich erwarte von den Eliten, die Staat und Wirtschaft führen, dass sie ihre Hausaufgaben erledigen und dabei fair und ehrlich sind, und dass sie ihre Verantwortung für die Gesellschaft, die Menschen, verstehen und wahrnehmen. Davon spüre ich seit Jahren immer weniger. Und diesen Missstand kann ich kritisieren und Besserung einfordern ohne mich auf jeder einzelnen Ebene erst persönlich engagieren zu müssen.