Beiträge von Printus

    Chicobonito,


    du kommst dem nahe, was ich inzwischen auch denke. Obendrein vermuten wir inzwischen, dass das Bemühen des sozialen Umfelds vielleicht doch nicht ganz so engagiert ist wie sie sagen oder, um es drastisch zu formulieren, Leute etwas wissen und es nicht offenbaren, während sie zugleich uns gegenüber einen kooperativen Eindruck erwecken.
    Normalerweise würde ich Jugendlichen eine relativ perfekte Schauspielerei nicht zutrauen, aber da sie uns glaubwürdig erschienen, andererseits aber so gar keine Hinweise auf Liz kommen, hat man irgendwie doch das Gefühl, dass da irgendwas nicht stimmen kann.


    Von der Polizei sind wir inzwischen einfach nur enttäuscht weil sich der Eindruck manifestiert, dass die eigentlich nur Akten wälzen und sonst nichts tun. Gestern wurden meine Freundin und auch der Vater von Liz - immerhin Jurist und man sollte meinen, dass Polizisten da insgeheim ein bisschen mehr Respekt haben als bei einem unwissenden Idioten - bei einer simplen und berechtigten Nachfrage derart angepampt, dass ihnen Hören und sehen verging. Die sind nur nach der langen Zeit inzwischen so mürbe, dass sie gar nicht zu reagieren wussten.


    Es ist in der ganzen Zeit und trotz häufiger Versuche nicht möglich gewesen, eine regelmäßige Kommunikation mit der Polizei in Gang zu bringen. Anfangs dachten wir, dass die sich etwas reserviert halten weil sie vermuten, dass häusliche Probleme ein Motiv jugendlicher Ausreißer sind und man sich deswegen nicht direkt auf die Seite der Eltern stellen möchte. Dieser Punkt war aber ausgeräumt und inzwischen vermutet man eher ein psychisches Problem bei Liz, das akut übergelaufen/ausgebrochen ist.


    Das Ordnungsamt wurde von der Polizei nicht informiert - zumindest nicht so, dass es effektiv bei den Mitarbeitern auf der Straße ankam - obwohl die in Kassel eine gute Präsenz im Stadtbild haben.


    Überwachungsvideos zentraler Verkehrsknotenpunkte wurden nicht überprüft, Einzelverbindungsnachweis Handy muss man selber beschaffen, PC kontrollieren geht nur in Eigeninitiative. Der Sachbearbeiter ist 1 Woche im Urlaub, zuvor mal nur halbtags im Dienst, dann war Ostern, dann Wochenende, Beamte an der Rufnummer, die uns genannt wurde, wissen nichts von einer Vermissten und fragen nach einer Personenbeschreibung. Hinweise, die einen erreichen und die man weitergibt werden notiert "und da fährt morgen oder übermorgen mal einer nachschauen". Prima, das bringt echt viel!


    Sich auf die Polizei zu verlassen ist offenbar sinnlos und man muss sich selber kümmern...

    Das zugrunde liegende Problem ist, dass du, rentnersurfer, genauso ein Spiel treibst wie die liebe Verwandschaft.


    Du wirfst den anderen Parteien Mauschelei hinter deinem Rücken vor, hast aber selber genau die gleiche Aktion am Start, denn du hast dir ja offenbar auch Kenntnisse beschafft, die nicht für deine Augen und Ohren gedacht sind.


    Du beschreibst deinen Bruder als Erbschleicher, obwohl es zum einen bisher nichts zu erben gibt und zum anderen du selbst auch primär durch den Gedanken, finanziell ins Hintertreffen zu geraten, motiviert bist.


    Wenn du selber Offenheit oder zumindest ein (wie von Jochen vorgeschlagenes) allgemeines Ansprechen nicht als Möglichkeit siehst, kannst du es von den anderen auch nicht erwarten. Ihr nehmt euch da alle nicht viel.


    Gerade wenn dein Vater so korrekt ist könnte er dich auch absichtlich nicht über eine wie auch immer geartete finanzielle Transaktion mit deinem Bruder informieren weil er weiß, dass du dann eben auch eifersüchtig reagierst.


    Die Sache ist nicht aufzulösen. Natürlich ist man für sich selbst immer im Recht und ich verstehe deine Position, auch, dass du hier deine Sichtweise präsentierst und Zuspruch möchtest warum du im Recht bist. Nur kannst du nicht einerseits selber mauscheln und andererseits der buckligen Verwandschaft ebendies vorwerfen.


    Es gibt 2 Wege für dich. Der eine ist, die Sache auf sich beruhen zu lassen weil es dich schlicht nicht angeht, was andere mit ihrem Geld und ihrem Haus machen. Ein Erbe gibt es hier nicht, es gibt nämlich keine Erbschaft bisher.
    Oder du ringst dich zu der Erkenntnis durch, dass Eifersüchteleien für "La Familia" nicht zielführend sind und versuchst eben doch ein offenes Gespräch...

    Hat jemand eine Kontaktadresse von Vodafone, bei der man nicht in irgendeiner Hotline oder einem "toten Briefkasten" irgendeiner Mailadresse versickert?


    Es geht darum, Druck bzgl. eines Einzelverbindungsnachweises zu machen, der seit Tagen angefordert ist und wo sich aber nix tut...

    Ich bin der Freund der Mutter und wohne nicht im Haushalt, bin berufsbedingt sogar nur unregelmäßig dort. Insofern bin ich schon distanzierter als ein Elternteil, das jeden Tag einen gewissen Blick auf deine Tochter hat und dabei Wunschdenken mit Realität verquickt. Andererseits bin ich natürlich auch nicht so regelmäßig präsent - und maße mir auch generell nicht an - dass meine Sichtweise auf Liz die Richtige ist.


    Dass sie auch andere Seiten hat als die, die man an ihr bisher kannte, wird auch im Gespräch mit dem Freundeskreis offenbar, bei dem sie aber wohl eher so auftrat wie zuhause auch.


    Nach wie vor absolut eigenartig ist, dass es absolut gar keine Spur gibt. Nichts, absolut nichts. Morgen ist sie 2 Wochen weg und man kommt dann schon auf die Idee, dass entweder doch ein Verbrechen vorliegen könnte oder irgendwer deutlich mehr weiß, als er sagt.


    Ohne jede Spur, ohne jeden Kontakt vom Erdboden zu verschwinden - kaum zu glauben...


    Musik: den iPod hat sie mitgenommen und die Musik darauf waren legale Downloads. Ist also nicht ganz einfach nachzuvollziehen, welchen Stil sie zuletzt tatsächlich gehört hat.

    Sie ist 16 und damit einerseits noch ein "Kind ohne Lebenserfahrung" aber andererseits auch alt genug um nicht sofort jedem Passanten als "verlorenes Kind" ins Auge zu springen. Um sich zu verändern reicht eine Baseballcap, die man tief ins Gesicht zieht, eine anders gekämmte Frisur etc.


    Liz hat sich weniger im Netz getummelt als viele denken. Zuhause gibt's nur einen "Familien-PC" im Zimmer der Mutter. Den konnte Liz zwar frei nutzen, aber in der Praxis ist das ja dennoch nie ganz so frei wie wenn man sein eigenes Gerät im Zimmer hat und machen kann, was man will. Liz hat darüber hinaus zwar ein eigenes Netbook, kam damit zuhause aber nicht ins Internet. Also bleiben Internetcafes, Freunde, vielleicht freie WLAN-Hotspots. Insgesamt war ihre Präsenz im Netz aber geringer als das bei anderen Jugendlichen in dem Alter der Fall sein dürfte.


    Das bedeutet einerseits, dass sie sich im Netz vermutlich nicht besonders intensive Kontakte aufgebaut haben wird, andererseits aber auch, dass jetzt weniger Spuren nachvollziehbar sind.


    Die Emoszene in Kassel und auch einige "Schlüsselfiguren", die in der Stadt anderweitige Kontakte haben, sind im Boot und schauen, was sie tun können. Allerdings kommt bisher nichts raus.
    Vielleicht sitzt Liz bei jemandem, der das nicht an die große Glocke gehangen hat? Oder sie ist gar nicht hier untergetaucht, sondern in eine andere Stadt gegangen - wir haben da aber keine Präferenz, wohin sie einen Draht haben könnte.
    Der Gedanke, dass gewisse Szenen zusammenhalten und schweigen, ist auch nicht ganz abwegig. Andererseits ist die Unruhe groß und so müssten diese Szenen auch Interesse haben, dass Ruhe einkehrt, zumal Liz nicht wirklich mittendrin war, sondern von allen Seiten immer eher als Mitläuferin beschrieben wird...


    Mich wundert nach wie vor, dass sie selber nach der langen Zeit kein Heimweh bekommt. Man hört, dass viele Ausreißer es tage- und wochenlang ausgehalten haben, aber das passt eigentlich nicht zu meinem Bild von ihr.


    Zunehmend kritisch wird die Situation meiner Freundin. Bisher will sie partout keine Hilfsangebote für sich selber nutzen. Ich merke aber, dass das immer dringender wird. Nur zwingen kann ich sie halt auch nicht.

    Sicher können wir uns natürlich nicht sein.


    Es gibt aber einen Abschiedsbrief, der andeutet, dass Lissy (ich interpretiere das mit meinen Worten) von allem die Nase voll hat und anderswo neu anfangen will. Außerdem gibt es keinerlei Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Nichts, was bei Vermissten nur andeutungsweise die Vermutung aufkommen lässt, dass sie nicht freiwillig verschwunden sind, ist hier gegeben.


    Ich denke daher, dass Liz freiwillig losgezogen ist. Eher schon sehe ich die Gefahr, dass sie bei ihrer Flucht an falsche Leute oder in ungute Kreise gerät, denn wer kann eine 16jährige fast 2 Wochen lang unterbringen ohne dass Dritte Fragen stellen? Wo kann man überhaupt unterschlüpfen? Es macht uns natürlich schon Sorgen, dass sie womöglich nicht bei einem Kumpel, den kaum jemand kennt oder der perfekt dicht hält, sitzt, sondern auf der Suche nach einer Unterkunft etc. auf ein Hilfsangebot der falschen Leute hereingefallen sein könnte.


    Seltsam ist auch zunehmend, dass Liz selber nicht Heimweh bekommt... Ich hatte damit eigentlich sehr frühzeitig gerechnet.


    Wir hörten aber immer wieder von Leuten, die selber mal abgehauen waren oder deren Kinder weg waren, dass man unterwegs nicht viel nachdenkt und obendrein die Zeit geradezu fliegt. Was den Wartenden zuhause elend lang vorkommt, erscheint einem auf Abenteuer-Freiheits-Flucht als spannende Zeit, die viel zu schnell vergeht.


    Rein gefühlsmäßig schwahnt mir, dass es am Ende eine relativ simple Lösung gibt. Sie hat sich irgendwo verkrochen, wo wir sie nie vermuten würden oder vielleicht auch nie eine Chance hatten weil wir den Kontakt nicht kennen. Oder wir kennen ihn und er hat uns nur perfekt an der Nase herumgeführt. Ich glaube aber nicht so recht an die perfekt geplante Aktion, bei der eine 16jährige es schafft, die komplette Umwelt zu narren.

    Ausnahmslos ALLE, die sich mit sowas auskennen, raten dringend von der Einschaltung von größeren Medien ab. Solche Tipps sind zwar gut gemeint und wir haben schon sämtliche Kontaktdaten bekommen, egal ob von RTL, Redaktion Akte, Thomas Sonnenburg von den Ausreißern usw., aber die Gefahr ist einfach zu groß, dass dabei ein "typisches RTL-Rührstück" herauskommt, wo man auf die Tränendrüse drückt, während zugleich der sachliche Erfolg gleich 0 ist.


    Wenn man die Medien einschaltet führt das zu hunderten Hinweisen, wo Leute irgendwelche Mädels beobachtet haben, die Liz ähnlich sehen. In der einen Minute soll sie in München auf dem Stachus stehen, im nächsten Moment in Hamburg auf der Reeperbahn...


    Insofern ist das eine gut gemeinte Idee, die aber eher kontraproduktiv ist.


    Nicht zu vergessen: wir gehen im Augenblick nicht von einem Verbrechen, sondern vom Ausreißen aus. Wenn Liz also wieder da ist, hat sie sämtliche Folgen, die man jetzt ins Rollen bringt, am Hals. Deswegen ist breite Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit gut, aber nicht die allzu große Welle.

    Zitat

    Original geschrieben von Dave_1
    Für mich klingt das zumindest nicht nach einer spontanen Aktion. Bisher wirkt das, als wäre das Verschwinden ziemlich gut geplant, denn anscheinend hat sie sich bisher keinen Fehler erlaubt. Erstaunlich für einen Teenie.


    Absolut. Genau das erstaunt uns auch immer mehr. Dass man sein Handy zuhause lässt um nicht geortet zu werden - klar. Dass man nicht zur besten Freundin rennt - klar. Dass man auf dem PC Spuren verwischt - klar. Aber dass sich bisher so GAR KEINE Ansatzpunkte finden lassen, auch eine umfangreiche Öffentlichkeitsfahndung so absolut nichts bringt, kann nicht nur auf geschickte Vorbereitung zurückgehen. Da müssen auch - für uns ungünstige - Zufälle mitspielen. Irgendein Aspekt, den man ihr nie zugetraut hätte, ein Kontakt, den man niemals vermutet hätte etc.


    Sie scheint sich irgendwo verkrochen zu haben, wo sie zum einen niemand sucht und andererseits wo sie sehr effektiv von der Bildfläche verschwinden kann.


    Sollte sie eine Auszeit haben wollen etc. wäre das auch in Ordnung, aber wir hätten gerne ein Lebenszeichen und die Gewissheit, dass es Liz gut geht.


    Nachdem man anfangs an einen möglichern Suizid dachte, dann ans Ausreißen, mehren sich nach der langen Zeit inzwischen unangenehmerweise doch Gedanken, dass Liz vielleicht während ihrer Flucht in ungute Kreise geraten sein könnte. Also dass es anfangs womöglich nur eine ziemlich simple Ausreißertour war, die auch schnell zu Ende gewesen wäre, aber sie blöderweise zu den falschen Leuten führte und deswegen diese Entwicklung nimmt.


    Aber wir machen uns nicht verrückt, bringt nämlich nix.


    Zitat

    Original geschrieben von Dave_1
    Schaut mal auf http://www.emostar.de nach


    Guter Tipp! Danke dafür.

    Hier wird's erklärt: klick.


    Ich kenne es auch vornehmlich aus dem Computerbereich, dass Waren in der Luftpolstertüte deutlich preiswerter abgegeben werden als dasselbe Produkt in bunter Verpackung. Es hat damit zu tun, dass die OEM- oder Retailwaren auf anderen Vertriebswegen in den Markt finden. Das Produkt ist deswegen aber nicht minderwertig, sondern genauso gut wie die Schwesterprodukte.

    Ja, wir selber - und auch die Polizei - haben alles überprüft.


    Wir hoffen, dass Liz bald wieder da ist und neben vielen anderen Dingen, die dann wichtig sind, ist allerdings auch mal interessant zu erfahren, wie sie so perfekt durch SÄMTLICHE Maschen schlüpfen kann/konnte. Man sollte doch meinen, dass jeder irgendwelche Spuren hinterlässt. Man kann einige davon verschleiern, aber ab einem gewissen Punkt sollte man eigentlich Fehler machen...