ZitatOriginal geschrieben von Konfusius
Hier noch ein interessanter Artikel der Münchener AZ!
Das Geilste ist ein Leserkommentar: Auf http://www.gravenreuth.de/ steht nur die Todesanzeige, aber kein Impressum!
Also ABMAHNUNG an die Erben!!! ![]()
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ZitatOriginal geschrieben von Konfusius
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ZitatOriginal geschrieben von Anja Terchova
Trotzdem hat er aber viel geschafft, sich von Technischen Zeichner zu einem Anwalt
Das stimmt, aber das interessiert hier nicht, denn seine "Leistung" bestand ja in der Abmahnerei. Hat er der Menschheit damit genutzt? Nee, er hat den Menschen Ärger gemacht.
Nur weil er sich jetzt selbst weggesprengt hat muss man ihn nicht posthum zu einem angenehmeren Zeitgenossen stilisieren als er tatsächlich war.
ZitatOriginal geschrieben von Anja Terchova
, und nicht nur einen normalen Anwalt sondern einem der 10 beruehmtesten Anwaelte Deutschlands hochzuarbeiten
Ist es wirklich eine Leistung, sich als abzockende Nervbacke in Szene zu setzen? Er hat sich nicht durch positive Leistungen empfohlen, sondern dadurch, dass er viele Menschen unnütz geärgert hat.
ZitatOriginal geschrieben von Anja Terchova
Und glaub das es ihm privat nicht so gut ging, wenn er Familie oder Freunde gehabt haette
Kein Wunder, dass er keine Freunde hatte. Mit einem, der sich so benimmt wie er, will niemand befreundet sein.
ZitatOriginal geschrieben von Anja Terchova
Und was waere gewesen wen er ein netter Anwalt gewesen waere - vieleicht haette er trotzdem keine Familie und Freunde gehabt. Nur das ihn dan nichtmal jemand gekannt haette und sich auch keiner fuer seinen Selbstmord intressiert haette.
Aber seine Bekanntheit war nicht positiv, sondern negativ. Hätte er gute Ziele gehabt und nicht so zweifelhafte Absichten verfolgt, hätten ihn viele vielleicht sympathisch gefunden, aber wenn man den Ekel gibt und die Leute ärgert wird man zu Recht als Schmutzfink betrachtet.
Jeden Tag sterben überall auf der Welt Menschen, die ihrer Umwelt mehr wirklichen Nutzen gebracht haben. Gravenreuth hat die Leute abgezockt, insofern ist die Trauer um ihn verständlicherweise sehr begrenzt. Selber schuld...
ZitatOriginal geschrieben von HappyDay989
Ich denke, es ist ziemlich egal, wie man zu Freiherr von Gravenreuth stand.
Das finde ich aber nicht. Sicherlich wünscht man niemandem den Tod, aber einem Typ, der seine Umwelt so tyrannisiert, muss man auch nicht nachweinen. Seine persönliche Tragödie ist sein Problem und nicht das derer, die er drangsaliert und somit selber in Bedrängnis gebracht hat.
Ich habe für jeden Verständnis, der in Gedanken mit einer gewissen Genugtuung auf seinem Grab tanzt.
ZitatOriginal geschrieben von HHFD
Es mag ja sein, daß man während einer Inflationsblase die Immobilie nicht adäquat verkauft bekommt (z. B. für 100 Billionen EURO). Aber DANACH, wenn eine Währungsreform die Geldschwemme und Bankguthaben vernichtet hat, steht man mit einer Immobilie mit Sicherheit besser da.
Hier geht's simpel gesagt um Angebot und Nachfrage. Man darf annehmen, dass beispielsweise Brot aufgrund seiner existentiellen Bedeutung in dieser Situation eine solidere Preisentwicklung realisiert als eine Villa. Die hat nämlich gegenüber einem einfachen Haus nur einen individuellen, aber keinen realen Mehrwert (wohnen kann man in beiden gleich gut, bei gleichem Platzangebot etc.). Es ist also anzunehmen, dass der Marktpreis der Villa nicht deutlich höher liegt als der des einfachen Hauses.
Du kannst nicht davon ausgehen, dass nach einer Inflation noch dieselben ideelen Werte gelten, da kostet die Villa dasselbe wie das einfache Haus und das iPhone dasselbe wie ein Prepaid-Handy weil die Telefonfunktion bei dem einen nicht besser ist als bei dem anderen - mal ganz platt ausgedrückt.
Eine Immobilie ist somit weniger wertstabil als z. B. Gold, das im jeweiligen Bezugssystem immer als hochwertig angesehen sein wird.
Dass Piloten 50.000 EUR im Monat verdienen ist ein Ammenmärchen. Die allermeisten verdienen das nicht mal im Jahr! Man schaue sich mal an, was im Augenblick bei Lufthansas Regional los ist, da tobt ein gnadenloser Kampf um den billigsten Zulieferer, und wer sich konkret für die Abläufe bei Contact, Cirrus und Eurowings interessiert wird sich die Augen reiben, was da los ist. 50.000 EUR ist absolut utopisch, EW schmeißt gerade mal eben die Hälfte der Belegschaft raus und viele davon haben keine Chance mehr auf einen Cockpitarbeitsplatz - da werden Existenzen vernichtet! Es gab noch nie so heftige Grabenkämpfe wie bisher und inzwischen bekriegen sich die Piloten der Regionalen beinahe mit denen bei der Lufthansa-Passage. Letztere führen sich in ihrem elitären Gehabe nämlich unsäglich auf und inzwischen ist es so weit, dass diskutiert wird, ob Nicht-LH-ausgebildete ready-entry-Piloten, obwohl sie die LH-Assessment Center durchlaufen haben, ein Sicherheitsrisiko seien! Was da zur Zeit los ist spottet jeder Beschreibung, genauso wie ein Gehalt von 50.000 EUR / Monat. Das verdient vermutlich nicht mal der LH-Chefpilot.
Zu China: Neben ein paar prosperierenden Vorzeigemetropolen ist das große, weite Land und die Masse der Menschen auf einem Stand, den wir hier kurz nach dem Krieg hatten. Wenn da die Industrialisierung um sich greift entstehen natürlich gehörige Wachstumsraten. Die lassen China aber nicht an uns vorbeipreschen sondern man muss erstmal zu uns aufschließen.
Auch noch so viele engagierte junge Akademiker und Ingenieure nutzen nichts, wenn das allesamt Jungabsolventen ohne jede Erfahrung sind. China kann auch mit noch so vielen Frischlingen nicht "mal eben so" die jahrzehntelange Erfahrung vieler hiesiger Traditionsunternehmen überflügeln.
Was China bisher in Eigenregie ablieferte waren bestenfalls Achtungserfolge, aber Fahrzeuge wie der Landwind haben bestenfalls das Niveau eines Dacia Logan, wenn überhaupt.
Die schönen Zahlen besagen nicht, dass China uns technologisch schon bald überrundet sondern nur, dass sie einen unglaublich großen Rückstand im Inneren aufzuholen begonnen haben.
Da widersprichst du dir nun aber selber, autares, weil wenn in Frage steht, wer den Wert einer Arbeit überhaupt beurteilt, musst du das erst klären bevor du behaupten kannst, geistige Arbeit sei unter- und körperliche Arbeit überbewertet.
Um mal beim Ärzte-Beispiel zu bleiben: der Staat investiert also in die Ausbildung eines Arztes nicht ganz eine Million. Wir halten fest, dass der Schüler und Student auch einige tausend EUR selbst einbringt denn er muss Lehrmaterial etc. finanzieren. Ich rede trotzdem mal weiter von der Million weil das eine greifbare Formulierung ist.
Da naturgemäß niemand nach dem Staatsexamen eine florierende Praxis oder eine Oberarzt-/Chefarztstelle mit entsprechenden Bezügen bekommt, sondern die Leute allesamt als Assistenzärzte "Dreck fressen" - im Sinne von unverschämt wenig Geld für unglaublich lange, anstrengende, unverantwortliche Dienste - sparen sich "schlaue und mobile" Mediziner diesen Weg und wandern ab nach Norwegen oder Österreich. Dort lacht man sich ins Fäustchen: danke Deutschland, du schickst uns zum Nulltarif gut ausgebildete Mediziner und sparst uns pro Auswanderer mal eben eine schlappe Million!
Dafür dürfen die Versicherten hier demnächst ab 8 EUR aufwärts, teilweise weit mehr, bei ihrer Krankenkasse lassen, nachdem sie ja eh schon horrend hohe Beiträge zahlen und obendrein schon Praxisgebühr und Medikamentenzuzahlung aus der Tasche gezogen bekommen.
Ich sehe unser Problem in Deutschland auch darin, dass die Politik immer mehr ihre Glaubwürdigkeit verspielt und wir in eine gefährliche Entwicklung laufen wenn das Misstrauen weiter steigt. Das, was die aktuelle Regierung gerade zaubert - nichts außer viel heißer Luft und Einschnitte für die eh schon lange unter Druck stehenden Bevölkerungsgruppen - ist nun gerade nicht geeignet, die Stimmung der Bürger zu heben.
Seit Jahren versteht die Mehrheit der Bürger nicht, was wir in Afghanistan machen. Die angeblichen Steuersenkungen - irgendwann mit dem Zusatz "wenn es möglich ist" - glaubt auch niemand, der nicht vollends Banane ist. Man könnte jetzt eine lange Litanei schreiben, gehört aber nicht hierher.
Ich denke nur, da muss schnellstens wieder für Vertrauen gesorgt werden, eine Art deutscher Obama, dem man den guten Willen abnimmt und der "macht". Nicht so blasse "Ich sag' lieber nix"-Aussitzer-Kanzlerinnen.
Neumann, zu deiner Verwandschaft: blöde Sprüche hört fast jeder bei seiner Arbeit und auf unteren Beschäftigungsebenen wird man nicht behandelt wie der Vorstandschef. Mit Anerkennung meine ich eher eine innere Anerkennung vor sich selbst: ich kann etwas leisten und mache es. Das gibt ein anderes Selbstwertgefühl als wenn jemand denkt, dass er unnütz ist weil sein ganzes Dasein überhaupt niemandem irgend etwas bringt, er also überflüssig ist.
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
Erhöhst du die Löhne, erhöhst du gleichzeitig auch die Preise, denn Niedriglöhner arbeiten überwiegend in arbeitsintensiven, wenig technisierten Branchen, in denen die Lohnstückkosten der entscheidende Faktor sind. Gibst du der Friseuse das Doppelte, kostet die Glatze polieren mindestens 50 % mehr. Wer nutzt dann noch deren Dienstleistung. Bei Friseur ist es so, dass du z.B. in Dresden für einen Herrenkurzschnitt ab vielleicht 15 € zahlst. In Weißwasser bist du da mit 7,50 € dabei, weil die Leute sonst nach Polen fahren oder selbst Hand anlegen. Gibts du nun der Frausöse einen Mindestlohn, der zu Preiserhöhungen zwingt, sitzt sie mit der nächsten Lohnabrechnung und schicken Zahlen auf dem Papier zu Hause oder macht sich selbständig, da man dann ja wieder freie Preisgestaltung hat.
Das Ganze ist ja sehr komplex und Geld wird nicht mit der Gießkanne nur über gering Qualifizierten ausgeschüttet. Es muss insgesamt in eine Richtung laufen, wo Gering- und mittlere Verdiener eine größere Kaufkraft bekommen weil deren Geld auch sogleich wieder in den Konsum fließt. Wer in den unteren Einkommensregionen mehr hat, gibt es auch direkt wieder aus und schiebt das Vermögen nicht am Finanzamt vorbei in die Schweiz. Das hat keineswegs nur mit bildungsfernen Schichten, Ungelernten oder gering Qualifizierten zu tun, es gibt auch viele Akademiker oder Leute mit durchaus guten Ausbildungen, die dennoch sehr wenig verdienen. Wenn Menschen Vollzeit arbeiten müssen sie davon auskömmlich leben können, ansonsten muss ein unrentables Geschäft vom Markt verschwinden. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit über Aufstockung Unternehmern Billiglohn-Mitarbeiter subventioniert!
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
Wenn man nur mal so rechnet: In 2035 gehe ich in Rente. Dann soll angeblich schon ein Rentner einem Arbeitenden gegenüberstehen. D.h. der Arbeitende muss einen Rentnern umlagefinanzieren.
Was nur funktionieren kann wenn der Arbeitende ausreichend viel erwirtschaftet. Wenn er sich schon selber nicht trägt kann er unmöglich einen Rentner zusätzlich finanzieren.
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
Sehe ich mir nun in unserer 20000 Einwohner-Stadt die "Bildungsmisere" an, dann sehe ich folgendes: 30 - 45 % eines Jahrgangs schaffens aufs Gymansium. 50 % gehen auf die Mittelschule, wovon wiederum die Hälfte die Hauptschulklassen besucht. Also kann für mindestens 35 % von mangelnder Bildung ausgegangen werden, was in einer Wissensgesellschaft, in der starke Arme nichts mehr wert sind, fatal ist. Es geht doch nicht um Uni-Abschlüsse. Wenn die Wiwo hochrechnet, dass 50 % der Hartzer keinen Berufsabschluss haben, sind beileibe keine Diplome, sondern auch Bäckereifachverkäufer gemeint. 25 % der Hartzer haben überdies nicht einmal einen Schulabschluss, was derzeit noch durch alte DDR-Bürger verzerrt wird, die alle einen Abschluss haben.
... was viel damit zu tun hat, dass Kinder aus prekären Familien von vorneherein geringere Chancen haben Bildung zu erwerben. In der Theorie ist zwar für jeden alles durchlässig, in der Realität ist aber ein klarer Zusammenhang zwischen Bildung der Eltern und Chancen ihrer Kinder nachgewiesen (OECD-Studien usw.). Ein Medizinstudium z. B. kostet von der Grundschule 1. Klasse bis zum Staatsexamen etwa 1 Million EUR. Mehrere tausend davon entfallen auf Lehrmaterial wie Bücher etc., und das kann sich heute kaum noch jemand nur durch Studentenjobs oder Bafög erwirtschaften. Es geht realistisch fast nicht ohne Zuschüsse vom Elternhaus, die auch das Auto finanzieren, mit dem man während der Famulatur, des AiP usw. zum jeweiligen Krankenhaus fahren kann etc.
Der Arbeitsmarkt sieht doch inzwischen so aus, dass man teilweise ein Abi braucht um KFZ-Mechaniker werden zu können - früher ging sowas mit Hauptschulabschluss. Der ist inzwischen fast immer eine Fahrkarte in die Aussichtslosigkeit...
Wieso haben ältere Arbeitnehmer hier kaum Chancen auf dem Markt? In anderen Ländern hat man erkannt, dass diese Leute mit Erfahrung punkten, aber hier ist Alter fast ein Todesurteil und Aussichtslosigkeit.
Es läuft also vieles schief...
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
IMHO liegt das Dilemma im Widerspruch zwischen Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft. Für die Deutsche Bahn ist es beispielsweise am billigsten, in jedem Hundedorf den Bahnhof zu schließen und einen schicken > 100000 Euro teuren Fahrkartenautomaten hin zu hängen. Ein solcher Automat ersetzt dann vielleicht 3 Leute am Schalter, die durch den mit dem Automaten erzeugten Mehrwert und die arme Sau, die ihn erfindet, baut und wartet mit durchgefüttert werden müssen.
Weil die Bahn nicht erkennt, dass der Kunde lieber einen kompetenten Berater als einen unverständlichen Automaten zur Verfügung hat und auch bereit ist, dafür ein wenig mehr zu zahlen. Es setzt vorraus, dass das Gehalt des Kunden ausreichend hoch ist - und da drehen wir uns im Kreis, denn niedrige Löhne zwingen zu schlechtem Angebot, aber bei ausreichendem Lohn wird das Geld auch in die Hand genommen und ausgegeben.
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
Mit dem Euro hat das aber nur noch im aller weitesten Sinn etwas zu tun, so dass ich es mit diesem Kommentar bewenden lassen will. Es führt IMHO auch zu nichts. Wenn mein geschiedener Schwiegervater z.B. von höheren HartzIV-Sätzen fabuliert, lege ich ihm immer mal meine Lohnabrechnung vor und bitte ihn festzulegen, wieviel er noch will. Dabei weise ich aber auch darauf hin, dass es einen punkt gibt, ab dem ich entweder zu Hause bleibe oder ganz ins Ausland verziehe.
1. Also ist dein Gehalt zu gering - meine Rede.
2. So einfach kannst du nicht zuhause bleiben denn um Transferleistungen zu beziehen wirst du ständig unter Druck gesetzt. Fatalerweise nicht in positiver Weise, sondern mehr um dich zu drangsalieren. Wo keine Jobs sind, schafft Druck auf den Hartzer auch keine.
3. Das Ausland wartet nicht auf dich, für Viele ist das aus diversen Gründen keine Option.
Das Prinzip ist, dass man den mittleren Einkommen extrem viel aus der Tasche zieht um damit die Überlebenssicherung der Bedürftigen und die Gewinne der Reichen zu finanzieren. Banker, die den Steuerzahlern Milliardenverluste beschert haben, gehen immer noch mit Millionenboni nach Hause. Wie kann das sein???
Ich bin nicht für ein plattes, prinzipielles "Umverteilen von oben nach unten", aber es muss mehr Gerechtigkeit her und die heißt in der aktuellen Lage, dass die Spalte zwischen arm und reich, zwischen denen, die hart arbeiten (wie du und ich) und denen, die die fetten Gewinne davon kassieren, geschlossen wird. Das Geld muss wieder fairer verteilt werden und mehr Menschen eine Chance gegeben werden zu fairen Konditionen zu arbeiten. Dann machen viele es.
Hartz IV kostet den Staat ca. 20 Milliarden im Jahr. Das sind Peanuts gemessen an den Summen, die die Krise kostet und was an Schaden durch die Eliten angerichtet wurde. Nur zocken die weiter anstatt für den Schaden haften zu müssen. Das kann wohl kaum die Lösung sein.
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
Es geht um Leistungsgerechtigkeit und dieser Sozialstaat ist IMHO so super sozial, dass er für die, die seine angebotsseitige Grundlage bilden (Steuer- und Abgabenzahler) schon wieder asozial ist.
Das Problem ist das Aussaugen des Mittelstandes - was aber nicht durch die Hartz-Leute verursacht wird, sondern die Umverteilung nach oben. Wie gesagt, Hartz IV kostet auch dich nur Klimpergeld und das hauptsächlich für Leute, die es auch zu Recht bekommen. Der meiste Teil deines Geldes verschwindet im bürokratisch überregulierten Wasserkopf und in der Abtragung von Kosten (Schulden), die nicht von Transferleistungsbeziehern stammen, sondern Nadelstreifen-Versagern.
ZitatOriginal geschrieben von RNeumann
Außerdem hast du meine Frage ja sowieso nur mit Worthülsen beantwortet bzw. umgangen! Soll nun meine Schwägerin weiter arbeiten oder nicht. Sich ausbeuten oder schmarotzen??? Ich erwarte gerade von den HartzIV-Verfechtern mal eine belastbare Antwort!
Natürlich soll sie arbeiten! Arbeit ist weit mehr als "Geld verdienen", es ist auch ein wichtiger Bestandteil sozialer Teilhabe und Anerkennung, dem Gefühl, begraucht zu werden und etwas zu leisten. Geld ist da nur ein Aspekt, wobei aber auch der Wertschätzung ausdrückt - oder eben gerade nicht.
ZitatOriginal geschrieben von tobias2k
China wird uns sicher nicht die nächsten 5-10 Jahre gefährlich werden, langfristig gesehen sollte das Land jedoch nicht unterschätzt werden. Es mögen Unterschiede in Sachen Lehrqualität bestehen, dennoch haben 2007 rund 4 Millionen Absolventen ihre Hochschule verlassen. Diese Leute sind durchaus qualifiziert, China aus eigenen Kräften ein Stück weiter zu bringen.
Sie haben aber auch enormen Nachholbedarf und bis die beigekommen sind ist viel zu tun. Aus eigener Kraft liefern sie im Augenblick eher nicht viel Innovationskraft. Und darauf kommt es an, nachmachen oder gleich gut sein reicht nicht: "Second to win is first to lose".
Wenn der Dollarkurs sinkt weil die USA in Zahlungsschwierigkeiten geraten haben die Chinesen zwar nominell weiter dieselben Dollar-Reserven. Der Wert ist aber so dermaßen gesunken, dass Jahre des Wirtschaftens und die daraus resultierenden Gewinne wie eine Seifenblase platzen. Zwar exportiert China stark und erstmal stört es nicht, aber wenn heraus kommt, wie die Auslandsdevisen wirklich liegen, kommt heraus, dass China nach dem Zusammenbruch der Aktienmärkte in 2008 "Kurskorrekturen" vormieden hat. Obwohl "Werte" um teils 50 und mehr Prozent eingebrochen sind stehen sie immer noch zum Bestkurs in den Büchern und dort sind immer noch Anteile an Unternehmen gelistet, die schon seit 2008 bankrott sind.
China steht auf weit tönernen Füßen als es zunächst vielleicht scheint...
Ich glaube, dass du hier einer Scheindebatte aufsitzt. Die Hartz IV-Diskussion sorgt dafür, dass sich sich die öffentliche Diskussion auf die vermeintliche Ungerechtigkeit angeblicher Schmarotzer konzentriert anstatt auf die wirklichen Probleme in unserem Wirtschaftssystem.
Hartz IV dient allein der Sicherung des Lebens. Der Bezieher existiert nur und hat, was er rein sachlich zum Überleben braucht, wobei das allein auf die Physis beschränkt wird und sämtliche emotionalen Aspekte außen vor bleiben. Ein Single kann wirklich nur mit dem Notwendigsten überleben. Die Bezüge werden scheinbar sehr großzügig wenn eine ganze Familie Transferleistungen bezieht und somit eine größere Summe zusammenkommt, die mancher Arbeitnehmer nicht verdient.
Allerdings:
Fehler 1: Nicht Hartz IV ist zu großzügig, sondern die Löhne viel zu niedrig!
Fehler 2: Man hackt auf Transferleistungsbeziehern herum und schmäht Hartz IV-Bürger anstatt die wirklich teuren Systemfehler zu betrachten. Selbst wenn zwischendrin ein paar echte Abzocker Geld vom Staat einsacken - wir reden über Summen, die lächerlich sind angesichts der Kosten, die uns die Eliten aus Politik und Wirtschaft eingebrockt haben, ich sage nur Weltwirtschaftskrise usw.
Fehler 3: Man könnte hier durchaus hochwertig und hochpreisig produzieren, denn dann würden Arbeitnehmer auch entsprechend verdienen und könnten die eigenen Produkte kaufen. Wenn aber die Löhne immer schmaler werden, outgessourced wird und man Tagelöhner-Leiharbeiter anstatt zukunftsicher aufgestellte Mitarbeiter mit ordentlichem Gehalt und sicherer Zukunft beschäftigt, können sich diese Menschen keine hier produzierten Waren leisten.
Das Argument, es mangele an Bildung, sehe ich auch nur teilweise. Dass da Nachholbedarf herrscht, ist unbestritten. Man muss aber auch sehen, dass jede Gesellschaft einen Anteil von Menschen mit weniger Leistungspotential, geringer Mobilität etc. hat. Es kann nun mal nicht jeder einen Uni-Abschluß hinlegen, auch dann nicht, wenn der Zugang theoretisch jedem offen steht und die Kosten desselben voll finanziert würden.
Ich sehe auch immer nicht gelbe Gefahr aus China. Das ist eine Auftragswirtschaft, die billig (und schlecht) das produziert, was im Ausland konstruiert und von dort geordert wird. Deren Autos sind billigster Abklatsch ohne Qualität und viele andere Produkte Plagiate, wo Vorhandenes in mieser Qualität nachgebaut wird oder man simple Produkte in Massen auf dem Markt wirft. Eigene Innovationskraft ist eher selten. Sollten westliche Konsumstaaten zusammenbrechen, bricht die chinesische Volkswirtschaft mit ein.
Die eigentliche Gefahr ist, dass die eng vernetzten westlichen Wirtschaften kollabieren, dann reißt einer den anderen mit und das ist der Zünder, der die restliche Welt mit in den Abgrund ziehen könnte. China und Indien sind billig produzierende Auftragswirtschaften, die von westlichen Ordern abhängen. Stagniert hier alles, steht China ruckzuck still. Indien ebenso.
Die Golfregion und Russland haben nichts zu bieten außer den Rohstoffen Öl und Gas. Bricht hier der Konsum ein wird auch der Bedarf an Energie rückläufig sein und dann haben diese Länder ganz schnell fertig.
Die relativ stabilen westlichen Volkswirtschaften sind durch ihren Konsum die eigentlichen Zugpferde in der Weltwirtschaft. Dumm nur, dass hier mit dem Geld nicht solide umgegangen wird, sondern man Gewinnmaximierung durch Geldgeschäfte exerziert, also nicht mehr mit Waren gedeckten Handel treibt sondern das Geld selber zur Ware wird, ohne dass dem ein greifbarer Sachwert entgegen steht, und tragisch, dass hier eine kleine Elite oben den Rahm abschöpft, während die Masse unten dafür bezahlt: die einen, weil sie gar nicht mehr am System partizipieren können und nur noch am Tropf von Transferleistungen hängen (das Prekariat) und die, die alles bezahlen, der "Mittelstand". Nun hetzt man schön den Mittelstand auf's Prekariat (funktioniert in deinem Denken perfekt!) und umgekehrt, und schon sind die eigentlichen Drahtzieher fein raus.
Etwas überspitzt, aber sinngemäß beschrieben sehe ich es so: Das Geldcasino läuft wieder wie vor der Krise, man zockt weiter auf Teufel komm raus. Outsourcing und Transfer in Leiharbeit anstatt langfristige gute Bezahlung für eigenes, qualifiziertes Personal geht weiter wie in allen Jahren zuvor. Klientelpolitik oder Zuwarten, anstatt dass man aus der Krise gelernt hätte und Dinge jetzt anders macht: es sind keine Konsequenzen aus dem Weltwirtschaftskrisen-Debakel gezogen worden - oder fällt dir etwas ein?
Der Staat verschuldet sich in unglaublicher Weise, die am wenigsten Qualifizierten fliegen als erste aus der Kurve, der Mittelstand zahlt die Milliardenverschuldung bei gleichzeitig kontinuierlichen Reallohnverlusten. Zugleich "Verlagerung des Problems in die Zukunft", denn nachfolgende Generationen erben dem Schuldenberg, währenddessen schaut die Kanzlerin untätig zu, die FDP erfüllt alle negativen Erwartungen und nach vorne geht eigentlich nichts wenn man hoffte, dass Probleme gelöst und Weichen für die Zukunft gestellt werden.
So wird über kurz oder lang die nächste Krise kommen und dann knallt's richtig, denn dann können die jetzt schon überschuldeten Staaten nicht mehr das nächste Rettungsprogramm auflegen.
Ich habe die blöde Befürchtung, dass es langfristig wieder, und dann aber richtig kracht. Sei es, dass der Geldmarkt völlig kollabiert oder es irgendwann mal zu Unruhen kommt weil die Leute nicht mehr zuschauen, sondern sich der Ton zunehmend verschärft und das eskaliert. Sicherlich im Augenblick noch weit weg, aber die Zuspitzungen erkennt man schon. Hartz IV-Bezieher sind der Idee nach geprügelte Hunde, denen man beim Überleben helfen muss, aber in der Realität gelten sie als Schmarotzer, Taugenichtse, Säufer, Unwillige. Tatsächlich gehört aber jeder, der mehr als 1 Jahr arbeitslos ist, zu dieser Gruppe, auch wenn er noch so qualifiziert und arbeitswillig ist. Da wird - oder ist schon - ein Feindbild geschaffen worden, dass die Realität (völlig ausgeuferte Geldgeschäfte rund um den Globus) ausblendet und wo man den Leuten das unterjibelt, was du beschreibst: auf einmal sind es nicht mehr die Banken, die das Problem geschaffen haben, sondern der vermeintliche Faulpelz, der Hartz IV bekommt.
In Politik und Wirtschaft läuft alles weiter wie bisher und niemand reagiert auf die zunehmend auseinander klaffende Schere zwischen arm und reich - sowohl global in der Welt, aber auch in Deutschland.
IGGY,
du solltest dich dringend wegen Sachmängelhaftung, Gewährleistung und Garantie belesen. Das ist ein wenig nervig, ist aber auch wichtig damit du weißt, wo du überhaupt dran bist. Im Augenblick schickt dich nämlich jeder immer zum anderen und du läufst im Kreis ohne in der Sache Fortschritte zu erzielen.
Rechtlich ist dein einziger Ansprechpartner der Händler, denn mit dem hast du einen Kaufvertrag. Mit dem Hersteller hast du keine irgendwie geartete Verbindung, deswegen gibt es da erstmal auch keine gegenseitigen Rechte oder Pflichten.
Der Händler - und niemand sonst! - muss für den Sachmangel haften, basta.
Anstatt einen eigenen Schreiner zu schicken kann das Möbelhaus zwar einen Mitarbeiter des Herstellers aktivieren und der mag auch aus Polen kommen. Das läuft für dich dennoch alles unter der Regie des Händlers. Es ist für dich völlig egal wie und durch wen der Händler den Schaden reguliert, entscheidend ist, dass er sich kümmert. Der Händler kann seine Zuständigkeit nicht an Dritte "abtreten"!
Sollte es jetzt also Verzögerungen geben oder sonstwie nicht hinhauen, gibt es keinen Grund zu Verhandlungen mit dem Hersteller. Dein Ansprechpartner ist und bleibt IMMER der Händler!
Da es schleppend läuft und auch nicht der Eindruck entsteht, dass die Angelegenheit zeitnah und zufriedenstellend erledigt wird, würde ich das genau so handhaben, wie dir auch Chicken Hawk schon riet: Einwurfeinschreiben mit einer angemessenen Fristsetzung an den Händler, darin die Aufforderung zur Beseitigung des Mangels. Sollte dem Mangel dann nicht fristgerecht abgeholfen werden, siehst du den Händler ohne weitere Aufforderung im Verzug und du kannst vom Kaufvertrag zurücktreten.
Egal, was man dir am Telefon verspricht oder nicht, du solltest das Schreiben in jedem Fall schnell auf den Weg bringen. Denn dann läuft die Zeit (zu deinen Gunsten)...
Wenn du jetzt erst noch abwartest bis der nächste Anruf kommt, der Pole da war oder auch nicht, das nächste Problem auftritt etc., dann verlierst du nur Zeit...
Außerdem baut es auch anderen Druck auf wenn du dich nicht mit irgendwelchen Aussagen an irgendwen verweisen lässt. Deswegen: einziger Verhandlungspartner für dich ist das Möbelhaus und denen ziehst du jetzt Daumenschrauben an. Die könnten nämlich auch einen eigenen Techniker schicken - die Idee, einen vom Hersteller rekrutierten Polen zu senden zeigt, dass sie dich nicht ernst nehmen und immer noch nicht selber für den Sachmangel gerade stehen. Diese Flausen solltest du ihnen austreiben.
Es wäre wirklich gut sich mit den Begriffen Sachmängelhaftung, Garantie und Gewährleistung auszukennen. Ansonsten wird es euch immer wieder passieren, dass der eine an den anderen verweist und als Kunde läuft man schön blöd von Pontius nach Pilatus, anstatt beim richtigen Ansprechpartner Druck zu machen und sich nicht an Dritte verweisen zu lassen.
Sollte der Händler die Nachbesserung durch polnische Kräfte erledigen lassen, mag man das zwar für Lohndumping und miesen Service halten. Es gibt aber keinen Anspruch darauf, nur einen deutschen Handwerker in seine Wohnung zu lassen. Wobei es - nebenbei bemerkt - natürlich interessant wäre zu erfahren, ob der Pole seine Arbeit hier korrekt versteuert oder ob man sich illegaler Billiglöhner ohne Anmeldung in der Sozialversicherung bedient...