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Original geschrieben von autares
Jeder einigermaßen intelligente Mensch wird wissen, dass er in einer Großstadt wohl keine Hamsterkäufe zu tätigen braucht. Wenn ich als Einsiedler lebe, sollte es sowieso klar sein, wie ich mich zu verhalten habe...
Ich denke, dass man da etwas differenzieren sollte. Ich weiß nicht, wann hier der letzte Stromausfall war. Seit 20+ Jahren kann ich mich kaum erinnern, mal länger als 10 Sekunden stromlos gewesen zu sein.
Nichtsdestotrotz täuscht einen genau das aber auch darüber hinweg, dass man ruckzuck ganz blöd aus der Wäsche schaut, wenn es doch passieren würde.
Als vor ein paar Jahren im Münsterland die Strommasten unter einer Eislast wegbrachen und dann tatsächlich tagelang kein Strom vorhanden war, guckten die Leute ganz schön bescheiden aus der Wäsche. Nicht, weil sie Kerzen anzünden mussten oder es keinen PC mehr gab. Sondern weil es in den Supermärkten natürlich auch keinen Strom und damit weder Beleuchtung noch funktionierende Kassen gab. Also war nix mehr mit Einkaufen. Wer da nichts im Keller hatte, stand da...
Das Handynetz ohne Strom und das Telefon auch. Kein PC, und viele elektronisch gesteuerte Heizungen blieben auch kalt. Kein Radio, weil wer hat schon ein Transistorradio mit Batterien zur Hand, kein Fernsehen.
Man täuscht sich, wie schnell in unserer Welt absolut nichts mehr funktioniert und jede häusliche und öffentliche Infrastruktur völlig zum Erliegen kommt, wenn der Strom weg ist. Nix zu essen, kein Licht, keine Information mehr - und kalt wird's auch. Da steht der moderne Mensch ganz, ganz schnell sehr blöd da, abgeschnitten von jeder elementaren Versorgung, die er sonst zur Verfügung hat.
Insofern sind ein Campingkocher und ein paar Dosen Ravioli nebst Wasserflaschen in der Vorratskammer nie verkehrt.
Gerade weil wir ohne nachzudenken so völlig technikorientiert sind, stehen wir besonders blöd da wenn es mal zum Ausfall kommt. Ein gewisser Minimalvorrat an Kerzen, Streichhölzern und Notverpflegung sollte im Haus vorhanden sein, nicht nur wenn die Schneewalze angedroht wird, sondern aus Prinzip immer.
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Original geschrieben von autares
mich wundert immer noch, wieviele Leute sich von den Medien verrückt machen lassen.
Das ist ein weiteres Phänomen. Ich erinnere mich genau, wann das aufkam. Vor ein paar Jahren wütete in Berlin ein heftiges Gewitter, stärker als sonst bei üblichen Sommergewittern. Vor allem der Sturm verwüstete relativ viel. Es gibt da diese Fernsebilder, wo Sonnenschirme über den Platz vor der Gedächtniskirche in Berlin fliegen, 2 Leute wurden von umkippenden Bäumen erschlagen. Später hagelte es massive Kritik, der DWD hätte die Menschen warnen müssen etc.
Seitdem überschießt der Wetterdienst in der anderen Richtung, für jeden Luftzug, jedes Gewitter, jede Schneeflocke werden Warnungen ausgegeben.
Solche Übertreibungen finden sich inzwischen immer wieder, man lese nur mal die Diskussion um Anwalt usw. in dem Auffahrunfall-Thread. Heute regelt man solche Sachen nicht mehr mit normalem Menschenverstand und indem man redet mit de Leut, sondern jeder versucht, etwas rauszuschlagen und der andere, sich rechtlich absichern zu müssen. Der normale Menschenverstand bleibt außen vor, für alles müssen Fachleute her. Hauptsache, die Experten haben wichtig mitgeredet.
Die Medien übertreiben es dann, weil jeder muss sich ja durch noch dramatischere Berichte interessant machen. Wenn die ARD vor Schneefall warnt, muss RTL vor Schneemann-Zombies warnen, damit es interessant wird. Die Bild macht dann Katastrophenstimmung, und wenn scheinbar alle so berichten, muss auch die ARD mit Berichten über Schneechaos in Frankreich etc. berichten.
Früher war das alles ganz normaler, harmloser Winter - heute ist es nur interesant, wenn es eine Schneewalze genannt werden kann.
Blöderweise sind wir inzwischen so weit, dass die Begriffe und Aussagen überhaupt nicht mehr zur Realität passen. In den Medien wird ein Scheechaos zelebriert, was real kein Mensch hier tatsächlich erlebt. Selbst wenn es heute Abend käme - das WE ist im Prinzip rum, und es sollte ja ab Freitag das WE über "Welt unter" sein... Nix war. Ein paar Schneeflocken, ein paar Zentimeter, und weiter nichts bisher.