Beiträge von Printus

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    Original geschrieben von rebelstar
    Außerdem meine persönliche Meinung zu dem Thema Abschiebung von Ausländern ist, dass kein Mensch abgeschoben werden soll, der hier aufgewachsen ist, egal wo sie hergekommen sind oder warum.


    Das funktioniert aber nicht - es sei denn, man würde Deutschland mal eben auf doppelte oder dreifache Größe bringen.


    Wenn in Südspanien oder Italien Flüchtlinge aus Afrika über das Meer anlanden sind das z. B. in vielen Fällen keine politisch Verfolgten, sondern "Wirtschaftsflüchtlinge". Auch die kann man absolut verstehen, wer hast schon Lust, sein Leben in einem trostlosen Land zu fristen? Problem ist aber, dass nicht jeder in ein Boot steigen und nach Europa schippern kann. Die Möglichkeiten der Europäer, Menschen aufzunehmen, sind auch begrenzt.
    Eher müssten Wirtschaftsflüchtlinge versuchen, in ihren eigenen Ländern stabilere Verhältnisse zu organisieren.


    Befragungen ergeben beispielsweise immer wieder, dass viele Afrikaner keineswegs froh sind, den europäischen Kontinent erreicht zu haben um gleich in Spanien oder Italien ihr Glück zu versuchen. Ein sehr hoher Anteil von ihnen sagt ganz offen, dass sie sich gerne nach Deutschland durchschlagen wollen.


    Irgendwie muss man dieses Problem lösen denn es können nicht alle Menschen aus 2.- und 3.-Welt-Ländern in reichere Industrienationen auswandern. Eher ist die Aufgabe, die hinterher hinkenden Regionen so zu stabilisieren, dass sie sich selbst lebenswert machen.


    Neben sehr unglücklichen Konstellationen wie im vorliegenden Fall ist der überwiegende Anteil von Abschiebungen durchaus in Ordnung. Das Problem liegt weniger in einer per se unmenschlichen Gesetzgebung, sondern der Unflexibilität, mit der es ohne Rücksicht auf soziale Gegebenheiten alle Betroffenen in einen Topf schmeißt und keine Härtefall-Regelungen ermöglicht.


    Ich sehe aber z. B. nicht, mit welcher Berechtigung sich - womöglich noch kriminelle - Rumänen ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland aufhalten sollten. 20 Jahre nach Ceaucescu kann von politischer Verfolgung nicht mehr die Rede sein, das Land will sich gar in der EU etablieren! Insofern ist das für mich ein Beispiel, wo ich Abschiebungen sehr richtig finde.

    Die Gesetze sind ja klar und soweit auch OK. Nur werden die von irgendwem ausgelegt und ausgeführt - und da liegt der Hund begraben. Wer bitte legt die Prioritäten der Abschiebungen fest und nach welchen Kriterien?


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht jeder, dessen Zeit abgelaufen ist, tatsächlich konsequent gehen muss. Wieso werden dann nicht diejenigen, die aufgrund ihrer Sozialprognose am Wenigsten gut integriert sind, primär abgeschoben, während "nutzbringenden" Asylanten ein Weg zum dauerhaften Aufenthalt eröffnet wird?


    Ich halte das nicht für menschenverachtend, sondern das wird ansonsten ja auch so gehandhabt: Inder, die als Computerfachleute ins Land dürfen, werden gegenüber Schuhputzern ohne PC-Fachkenntnisse auch bevorzugt.


    In einem so bürokratisch überregulierten Land wie dem unseren wundert man sich schon sehr, dass hier ausgerechnet eine Familie mit besonders guter Sozialprognose abgeschoben wird, während "verzichtbare Asis" ohne jedwede Konsequenz geduldet werden...


    So blöd das jetzt klingt und ich will niemanden zu etwas anstiften, aber ich kenne bei den allermeisten Piloten, auf deren Loadsheet steht, dass "Schüblinge" an Bord sind, so, dass sie mit den Abzuschiebenden reden um zu erfahren, ob sie willens sind sich unterwegs korrekt zu verhalten. In 90% der Fälle ist das kein Problem weil es immer wieder Leute sind, die zum x.ten Male abgeschoben werden, 2 Wochen später illegal wieder einreisen und das Spiel beginnt von vorne. Diese Leute machen keinerlei Theater und sind somit auf dem Flug kein Problem.


    Signalisiert der Abzuschiebende hingegen, dass er unterwegs Tumult veranstalten will, lehnen sehr viele Piloten aus Gründen der Flugsicherheit die Beförderung ab.


    Das Thema wurde und wird in Pilotenkreisen immer wieder diskutiert weil es da mitunter auch Company rules der verschiedenen Airlines gibt und rechtliche Verstrickungen (darf der verantwortliche Flugzeugführer jemanden mit gültigem Ticket "einfach so" von der Beförderung ausschließen? Welchen wirtschaftlichen Schaden fügt man damit seinem Arbeitgeber zu?).


    Fast müsste man dazu raten, sich am Flughafen ungebührlich zu benehmen und das auch deutlich zu kommunizieren um den Rückflug zu verhindern... Aber sowas wäre ja illegal und deswegen rate ich dazu nicht. Vor allem weil man vermutlich im Arrest des Flughafens bleibt... Dennoch hat man das Gefühl, dass ausgerechnet die "Angepassten" und Integrierten gegenüber randalierenden Spaken im Nachteil sind und ausgerechnet die Falschen gehen müssen.


    Solche Fälle wie hier beschrieben erwecken nicht gerade den Eindruck, dass die bestehenden - und korrekten - Gesetze besonders schlau angewendet werden. Es trifft offenbar mitunter die völlig Falschen, die gehen müssen, und auch die Falschen, die unbehelligt geduldet werden obwohl sie dazu keine rechtliche Grundlage haben.

    Erstmal ins Tiefkühlfach mit der Platte, wenn sie kühl ist kann man bei manchen Platten nochmal notfallmäßig Daten retten, insbesondere bei mechanischen Klemmern... :)

    Naja, so ganz passen die Vergleiche nicht. Ich argumentiere ja nicht, dass es rechtlich korrekt läuft und gerade wenn es offenbar ein systemisches Verhalten bei Plus / Netto gibt, prinzipiell jeden Kunden abzuweisen, dürfte das kaum bestehen wenn die Gewerbeaufsicht (oder wer immer da zuständig ist) es mitkriegt oder ein Kunde tatsächlich konsequent den Rechtsweg ausschöpft. Nur ist die Lebensrealität manchmal anders als die graue Theorie.


    In der Theorie muss ein Händler zwar genügend Spielraum einplanen um Gewährleistungsansprüche erfüllen zu können. In der Praxis geben das die kleinen Preise, die die Internet-Schnäppchen-jagende Kundschaft zu zahlen bereit ist, oft aber nicht mehr her.


    Allein der zeitliche Aufwand, mit dem Kunden zu reden, die Reklamation dann abzuwickeln, den Fall beim Großhändler / Hersteller anzumelden, die Ware zu verschicken und die Versandkosten zu tragen, das alles zu dokumentieren, später die Ware wieder an den Kunden zu übergeben, das kostet alles eine Menge Geld und so versucht jeder Händler, die Kunden erstmal an Dritte zu verweisen. Das mag nicht der saubere Rechtsweg sein und manchen Kunden werden da auch falsche Auskünfte gegeben.


    Ich kenne aber beide Seiten - die des Kunden, aber ich habe auch Einblick in einen Elektronik-Shop. Realität ist auch, dass Reklamationen extrem zeit- und damit kostenintensiv sind. Gerade im Elektronik-Sektor sind die Margen so klein, dass es praktisch nicht so funktioniert, wie die Theorie des BGB das vorsieht.


    Ich rechtfertige das nicht, ich will es nur erklären. An der Stelle muss man sich als Kunde halt auch mal fragen, ob man derartiges Verhalten des Handels nicht auch herausfordert wenn man nur noch geringste Preise zu zahlen bereit ist. Service kostet Geld, viel Geld. Da rächt sich das Geiz-ist-geil-Verhalten der Kunden eben.


    Viele Preise sind so knapp kalkuliert, dass Händler die Ware einfach nur verkaufen können. Lange Beratung, Kulanz oder besonderes Engagement bei Reklamationen sind häufig nicht drin und viele Händler gingen pleite, wenn sie da bei dem bestehenden Preisniveau so entgegenkommend wären, wie das aus Kundensicht wünschenswert wäre.


    Wenn man die Preise durch sein Kaufverhalten bis an die unterste Schmerzgrenze drückt, ist schlechter Service die zwangsläufige Folge. Die Realitäten sind da einfach anders als die schönen Theorien.

    Ja, nur wer definiert wann diese Bedingung gegeben ist?


    Es geht ja in aller Regel nicht um ein paar Schraubereien, die gleich vor Ort erledigt werden können, sondern um Geräte, die in original verschweißten / versiegelten Verpackungen geliefert werden und wo ein Händler tatsächlich nur mit sehr viel Aufwand und erheblichen Kosten nachliefern oder nagelneuen Ersatz anbieten kann.


    Gerade im Elektronikbereich, wo die Margen eh klein sind und die Preise schnell fallen, dürfte ein Händler sehr oft Recht haben wenn er argumentiert, dass ein aus Sicht des Kunden wünschenswerter Direktaustausch für ihn (den Händler) oberhalb jeder vernünftigen finanziellen Schmerzgrenze liegt.


    Ein Handy aus einer schon geöffneten Verpackung beispielsweise wird kaum noch ein Kunde akzeptieren und wenn doch nur gegen erheblichen (!) Preisabschlag. Ich denke schon, dass Händler da regelmäßig nachvollziehbar argumentieren können, dass das für sie finanziell unzumutbar ist.


    Die Crux ist, dass der Geiz-ist-geil-Billigwahn genau hier seine negative Seite zeigt: wenn man zum niedrigstmöglichen Preis kauft und dem Händler somit keinen Spielraum mehr lässt, wird er auch nicht mit entsprechender Kulanz dienen können wenn es ein Problem gibt.


    Die Rechtslage ist das eine, die Praxis oft das andere, weil die Theorien manchmal lebensfern sind.

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    Original geschrieben von ilbasco
    Ich frage die Klasse vor der Bekanntgabe der Noten, ob jemand was dagegen hat, dass die Noten öffentlich besprochen werden. Hat ein Schüler/eine Schülerin etwas dagegen, so muß er/sie sich nach der Stunde zu mir bemühen und die Note im Vier-Augen-Gespräch erfragen. Erfahrungsgemäß passiert dies aber so gut wie NIE!


    Klar, der soziale Druck, sich melden zu sollen und als Einzelner vor allen als Querulant dazustehen, ist nicht besser als mit seiner Note geoutet zu werden.


    Das halte ich für eine ungeeignete Methode!


    Welchen Grund gibt es denn, Noten öffentlich vorzulesen? Unter Klassenarbeiten stehen sie drunter und bei mündlichen Noten kann man sie den Schülern unter 4 Augen nennen, beispielsweise indem du nicht vorne stehst und die Noten allen sagst, sondern durch die Reihe gehst und sie jedem einzeln nennst. Oder auf sonst irgendeine Art...


    Ich finde es nicht so wild die Noten zu nennen, aber wenn man schon der Meinung ist, dass der Datenschutz und die persönlichen Befindlichkeiten eine öffentliche Nennung verhindern sollten, dann bitte Nägel mit Köpfen machen und nicht so Pseudo-Lösungen wie in die Runde fragen, ob jemand die Note nicht öffentlich hören will, noch dazu mit dem mehr als eindeutigen Hinweis (körpersprachlich womöglich noch unterstrichen mit diesem hier :rolleyes: ), Verweigerer müssten nachher gesondert nach vorne kommen.

    Das stimmt so aber nun auch nicht. Die meisten Händler werden sich durchaus im Rahmen des BGB bewegen. Allerdings argumentieren sie nach Absatz 3 des von dir verlinkten Gesetzes, dass es unverhältnismäßige Kosten verursachen würde ein Ersatzgerät zu beschaffen.


    In der Tat steht ja nicht immer ein Ersatzgerät zur Verfügung. Also müsste man dir ein neues Gerät aushändigen oder ein solches gar noch bestellen. Später könnte der Händler das aber nur noch mit großem Verlust verkaufen.