ZitatOriginal geschrieben von TeddybaerW
Wie allerdings ein Vorredner bereits geschrieben hat, das selbe Produkt mit mehr Inhalt, einem anderen Namen und bis zu 25% günstiger, wieso also dann bei Rewe/Edeka usw einkaufen?
Weil diese Mehrkosten das faire Gehalt ordentlich bezahlter Mitarbeiter ausmachen. Die -25% bei Lidl kommen erst dadurch zustande, dass Lidl und Schlecker ihr Personal mit zu geringen Löhnen verarschen.
Außerdem muss der Hersteller ein Produkt erstmal entwickeln - und das kostet Geld. Um den Markt ausreichend zu durchdringen bieten sie dieselbe Ware dann auch als No-Name-Produkt beim Discounter an. Ohne Original gäbe es aber auch keine Billigvariante.
Die Herstellung eines Produktes kostet immer gleich viel, egal ob es dann mit Markenlabel im Kaufhaus steht oder als No-name-Ware im Discounter. Die -25% werden also nicht in der Herstellung etc. gespart, sondern beim Gehalt der Verkäuferin und ein klein wenig in der etwas einfacheren Warenpräsentation des Discounters. Man kauft die Ware eben von der Palette aus dem Karton und nicht aus einem säuberlich geordneten Regal, in das es eine bezahlte Verkäuferin eingeräumt hat.
Man kann natürlich im Einzelfall nicht behaupten, dass es einen Arbeitsplatz rettet wenn man sein Joghurt im Supermarkt für 5 Cent mehr kauft, aber in der Masse bestimmt der Verbraucher hier schon mit wie der Markt funktioniert.
Fatal wäre, wenn alle ihr Joghurt nur noch im Supermarkt kaufen - und das Personal aber dennoch weiter den geringen Lohn bekäme. Da das aber leider ein weit verbreitetes Spiel ist, muss zwingend ein Mindestlohn her. In 21 von 26 EU-Staaten funktioniert es problemlos, und wir als eines der reichsten EU-Länder (wir sind größter Einzahler!) dürften es dann wohl auch stemmen können ohne dass unsere Wirtschaft zusammenbricht.
Man muss auch sehen, dass faire Gehälter die Kaufkraft der Bevölkerung stärken und somit der Wirtschaft zugute kommen. Insofern nutzt das mehr, als wenn man den Leuten die Bezüge kürzt und sich dann wundert, dass wir -6% Wirtschafts"wachstum" haben.
Deutschland war lange Exportweltmeister - und das rächt sich jetzt, wo die Weltwirtschaft in der Krise steckt. Hätte man sich nicht so vom Export abhängig gemacht müsste man jetzt nicht die seit Jahren schleppende Binnenkonjunktur - Folge zu geringer Kaufkraft, also auch zu geringer Löhne - beklagen.