Beiträge von Printus

    Bei der CSU fragt man sich ja sowieso, welche Rolle die spielen. Seehofer ist ja ein ziemlich rühriger Gesell...


    Zu Guttenberg wird IMHO überschätzt. Ein sympathischer Mann, keine Frage, aber rein faktisch ist er bisher nur durch eine einzige wirklich gute Sache aufgefallen, nämlich seine kritische Haltung zu Opel bzw. dass er für eine Insolvenz war. Diese eine, kleine Sequenz reicht aber eigentlich nicht, um als Superheld gefeiert zu werden - obwohl er ja überall so dargestellt wird.


    Dass er im FDP-Revier wildert liegt daran, dass es CDU/CSU nicht reicht, Stimmen ins schwarz/gelbe Lager zu holen. Sie müssen versuchen, die Wählerstimmen für ihre eigene Partei zu bekommen. Zum einen würde der kleine Koalitionspartner ansonsten zu stark und zum anderen geht es auch um Geld - Stichwort Wahlkampfkostenerstattung...


    Die SPD hat viel Mist gebaut und gehört in die Opposition um sich zu regenerieren und sich wieder auf ihre sozialdemokratischen Tugenden zu besinnen. Niemand übergeht ungestraft das eigene Wählerklientel. Sie wird vom Wähler zu Recht für ihre Fehler abgestraft.


    Dennoch bringen diese "alten Kamellen" uns jetzt nicht weiter. Was Kohl und Schröder gemacht haben, ist Schnee von gestern. In den letzten Jahren war große Koalition, aber auch das ist ja Vergangenheit (wenn es nicht zu einer Neuauflage kommt - was ich für ziemlich wahrscheinlich halte). Nach vorne schauen ist immer besser, als sich über die Fehler der Vergangenheit zu ärgern.

    Auch wenn du mit dem Sozialabbau unter rot/grün Recht hast - die Diskussion über die Vergangenheit ist müßig, es geht jetzt um die Zukunft. Es interessiert daher in diesem Zusammenhang hier nur bedingt, wer in der Vergangenheit Dinge falsch oder richtig gemacht hat.


    Was die Rentner angeht: deren Bezüge sind an die Arbeitseinkommen gekoppelt und wenn die "Werktätigen" weniger Geld verdienen, haben eben auch die Rentner weniger. Denen geht es allerdings im Schnitt immer noch besser als jeder Rentnergeneration vor und auch nach ihnen.


    Bei den Fakten bringst du keine Gegenargumente vor, sondern kommst nur mit dem pauschalen Vorwurf, ich würde Dinge falsch darstellen. Den Beweis bleibst du schuldig - das reicht mir aber nicht. Wenn du mich widerlegen willst - gerne, dann aber bitte mit nachprüfbaren Argumenten und nicht nur in den Raum geschmissenen Aussagen. ;)


    Was ich der FDP wirklich positiv zugute halte: Bürokratie-Abbau. Er kommt leider nicht als Selbstzweck, sondern als Nebeneffekt der Privatisierungswut. Aber immerhin - das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Sieht man z.B. schon daran, daß du z.B. verschweigst das beim FDP-Programm pro Person, (auch bei Kindern) 8000 Euro steuerfrei bleiben


    Ich verschweige es nicht, aber ich erwähnte es nicht explizit weil es nichts an meiner Kernaussage ändert. Es mag hier und da jemanden entlasten, der dann steuerfrei bleibt während er im bestehenden System schon steuerpflichtig wäre. Das sind aber "Ausrutscher", es verschiebt nur ein wenig die steuerfreie Einkommensgrenze, bringt dem Geringverdiener aber keine Verbesserung weil der auch jetzt schon keine Einkommenssteuer zahlt.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Bürgergeld


    Gut, dass du es erwähnst, hatte ich nämlich vergessen. Die FDP will Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter, Kinderzuschlag und Wohngeld zusammenlegen und zum Teil pauschalisieren - das nennt sich dann Bürgergeld. Ein Alleinstehender ohne Kinder bekommt dabei 662 Euro.


    Davon muss also der komplette Lebensunterhalt inkl. Wohnung finanziert werden! Da brauchen wir demnächst eine Menge Campingplätze, denn als Grundsicherung zum Existenzminimum bekommen Hartz IV-Empfänger zur Zeit 359 EUR. Wir lassen mal beiseite, dass das realistisch schon nicht zum Leben reicht.


    Dann bleiben also noch 303 EUR für die Unterkunft und alle Nebenkosten übrig. Ich kenne den Mietspiegel in deiner Gegend nicht, aber in der Fläche ist das utopisch wenig Geld, für das man - außer in Ausnahmefällen - in Deutschland keinen Wohnraum bekommen kann.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Deinen sogenannten Faktencheck kannst du in die Tonne treten, damit kann niemand was anfangen, ist nichts weiter als Theorie.


    Jetzt weiß ich nicht, was du meinst.


    Aber da du die Fakten ja offenbar kennst und Fehler monierst, würde ich gerne erfahren, was an meinen Darstellungen rein faktisch nicht richtig war?

    Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Die FDP will eine Vereinfachung des Steuersystems und ist die einzige Partei, die mir nach der Wahl nicht in die Tasche greifen wird, also Steuererhöhungen ausschließt.
    Bürokratieabbau!
    Gegen Onlinedurchsuchungen
    Volksentscheide
    etc


    Die FDP versteht es im Augenblick wie der Rattenfänger von Hameln, all jene Unionswähler zu blenden, denen die CDU zu weit nach links gerückt ist. Obwohl sie nach wie vor die "Partei der Besserverdienenden" (Zitat ex-FDP-Generalsekretär Werner Hoyer) ist, buhlt man im Augenblick um den Mittelstand und versucht diesem Glauben zu machen, seine Interessen zu vertreten. Viele fallen auch darauf herein - klingen Versprechen von Steuererleichterungen oder "weniger Staat" doch im ersten Moment recht gut. So profitiert die FDP momentan von CDU-Wählern, denen die CDU zu sozialdemokratisch ist und die ihr einen liberalen Aufpasser an die Seite stellen möchten.


    Was man der FDP wahrlich nicht vorwerfen kann ist, dass sie in der letzten Zeit umgefallen sei - nein, sie vertritt im Gegensatz zu allen anderen Parteien immer noch die gleichen neoliberalen Thesen, die sie auch schon vor der Weltfinanzkrise vertreten hat. Blöderweise werden diese falschen Annahmen nicht dadurch richtiger, dass man sie konstant und lernresistent weiter vertritt, während wir in der größten Rezession seit Jahrzehnten stecken.


    Diese Rezession - als Folge ungehemmter, unregulierter Märkte - zeigt doch, dass die Kernaussage der FDP - mehr Privatisierung anstatt staatlicher Kontrolle des Finanzsektors und anderer Bereiche - nicht funktioniert hat.


    Die Selbstheilungskräfte und die Selbstregulierung von Angebot und Nachfrage funktionieren auf dem Arbeitsmarkt nicht - das haben wir lange im Rahmen der Mindestlohndiskussion durchgekaut. Dennoch will die FDP keinen Mindestlohn sondern mehr Freiheiten für Unternehmen - damit diese die Gehälter weiter drücken und den Kündigungsschutz reduzieren können. Letzterer ist dank 6monatiger Probezeit und fast selbstverständlich gewordener befristeter Verträge aber doch schon längst nur noch eine Farce. Die Realität sieht hier ganz anders aus als die Theorie, nach der man in Deutschland besonders gut vor Jobverlust geschützt ist.


    In der Sozialpolitik will die FDP "mehr Eigenverantwortung". Unbeantwortet bleibt dabei, wer dann noch Sozialsysteme wie Rente oder Krankenkassen bezahlt, wenn möglichst viel mit privater Kapitaldeckung abgesichert werden soll. Von welchem Geld sollen Geringverdiener und Aufstocker vorsorgen? Die haben schon jetzt nicht genug Geld um über die Runden zu kommen - von welchem Geld sollen die also für ihre Rente oder Behandlung im Krankheitsfall sparen?


    Bei der Steuer schwebt der FDP ein Drei-Stufen-Modell mit 10, 25 und 35% vor. Damit sinkt der Spitzensteuersatz von derzeit 45% um sagenhafte 10% für die Bestverdiener im Lande - also die, die man eigentlich in knappen Zeiten am stärksten besteuern müsste, weil da das Meiste zu holen wäre ohne dass man jemandem etwas Lebensnotwendiges abnehmen müsste.
    Vermögenssteuer? Auch nicht mit der FDP.


    Die Steuererleichterungen für den Normalverdiener dienen nicht etwa dazu, diesem mehr Kaufkraft zu geben - nein, die gesparten Lohnnebenkosten zugunsten eines höheren Nettoeinkommens muss man zwangsläufig in private Vorsorge re-investieren, da Krankenversicherung und Rente ja stärker privatisiert werden sollen. Wie gewonnen, so zerronnen. Wer glaubt, dass er mit der FDP mehr Geld zum Verprassen hätte, ist auf dem Holzweg.


    Eher das Gegenteil wird eintreten: Private Vorsorge wird teurer sein als ein staatlich reguliertes Solidarsystem und Geringverdiener kippen hinten ganz weg, können nicht privat vorsorgen und müssen entweder verhungern oder vom Sozialstaat aufgefangen werden. Dazu braucht der Sozialstaat aber Geld. Da die Spitzenverdiener ja um 10% entlastet werden und die Geringverdiener nichts haben, zahlt der Mittelstand die Zeche.


    Es wird also genau für die teuer, die glauben, dass die FDP sie entlasten würde. Und mal im Ernst: wer glaubt, dass die Steuern sinken, glaubt auch an den Osterhasen. Der Staat ist verschuldet wie nie, wenn man dann auch noch die Steuern senken würde, implodiert das ganze System.


    Nebenbei bezieht die FDP das Versprechen von Steuersenkungen immer nur auf die Lohnsteuer. Diese zahlen fast 50% der Haushalte aber gar nicht weil sie zu wenig verdienen um überhaupt lohnsteuerpflichtig zu sein. Also wieder eine klare Erleichterung für Besserverdienende, aber nicht für Familien mit Kindern, Rentner oder andere kleine Einkommen, für die Lohnsteuer aufgrund geringer Bezüge oft sowieso kein Thema ist, an denen also auch Entlastungen dieser Art vorbei gehen.


    In der Rente spricht sich die FDP für ein flexibles System aus. Anstatt Rente mit 67 kann, "wer will", auch früher oder später aufhören. Zwangsläufig werden allerdings körperlich hart arbeitende Menschen früher aufhören müssen weil sie nicht bis 67 in ihren schweren Berufen tätig sein können. Ob sie dann aber schon genügend für ihren Lebensabend vorsorgen konnten? Wenn's schlecht läuft haben wir mit der FDP in Zukunft wie in den USA Rentner, die auch im hohen Alter noch hinzuverdienen müssen weil das Geld sonst nicht zum Leben reicht.
    Zugleich besetzen die körperlich weniger geforderten und meist deutlich besser verdienenden Leute in Bürojobs (Chefetagen...) ihre Positionen noch über die 67 hinaus - und blockieren damit Positionen für nachrückende Generationen, während sie zugleich weiterhin ihre hohen Bezüge kassieren können.


    Sprüche wie "Leistung muss sich wieder lohnen" - was sollen dazu Geringverdiener sagen, für die sich ihre Leistung nicht lohnt, weil sie am Existenzminimum herumkrebsen?


    Eins muss man der FDP aber lassen: die Verführung vieler gutgläubiger Bürger, die das "FDP-Prinzip" nicht durchschauen, funktioniert bestens. Anders sind die Umfragewerte der FDP nicht zu erklären. Würden die Leute nicht nur den Sprüchen glauben, sondern das Wahlprogramm kritisch lesen und ein bisschen weiter denken, müsste ihnen die Bauernfängerei auffallen. Aber das machen eben nur wenige...

    Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Ich finde auch, daß die FDP das überzeugenste Programm hat und sie die einzige Partei ist, die auch nach Wahlen zu ihren Aussagen steht.


    Reicht es, nach einer Wahl nicht umzufallen oder geht es auch um Inhalte?


    Was überzeugt dich an ihrem Programm?

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    Original geschrieben von taff80
    2) Was mich sehr nervt, dass ist der Ein- und Ausschaltsound, kann man den irgendwie abstellen?


    Hab's gerade ausprobiert, bei mir erklingt da keinerlei Sound. Ich habe die Tastentöne aus, aber mit dieser Einstellung hat es nicht zu tun - war nämlich meine Idee und ich habe deswegen gerade mal mit eingeschalteten Tastentönen probiert, aber auch dann bringt mein Gerät beim Ein- und Ausschalten keinen Sound zu Gehör. Keine Ahnung wieso das bei dir anders ist...


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    Original geschrieben von taff80
    3) Gibt es eine Möglichkeit, dass man die Laustärke des SMS-Klingeltons unabhängig vom normalen Klingelton einstellen kann?


    In den Einstellungen des Telefons geht das vermutlich nicht. Ein Trick wäre, wenn du den Klingelton auf dem PC mittels MP3Gain auf die gewünschte Lautstärke bringst, die in der Lautstärke veränderte Datei wieder auf das Handy spielst und dadurch zum Ziel kommst.


    Zitat

    Original geschrieben von taff80
    4) Da ich es von anderen Handys gewohnt war, dass man auf dem ersten Blick sieht, wann ein SMS angekommen ist, würde ich das gerne auch wieder haben (ohne das man mit der Detailansicht nachsieht), ist das irgendwie möglich?


    Leider nein. Das ärgert mich auch tierisch, irgendwo weit vorne in diesem Thread hatte ich mich danach erkundigt und die Auskunft war, dass das in Symbian so sei und nicht geändert werden kann. Also ein Mangel des Betriebssystems, nicht des Handys selber. Für den Anwender in jedem Fall Kappes.


    Zitat

    Original geschrieben von Bopper
    ich hab bei den kamera einstellungen ausversehen was verstellt und wollte wieder die standard einstellung:
    was ist standardmäßig bei belichtungsmessung eingestellt?[/i]


    "Mittenbetont"

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    Original geschrieben von bernbayer
      Printus
    Du hast ein sehr seltsames Verständnis von Marktwirtschaft. Bei den Unternehmen da fordest du Marktwirtschaft, die sollen sich auf den int. Märkten behaupten, müssen also je nach Produkt mit Billiglohnländern konkurieren


    Die meisten Unternehmen müssen keineswegs international konkurrieren, sondern spielen nur auf dem heimischen Markt und da sogar nur regional sehr begrenzt eine Rolle. Oder wen interessiert, was Friseure in China verdienen? Der Lohn chinesischer Friseure ist kein Argument für Niedrigstlöhne bei ostdeutschen Friseuren, die der Oma im Dorf die Haare ondulieren... Das gleiche gilt auch für Zimmermädchen, das Sicherheits- und Baugewerbe, die Gastronomie und Kommissionierer in hier tätigen Logistikunternehmen.


    Der Großteil der Menschen arbeitet in Deutschland in kleinen und mittelständischen Unternehmen, und die gesamte Dienstleistungsbranche bedient ausschließlich hiesige Kunden. Da zieht das Internationale-Märkte-Argument flächendeckend nicht.


    Und willst du mir erzählen, dass du dir den Friseur nicht mehr leisten kannst, wenn du alle paar Wochen 2,50 EUR mehr für den Haarschnitt ausgibst? Oder willst du mir erzählen, dass es sich für dich mehr rechnet 3% mehr MwSt. zahlen zu müssen weil der Staat Geld für Aufstocker braucht, anstatt dem Friseur die 2,50 EUR mehr zu bezahlen?

    Schwarzarbeit kann auch deswegen nicht als Argument gelten, weil sie illegal ist und vom Staat bekämpft werden muss. Ein Politiker kann sie nicht als legitimes Beispiel gegen Mindestlohn anführen, sondern muss dann den Kampf gegen die Schwarzarbeit ins Portfolio nehmen.


    "Bauarbeiter" sind in der Tat ein schwieriges Beispiel weil im Bauhauptgewerbe andere Spielregeln gelten als in den meisten anderen Branchen. Beispielsweise dürfen Leiharbeitsfirmen keinerlei Mitarbeiter in diesen Bereich verleihen. Hier ist eher wieder das Problem die Schwarzarbeit mit illegalen ausländischen Handwerkern - aber wie gesagt, illegale Machenschaften können kein anerkanntes Argument sein...

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Warum solllte es dann z.B. zum Thema ob ein Mindestlohn sinnvoll ist, genauso wie zu allen anderen politischen Themenn keine unterschiedliche Meinungen geben?


    Es geht nicht darum, keine unterschiedlichen Meinungen haben zu dürfen. Generell ist Meinungspluralismus immer gut und wenn die Frage wäre, ob man Erdbeer- oder Bananenaroma bevorzugt, wäre das nur eine Geschmacksfrage, die natürlich jeder anders beantworten kann.


    Über die Frage, soll die Bundeswehr recht zügig oder nur langsam aus Afghanistan abziehen, kann man diese oder jene Meinung haben. Es gibt für beides Argumente und das kann man demnach auch unterschiedlich betrachten.


    Beim Mindestlohn ist die Schieflage deiner Argumentation aber, dass du einerseits Eigenverantwortung und freie Märkte einforderst, dann aber nicht zugleich für Löhne bist, mit denen jemand diese Eigenverantwortung tatsächlich wahrnehmen kann, sondern doch weiter abhängig ist von zusätzlicher staatlicher Hilfe. Bzw. du gönnst zwar jedem einen ausreichenden Lohn, ignorierst aber, dass ihn viele hart arbeitende Menschen in der Realität nicht mehr bekommen. Da ist dann einfach eine Ungereimtheit, die ignoriert wird.


    Um im Bild von oben zu bleiben: du forderst immer wieder Erdbeere, obwohl im Moment nur noch Banane vorhanden ist. Deine Argumentation zum Mindestlohn ist also nicht deswegen falsch weil es eine andere Meinung ist, sondern weil sie den Faktencheck nicht besteht.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Man sollte hier im Forum nicht versuchen mit aller Gewalt seine eigene Meinung anderen aufdrängen zu wollen. Das hat ja schon Jochen hier kritisiert.


    Dir eine Meinung aufdrücken will niemand. Aber es war anfangs Hoffnung da, dass dir die Ungereimtheiten oder die Realitäten klar werden und du verstehst, dass "Besser einen gering bezahlten Job als gar keinen" nur stimmt, wenn es auf einem unkritischen Lohnniveau spielt. Dann hast du ja Recht, lieber 1 EUR Stundenlohn weniger als keinen Job. Du hättest auch noch Recht, wenn man über das Sprungbrett eines unattraktiven Jobs schnell in lukrativere Sphären steigen könnte.
    Leider läuft es so aber nicht. Die Realität ist, dass sich ein Überangebot an Arbeitssuchenden um zu wenige Stellen drängt und dadurch die Löhne in Bereiche sinken, von denen Menschen oft nicht mehr leben können. In diesem Fall kann es nicht mehr heißen "Immer noch besser einen gering bezahlten Job als gar keinen", denn dann funktioniert ein Prinzip unserer Gesellschaft nicht mehr.


    Das Prinzip kann nicht sein, dass du mit deinen Steuergeldern - und du hast ja schließlich hart gearbeitet um dein Gehalt zu verdienen, oder? - für irgendeinen Unternehmer den Lohn an seine Mitarbeiter zahlen musst. Den soll er doch schön selber zahlen. Oder nicht?
    Und wenn er das nicht kann: bei einer kurzfristigen Überbrückung wär's auch OK. Wenn das aber ein Dauerbrenner ist, ist das Unternehmen offenbar nicht rentabel. Und da wir ja gerade NICHT im DDR-Sozialismus leben, müsste ein solches Unternehmen dann auch in die Insolvenz gehen. Dann werden zwar mitunter Menschen arbeitslos, dafür wird der Markt aber um ein unrentables Unternehmen bereinigt und anderswo profitiert ein rentables Unternehmen, das dann zusätzliche Mitarbeiter einstellt.
    Im Augenblick läuft es aber manchmal so, dass wir dauerhaft Geld - das der Staat dringend selber braucht um seine Schulden abzubauen - in Lohnsubventionen unrentabler Unternehmen stecken. Da verbrennen wir Steuergeld in "schlechten" Firmen und behindern zugleich den Markt für rentable "gute" Konkurrenzunternehmen. Ist doch irgendwie schwachsinnig - oder?