Na irgendwelche Gönner, Erbschaften etc. werden wohl da sein, denn eine Bank wird einem alleinverdienenden Berufseinsteiger ohne nennenswerte Sicherheiten wohl nicht einfach so ein Haus finanzieren.
Immerhin planen die beiden eine Heirat und ob man ein Reihenhaus und diese ganze Lebensplanung nun spießig findet oder nicht - immerhin scheint diese Beziehung gefestigter als die Geschichte des TE's. Insofern finde ich es nicht ganz vergleichbar.
Beim TE geht es ja auch nicht darum, dass er eine Wohnung (mit)kaufen soll. Da driftet der Thread in eine falsche Richtung. Die Frage war, ob er dem Drängen der Freundin zum Zusammenziehen nachgeben soll und wenn ja, wie das unter den gegeben Umständen am Besten organisiert wird.
Im Gegensatz zu caoz kommt es beim TE so rüber als würde die Freundin ihn drängen, obwohl er selber (noch) gar kein Bedürfnis nach Zusammenziehen hat. Das ist weniger ein finanzieller Knackpunkt, sondern es stellt sich die Frage ob es gut ist, sich zu einer Nähe und Wohnsituation gängeln zu lassen, die man selber nicht unbedingt wünscht.
Wenn die Freundin mit 24 schon eine Wohnung fast abbezahlt hat schließe ich daraus, dass sie entweder über finanzielle Mittel verfügt, die sie nicht selber verdient hat, oder dass sie beruflich so überaus erfolgreich ist, dass sie schon so viel Geld verdienen konnte. Letzteres scheint mir in einem Bank-Job eher unwahrscheinlich.
In beiden Fällen habe ich aber das Bild einer Person vor Augen, der ich menschlich in dieser Sache nicht traue. Wieso diese Drängelei zum Zusammenziehen? Natürlich kann man zusammen ziehen wenn es beide gerne wollen - aber das scheint ja nicht der Fall zu sein, der TE fühlt sich ganz wohl in seinen eigenen vier Wänden.
Das Argument "mit der Miete zahlst du dem Hausbesitzer die Bude ab" ist doch auch gegeben, wenn er als Mieter bei ihr einzieht. Dann zahlt er nämlich ihre Verbindlichkeiten ab... Da führt sie ihre eigene Argumentation ad absurdum. Außer, dass das Geld vielleicht lieber in die Tasche der Freundin als in die eines fremden Vermieters geht, kommt es für den TE auf dasselbe hinaus, nämlich er zahlt und das Geld ist für ihn weg.
Ich kann mir nicht helfen, auf mich wirkt die Frau wie jemand, der seinen Lebensplan konsequent durchzieht und dabei nur solange auf andere eingeht, wie es für sie zum Vorteil wird. Stellt sich jemand quer, hat er Pech gehabt.
"Mal eben so" eine neue Wohnung in seiner Stadt kaufen - das ist viel Arbeit, Mühe, Risiko und kostet nebenbei eine Stange Geld. Notar- und Maklergebühren, der Umzug, Papierkram... Ich werde das Gefühl nicht los, dass ihre Persönlichkeitsstruktur und Motivation stark von der Idee geprägt sind, sich durch den Wohnungs(ver)kauf wieder einen eigenen, persönlichen Gewinn zu verschaffen. Sie bekommt eine größere Wohnung in besserer Lage. Er zahlt als Mieter einen guten Teil der monatlichen Belastungen und hat den Verlust der Freiheit einer eigenen Wohnung gewonnen. Na toll.
Auch wenn die Freundin real nicht ganz so krass tickt, aber so kommt es bei mir an. Sie zieht ihre Sache durch, er darf den Steigbügelhalter spielen, immer schön monatlich Miete abdrücken und damit einen großen Teil ihrer monatlichen Kosten bezahlen. Er bekommt aber nichts dafür. OK, ein Dach über dem Kopf - aber keinen Anteil an der Wohnung und auch nicht das Gefühl, dass es zumindest teilweise auch seine Wohnung ist. Man bleibt immer Gast in IHREM Zuhause.
Also wenn überhaupt: für mich käme nur eine gemeinsam finanzierte Bude in Frage.
Vielleicht muss sie dann trotz eigener Wohnung selber irgendwo zur Miete wohnen, was soll's.
Ich zahle lieber an einen fremden Vermieter und kaufe mir damit aber auch Unabhängigkeit oder zumindest Waffengleichheit gegenüber dem Partner. Im vorliegenden Beispiel wäre man ja von einer Karrierefrau abhängig. Das würde mich massiv stören.