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Original geschrieben von zumwinkler
Zuersteinmal fusst unsere "Kultur" eben genau nicht auf der Religion, sondern genau anders herum, auf der Abkehr und Trennung von genau dieser.
Ich glaube du hast es immer noch nicht verstanden. Kirche und Religion ist nicht dasselbe. Wenn du das nicht verstehst oder verstehen willst, drehen wir uns im Kreis.
Es ist vielmehr so, dass die Grundlage unserer ethisch-moralischen Vorstellungen häufig - im weitesten Sinne - christliche Wurzeln hat. Egal ob "Du darfst nicht töten" = "Mord ist die schlimmste aller Straftaten" (andere Kulturen beantworten es mit "Auge um Auge, Zahn um Zahn") oder "Nächstenliebe" = "Gedanke des Sozialstaats und der sozialen Marktwirtschaft", etc. etc., in vielem sind unsere Normen/Werte Weiterentwicklungen christlicher Urgedanken.
Dass uns die Abkehr von den oft schlimmen Einflüssen der Kirche auf den Staat in früheren Jahrhunderten ebenfalls vorwärts brachte, ist doch keine Frage. Das bestreitet niemand.
Du musst aber kapieren, dass die konkreten Verhaltensweisen kirchlicher Würdenträger und ihre teilweise verqueren Ansichten nicht das sind, worum es hier geht. Wir diskutieren nicht Ansichten und Verhalten fehlgeleiteter Idioten aus dem Kirchapparat, sondern grundlegende Moralvorstellungen und ihre Ursprünge. Und da geht in unserer Kultur nun mal viel auf ursprünglich christliche Grundgedanken zurück.
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Original geschrieben von zumwinkler
wenn man sich Länder anschaut, die leider immer noch tief im religiösen Wahn stecken. Da entwickelt sich gar nichts, trotz vermeintlicher kultureller Werte (die ja gleich sind)
Äh... also manchmal argumentierst du wirklich abenteuerlich. Die Werte vieler muslimischer Staaten sind völlig anders als unsere Werte - und im Gegensatz zu uns haben die sich nicht wirklich entwickelt, sondern sind ein paar hundert Jahre hinten dran. Das, was im Christentum die Kreuzzüge vor hunderten Jahren waren, scheint in manchen Religionen im Augenblick aktuell zu sein. Man denke an die Taliban in Afghanistan...
Bei uns bestimmt nicht die Religion die Richtlinien der Politik und der Gesellschaft, und die Kirchen führen nicht den Staat. Jeder, der auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht, kann sich wählen lassen. Man muss dazu kein Bischof sein.
Aber nochmal, die Ursprünge unserer Kultur haben viel mit dem Christentum zu tun. Das kann man doch nicht einfach bestreiten, deine Geschichtsauslegung ist ansonsten abstrus.
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Original geschrieben von zumwinkler
Und hör doch auch mit dem Polemikquatsch. Selber an imaginäre Gestalten glauben, aber anderen "Sachkenntnis" abfordern-das ist absurd. Nur weil du in Wahnwelten gefangen bist, kannst du doch nicht verlangen, dass dich niemand darauf hinweisen darf, dass das verrückt ist.
Das ist Realsatire. Von Polemikquatsch reden und dann so ein Zeugs ablassen...
Sachlich will ich darauf nicht eingehen, ist mir zu blöd.
Zum Thema selber:
Ich habe nichts gegen Ethikunterricht. Es sollte aber nicht so sein, dass Religionsunterricht zusätzlich besucht werden muss, weil da geht aus verständlichen Gründen kaum ein Schüler mehr hin - und wenn doch, dann nur bedenkliche Hardcore-Gläubige.
Also müsste die Lösung "Religions- oder Ethikunterricht" lauten. Kann man machen, dann müßte aber definiert werden, welche Inhalte / Werte im Ethikunterricht vermittelt werden sollen. Und es wird dann darauf hinaus laufen, dass Vieles dem entspricht, was auch im modernen Religionsunterricht abläuft. Da werden heute schließlich nicht mehr Bibeltexte unkritisch auswendig gelernt oder sonstwie christliches Brainwashing durchgeführt, sondern eher findet Auseinandersetzung mit allgemeinen Sinnfragen des Lebens, kritische Auseinandersetzung mit den Antworten verschiedener Religionen etc. statt.
Unter dem Strich kommt es fast auf dasselbe hinaus, nur dass man im Reli-Unterricht vielleicht einen Tick mehr das Spirituelle, Sinngebende, betrachten kann. Da sich solche Fragen fast jeder Mensch stellt, ist es doch nicht schlecht wenn man sich damit auseinander setzt. Solange da niemand zum braven Kirchgänger indoktiniert wird - und so ist es ja nicht! - sehe ich einfach das Problem nicht, wieso man so ein Theater um Ethik- und/oder Reli-Unterricht macht.
Man könnte es einfach bei modernem Reli-Unterricht belassen - fertig. Wenn man darüber aber ellenlang diskutieren muss und andauernd mit dem Vorurteil amtskirchlicher Beeinflussung kämpfen muss, ist das eigentlich nicht mehr an den Inhalten des Unterrichts ausgerichtet, sondern einfach nur ein Politikum: es darf kein Reli-Unterricht sein, weil die Unterstellung ist, dass da die Kirche Jugendliche beeinflusse. Auch wenn's nicht stimmt...
Im Kern dreht sich die ganze Diskussion eigentlich darum, wer die Wert- und Moralvorstellungen in unserer Kultur zukünftig lenken soll. Während man sich im konserativen Bayern zur christlich-abendländischen Leitkultur bekennt und es auch keinen Diskussionsbedarf gibt, wird in Berlin mit seinem hohen Anteil an Migranten und atheistischen Ostdeutschen darum gerungen, wer zukünftig den Rahmen vorgeben darf. Christliche Anleihen sollen partout vermieden werden, also weg mit dem Religionsunterricht herkömmlicher Art. Koranschulen und muslimischer Unterricht? Nee, fühlt man sich auch nicht wohl damit weil die Mehrheit der Migranten dann noch weniger integriert würde als es eh schon der Fall ist. Also ein paar Alibi-Projekte, ansonsten, um auch den Atheisten Rechnung zu tragen, der Versuch einen neutralen Unterricht, den man dann Ethikunterricht nennt, zu etablieren...
Wenn man es mal auf den Punkt bringt geht es wohl darum, dass die kulturelle Ausrichtung unklar ist - und das erklärt auch, warum es gerade in Bayern so unumstritten und in Berlin ausgerechnet ein heiß diskutiertes Thema ist.
Zu Ende gedacht schaffen wir uns mit dieser Neutralität aber vielleicht mehr Probleme, als wir lösen. Gerade bei problematischen Migranten wäre es besser, wenn wir eine klare Linie fahren und zu unserer Kultur und Moralvorstellungen stehen würden, anstatt ein typisch deutsch "politisch korrektes" Wischiwaschi zu fahren.
Dass Integration und die Erwartung, dass man sich hier an unsere Spielregeln hält, freiwillig nicht so recht funktioniert, sollte inzwischen auch der Letzte kapiert haben. Insofern würde es nicht schaden hier klare Vorgaben zu machen und klare Erwartungen zu formulieren, anstatt es jedem so Recht machen zu wollen, wie derjenige es gerne hätte.
Die Diskussion um Religions- und Ethikunterricht hat viel damit zu tun, an welchen Werten wir uns als Gesellschaft überhaupt ausrichten wollen... und in Berlin muss man sich da schon irgendwie Sorgen machen. Es dürfte kaum ein anderes Bundesland geben, das durch falsch verstandenes Multi-Kulti so massive Schwierigkeiten hat.