Das ist aber das Problem an der Sache - die eigenen Kinder sind immer die liebsten, süßesten und hübschesten... Ein Außenstehender (noch dazu vielleicht überzeugter Single, Partygänger oder nicht auf der Frau-Kind-Familie-Welle) findet aber vielleicht nicht dass Kinder soooooo süüüüüüß sind, sondern dass sie alle verknautschte Babyfaces haben und verhindern dass man sich normal über anderen Themen des Lebens unterhalten kann. Auf einmal geht's nur noch um Windeln, Brei, Schlaf- und Fütterungszeiten, also Themen, die zwar Eltern, aber nicht Kinderlose betreffen. Selbige haben oft keine Chance eine ehrliche Meinung zu vertreten, weil Eltern erwarten dass jeder ihre Themen spannend und das Kind furchtbar knuffig finden muss.
Ich kenne Patenschaft auch von seiner traditionellen Bedeutung her - für das Kind sorgen wenn den Eltern etwas zustößt und im christlichen Sinne dafür Sorge zu tragen dass es ein braver Christenmensch wird. In der Praxis sind Paten dann aber heute einfach nur in besonderer Weise verpflichtet Interesse an dem Kind zu zeigen - also vielleicht mal den Babysitter zu spielen, an Geburtstagen mit einem Geschenk vorstellig zu werden oder per Sparbuch und regelmäßigen Einzahlungen Anschaffungen zum oder ab dem 18. Geburtstag zu ermöglichen.
Da man mit Eltern erfahrungsgemäß schwer sprechen kann wenn man deren Begeisterung nicht teilt und auch die Ehre, als Pate ausgewählt zu werden, nicht haben möchte, fühlen sich Eltern natürlich düpiert wenn man "undankbar ablehnt". Die Situation ist ja auch peinlich, für beide Seiten.
Ich würde deswegen an deiner Stelle nicht warten bis du gefragt wirst, sondern ich würde das schon jetzt proaktiv selber ansprechen! Sag' den Leuten einfach wie es ist, dass dir die Idee gekommen ist, dass man dich womöglich als Pate fragen würde, du dir das aber nicht so gut vorstellen kannst und sie deswegen bitte erst gar nicht daran denken sollen dich für dieses Amt vorzusehen.
Ich würde es ein wenig lustig formulieren, aber doch so dass die Eltern merken dass du in der Sache deine Meinung offenbarst und nicht nur einen Gag machst: "Ich bin nicht so der Patenonkel-Typ sondern eher ein schlimmer Finger, der dem Kind nur Unsinn beibringen würde. Solltet ihr über mich als Patenonkel nachdenken, macht es frühestens in 10 Jahren bei eurem 7. Kind..." :p
Ich denke wenn du das von dir aus ansprichst, ist es kein Problem weil jeder das Gesicht wahrt. Peinlich wird es nur wenn du abwartest und dann, wenn du tatsächlich gefragt wirst, ablehnst.
Bleibe aber in jedem Fall bei deiner Meinung, weil auch wenn's lieb gemeint ist, aber man sollte sich nicht in irgendeine Rolle drängen lassen, die man nicht ausfüllen möchte, nur weil Kritik oder Ablehnung bei Kinderthemen von Eltern immer gleich als Affront gesehen wird.
Es kann keiner von dir erwarten - wie das zwischen den Zeilen auch hier durchschimmert - dass du nochmal in dich gehen sollst und ob du nicht vielleicht doch... Wenn du keinen Bock drauf hast, ist das so - und das ist auch in Ordnung! Dann sage es nur gleich damit die Eltern nicht auf "dumme Ideen" kommen - und fertig.