Leerlauf macht sich im Lebenslauf immer schlecht. Andere Länder, andere Sitten, außerhalb Deutschlands denkt man da wahrscheinlich anders, aber hier wird einem sowas nachteilig ausgelegt.
Wenn du dich später bewirbst sieht es immer sehr doof aus wenn dein (Fehl)-Start ins Berufsleben die Arbeitslosigkeit war. Daraus entnimmt man a) dass du keinen Bock hattest dich mit, wenn auch einfacher, Arbeit selbst zu finanzieren und b) nicht daran interessiert bist Erfahrungen zu sammeln, die man immer überall macht. Das führt zu Schluss c) dass dir jeder Personaler mangelndes Engagement unterstellen wird und deine Chancen im Bewerberkarussell immer schlecht sind.
Gerade dieser Eindruck, dass du keine besonderen Anstrengungen unternimmst um dich nach Schule und Studium auf beruflich eigene Beine zu stellen (Studentenjobs zählen in der Wahrnehmung nicht so sehr, das ist Beiwerk während man studiert) wird man sehr negativ auslegen.
Insofern sehe ich 2 Möglichkeiten:
1) Du gehst auf eine groß angelegte Weltreise und sammelst so Lebenserfahrung. Bringt keinen beruflichen Vorteil, schadet aber nicht und formt die Persönlichkeit.
2) Du nimmst einen, vielleicht auch nur einfachen, Job an um dich zu finanzieren und siehst zu dass du möglichst bald den Absprung schaffst.
Der Gedanke ist hier nicht nur gewisse Erfahrungen und das jetzt zum leben nötige Geld zu bekommen, sondern auch zu demonstrieren dass du dir nicht zu schade bist zu ackern wenn es nötig ist. Das wird später immer ein Pluspunkt sein. Schlecht wäre nur wenn du auf allzu lange Zeit in einem Job, für den du unterqualifiziert bist, versauerst.
Bewirbst du dich aber parallel mit entsprechendem Elan für die Stellen, die du eigentlich suchst, kannst du immer damit "angeben" dich auch jetzt schon nicht auf die faule Haut zu legen, sondern deinen Lebensunterhalt zu verdienen, und das bei Bedarf auch in einem nicht ganz so tollen Job. Das wird dann immer ein Pluspunkt für dich sein.
Jetzt auf arbeitslos zu machen halte ich für eine ganz schlechte Taktik. Das wäre bequem, ist aber alles andere als gut für dich und wird dir immer negativ nachlaufen.
Nur am Rande: ich stolpere über deine Wahrscheinlichkeitsangaben. Normalerweise WEISS man welche Ansprüche bzgl. ALG man hat - oder man muss sich erkundigen. Es ist kein Vorwurf... macht auf mich nur den Eindruck einer gewissen Bequemlichkeit, dass du hier keine wirklichen Fakten ergründet hast, sondern nur glaubst dass es so oder so wäre. Und genau das sollte dir bei einer Bewerbung nicht passieren, dass dein Gegenüber denkt "Der qwer640 ist aber ein bisschen lahmarschig... so richtig gibt der nicht Gas um zu wissen wo er steht und was er will." Diesen Eindruck erweckst du aber schnell wenn am Anfang des Berufslebens schon gleich steht dass du darauf gewartet hast dass dir die Arbeitsagentur einen tollen Job vermittelt...