Beiträge von Printus

    Einen Teil der Gewinne haben sich Manager und Aktienbesitzer eingesteckt. Ein anderer Teil war gar nicht real, weil das Vermögen nur an der Börse erwirtschaftet wurde, ihm aber keine realen Werte gegenüber standen. Wenn das Finanzsystem dann so zusammenbricht wie wir das jetzt hatten, gibt es auch das Vermögen nicht mehr, denn ein großer Teil war nur virtuell vorhanden.


    Ein anderes Beispiel: ich hörte von einem Kunden eines Kunden dass dieses Unternehmen im Sommer in sicherer Erwartung zahlreicher Großaufträge ab Anfang 2009 hochwertige Maschinen geordert hat. Diese Maschinen werden gerade geliefert und müssen dann natürlich bezahlt werden. Aufgrund der Krise bleiben die erwarteten Aufträge jetzt aber aus - und abbestellen oder weiter verkaufen der Maschinen wird nicht gehen, zum einen sind das sehr individuelle Anfertigungen, zum anderen fände sich in diesen Zeiten sowieso kein Käufer.
    So stehen sie also da mit nagelneuen, aber unnötigen und sehr teuren Geräten...


    Andere Unternehmen brauchen Geld um neue Projekte oder Geschäfte vorzufinanzieren - in Erwartung späterer Gewinne. Wenn die Bank aber selber kein Geld hat - oder es nicht herausrückt - kann die Vorschubfinanzierung nicht realisiert werden und das Unternehmen die geplanten Aktivitäten nicht finanzieren. Wenn das aber wichtige Investitionen in die Zukunft des Unternehmens wären...


    So kann in der Krise vielen die Luft ausgehen.

    55 EUR sind ein guter Preis, aber nicht immer...


    Es gibt das Dauer-Spezial ab 29 EUR, man kann also rechnerisch auch ohne Lidl-Ticket für 58 EUR durch die Lande fahren... oder wer keine besonders langen Strecken fährt, dazu Sparpreise mit einer vielleicht vorhandenen Bahncard kombinieren kann - auch das senkt den Fahrpreis um bis zu 62,5%.


    Zwar wird man diese Sparvarianten nicht immer überall ergattern und die BahnCard muss man ja auch erstmal kaufen. Wer aber öfter fährt und eine hat, da wird die Ersparnis des Lidl-Tickets schon kleiner.


    55 EUR ist sicher ein guter Preis, aber nicht so gut dass man sich um solche Tickets prügeln müsste.

    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Die Frage ist, ob man Beratung heutzutage noch in Produktpreise einkalkulieren kann, ob der Markt Produkte abnimmt, in die auch noch beratung einkalkuliert ist. Es erwarten doch immer mehr Kunden, dass sie im Geschäft den gleichen Preis wie im Internet bekommen und dazu noch Beratung oben drauf.


    Ich arbeite selber in einem Laden und mache dort die Erfahrung dass...


    a) man es Kunden im Laden problemlos erklären kann und
    b) es sowieso 2 "Kundentypen" gibt: die einen, die NUR nach dem Preis kaufen und dann im Internet nach Schnäppchen suchen - die landen erst gar nicht im Laden und wenn doch können sie mit uns und wir mit ihnen nichts anfangen; auf diese Kunden legen wir aber auch gar keinen Wert, wir haben genug von der anderen Sorte um es uns leisten zu können diesen Kundenkreis gar nicht unbedingt erreichen zu wollen.
    Und dann gibt es die anderen, die einen persönlichen Ansprechpartner wollen, Beratung wollen, einen lokalen Anbieter wollen, sich bei Problemen nicht an Hotlines herumschlagen sondern vor Ort jemanden persönlich sprechen wollen. Diese Kunden sind bereit auch etwas mehr zu zahlen weil klar ist dass ein realer Laden vor Ort andere Kosten hat als ein reiner Internet-Versand.
    Entscheidend ist hier aber: für den Mehrpreis muss man auch wirklich etwas bieten! Wir haben uns über Jahre hinweg einen sehr guten Ruf in der Region aufgebaut und somit einen treuen Kundenstamm, der weiß dass sie bei uns niemals etwas aufgeschwatzt bekommen, sondern immer nur das angeboten bekommen, was sie wirklich brauchen - und uns somit auch permanent weiter empfehlen weil wir außergewöhnlich fair sind. Viele kaufen inzwischen "blind", die wollen gar kein Angebot mehr sehen, sondern sagen "Liefern Sie uns das, was wir Ihrer Meinung nach brauchen."
    Ich will damit nicht angeben, es geht nur darum klar zu machen dass es funktioniert, nur setzt das eben voraus dass man den Kunden als Partner sieht, der genau wie man selber ein faires Geschäft machen möchte. Wenn man den Leuten natürlich möglichst umsatzstarke Produkte aufschwatzt, funktioniert das nicht weil es auf die Dauer genauso bemerkt wird wie sich langfristig besonders guter Service eben auch herum spricht.


    Bei Kunden, die tatsächlich finden dass etwas zu teuer sei, machen wir manchmal den "Gag" ihnen tatsächlich unsere Kalkulation zu zeigen. Wenn du einem Kunden offen legst dass du an einem Produkt 25 EUR verdienst, ihn dafür aber bereits eine halbe Stunde beraten hast und für jeden Mangel gerade stehen und den Laden unterhalten musst, versteht er dass du ihn nicht über's Ohr hauen und abzocken willst.


    Sicher ist es im Bankgewerbe sehr schwierig weil die Produkte besonders komplex und nicht greifbar sind, aber auch da brauchst du das Vertrauen von Kunden, sonst werden sie ihr Geld nicht bei dir anlegen. Gerade wegen der starken Konkurrenz oder dem Image der Finanzwirtschaft hast du es sicher nicht leicht, nur sind selbstgemachte Probleme dieser Branche weil es zu oft tatsächlich nicht gerade zugunsten der Kunden lief und die Finanzkrise ist wieder ein Beweis dafür dass man Geldinstituten nicht trauen kann...


    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Richtig. Aber dann nehm ich mir den Vertrag ohne seitenlange Fußnoten.


    Gibt es sowas? Und wenn ja - was ist wenn der nicht zum eigenen Nutzungsprofil passt? Dadurch, dass die vielen Sonderregeln suggerieren dass man sparen könne weil der Vertrag ausgerechnet bei den persönlichen Bedürfnissen preiswert sei, führt doch dazu dass die Menschen in unverständliche Verträge gelockt werden.
    Sicher kann man jetzt sagen "Wer so blöd ist dass er etwas unterschreibt, das er nicht verstanden hat, ist selber schuld." Nur: wer hat Zeit und macht es wirklich, dass er seitenlange juristische Texte und AGB's und Fußnoten erstmal durchliest und versteht? Was machst du wenn dir Klauseln nicht gefallen - unvermeidlich bei seitenlangen Texten? So käme man nie zu einem Vertrag.
    Und vor allem: Wer als auf Kunden angewiesener Dienstleister die Einstellung hat "Dann ist der Kunde selber schuld" hat etwas Wesentliches nicht begriffen: dass es völlig wurscht ist wer "schuld ist", entscheidend ist dass man einen unzufriedenen Kunden verliert und selber darunter leidet, denn dieser Kunde wird die Schuld immer beim Anbieter suchen, nicht bei sich selbst. Insofern muss mein Interesse als Anbieter sein nicht die Schuldfrage zu klären, sondern für einen zufriedenen Kunden zu sorgen.


    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Mein damaliger Vertrag von o2 hatte wenig bis gar keine Fußnoten, mein irgendwann dazu gebuchtes SMS-Package hat die auch nicht gehabt.


    OK. Nur wenn sich Preise ändern, man in eine schlecht versorgte Region zieht, ein neues Handy über einen Vertrag finanzieren will, sich das Nutzungsverhalten verändert.... es gibt viele Gründe warum Leute neue Verträge schließen (müssen).


    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Ich denke im Gegenteil zu Dir eher, dass der Kunde selbst seine Marktmacht unterschätzt und genau deswegen solche Praktiken funktionieren können. Viele kleine ergeben ein großes. Wenn aber viele kleine denken, dass sie eh nichts machen können, dann wird das auch nichts.


    Ich sage ja nicht dass Kunden keine Marktmacht hätten. Aber das bezieht sich eher auf das große Ganze, das Gesamtsystem. Da regulieren Angebot und Nachfrage, also Kunden und Anbieter, zusammen das Geschehen am Markt.
    Im Kleinen, als Einzelner, muss ich aber das vorhandene Angebot nutzen und kann mit meiner persönlichen Nachfrage nicht ad hoc das umsetzen, was ich im Moment gerade haben will.


    Ansonsten spielen ja auch noch viele weitere Faktoren in das Angebot-Nachfrage-Spiel hinein: wenn du z. B. mal die Aufteilung des Strommarktes anschaust klappt es nicht so richtig mit "Konkurrenz belebt das Geschäft", sondern da sind sich die großen Anbieter über die Gebietsaufteilung und die Kosten einig - und schon hat kein Kunde mehr eine Chance...
    Wenn Mobilfunkbetreiber sich ebenso alle gleich aufführen und mit diversen Fußnoten arbeiten - weil sie selber davon mehr profitieren als würden sie einfach verständliche Tarife anbieten - können Kunden kaum etwas dagegen ausrichten weil es keine bessere Alternative gibt.

    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Das wünscht kein Kunde, aber immer mehr sind nicht bereit, für Service und Beratung Geld auszugeben. Auch für richtige Beratung. Auch guter Service kostet nunmal Geld, auch wenn viele Service = kostenlos sehen.


    Die Beratung gehört in manchen Branchen schlichtweg zum Produkt. Der Kunde erwartet dass er einen Endpreis bekommt, in dem die notwendige Beratung bereits einkalkuliert ist. Du kannst doch nicht komplexe, unverständliche Produkte anbieten und dich wundern dass Kunden die notwendige und dazu gehörende Beratung des vorhandenen Verkäufers nicht extra zahlen wollen. In solchen Fällen ist einfach der Produktpreis falsch kalkuliert.


    Mit deiner Begründung könnte man neben der Beratungsgebühr für den Verkäufer und der Guter-Service-Gebühr auch noch die Teppich-Abnutzungsgebühr, eine Teppich-Reinigungs-Gebühr (weil man staubige Straßenschuhe trägt), Kassenbon-Papier-Gebühr, anteilige Stromkosten (wer will schon in einem dunklen Laden stehen), Tastatur- und Maus-Abnutzungs-Gebühren, Kugelschreiber-Tinte-Nutzungsgebühr falls man einen Vertrag unterschreibt und 1000 weitere Gebühren in Rechnung stellen...


    Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Wer unterschreibt denn die Verträge? Wer akzeptiert denn die vielen Sternchen? ist jemand gezwungen, so einen Vertrag zu unterschreiben? Ich glaube nicht ;)


    Stimmt, man könnte natürlich einfach das Handy abschaffen und somit seinen Protest gegen die Fußnoten ausdrücken... :apaul:


    Im Ernst: wie willst du dich denn gegen seitenlange Fußnoten wehren? Dass "Verzicht auf's Handy" keine ernsthafte Alternative ist wissen wir beide.

    Jochen: Korrekt, deswegen zitiere ich auch nicht alles.


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    Original geschrieben von diger
    Dann stelle ich mal die Behauptung auf, das Deine Argumentation dass die Kunden nicht schuld sind, absoluter Quatsch ist. Und wenn Du das Gegenteil behauptest, ist das auch Quatsch.


    So, besser jetzt; bist Du bereit auf einem normalen Niveau zu diskutieren?


    Das ist Realsatire, nicht? Mir (zu Unrecht) etwas unterstellen, was du sofort selber machst...


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    Original geschrieben von diger
    Nun ja, daran sind die deutschen komplizierten Gesetze nicht ganz unschuldig. Deutschland liebt es eben, alles bis ins kleinste auszudefinieren. Das schlägt sich natürlich auch in den AGBs nieder.


    Es geht nicht um die AGB's, sondern die vielen Bedingungen und Zusatzklauseln, die für Tarife gelten. Man könnte es, wenn man wollte, auch ganz einfach machen: 24/7 einheitliche Preise für alle SMSe und Verbindungen, wenn es sein muss noch unterteilt ins eigene und fremde Netze - und keine weiteren Regeln.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Service (Du setzt nur die Beratung und das Blah Blah als Service an). Das fängt schon mit einer guten Trackingmöglichkeit meiner Bestellung an, also jetzt nicht nur die Lieferung von DHL. Das geht weiter über eine vernünftige Verpackung, schnelle Reaktionszeiten per Mail oder Telefonisch.


    Das ist kein "Service", sondern selbstverständlich. Kein Kunde erwartet dass er z. B. mies verpackte Ware in zerfledderten Kartons bekommt oder man nicht auf Mails antwortet.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Leider ja. Die Händler wurden durch die Kunden gezwungen, immer billiger zu werden


    Keineswegs. Jeder Händler bestimmt seinen Preis und niemand wird gezwungen für weniger zu verkaufen als für ihn wirtschaftlich ist. Jedem Händler steht es frei am Preiskampf teilzunehmen - oder eben nicht. Würde keiner Preise unterbieten, zu denen er normal guten Service bieten kann, würde auch kein Kunde derartiges einfordern.
    Aber man kann nicht erst versuchen die Konkurrenz mit Verkaufspreisen zum (oder gar unter) Einkaufspreis zu locken, entsprechende Preisvorstellungen bei Kunden manifestieren und sich dann beklagen dass die Kunden sich an ein zu niedriges Preisniveau gewöhnt haben.


    Es gibt auch genügend Anbieter, die nicht am niedrigsten Preiskampf teilnehmen, dennoch einen sehr guten Ruf und allemal genügend Kundschaft haben.


    Du schreibst so als sei es nicht mehr die unternehmerische Aufgabe des Händlers, seinen Laden mit Gewinnerzielungsabsicht zu führen, sondern als bekäme er von Kunden die Preise diktiert, zu denen er verkaufen muss.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    In dem Moment, in dem für Dich nur der Preis zählt, und das scheint ja bei Dir der Fall zu sein, willst Du gar nicht das beste Angebot annehmen, welches der Handel gg. anbietet, sondern das billigste.


    Keineswegs, denn das billigste Angebot ist nicht immer das Beste. Es zählen auch die Erfahrungen mit, und Referenzen des Shops, Lieferzeiten usw. Ich bestelle regelmäßig NICHT beim billigsten Anbieter, sondern beim preiswertesten seriösen Verkäufer, bei dem ein fairer Preis mit erfahrungsgemäß guter Abwicklung kombiniert ist.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Da wird das Auto billig über den EU Import erworben, aber der Service soll der deutsche Händler um die Ecke übernehmen. Sowas kann nicht auf Dauer funktionieren.


    1. Warum bieten die Hersteller die Autos im Ausland viel preiswerter an? Sie können sich dann nicht beklagen wenn der Kunde eben nicht beim örtlichen Händler kauft. Es geht hier ja nicht um ein paar Cent, sondern tausende EUR...


    2. Ich glaube nicht dass Händler an Neuwagen besonders gut verdienen. Sie machen ihr Geschäft mit der Werkstatt. Klar ist dass sie keinen kostenfreien Service für fremde Kunden erbringen möchten, aber einen zahlenden Kunden abzuweisen kann man nur mit Arroganz oder Durchzug im Kopf erklären.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Aber eigentlich solltest Du um die armen Menschen trauern, die Nokia entlassen hat, um damals in Bochum das Werk zu eröffnen. Das war nämlich kein neues Werk, sondern auch schon eine "Umsiedlung". Aber das scheint ja egal zu sein.


    Nein, keineswegs egal. Aber zum einen wusste ich das nicht, zum zweiten kritisiere ich Nokia dann ja erst Recht zu Recht und drittens argumentiere ich hier immer wieder für die Rechte von Arbeitnehmern, Geringverdienern, Sozialhilfeempfängern usw. Wenn du also mir unterstellst dem Turbokapitalismus das Wort zu reden ist das bei mir wirklich an einer völlig falschen Adresse.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Natürlich sind "wir" daran schuld. Denn Deine Theorie funktioniert dann nicht, wenn der Kunde es sich wirklich nicht wünschen würde. Denn dann würde der Konsument seine stärkste Waffe einsetzen, die er hat und mit der er ganze Konzerne platt machen kann.


    Er würde einfach nicht mehr dort kaufen.


    Du überschätzt einfach die Marktmacht der Kunden bzw. blendest die Verantwortung von Herstellern und Händlern aus. Natürlich bieten Hersteller und Händler "im Prinzip" das an, was Kunden wünschen, weil sie nur so überhaupt Absatz generieren werden. In der Praxis ist es aber auch so dass Hersteller ihre Produkte konstruieren und Händler ihr Angebot und die Preise gestalten - und somit auch den Markt bestimmen.


    Nimm' dir das Beispiel der Autos: nach deiner Theorie wollen Kunden große Privatpanzer, die sie sich nicht leisten können und die die Umwelt belasten? Nein! Sie wollen schöne, bequeme und sichere Wagen, die aber auch bezahlbar und umweltschonend sein sollen!
    Nur bieten die Hersteller sowas bisher nicht an - erst im Rahmen der Finanzkrise fällt ihnen angeblich auf dass das "Größer, schwerer, teurer"-Konzept seit längerem schon nicht mehr funktioniert. Dabei wuchs das Alter der in Deutschland vorhandenen Fahrzeugflotte statistisch seit langem an und - wenn ich es richtig behalten habe - 60% aller Neufahrzeuge wurden nicht mehr von Privatmenschen, sondern Firmen gekauft. Kann man da noch davon ausgehen dass das Angebot die Menschen ansprach? Dazu gehört dann aber viel Fantasie...


    Natürlich wurden noch Autos gekauft - aber nicht weil die Kunden diese Autos genau so wollten, sondern weil sie Mobilität brauchen und in Ermangelung von Alternativen nur aus dem vorhandenen Angebot wählen konnten; Kaufverweigerung geht manchmal einfach nicht.


    Genauso bei Handys: keiner will knarzende Joghurtbecher mit instabile Firmware, nur wenn alle Hersteller solchen Mist anbieten hat der Kunde keine Alternative. Das heißt aber nicht dass er tatsächlich schrottige Geräte haben will, sondern nur dass er keine andere Wahl hat als sowas zu kaufen, wenn ein neues Handy her muss. (Komme mir jetzt bitte nicht mit dem Beispiel Samsung - da stimmt zwar die Hardware-Verarbeitung, aber dafür gibt's keine eigenen Firmware-Updates, also im Gegenzug einen anderen Mangel).

    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Wenn der Kunde nicht mehr bereit ist, für Service zu bezahlen, dann bekommt der Kunde eben auch keinen mehr.


    Nein, das stimmt so nicht. Erstens widerstrebt es mir dass du Ursache und Wirkung verdrehst. Zwar bestimmt das Konsumverhalten der Verbraucher durchaus auch das Angebot, aber kein Kunde wünscht schlechten Service und falsche Beratung. Wenn du also argumentierst das die Kunden selber schuld seien ist das einfach Quatsch.


    Vielmehr ist es doch so dass die Anbieter ihre Manpower in die Konstruktion komplizierter Kundenfallen-Verträge investieren, bei denen den Käufern im Kleingedruckten irgendwelche Sonderregeln untergejubelt werden. Schau dir mal die seitenlangen, klein gedruckten Auflagen und Fußnoten eines beliebigen 08/15-Mobilfunkvertrags an oder die letzte Seite der Kundenprospekte!
    Würde man stattdessen ganz einfache, transparente Verträge mit klaren Kostenstrukturen anbieten, könnte man die Mitarbeiter zur Kundenbetreuung einsetzen und würde Fehler vermeiden, denn dann bekommen Kunden nicht irgendwelche Auskünfte über 25 Fußnoten, die sich bei Problemen dann anders darstellen als bei Vertragsabschluß erklärt wurde.


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Schau Dich doch mal hier im Forum um. Sobald ein Artikel nur einen hauch teurer ist, als beim billigsten Verramscher, gehen doch schon regelrechte Hasstriaden los. Ob da vielleicht einer bei war, der ggf. einfach nur mehr Service bietet, diese Frage stellt sich dann gar nicht mehr.


    In vielen Fällen ist es ja gar nicht so. Ich kann bei einem TT-Händler X oder einem TT-Händler Y kaufen, d. h. ich zahle Geld und die schicken mir die Ware. Wo ist da der Service? Es ist einfach nur eine einfache Bestellung und da nimmt der einem dem anderen nichts. Der Unterschied - und deswegen kaufe ich bei TT-Händlern - ist dass ich einen seriösen Geschäftspartner erwarte und nicht bei einer fremden, womöglichen dubiosen Quelle kaufe. Das ist mir dann auch ein bisschen wert und es muss nicht exakt der Preis aus einer Preissuchmaschine sein. Nur fragt sich natürlich wieviel es wert ist... Denn der Händler ist ja dennoch nicht mein persönlicher Freund, sondern wir wollen beide nur ein Geschäft zum beiderseitigen Nutzen machen: ich kriege einen guten Preis, er einen Kunden, der sonst vermutlich anderswo gekauft hätte.


    Ich will damit sagen: das Service-Argument zieht wenn ich bei einem lokalen Händler vor Ort tatsächlich mehr Beratung, Klöhnschnack, ein Gerät anschauen zu können, Kulanz bei einem Defekt, geboten bekomme als bei einem Online-Kauf. Wenn ich aber im Netz kaufe ist nicht viel mit Service, weil dass ich korrekt behandelt werde und Standards wie eine möglichst zügige Lieferung, ein fairer Preis etc., sowas setze ich vorraus.


    Sind wir schon so weit dass solche Selbstverständlichkeiten inzwischen als "besonderer Service" gelten weil der Normalfall unzuverlässige Anbieter sind?


    Zitat

    Original geschrieben von diger
    Von daher würde ich hier die Schuld ganz klar beim Konsumenten sehen.


    NEIN! Zwar sind auch die Kunden Marktteilnehmer, die das Angebot beeinflussen. Aber gehen wir weg vom theoretischen Modell und machen es mal praktisch, dann muss ich als Einzelner mich mit dem Angebot arrangieren, das es gibt. Ich kann nur das kaufen und zu den Konditionen, die mir der Handel bietet. Und es ist insofern nicht meine Schuld wenn das Angebot nicht stimmt!


    Klar, ich bin Teil der Konsumenten-Masse und kann durch Äußerungen und Kaufverhalten einen ganz kleinen Teil zum Marktgeschehen beitragen, natürlich bietet "der Handel" das an, was "die Konsumenten" wollen und was sich gut verkauft. Aber im Kleinen - und ich bin nun mal ein realer Mensch und keine statistische Größe - muss ich nehmen was ich geboten bekomme oder hinnehmen dass meine Bedürfnisse nicht befriedigt werden.


    Wie erklärst du dir sonst den Schrott, den z. B. die Mobilfunker an Hardware (sieh' dir mal die Verarbeitung eines aktuellen Nokias an...) und "Software" (was die Kunden von der Zuverlässigkeit der Mobilfunkanbieter halten wurde hier ja mehr als deutlich klar gemacht) anbieten?


    Zu behaupten dass die Kunden das so wünschen find' ich ziemlich hart am Wind, denn das wünschen sich die Kunden so garantiert nicht. Und die Preise im Mobilfunk sind ja nun auch nicht so spottbillig dass das die Misstände erklärt. Eher zocken hier, wie in unserer Wirtschaft allgemein weit verbreitet, auch wieder einige Profiteure mächtig ab, und da versickert das Geld. Hast du dir mal die Gewinne von Nokia z. B. angeschaut? Wie man vor diesen Ergebnissen argumentieren kann dass ein Werk in Deutschland geschlossen werden müsse weil es zu teuer sei, ist abenteuerlich. Hier drückt ein Konzern immer höhere Gewinne zugunsten weniger Profiteure durch, und das zu Lasten der Bevölkerung und der Kunden, denn die Kundschaft hat sich nicht gewünscht dass Bochum geschlossen wird, und billiger wurden die Telefone dadurch auch nicht. Eher ist es so dass die Spitzenmodelle inzwischen teilweise mehr Geld kosten als ein voll funktionsfähiger Gebrauchtwagen mit 2 Jahren TÜV...


    Das wünscht sich so kein Kunde, und er ist daran auch nicht schuld!

    Zitat

    Original geschrieben von Jako
    Das wird ziemlich schwierig. ;)


    Quatsch! Fast jeder hat doch Freunde in Nigeria! Einen von denen kennst du garantiert:


    Sodindo Malinga
    Mrs. Irene Markson
    Davis Masinga
    Dr. Collins Mbadiwe
    Kawzulu Mbeki
    Eduardo de Mello
    Dr. Albert Mobolaji
    Dr. Benjamin Mobuto
    Dikko Mobuto
    Dr. Sibaya Mokoena
    Reshidi Monga
    Johnson Mowete
    Dr. Garba Musa
    Alex Nanapanga Mwananaga


    Ich könnte die Liste noch endlos verlängern... Wir alle haben doch schon Geld in Nigeria geerbt - oder du etwa nicht???


    ;)

    Das mag ja alles sein, aber man muss auch sehen dass gar kein Schaden entstanden ist... Es geht hier um einen solchen Peanuts, dass es völlig lächerlich ist mit solchen rechtlichen Kanonen auf derartige Spatzen zu schießen. Man fragt sich dann schon was in der Kindheit schief gelaufen ist wenn jemand meint wegen so einer Sache derartig aufdrehen zu müssen.

    Zitat

    Original geschrieben von pflaumeberlin
    Genau das meine ich: "meiner Meinung nach", "IMHO" usw. usf. ... Sei mir nicht böse, aber es gibt diesbezüglich einfach relevantere Meinungen als deine, z.B. solche, denen eine juristischer Ausbildung zugrunde liegt, von Menschen, die Gesetze jenseits von "Ich finde" interpretieren, sondern dieses im Rahmen ihrer Ausbildung gelernt haben! Solche Postings "martynisieren" eine Diskussion gelegentlich.


    Ich bin dir nicht böse, aber du trägst nicht zur Diskussion bei indem du hier immer wieder Diskutanten unterstellst keine gleichberechtigte Meinung haben zu dürfen. Hier darf sich jeder äußern und seine Meinung kundtun - und "meiner Meinung nach", "IMHO" usw. sind genau richtig weil niemand den Anspruch erheben kann dass seine Meinung die einzig Gültige ist. Also außer dir, natürlich... ;)


    Zitat

    Original geschrieben von pflaumeberlin
    Natürlich, man kann auch bestreiten, daß die Erde eine Kugel ist und der Mensch vom Affen abstammt. Fraglich ist dabei nur eben, auf welchem fachlichen Fundement eine Meinung beruht und welche Relevanz sich daraus für diese Meinung ergibt.


    Jetzt mach' mal halblang, Kollege. Diese Beispiele passen zum einen nicht, weil "Die Erde - eine Scheibe", da geht's um (nicht) nachweisbare Tatsachen, ob Deutsch im GG verankert werden soll ist eine reine Meinungs-Angelegenheit und dazu darf, ich versuche dir das nochmal zu vermitteln, jeder seine gleichberechtigte Meinung haben.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Manche vergessen offensichtlich, dass das GG ein Gesetz ist. In ein Gesetz gehören nur Aussagen mit rechtlicher Relevanz und nicht etwa irgendwelche symbolischen Gesten und Vaterlandsbekundungen, mögen Sie noch so nett sein.


    Allein schon "Die Würde des Menschen ist unantastbar" ist aber eine symbolische Aussage. Natürlich ergeben sich daraus im Folgenden auch rechtliche Konsequenzen, aber dieser Satz alleine macht als Gesetzestext keinen Sinn. Ob das formaljuristisch so ist sei dahingestellt, zumindest in der Wirkung hat der Satz aber den Charakter unsere grundlegende Moralvorstellung und ein Menschenbild zu definieren, also eben doch Symbolwirkung. Das könnte man mit einer Aufnahme der "Sprach-Frage" genauso handhaben.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Solange also nicht klar ist, was genau für juristischen Konsequenzen eine solche Aussage nach sich zieht, hat es im GG absolut nichts zu suchen!


    Aber was unterscheidet dieses von jedem anderen Gesetz? Es wird einen Kommentar dazu geben, der erklärt wie es zu verstehen ist - und damit ist die Sache geklärt.


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Im Übrigen kann ich das ewige "das muss man doch mal sagen dürfen!" nicht mehr hören. Jemand, der in der Lage ist sich differenziert auszudrücken und nicht nur Vorurteile verbreitet, ist i.d.R. auch nicht dem Vorwurf ein Rechter zu sein ausgesetzt!


    Doch, es ist permanent der Fall wenn sich jemand im Sinne "rechter" Weltsicht (und ich meine damit keine rechtsradikalen oder rechtsextremen, sondern wirklich nur vertretbare rechte Positionen) äußert. Wie ein Vorposter schon erklärte, in den Köpfen der Menschen muss jeder, der etwas Kritisches z. B. über Migranten sagt, immer den Disclaimer hinzufügen dass er ja nichts gegen Ausländer habe, aber... Es ist ganz tief verwurzelt dass sich Leute hierzulande für rechte Positionen rechtfertigen müssen - nicht vor dem Gestzgeber, aber gesellschaftlich.


    Auch diese Dikussion hier ist "typisch deutsch", weil dass überhaupt darüber diskutiert wird ob Deutsch als Sprache dieses Landes im GG festgeschrieben wird, wäre in jedem anderen Staat eine völlig absurde Situation, darüber würde nicht lamentiert weil es absolut selbstverständlich wäre dass sowas in der Landesverfassung definiert ist.
    Wobei es da weniger um die Erwähnung der Sprache in der Verfassung geht, sondern einfach die Weltanschauung, dass über so ein Thema gar nicht gesprochen werden muss weil das als selbstverständlich gilt.