Beiträge von Printus

    Was an Silvester und Neujahr in der Toscana los ist, weiß ich nicht... Aber sicherlich weniger als im Sommer.


    Florenz ist auf jeden Fall ein sehenswertes Ziel, deswegen sind meistens viele Touris in der Stadt und die Preise sind entsprechend hoch. Generell aber ein "Must see"-Ziel wenn man in die Toscana reist.


    Lucca kenne ich nicht, aber wenn der Kollege es empfiehlt würde ich mich mal schlau machen ob es deinen Interessen entsprechen könnte.


    Ansonsten schau einfach mal ein bisschen was dir gefallen konnte, die Toscana ist halt groß und bietet generell sehr viel, ist halt die Frage wie das zwischen den Jahren aussieht.


    Ich denke dass in kleinen Käffern, die man im Sommer gut besuchen kann, eher wenig los ist und du dich deswegen schon besser auf die etwas größeren Städte wie Siena, Florenz, Bologna etc. konzentrieren solltest.

    Nee, Pisa ist eine hässliche Industriestadt ohne jedes Flair. Wie seinerzeit schon geschrieben, der Turm ist das bekannte Highlight dort, das war's aber auch schon.


    Es gibt sonst nichts zu sehen und "schön einkaufen" - ich habe es nicht probiert, kann mir aber nicht vorstellen dass man dafür in Pisa richtig ist. Die Stadt lebt von Industrie und Touris, die sich am schiefen Turm konzentrieren. Dazu relativ viele Studenten in der Stadt, aber auch nur wenn keine vorlesungsfreie Zeit ist.


    Also wenn du nett bummeln und ein bisschen einkaufen willst bist du in Pisa falsch. Florenz bietet Einiges, ist aber von Touris überfüllt. Bologna ist ganz nett, Mailand bietet gute Einkaufsmöglichkeiten...


    Für ein paar schöne Tage in der Toscana gibt es einfach zu viel, um das jetzt aufzuzählen - hängt ja auch immer vom persönlichen Geschmack ab. Da würde ich mal nach entsprechenden Internetseiten schauen oder in einem Reiseführer blättern, um ein Programm nach deinem Geschmack zusammenzustellen.


    Du kannst auf jeden Fall festhalten: überall ist es schöner als in Pisa! :)


    Und in der Toscana nicht vergessen: teuer, teurer, am teuersten...

    Zitat

    Original geschrieben von John Locke
    Ich frage mich, welche Sichtweise da vorherrscht. Ist es Ignoranz, nicht wahrhaben wollen der Lage oder ist es ihnen evtl. einfach egal, weil sie persönlich schon ihre Schäfchen im Trockenen haben?


    Wenn ein bestimmtes Verhalten / Auftreten / Denken in irgendwelchen Kreisen gang und gäbe ist, gewöhnt sich der einzelne Mensch schnell daran und empfindet es als normal, weil man das Gewohnte selten kritisch hinterfragt, sondern als gegeben hinnimmt. Gerade ein Manager wird immer sehr von sich und seinem Tun überzeugt sein, also tendentiell auch wenig an seinem Auftritt in Frage stellen.


    Deswegen denke ich dass hier gar kein Unrechtsbewusstsein vorhanden ist weil es noch nie zur Debatte stand dass oder warum Leute in dieser Position NICHT mit Privatfliegern anreisen sollten.

    Betamax,


    der Solarworl-Chef hat nicht nur die Idee zu dem Zoo gehabt, sondern wollte auch das marode alte Rathaus kaufen und der Stadt nach der Sanierung wieder zur Verfügung stellen.


    Der Zoo wäre komplett auf seine Kosten gelaufen, aber hätte den Bürgern bei kostenfreiem Eintritt zur Entspannung zur Verfügung gestanden.


    Sicher, solche Ideen sind ungewöhnlich - aber das ist doch egal. Der Mann schadet niemandem und ist bei jeder Idee bemüht einen Mehrwert für die Bürger seiner Stadt zu schaffen. Ich nehme ihm ab dass er es gut meint und sich auf eine etwas andere Art und Weise engagieren will. Das ist aber nichts Schlimmes - im Gegenteil...


    Sicherlich muss man die Konditionen aushandeln, z. B. verkauft die Stadt natürlich nicht "einfach so" das Alte Rathaus. Aber wenn es weiter vergammelt ist auch keinem gedient.


    Also wieso nicht mal mit solchen engagierten Leuten neuen Ideen eine Chance geben? Meine Sympathien hat der Mann und ich fände es schade wenn man ihn nicht einfach mal machen lässt...

    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Übrigens: Werksangehörige kaufen die Wagen eh zum Mitarbeiterpreis


    Wenn man diese Mitarbeiter aber durch Billig-Leiharbeiter ersetzt sind es keine Werksangehörigen mehr - und Geld für ein Auto haben diese Menschen sowieso nicht, auch nicht wenn es "nur" den Mitarbeiter-Preis kostet...


    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Wenn Du nicht verstehst, warum Autos gleich teuer bleiben bzw. im Preis sogar steigen statt billiger zu werden und das auch noch mit der Computer-Industrie vergleichst, zeigt das, wie wenig Du von den Internas der Automobilindustrie verstehst oder Ahnung von den Vorgängen dort hast.


    Na na na, wir wollen mal nicht persönlich werden! ;) Ich verstehe genauso viel wie du, bewerte die Dinge aber anders.


    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Wenn Du aus dem Astra G den Astra H machst oder aus dem Vectra B den Vectra C startest Du mehr oder weniger bei Null. Das Außenkleid muss komplett neu entworfen werden, die Innenverkleidung muss komplett neu entworfen werden, das Chassis wird meist auch komplett neu konstruiert. Von der Technik im Auto kann einiges übernommen werden, also auch bestehende Teile.


    Man erfindet aber das Rad nicht neu, Autos haben immer noch ein Lenkrad, 4 Räder, 2-3 Pedale, einen Motor, Türen und Scheiben rundum. "Das bisschen Optik" und Design erklärt es nicht, alle anderen Branchen schaffen es auch fortwährend neue Produkte zu entwickeln ohne eine Preisentwicklung wie in der Automobilbranche hinzulegen. Am Ende wird doch viel aus bestehenden Produktlinien übernommen oder breitflächig in diversen Modellen verbaut.


    Und wenn nicht: dann läuft programmatisch etwas falsch. Dann verrennt sich eine Industrie, die auch Umwelttrends und den Bedarf bisher verschlafen/verkannt hat, auch im Hinblick auf die Organisation ihrer Neuentwicklungen.


    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Bis also die ersten 5 Wagen zusammengebastelt sind, vergehen gerne 3-4 Jahre. Dann müssen die sämtliche Tests bestehen. Klar, da wird auch vorher schon viel im Computer simmuliert. Trotzdem hauen sie einen der 5 Karren am nächsten Tag an die Wand - da ist in 20 Sekunden ein zweistelliger Millionenbetrag futsch :cool:
    Wenn Du da jetzt noch die ganze neue Sicherheits- und sonstige Technik dazu nimmst wird hoffentlich klar, warum die Kisten im Gegensatz zu sonstigen Produktionsgütern nicht billiger werden.


    Nein, es ist nicht klar. In jeder anderen Branche schaffen es Produzenten neue Produkte mit möglichst effektiven Methoden zu entwickeln, und wenn die Autoindustrie das nicht hinkriegt, geben sie sich keine Mühe oder machen etwas falsch.
    Der Entwicklungssprung zu Nachfolgemodellen ist oft nicht so riesig dass jedes Mal ein komplett neues Auto konstruiert werden müsste. Im Gegenteil sogar, bis auf offensichtliche Veränderungen am Design dürften die wirklichen Neuerungen nur ein paar Prozent ausmachen.
    Wenn man natürlich jeder Schraube neu konstruiert ist klar dass die Kosten exorbitant steigen. Das ist dann aber auch unnötiger Unsinn.


    Ob eine Tür nun geschwungen oder glattflächig gestaltet wird, ob der Blinkerhebel eckig oder rund geformt wird, das sind im Wesentlichen nur Design-Spielereien, die man nicht 4 Jahre erforschen und testen muss.
    Ein Blinkerelais ist ein Blinkerrelais, sowas ist seit 25 Jahren unverändert.
    Sicher, irgendwann wurde alles erfunden, konstruiert, zur Serienreife entwickelt. Es sind am Ende aber jeweils nur kleine Schritte, die im Laufe der Zeit einfließen. Als z. B. der erste Airbag entwickelt wurde war das eine - meinetwegen auch kostspielige - Innovation, aber seitdem werden die Dinger einfach nur zusammengeschraubt und in jedes Auto eingebaut. Nicht zu vergessen die Stückzahlen, auf die sich die Entwicklungs- und Produktionskosten verteilen...


    Das, was im Vergleich zum Vorgänger an wirklicher Neuentwicklung in einem neuen Fahrzeug steckt, kann nicht so teuer sein dass es die Preisentwicklung im Automobilbau über die Jahre hinweg erklärt - und wenn doch sollten die Hersteller ihre Strategien hinterfragen. Wenn man feststellt dass der Absatz rückläufig ist weil normale Autos für normale Menschen unbezahlbar werden, muss einem doch irgendwann ein Licht aufgehen und die Frage gestellt werden ob man noch richtig agiert...


    Also so oder so, hier unterliegt kein Hersteller unabdingbaren Zwängen, sondern das sind letztlich selbstgemachte Probleme.


    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Selbst "Schwester"modelle, die auf der gleichen Plattform aufbauen kosten noch einiges in der Konstruktion. Klar - der Unterboden vom Golf konnte 1:1 übernommen werden, VW hat "nur" noch das hässliche Blechkleid für den New Beatle drum rum gezaubert. Aber auch dafür musste bei Null angefangen werden, dann musste es auf die Golf-Konstruktion drauf passen, ein neues Interior musste her und auch hier brauchte es diverse Erlkönige, an denen getestet und geschraubt wurde, bevor das Viech in die Massenproduktion gehen konnte. Somit wird zwar die Vielfalt breiter und es entstehen Einsparungen, weil xx% an Gleichteilen verwendet werden können - aber für fast jeden verkauften New Beatle haben die Leute dann keinen Golf gekauft - da war nur entweder oder, bzw. es wurden eben Käufer anderer Marken gewonnen. Ob die neuen Kunden dann allerdings genügend waren, damit sich das rechnet sei mal dahin gestellt. Entsprechend mussten auch hier die Gesamtentwicklungskosten auf die verschiedenen Modelle umgelegt werden - der Preis geht also eher hoch.


    Jetzt mal ganz einfach mit Menschenverstand: Man verwendet Komponenten in mehreren Fahrzeugen und dadurch wird die Sache teurer anstatt preiswerter? Wenn es so sein sollte - was ich kaum glaube, aber es sei mal dahin gestellt - stimmt die Taktik des Autobauers einfach nicht, weil sowas ist wider jeder Vernunft. Entweder es wird preiswerter - oder ich verzichte auf ein Derivat in Form eines weiteren, ähnlichen Modells. Das ist simpelste "1+1=2"-Mathematik...


    Die "Wir haben in 7jähriger Entwicklungsarbeit ermitteln können dass nach einer Hochrechnung 1+1~1,99867645356 ergibt", im Klartext: "Wir sind uns nicht sicher, aber bauen das KFZ trotzdem, obwohl es zu teuer und für Privatkäufer kaum noch finanzierbar ist", ist jedenfalls Banane. Dass es dennoch passiert will ich gar nicht in Abrede stellen, aber dann ist allerspätestens in dem Moment, wo die ganze Finanzakrobatik nicht mehr aufgeht, der Zeitpunkt gekommen sein Verhalten zu hinterfragen.
    Genauso wie spätestens jetzt begonnen werden muss sich Gedanken über umweltschonende, kleine und effektive Fahrzeuge anstatt Privatpanzer mit zweifelhaftem Nutzen zu machen. Auch hier hat die (deutsche) Autoindustrie die Zeichen der Zeit schon lange verschlafen.


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    Original geschrieben von DUSA
    Kurzum: die wirtschaftlichen Folgen bleiben also nicht auf die paartausend Opelaner beschränkt, sondern wirken weit ins Umfeld.


    Noch weiter ins Umfeld wirkt aber wenn Grundprinzipien der Marktwirtschaft über den Haufen geschmissen werden.
    Bei den Banken ging es noch darum ein System zu stabilisieren, von dem der ganze Wirtschaftskreislauf abhängt. Da konnte die Politik nicht anders als einzugreifen. Ärgerlich genug...
    Bei Opel - und allen anderen Unternehmen, die sich mit derselben Berechtigung zu Wort melden könnten - handelt es sich aber um einen Marktteilnehmer, der ohne Gefahr für das Gesamtsystem ausscheiden kann und muss, wenn er keine konkurrenzfähigen Waren anbieten kann oder sich verspekuliert (wozu ich den Abfluss von Geld Richtung GM zähle).


    Wie will die Politik erklären dass man Opel hilft, für andere Unternehmen - bis hin zur kleinen 1-Man-Show - aber nicht mehr bürgt?
    Das Argument der wirtschaftlichen Folgen stimmt immer und überall, auch die Insolvenz eines Ein-Mann-Betriebs hat wirtschaftliche Konsequenzen für alle Anbieter, bei denen dieser eine nun nicht mehr (oder nur noch in geringem Maße) konsumiert.



    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Für mich zeigt der Fall, dass bei aller Kritik an unserem derzeitigen Wirtschaftssystem mit kurzfristigem Profitstreben, Gier, Verantwortungslosigkeit und Werteverfall auf den obersten Ebenen es der Politik nix bringt nach Grundsätzen oder Prinzipien zu handeln - sondern man eben in den vielen Widersprüchlichkeiten eine pragmatische Lösung finden muss, wo beide Seiten zufrieden mit sein können.


    Und genau da komme ich zu komplett gegensätzlichen Schlüssen: zum einen wird man Zufriedenheit auf allen Seiten nie erreichen, bestenfalls Kompromisse, mit denen alle halbwegs leben können.


    Zum anderen ist die Politik jetzt gerade gefordert nach Grundsätzen und Prinzipien zu handeln, denn sie verliert sich sonst in Einzellösungen, die nicht vermittelbar sind. Man kann nicht dem einen Dinge geben, die dem anderen vorenthalten werden, in einer Demokratie muss klar sein dass für jeden gleiche Regeln gelten.


    Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Noch was zum "Opel aus GM herauslösen": netter Versuch, aber die Amis wären schön blöd ihren profitabelsten Unternehmensteil derzeit zu verscherbeln.


    Wie man als Schweizer weiß: "Chasch nit z'Füfi und z'Weggli hä." ;)
    (Du kannst nicht gleichzeitig den 5 Räppler und die Semmel haben wollen.)


    Entweder ist Opel bereit das Seine zu tun um Lösungen zu finden, wenn erforderlich durch Ablösung von GM, wenn sich die Politik und die Bürger schon zu Hilfsmaßnahmen und Eingriffen in den freien Markt entschließen (entgegen ordnungspolitischer Bedenken). Oder man bleibt unbeweglich, aber dann kann man nicht erwarten dass der deutsche Steuerzahler das "weiter wie bisher" absichert.

    Würde mich freuen wenn das tatsächlich etwas gibt. Solarworld hat einen guten Ruf, nicht nur als zukunftsorientiertes Unternehmen, sondern der Chef zeichnet sich auch durch sehr fairen Umgang mit seinen Mitarbeitern und vielen positiven Ideen für Projekte in Bonn aus.


    Ich denke es wäre für die Opelaner ein Glücksfall wenn Frank Asbeck von Solarworld ihr neuer Chef würde...

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    Original geschrieben von D-Love
    Nette Pauschalisierungen.


    Natürlich. Weil es nicht um den einzelnen Betrieb geht, der wäre für die gesamte Gemengelage unwichtig. Es geht aber um Trends, die weit verbreitet sind - und in die Opel gut passt.


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    Original geschrieben von D-Love
    Zu a) das Problem ist nicht die Grundform des Geschäftsmodelles, das die Investmentbanken damals erfanden. Das hat absolut Sinn gemacht. Das Problem ist, dass man das Modell so weit potenziert und vom Ursprung entfernt hat, dass keine Bank mehr wirklich einschätzen kann, wieviel Risiko wirklich in der Bilanz schlummert und man sich untereinander nicht mehr traut. Es ist nicht in erster Linie ein Geldproblem. Es ist kein Vertrauensproblem und das ist viel schlimmer.


    Doch, es ist schon die Grundform des Geschäftsmodells, denn es war immer klar dass es um reine, heikle Luftbuchungen geht wenn an den Finanzmärkten ein Vielfaches der real vorhandenen Güter gehandelt wird. Dass es krachen musste wenn irgendwann der Realitätsbezug hergestellt wird, konnte sich jeder Zweitklässler denken. Wenn das reale Wachstum bei 2, 3 Prozent liegt können an den Finanzmärkten nicht Renditen von 25% erwirtschaftet werden, das MUSS irgendwann schief gehen.



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    Original geschrieben von D-Love
    zu b) In den USA wurde in den letzten Jahren über jegliche Vernunft hinaus konsumiert. Trotzdem gingen in den USA massenhaft Industriearbeitsplätze verloren. Das Geld floß nach China. Und dafür lieh China den Amerikanern das Geld, um weiter zu konsumieren. So einfach sind die Antworten nicht.


    Es ist nur ein anderer Weg des Scheiterns und führt für Wirtschaftsunternehmen am Ende zum gleichen Ergebnis, ob man nicht konsumiert oder auf Pump konsumiert und es dann nicht zurückzahlen kann. In beiden Fällen verdienen die Unternehmen kein Geld und schauen dumm aus der Wäsche.


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    Original geschrieben von D-Love
    Offenbar fundet dein allumfassendes Wissen über die Automobilindustrie ausschliesslich auf einer tendenziösen ARD-Reportage.


    In der Tat hacke ich sehr auf diesem konkreten Beispiel herum - weil es sich gut eignet um einen Trend sichtbar zu machen, der an vielen Stellen um sich greift. Und hier passt es auch deswegen gut weil es ja um Opel geht.


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    Original geschrieben von D-Love
    Mag sein, dass es solche Fälle gibt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Automobilindustrie direkt immer noch viele hunderttausend gut bis hervorragend bezahlte Arbeitsplätze und weitere hundertausende bei Zuliefern hält und sichert.


    Wie heißt es so schön, Autos kaufen keine Autos. Also nützt das billige Produzieren nichts wenn sich nachher kein Konsument die Ware leisten kann, da sie als Endprodukt nämlich nach wie vor viel zu teuer ist und die Preisentwicklung nicht der Rationalisierung folgt, also man für's gleiche oder weniger Geld mehr vom Produkt bekommt.
    Bei Computern funktioniert es, man zahlt heute tendentiell weniger als früher und hat dennoch leistungsfähigere Geräte. Warum klappt es beim Automobil nicht?


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Und vielleicht stellst du dir auch mal die Frage, dass es zu jedem, der ausbeutet, auch jemanden braucht, der sich ausbeuten lässt oder lassen muss. Es ist nicht so, dass es in Deutschland nicht immer noch jede Menge offene Stellen für Qualifizierte und gut ausgebildete gäbe. Wer für 7 Euro die Stunde arbeiten muss, trägt daran auch selbst Verantwortung. Durch die Globalisierung und die Öffnung nach Osten ist der Markt für nicht und wenig qualifizierte Arbeitskräfte eben weitaus größer geworden und da kann ich jemandem, der nur einfachste Tätigkeiten ausführt, eben keine 15 oder 20 EUR Stundenlohn mehr bezahlen. Ist so.


    Deswegen sind wir eigentlich ein Sozialstaat, was bedeutet dass die Starken die Schwachen mitziehen sollten. Nur funktioniert das immer weniger und es steckt auch ein Marktversagen darin wenn sich die Dinge nicht mehr frei regeln, sondern einige Wenige soviel Macht haben dass sie über die Vielen bestimmen.


    Es lässt sich sicher niemand einfach so ausbeuten, du kannst das nicht so darstellen als würden die Menschen das selber so wollen.



    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Tja, nur diese zusätzlichen Marktanteile werden dann möglicherweise mit im Ausland gebauten Autos oder wenn in Deutschland dann mit nahezu gleich bleibendem Personal versorgt. Unter dem Strich gehen viele Arbeitsplätze verloren, die nicht woanders neu geschaffen werden. Und unterschätze nicht, wieviel Wirtschaftskraft an einem Werk hängt. Davon hängen ganze Regionen
    ab.


    Und was lernen wir daraus? Dass Nachhaltigkeit und langfristig solides wirtschaften wichtiger sind als kurzfristige Gewinne zugunsten einzelner Profiteure.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Keine Ahnung, von was du redest und keine Substanz.


    Nicht alles, was du nicht verstehst, ist deswegen Unsinn.

    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Wenn ich den Sozial- und Moralpathos mancher lese, dann scheint mir, als seie der wirkliche Ernst der Lage noch nicht bei allen wirklich angekommen.


    Der erste Teil des Satzes ist Quatsch, der zweite Teil stimmt.


    "Die Wirtschaft" hat in den vergangenen Jahren systematisch sichere und gut bezahlte Arbeitsverhältnisse abgebaut. Man hat sie ersetzt durch unsichere Zeitverträge - also ohne langfristige sichere Perspektive - und Leiharbeiter, die fast immer extrem im Lohn gedumpt werden.


    Es diente dazu die Unkosten zu senken und die Gewinne zu steigern. Zugleich hat man an den Börsen gezockt, denn auch da wollte man den schnellen Euro machen...


    Und jetzt kommt die Quittung: das Finanzsystem kollabiert und schwuppdiwupp bricht auch die Realwirtschaft ein, denn jetzt zeigt sich dass
    a) hinter den Finanzjonglierereien kein greifbares Kapital vorhanden ist und
    b) zu niedrig bezahlte Mitarbeiter in unsicheren Arbeitsverhältnissen nicht ausreichend konsumieren (sondern nur das Lebensnotwendige kaufen).


    Gerade die Autoindustrie trifft es völlig zu Recht. Wer Leiharbeiter Vollzeit arbeiten lässt und dann mit 600 EUR nach Hause schickt, so dass der Betroffene, um überhaupt das Lebensnotwendige zu haben, noch mit Geld vom Arbeitslosenamt aufstocken muss, darf sich nicht wundern wenn diese Menschen keine Autos kaufen. Für 40.000 EUR sowieso nicht, aber nicht mal für 5000 EUR und auch nicht für 1000, weil diese Menschen froh sind wenn sie ein Dach über dem Kopf haben, satt sind und nicht frieren.


    Wer Autos oder andere teure Konsumgüter verkaufen will, muss eine Antwort auf die Frage geben, von welchem Geld die Leute das bezahlen sollen - und muss vor der eigenen Tür kehren, wenn dabei heraus kommt dass man schon die in den eigenen Hallen Tätigen nicht fair bezahlt und langfristige Perspektiven bietet.


    Insofern ist der Katzenjammer völlig deplaziert, wer jetzt - wie Opel - um Hilfe ruft, muss sich einfach mal damit auseinander setzen wie er zu sozialer Verantwortung steht wenn es nicht ums Nehmen, sondern ums Geben geht.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    In solchen Situationen ist es erst einmal völlig egal, ob Opel viele Leiharbeiter beschäftigt oder dass sich Lehman Brothers verzockt hat...die Konsequenzen sind das einzig entscheidende.


    Die Konsequenzen sind dass es für den Leiharbeiter, der bei Opel ausgebeutet wird, völlig egal ist wenn Opel pleite geht, denn er bekommt immer das gleiche miese Geld, nämlich den gesetzlichen Mindestsatz. Ob sich das dann aus Zahlungen vom Arbeitgeber und dem Arbeitslosenamt zusammensetzt oder gleich ganz vom Arbeitslosenamt kommt, ist völlig wurscht, denn die Summe ändert sich nicht.


    Dafür kann der Betroffene aber ausschlafen anstatt morgens um 5 auf Schicht zu gehen, dort im Werk als Mitarbeiter 2. Klasse behandelt zu werden und für das halbe Geld doppelt so viel zu arbeiten wie einer von der Stammbelegschaft.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Ließe man Opel pleite gehen, besteht de große Gefahr, dass dadurch eine fatale Kettenreaktion in der Auto- und Zuliefererindustrie angestoßen wird, an deren Ende Massenentlassungen stehen


    Also zum einen greift ein Autokäufer dann eben zu einem VW anstatt einem Opel, unter dem Strich verschieben sich nur Marktanteile, aber es ist ja nicht so dass potentielle Opel-Käufer ebenfalls verschwinden und kein Auto mehr kaufen wenn der bisherige Autolieferant verschwindet.


    Das andere ist aber: die Kettenreaktion ist doch längst angestoßen, allerdings in viel größeren Zusammenhängen. Die Spaltung zwischen arm und reich greift weltweit, aber auch innerhalb Deutschlands, um sich. Es gibt im unteren und mittleren Einkommensbereich - also da, wo sich die Masse der Menschen tummelt und wo eigentlich das Käuferklientel für Opelz ist - seit Jahren Reallohnverluste, Outsourcing, Arbeitsplatzabbau, Verlagerung gut bezahlter Stammarbeitsplätze zu schlecht bezahlter Leiharbeit.


    Der ganze Hype um die angeblich so niedrigen Arbeitslosenzahlen verkennt dass die Menschen nicht glücklich in guten Jobs stecken, sondern in schlecht bezahlten, kurzfristig wieder abbaubaren Hire-and-Fire-Beschäftigungsverhältnissen stehen, die ohne jede Nachhaltigkeit sind.


    Dazu hat die Finanzwirtschaft weder aus der geplatzten Internetblase vor ein paar Jahren gelernt (sonst hätten wir jetzt keine Finanzkrise) noch lernen sie jetzt, denn man nutzt die Bürgschaften nur schleppend und versucht weiter mit den alten Rezepten Kapital aus der Situation zu schlagen.


    Auch umweltpolitisch ging es bisher nicht vorwärts weil G. W. Bush, ebenso wie aufstrebende, sich industrialisierende Länder wie China und Indien, nicht mitgespielt haben. Mag sein dass das besser wird, aber noch ist es ein weiter Weg.


    Alles in allem wird gerade die Autoindustrie, die hier ein gutes Beispiel ist, ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht:
    - mieseste Leiharbeit anstatt ordentlich bezahlte Stammbelegschaften
    - undurchsichtige und unvorteilhafte Geldtransfers, z. B. von Opel zu GM, oder Teilnahme an Börsenspekulationen um Reibach zu machen
    - falsche Modellpolitik, weil man sich eher an Privatpanzern a la VW Touareg, Porsche Cayenne und wie sie alle heißen, aufgeilt anstatt zukunftsträchtige, umweltschonende Autos zu bauen.


    Und dann kommt eine Industrie, die auf allen Ebenen so kläglich versagt, angekrochen und erwartet dass die Gesellschaft hilft??? Mit welchem Recht? Das MINDESTE ist, WENN geholfen wird, dass man sich dann aber wirklich auf die Hinterbeine stellt und sich zukünftig vorbildlich seiner Verantwortung stellt. Einfach so weiter machen wie bisher wird nicht gehen, da spielen irgendwann die Mehrheit der Menschen und die Umwelt nicht mehr mit. Und das zu Recht, man kann nicht Hilfe von denjenigen erwarten, die man bislang mit allen Tricks auszubeuten versucht...

    Wie man hört sitzen in Rüsselsheim sehr viele sehr gute Ingenieure, deren Wissen und Ideen aber nicht allein in Opelz, sondern eben auch diversen anderen Fahrzeugen des Konzerns Anwendung finden. Demnach kann man nicht sagen dass Opel für einen Investor grundsätzlich ein schlechter Kauf ist, den man unter Wert verramschen sollte...


    Angesichts einer globalen Finanzkrise wäre die Frage aber, woher ein potenter Investor kommen sollte. Die meisten Konzerne, deren Kragenweite eine Übernahme von Opel sein könnte, müssen im Augenblick sehen wie sie selber klar kommen. Es dürfte nur einen begrenzten Pool an Interessenten und einen noch geringeren an liquiden Bietern geben.


    Innenpolitisch haben sowohl ein akut wahlkämpfender Roland Koch als auch eine im nächsten Jahr zu wählende Bundespolitik großes Interesse daran das Thema auszuschlachten. Es bietet sich ja auch extrem gut an, man kann sich hier perfekt zur Finanzkrise, aber auch mit versprochenen Wohltaten für den kleinen Mann und viele Arbeitsplätze profilieren...


    Ich sehe es aber ansonsten wie du: wenn man das alles mal nicht so konkret auf Opel bezieht, sondern abstrahiert fragt welchen Spielregeln eigentlich in einer sozialen Marktwirtschaft gelten, dann mündet es in einer überfälligen Grundsatzdiskussion.
    Überteure Konsumgüter wie Autos lassen sich nun mal nicht unters Volk bringen wenn die Menschen in Zeitarbeitsfirmen mit unglaublich niedrigen Stundenlöhnen und unsäglichsten Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden.


    Das Preisniveau ist doch längst so dass sich selbst Normalverdiener keinen Neuwagen mehr leisten können. Ohne Kredit geht schon mal gar nichts - und selbst der Kredit setzt voraus dass man einen zukunftssicheren Arbeitsplatz und einen Verdienst hat, der mehr als das Lebensnotwendige finanzieren kann.

    Ich habe gerade eben bei TV Total Ausschnitte aus der Show gesehen. Hut ab, das war wohl Trash-TV vom Feinsten! Ich verstehe die schlechten Einschaltquoten nicht, solche Shows haben doch einen ungemeinen Unterhatungswert, solange man sie nicht ernst nimmt.


    "Der beste Beweis für intelligentes außerirdisches Leben ist die Tatsache, dass sie noch nicht hier waren."
    Sir Arthur C. Clarke


    :D