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Original geschrieben von DUSA
Übrigens: Werksangehörige kaufen die Wagen eh zum Mitarbeiterpreis
Wenn man diese Mitarbeiter aber durch Billig-Leiharbeiter ersetzt sind es keine Werksangehörigen mehr - und Geld für ein Auto haben diese Menschen sowieso nicht, auch nicht wenn es "nur" den Mitarbeiter-Preis kostet...
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Original geschrieben von DUSA
Wenn Du nicht verstehst, warum Autos gleich teuer bleiben bzw. im Preis sogar steigen statt billiger zu werden und das auch noch mit der Computer-Industrie vergleichst, zeigt das, wie wenig Du von den Internas der Automobilindustrie verstehst oder Ahnung von den Vorgängen dort hast.
Na na na, wir wollen mal nicht persönlich werden!
Ich verstehe genauso viel wie du, bewerte die Dinge aber anders.
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Original geschrieben von DUSA
Wenn Du aus dem Astra G den Astra H machst oder aus dem Vectra B den Vectra C startest Du mehr oder weniger bei Null. Das Außenkleid muss komplett neu entworfen werden, die Innenverkleidung muss komplett neu entworfen werden, das Chassis wird meist auch komplett neu konstruiert. Von der Technik im Auto kann einiges übernommen werden, also auch bestehende Teile.
Man erfindet aber das Rad nicht neu, Autos haben immer noch ein Lenkrad, 4 Räder, 2-3 Pedale, einen Motor, Türen und Scheiben rundum. "Das bisschen Optik" und Design erklärt es nicht, alle anderen Branchen schaffen es auch fortwährend neue Produkte zu entwickeln ohne eine Preisentwicklung wie in der Automobilbranche hinzulegen. Am Ende wird doch viel aus bestehenden Produktlinien übernommen oder breitflächig in diversen Modellen verbaut.
Und wenn nicht: dann läuft programmatisch etwas falsch. Dann verrennt sich eine Industrie, die auch Umwelttrends und den Bedarf bisher verschlafen/verkannt hat, auch im Hinblick auf die Organisation ihrer Neuentwicklungen.
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Original geschrieben von DUSA
Bis also die ersten 5 Wagen zusammengebastelt sind, vergehen gerne 3-4 Jahre. Dann müssen die sämtliche Tests bestehen. Klar, da wird auch vorher schon viel im Computer simmuliert. Trotzdem hauen sie einen der 5 Karren am nächsten Tag an die Wand - da ist in 20 Sekunden ein zweistelliger Millionenbetrag futsch :cool:
Wenn Du da jetzt noch die ganze neue Sicherheits- und sonstige Technik dazu nimmst wird hoffentlich klar, warum die Kisten im Gegensatz zu sonstigen Produktionsgütern nicht billiger werden.
Nein, es ist nicht klar. In jeder anderen Branche schaffen es Produzenten neue Produkte mit möglichst effektiven Methoden zu entwickeln, und wenn die Autoindustrie das nicht hinkriegt, geben sie sich keine Mühe oder machen etwas falsch.
Der Entwicklungssprung zu Nachfolgemodellen ist oft nicht so riesig dass jedes Mal ein komplett neues Auto konstruiert werden müsste. Im Gegenteil sogar, bis auf offensichtliche Veränderungen am Design dürften die wirklichen Neuerungen nur ein paar Prozent ausmachen.
Wenn man natürlich jeder Schraube neu konstruiert ist klar dass die Kosten exorbitant steigen. Das ist dann aber auch unnötiger Unsinn.
Ob eine Tür nun geschwungen oder glattflächig gestaltet wird, ob der Blinkerhebel eckig oder rund geformt wird, das sind im Wesentlichen nur Design-Spielereien, die man nicht 4 Jahre erforschen und testen muss.
Ein Blinkerelais ist ein Blinkerrelais, sowas ist seit 25 Jahren unverändert.
Sicher, irgendwann wurde alles erfunden, konstruiert, zur Serienreife entwickelt. Es sind am Ende aber jeweils nur kleine Schritte, die im Laufe der Zeit einfließen. Als z. B. der erste Airbag entwickelt wurde war das eine - meinetwegen auch kostspielige - Innovation, aber seitdem werden die Dinger einfach nur zusammengeschraubt und in jedes Auto eingebaut. Nicht zu vergessen die Stückzahlen, auf die sich die Entwicklungs- und Produktionskosten verteilen...
Das, was im Vergleich zum Vorgänger an wirklicher Neuentwicklung in einem neuen Fahrzeug steckt, kann nicht so teuer sein dass es die Preisentwicklung im Automobilbau über die Jahre hinweg erklärt - und wenn doch sollten die Hersteller ihre Strategien hinterfragen. Wenn man feststellt dass der Absatz rückläufig ist weil normale Autos für normale Menschen unbezahlbar werden, muss einem doch irgendwann ein Licht aufgehen und die Frage gestellt werden ob man noch richtig agiert...
Also so oder so, hier unterliegt kein Hersteller unabdingbaren Zwängen, sondern das sind letztlich selbstgemachte Probleme.
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Original geschrieben von DUSA
Selbst "Schwester"modelle, die auf der gleichen Plattform aufbauen kosten noch einiges in der Konstruktion. Klar - der Unterboden vom Golf konnte 1:1 übernommen werden, VW hat "nur" noch das hässliche Blechkleid für den New Beatle drum rum gezaubert. Aber auch dafür musste bei Null angefangen werden, dann musste es auf die Golf-Konstruktion drauf passen, ein neues Interior musste her und auch hier brauchte es diverse Erlkönige, an denen getestet und geschraubt wurde, bevor das Viech in die Massenproduktion gehen konnte. Somit wird zwar die Vielfalt breiter und es entstehen Einsparungen, weil xx% an Gleichteilen verwendet werden können - aber für fast jeden verkauften New Beatle haben die Leute dann keinen Golf gekauft - da war nur entweder oder, bzw. es wurden eben Käufer anderer Marken gewonnen. Ob die neuen Kunden dann allerdings genügend waren, damit sich das rechnet sei mal dahin gestellt. Entsprechend mussten auch hier die Gesamtentwicklungskosten auf die verschiedenen Modelle umgelegt werden - der Preis geht also eher hoch.
Jetzt mal ganz einfach mit Menschenverstand: Man verwendet Komponenten in mehreren Fahrzeugen und dadurch wird die Sache teurer anstatt preiswerter? Wenn es so sein sollte - was ich kaum glaube, aber es sei mal dahin gestellt - stimmt die Taktik des Autobauers einfach nicht, weil sowas ist wider jeder Vernunft. Entweder es wird preiswerter - oder ich verzichte auf ein Derivat in Form eines weiteren, ähnlichen Modells. Das ist simpelste "1+1=2"-Mathematik...
Die "Wir haben in 7jähriger Entwicklungsarbeit ermitteln können dass nach einer Hochrechnung 1+1~1,99867645356 ergibt", im Klartext: "Wir sind uns nicht sicher, aber bauen das KFZ trotzdem, obwohl es zu teuer und für Privatkäufer kaum noch finanzierbar ist", ist jedenfalls Banane. Dass es dennoch passiert will ich gar nicht in Abrede stellen, aber dann ist allerspätestens in dem Moment, wo die ganze Finanzakrobatik nicht mehr aufgeht, der Zeitpunkt gekommen sein Verhalten zu hinterfragen.
Genauso wie spätestens jetzt begonnen werden muss sich Gedanken über umweltschonende, kleine und effektive Fahrzeuge anstatt Privatpanzer mit zweifelhaftem Nutzen zu machen. Auch hier hat die (deutsche) Autoindustrie die Zeichen der Zeit schon lange verschlafen.
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Original geschrieben von DUSA
Kurzum: die wirtschaftlichen Folgen bleiben also nicht auf die paartausend Opelaner beschränkt, sondern wirken weit ins Umfeld.
Noch weiter ins Umfeld wirkt aber wenn Grundprinzipien der Marktwirtschaft über den Haufen geschmissen werden.
Bei den Banken ging es noch darum ein System zu stabilisieren, von dem der ganze Wirtschaftskreislauf abhängt. Da konnte die Politik nicht anders als einzugreifen. Ärgerlich genug...
Bei Opel - und allen anderen Unternehmen, die sich mit derselben Berechtigung zu Wort melden könnten - handelt es sich aber um einen Marktteilnehmer, der ohne Gefahr für das Gesamtsystem ausscheiden kann und muss, wenn er keine konkurrenzfähigen Waren anbieten kann oder sich verspekuliert (wozu ich den Abfluss von Geld Richtung GM zähle).
Wie will die Politik erklären dass man Opel hilft, für andere Unternehmen - bis hin zur kleinen 1-Man-Show - aber nicht mehr bürgt?
Das Argument der wirtschaftlichen Folgen stimmt immer und überall, auch die Insolvenz eines Ein-Mann-Betriebs hat wirtschaftliche Konsequenzen für alle Anbieter, bei denen dieser eine nun nicht mehr (oder nur noch in geringem Maße) konsumiert.
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Original geschrieben von DUSA
Für mich zeigt der Fall, dass bei aller Kritik an unserem derzeitigen Wirtschaftssystem mit kurzfristigem Profitstreben, Gier, Verantwortungslosigkeit und Werteverfall auf den obersten Ebenen es der Politik nix bringt nach Grundsätzen oder Prinzipien zu handeln - sondern man eben in den vielen Widersprüchlichkeiten eine pragmatische Lösung finden muss, wo beide Seiten zufrieden mit sein können.
Und genau da komme ich zu komplett gegensätzlichen Schlüssen: zum einen wird man Zufriedenheit auf allen Seiten nie erreichen, bestenfalls Kompromisse, mit denen alle halbwegs leben können.
Zum anderen ist die Politik jetzt gerade gefordert nach Grundsätzen und Prinzipien zu handeln, denn sie verliert sich sonst in Einzellösungen, die nicht vermittelbar sind. Man kann nicht dem einen Dinge geben, die dem anderen vorenthalten werden, in einer Demokratie muss klar sein dass für jeden gleiche Regeln gelten.
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Original geschrieben von DUSA
Noch was zum "Opel aus GM herauslösen": netter Versuch, aber die Amis wären schön blöd ihren profitabelsten Unternehmensteil derzeit zu verscherbeln.
Wie man als Schweizer weiß: "Chasch nit z'Füfi und z'Weggli hä." 
(Du kannst nicht gleichzeitig den 5 Räppler und die Semmel haben wollen.)
Entweder ist Opel bereit das Seine zu tun um Lösungen zu finden, wenn erforderlich durch Ablösung von GM, wenn sich die Politik und die Bürger schon zu Hilfsmaßnahmen und Eingriffen in den freien Markt entschließen (entgegen ordnungspolitischer Bedenken). Oder man bleibt unbeweglich, aber dann kann man nicht erwarten dass der deutsche Steuerzahler das "weiter wie bisher" absichert.